so nochmal ne umfrage zu euren lebensunterhaltskosten

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

wieviel R$ im Monat????

unter 1000R$
1
3%
1000R$-1500R$
6
19%
1500R$-2000R$
4
13%
2000R$-3000R$
6
19%
über 3000R$
14
45%
 
Abstimmungen insgesamt : 31

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 3. Mär 2006, 23:46

Oi Vinhedense

Dein Bericht kann gar nicht lang und deutlich genug sein. Du gehörst mit wenigen anderen zu den echten Auswanderern. Und deine Schilderung der Verhältnisse ist einfach treffend.
Wer das Land liebt und dort leben will muss es eben so nehmen wie es ist. Wünsche dir noch viel Glück.
Ich hoffe, dass das einige Auswanderwillige zum Nachdenken bringt.

Gruß

Manfred

PS: Wo wohnst du in Brasilien?
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon dietmar » Sa 4. Mär 2006, 03:15

Vinhedense hat geschrieben:Es ist auch immer interssant wenn man in dem Forum liesst, das einheimische aus Brasilien ihre Erfahrungen erzählen und diese dann von den Brasilien-Fans aus dem Europäischen Bereich stark kritisiert werden. Ich denke dochmal, das diese "Einheimischen" ein besseres Urteil geben können, als irgendein Tourist, Student oder gelegentlicher Arbeiter in Brasilien geben kann.


Du sprichst mir aus der Seele.

Und die übrigen Ausführungen, wenn ich das noch anmerken darf, unterschreibe ich ebenfalls mit Vergnügen.
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Beitragvon Zambo » Sa 4. Mär 2006, 07:48

Vinhedense hat geschrieben:Hi Lemi,

also ich muss Dir völlig recht geben. "Brasilien ist kein Billigland mehr".
:lol:



Also, nach Lemi's Beschreibung ist Brasilien ein "Schweineteuerland", und zwar teurer als Deutschland. Mit 2300 Euro netto hat man in Deutschland auch als Familienvater noch was zum Sparen übrig, aber bei Lemi sind es komplette Ausgaben. :shock:
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, daß man sie ignoriert.
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Beitragvon Vinhedense » Sa 4. Mär 2006, 17:07

Zitat Zambo:
Also, nach Lemi's Beschreibung ist Brasilien ein "Schweineteuerland", und zwar teurer als Deutschland. Mit 2300 Euro netto hat man in Deutschland auch als Familienvater noch was zum Sparen übrig, aber bei Lemi sind es komplette Ausgaben.


Ja, das liegt unter anderem daran, das viele Artikel, die man in Deutschland als Standart ansieht, hier unter dem Begriff "Luxusartikel" gehören.
Dazu gehören u.a. Elektroartikel, EDV, Schul und Ausbildungskosten, Gebrauchtfahrzeuge, Wohnungen und Häuser im Deutschen Standart, viele Lebenmittel sind teurer wie gewohnt (z.B. Babynahrung), Kinder und Babyartikel (Spielzeug ist sehr teuer), Haushaltsgeräte, KFZ Steuer, die nach dem Kaufwert des Fahrzeug sich richtet. (Ich zahle für meinen 8 Jahren alten Gol mehr KFZ Steuer als für meine damiligen Autos in Deutschland), KFZ Versicherungen (haben sowieso die wenigsten), Autobahngeühren,
die Liste ist lang. :?
Was billig ist, Reis, Bohnen, Fleisch und Früchte! Zum Glück, sonst hätten wir mehr hungertote :cry:
Dienstleistungen sind billig, deshalb auch die Lohnkosten misserabel. Würde man den Arbeiter einen höhren Lohn geben, würde auch das Produkt oder Dienstleistungen teuer werden. :?
Das Salário minimum wir jetzt auf 350 R$ aufgetockt. Ist nur eine Frage der Zeit bis die Güter ihre Preise auch dementsprechen anziehen.

