soziale Absicherung in Brasilien

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon caca » Sa 31. Jan 2009, 20:29

Hallo.....ich hätte da mal so ne Frage:

Ich habe selbst ein Jahr in Brasilien gelebt, aber irgendwie habe ich nicht viel über sozialen Absicherungen (wie z.B. Gesundheit, Rente, Arbeitslosenversicherung etc.) gesehen. Allerdings interessiert mich diese Thema sehr und nun muss ich eine Facharbeit über dieses Thema schreiben. :)
Meine Frage ist nun, ob nicht jemand nützliche Links, wo ich mich über all diese Sachen informieren kann, für mich hat? Kann auch auf Portugiesisch sein....

Na dann, vielen Dank und ich hoffe es hat jemand einen guten Tipp für mich.... [-o<
Liebe Grüße, cacá...
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon tinto » Sa 31. Jan 2009, 20:42

caca hat geschrieben:Hallo.....ich hätte da mal so ne Frage:

Ich habe selbst ein Jahr in Brasilien gelebt, aber irgendwie habe ich nicht viel über sozialen Absicherungen (wie z.B. Gesundheit, Rente, Arbeitslosenversicherung etc.) gesehen. Allerdings interessiert mich diese Thema sehr und nun muss ich eine Facharbeit über dieses Thema schreiben. :)
Meine Frage ist nun, ob nicht jemand nützliche Links, wo ich mich über all diese Sachen informieren kann, für mich hat? Kann auch auf Portugiesisch sein....

Na dann, vielen Dank und ich hoffe es hat jemand einen guten Tipp für mich.... [-o<
Liebe Grüße, cacá...


Da du portugiesisch kannst:

http://www.mds.gov.br/

Zum Thema Gesundheit:

http://portal.saude.gov.br/saude/

und:

http://www.mps.gov.br/
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Schöne Grüße,
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon caca » Mo 2. Feb 2009, 21:56

muito obrigada....

das hilft mir schon mal weiter....
abraco, caca
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Do 5. Mär 2009, 02:07

Die Realitaet sieht leider oft anders aus, als der "Hochglanzpapierauftritt" im Internet, oder in Broschueren.
Wenn man sich die Geschichte Brasiliens und die schiere Groesse anschaut, mit allen Unterschieden im Klima, Entstehungsgeschichte, Bevoelkerungsstruktur, etc., erahnt man vielleicht, dass dieses Thema sehr differenziert betrachtet werden muss. Ich hoffe, dass Du in Deiner Arbeit auch darauf eingehst. Ich glaube nicht, dass so einfache Fragen, wie "Funktioniert die SUS in Brasilien", pauschaliert fuer alle Bundesstaaten beantwortet werden koennen.
In diesem Sinne: Viel Erfolg mit Deiner Arbeit und wo ich Auskunft geben kann, werde ich das auch tun.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon Claudio » Do 5. Mär 2009, 02:40

Cheesytom hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass so einfache Fragen, wie "Funktioniert die SUS in Brasilien", pauschaliert fuer alle Bundesstaaten beantwortet werden koennen..


un dazu kommt noch dass das immer auf den tag ankommt
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon Severino » Di 10. Mär 2009, 16:18

Für alle, die mit carteira assinada arbeiten gibt es INSS (Rente) und FGTS (Arbeitslosigkeit). Die SUS ist die öffentliche Gesundheitsvorsorge und ist nicht gratis sondern umsonst, denn wer das schonmal in Anspruch genommen hat, der weiss wovon ich spreche. Medikamente muss immer der Patient zahlen. Und wer Geld hat, der kann sich ja in einem Krankenhaus behandeln lassen.
Die tatsächliche soziale Absicherung ist in Brasilien die Familie. Gerade gestern wurde wieder über einen Fall in Rio berichtet. Da wurde eine junge Frau auf der falschen Seite des Gehirns operiert. Naja, am nächsten Tag hat man das gemerkt und die richtige Seite auch noch operiert. Dummerweise ist die Patientin aber verstorben.
paz e amor
Severino
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Mi 11. Mär 2009, 00:59

Severino hat geschrieben:Für alle, die mit carteira assinada arbeiten gibt es INSS (Rente) und FGTS (Arbeitslosigkeit). Die SUS ist die öffentliche Gesundheitsvorsorge und ist nicht gratis sondern umsonst, denn wer das schonmal in Anspruch genommen hat, der weiss wovon ich spreche. Medikamente muss immer der Patient zahlen. Und wer Geld hat, der kann sich ja in einem Krankenhaus behandeln lassen.
Die tatsächliche soziale Absicherung ist in Brasilien die Familie. Gerade gestern wurde wieder über einen Fall in Rio berichtet. Da wurde eine junge Frau auf der falschen Seite des Gehirns operiert. Naja, am nächsten Tag hat man das gemerkt und die richtige Seite auch noch operiert. Dummerweise ist die Patientin aber verstorben.


Hatte das Thema Arbeitslosigkeit heute im Bekanntenkreis.
Wenn jemand, carteira assinada vorausgestezt, weniger als 1 Jahr gearneitet hat, hat er Anspruch auf max. 5 Monate " benefício", ueber 1 Jahr 7 Monate.
Benefícioi ist genau 1 salário mínimo, unabhaengig von der Hoehe des Einkommens.
Erst mal: Klar tut es mir superleid, dass die junge Frau gestorben ist, aber wurde sie per SUS, oder mit einer privaten KV. operiert.
Logisch, dass es auch bei privater KV zu "Kunstfehlern" (Bitter...: was fuer ein Zusammenhang in dem Fall), aber ich hoffe, dass es seltener passiert, zahle schliesslich 243,50/Monat fuer meine.
Gruss aus Maceió, Alagoas
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon dietmar » Mi 11. Mär 2009, 01:38

Och Severino, jetzt übertreib mal nicht.

Meine Frau hat unsere Tochter per SUS auf die Welt gebracht, die Kleine war zweimal wegen Lungenentzündung interniert, ich war dort wegen Rückenschmerzen, Hundebiss, Bronchitis. Vorgestern war ich mit meiner Stieftochter wegen Verbrennungen (Fettspritzer an Bauch und Armen nachdem ein Pastel explodiert ist) dort. Immer wurde schnell und kompetent behandelt, verbunden, untersucht. Selbst Spritzen, Inhalation, Verbände, etc. - null Problem. Rund 80 Prozent aller Medikamente bekam ich in der dortigen integrierten Aportheke kostenlos, darunter auch Antibiotika, Salben, Ohrentropfen, Dipirona, etc. etc. Was halt nicht da ist, muss ich kaufen, aber dies ist bei Krankenversicherungen nicht anders. Natürlich ist die Behandlung in einem privaten Krankenhaus u.U. besser, aber die SUS aufs Ganze so runterzuschreiben wird der tatsächlichen Situation nicht gerecht. Auch dort gibt es eine Vielzahl kompetenter Ärzte und fähiges Behandlungspersonal, die ihre Arbeit auch ernst nehmen. Denjenigen, die sogar vielleicht mit geringeren technischen Mitteln ebenfalls Leben retten und Krankheiten heilen, tust du damit Unrecht.

PS.: Wir sind inzwischen Krankenversichert, haben diese aber bis auf eine einzige Untersuchung bei unserer Tochter (Blut/Stuhl) wegen Eisenmangel, Vitamine, etc. noch nicht weiter genutzt/nutzen müssen. Und für die nächste Sinusitis fahr ich auch nicht extra ins Krankenhaus in die Stadt sondern geh wie gewohnt zur SUS um die Ecke.
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon rwschuster » Mi 11. Mär 2009, 02:30

Ich wure voriges Jahr zum 2.Mal mit einer akuten Lungenentzündung im Unfallkrankenhaus in Aparecida de Goiania eingeliefert. Lag 3 Tage im Koma und bin dann nach 5 Tagen mit der Windel (ein Leintuch mit der Aufschrift HUGO, unidade Aparecida de Goiania) abgehauen, weil ich mich nicht gerne einsperren lasse. Die Behandlung war erstklassig, competent, und mir gings gut, ich war immerhin am abkratzen.