Deshalb kann ich Lemi schon verstehen, wenn er so hohe Kosten hat. Man geht ja in ein anderes Land um sich zu verbessern und nicht zu verschlechtern. Weil nur von Sonne, Wärme, Strand und Caipi kann man ja wohl nicht leben :D :D :D
Sonst hätte man ja auch da bleiben können, wo man war :wink:
"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump
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@Vinhedense

Beitragvon gismo » Sa 4. Mär 2006, 17:55

hast wohl gestern auch Forrest Gump gesehen?

ich wollte nur sagen das ich deinen beitrag sehr gut fand(der eeeeewig lange).

wie gesagt,hatte wohl ziemlich glück für mein kleines budget ,das maximum für mich rauszuholen.

und ja,brasilien is absolut kein Billigland.

Ich muss auch schauen wo bei mir das geld rausgeht und wie ich unnötiges unterbinden kann.is zum glück überschaubar(meine kosten).

achja,hatte bei meiner kostenaufstellung vergessen zu erwähnen das ich auch n hund hab,und der kostet mich mehr wie ich davor gedacht hab.

ansonsten kann ich nur sagen,das brasilien sicherlich ein schönes land ist,aber hätte meine frau die möglichkeit gehabt nach europ zu kommen(ging nich,weil sie keine partneruni hier gefunden hat),wäre ich nich nach brasilien.

wenn man keine grossen verpflichtungen und verantwortungen hat wie ich,sprich,keine kinder,
hat man auf jeden fall weniger kosten und kann vielleicht mehr woanders ausgeben,

aber im ernst,ich denke wenn die zeit mit kinder haben gekommen is,werd ich mich von brasilien höchstwahrscheinlich verabschieden,es sei denn ich verdien soviel das ich nur noch den 50ger schein in der tasche hab.

ich hab sicherlich nich die gleichen kosten wie ihr,kann das aber gut verstehen,da auch ich öfter als touri hier war,aber jetzt ein normales leben hier für und mein geld gut einteilen muss für die ganzen rechnungen bla bla.und für mich sieht die welt hier auch anders aus wie als ich als touri hier war.

naja,hoffe der real verliert an wert und ich kann wieder ein wenig aufatmen.
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Beitragvon horizont » So 5. Mär 2006, 14:36

Ja,ja, Lebensqualität wie in Deutschland...
Und was ist dann mit Ausgaben für Klimaanlagen und Swimmingpool ???????????
Hat das keiner von euch? Also nochmal 300R$ monatlich, wenn man sparsam damit umgeht.
Und bei einem Sommer wie dieses Jahr mit drei Wochen lang 40°C, rappelt an jedem Haus dieser Stadt die Klimaanlage (ausser natuerlich an den Holzhäusschen ohne Fenster).
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Beitragvon lobomau » So 5. Mär 2006, 14:51

horizont hat geschrieben:Und bei einem Sommer wie dieses Jahr mit drei Wochen lang 40°C, rappelt an jedem Haus dieser Stadt die Klimaanlage (ausser natuerlich an den Holzhäusschen ohne Fenster).

Also meine Freundin hatte gestern nur 33°C. Eigentlich nicht viel, dachte ich.
Dann sagte sie aber im Büro :!:
:roll:
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Beitragvon Kalle » So 5. Mär 2006, 20:30

Hi,

Vinhedense hat den Nagel auf den Kopf getroffen!

Zitat: „Oder Urlaub. Einem Arbeitnehmer in der Industrie stehen 30 tage Urlaub zu. Allerdings hat er erst ein anrecht darauf, wenn er mind. 1 Jahr in der Firma gearbeitet hat.
Das heißt, das erste Jahr voll durcharbeiten. Kenne einige, die die letzten Jahren überhaupt kein Urlaub mehr gemacht haben.“

Hier ist zu sagen das es 30 KALENDER Tage sind, also Samstag u. Sonntage eingeschlossen. Hiervon können 1/3 also 10 Tage pekuniär umgewandelt werden d.h. Geld. :lol: :lol:
Aber 20 Tage werden dann lt. Gesetz an einem Stück "Genossen".

Früher (70er) was es in Brasilien (habe es selbst erlebt) anders da hieß es "dias uteis“. Im Vorteil waren alle die eine "Semana Inglesa" hatten d.h. von Montag bis Freitag arbeiteten. Die auch Samstags arbeiten mussten hatten das Nachsehen. :cry:

Da der Knatsch wurde immer größer wurde, entschied sich die damalige Militärjunta alles zu Nivellieren.

Und Lt. Gesetz können von den AG bis 44 Stunden in der Woche als Normale Arbeitszeit verlangt werden.
Erst dann greift der Begriff „Hora Extra = Überstunde“. Generell gilt aber eine 40 Std. Woche!
"A vida é uma peça de Teatro, que não permite ensaios. Por isso, cante, chore, dance, ria e viva intensamente antes que a cortina se feche e a peça termine sem aplausos."
(Charlie Chaplin)

Gruß,
Kalle
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Beitragvon Trem Mineiro » So 5. Mär 2006, 23:26

Oi Gente

Sicherlich kann man in Brasilien mit 1.000 Reais auskommen. Brasilianer machen das ja mit viel weniger. Wenn ich Haus, Auto, Möbel und das noch alles bezahlt habe, geht das sicherlich. Wenn man aber wie ich irgendwie ja nur auf Zeit dort lebt und auch die Chance annimmt, das Land in seiner Tiefe kennen zu lernen, der wird auch Geld ausgeben. In meinem Fall auch viel Geld, aber dafür habe ich auch sehr viel vom Land gesehen, sei es das Interior von Minas oder den Süden, Pantanal, Cerado, die Strände im Nord-Osten, die großen Städte. Aber Leute wie ich zählen natürlich nicht, wenn es um Umfragen geht, wo ehr gefragt wird, mit welchen Mindestbeträgen kann man ein vernünftiges Leben in Brasilien führen bei dem man nicht alle europäischen Standards ausgibt. Da liegt die Grenze für die Familie sicherlich so knapp unterhalb 3.000 Reais.
Ich bin derzeitig für einige Zeit wieder nach Deutschland zurückgekehrt und bin überrascht, wie günstig das normale Leben hier ist. Zum Beispiel Sprit, war in Brasilien immer billig, aber Gasolina und extrem hoher Verbrauch in Belo Horizonte. Hier fahre ich mit einem Golf TD mit Diesel und geringerem Verbrauch erheblich billiger.
Ich werde mich in 5 Jahren zur Ruhe setzten und als Frührentner nach Brasilien zurückgehen. Aber dann auch sicherlich mit beschränkten Ansprüchen, allerdings dann auch in eine Hütte in Strandnähe irgendwo in der Nähe von Neto. Dann muss es auch mit weniger Geld gehen.

Viele Grüsse

Manfred
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Beitragvon Severino » Mo 6. Mär 2006, 14:06

Der lange Beitrag von Vinhedense bringt es ziemlich gut auf den Punkt: Es ist kein Problem in Brasilien 5000 Reais pro Monat auszugeben. Aber sie zu verdienen, da sieht es schon anders aus.
Als Tourist hat man ja ein Taschengeld von 1-2000 Euro für 4 Wochen dabei und lebt so etwa auf dem "deutschen" Standard. Das ist für den deutschen Arbeiter in seinen Ferien eigentlich auch kein Problem. Man hat ja für den Urlaub etwas gespart und nun wird es auch ausgegeben.
Brasilien sieht jedoch ganz anders aus, wenn Du dort Dein Geld verdienen musst. Auf über 3000 Reais Monatseinkommen kommst Du als leitender Angestellter oder als Entsandter aus Europa. Der Durchschnittslohn liegt so knapp über 1000 Reais im Monat. Wie gesagt, sind dann noch Kinder zu versorgen, dann ist fertig lustig. Kein plano de saude, kein Auto, keine Privatschule, sondern wie der Brasilianer: Bohnen und Reis zu Hause und am Freitag mal ein Bier....
....und trotzdem habe ich immer wieder den Eindruck die Brasilianer sind irgendwie glücklicher.

@gismo
Mit ca. 900 Reais im Monat lebst Du sehr günstig in Sao Paulo. Das Leben als Student jedoch mit deutschem Standard zu vergleichen passt jedoch nicht ganz.
Damals als Student habe ich für ein einfaches Zimmer DM 160 Miete bezahlt. Heute drücke ich für eine Drei-Zimmerwohnung schon CHF 1600 pro Monat ab. Trotzdem muss ich mir keine Gedanken darüber machen, ob ich mir denn heute abend noch ein Bier und ne Pizza leisten kann.....

Na dann Prost
paz e amor
Severino
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