Kam nach Manaus weil die Luftfeuchtigkeit im Centro Oeste bis auf 15% abfiehl und wohne jetzt an einem Ort der auf der Karte gar nicht existiert, gleich hinter dem “Posto medico”
Beim geringsten Problem gehe ich hinunter, nehme Aerosol inhalationen und habe eine Arzt zur Verfügung. Dazu misste ich mir einmal um 6:00 früh eine Ficha abholen, und dann war ich in Behandlung.

Meinen 7 jährigen Sohn habe ich mitgenommen und derhatte 6 Löcher in den Milchzähnen, die aber schon wackeln und ein Zahn war entzunden.

Um 6:00 holte ich eine Ficha und um 10:00 wurde er in einer Art und Weise behandelt, dass er lieber zum Dentisten geht als in die Schule. Fehlt noch ein Zahn, am Donnerstag kriegt er sein Amalgan rein

Nur meine ersten zwei Kinder kamen in einer Privatklinik auf die Welt. Sag lieber nicht was da alles passiert ist, die Angela kam auf dem Gang auf die Welt, weil der Arzt verschlafen hatte. (Bezahlt habe ich natürlich nicht) alle anderen mit bester Betreuung im SUS

Dass es in Rio in bestimmten konzentrationspunken zu Problemen kommt, da gibt es keinen Zweifel, aber Rio ist nicht Brasilien, hat schon lange gar nichts mehr mit dem Land zu tun.

In 30 Jahren habe ich keinen Privatarzt bezahlt oder Medikamente. Und lebe noch !

Noch was. Ob du gearbeitet hast oder nicht, ob deine Carteira unterschrieben wurde oder nicht, ob 1 Jahr oder 30 drinnenstehen. Mit 65 Jahren reichst du deine rente ein und drei Monate kriegst du im Minimum ein Salario minimo auf dein Konto.
Am anhang sieht man links oben das rote Dach die Schule, da geht der kleine jeden Tag um 7:00 hin, hat seine Bücher, Hefte, Schuluniform allse gratis bekommen und eine staalicg geprüften Lehrer der ihm die Ohren langzieht
Weiter nach rechts ist der Posto Medico ab 5:00 mit allen Ärzten besetzt
Ich wohne genau in der Mitte dahinter.
UND DAS IST AM PORTO DA CEASA EIN ABGELEGENER ORT VON MANAUS
In Europa gibts das nicht, das gilt sogar für illegale Ausländer
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Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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Re: soziale Absicherung in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Mi 11. Mär 2009, 03:31

rwschuster hat geschrieben:Ich...


dietmar, ich weiss nicht, warum Severino fuer Dich ein SUS-Kritiker ist, aber ich bin es, genau fuer die Gegend, wo ich mich aus verschiedenen Gruenden vor 5 1/2 Jahren niedergelassen habe. Bin ja noch nicht lange hier im BFN aktiv.

SUS versus Privater KV ist fuer mich ein´s der Lieblingsthemen, weil sie (die PKV) mich monatl., finanziell erheblich belastet und ich mir x-mal ueberlegt habe: "Die R$ 243,50 koenntest Du ja auch ver......., sonstwie ausgeben.
Evtl. haette diese Ueberlegung, wenn ich denn nicht zufaellig in Alagoas gelandet waere, den Ausschlag gegeben, dass ich auf die PKV verzichtet haette, aber Brasilien ist verdammt gross. Die Strukturunterschiede von Bundesland zu Bundesland sind immens, warum auch immer (kann man Buecher mit fuellen), und deshalb sind Beispiele aus dem Privarleben zwar mehr als gewuenscht, aber nicht representativ fuer ganz Br..
Ich hab in allen meinen posts, natuerlich begruendet, die ich im Brasil-Web und hier abgeliefert habe immer drauf hingewiesen: Zumindest nach meiner Erfahrung in Alagoas ist eine PKV unbedingt in den Kosten fuer eine Auswanderung mit einzukalkulieren, weil Du sonst in der Schlange, in der Du auf Deine Behandlung wartest, schlicht verreckst.
Zum Glueck ist das anscheinend in anderen Bundeslaendern nicht der Fall, aber ich glaube, dass selbst bundesstaatliche Projekte, differenziert von Bundesland zu Bundesland betrachtet werden muessen.
Ich verzichte auf ca. 100 Antarctica/mês und zahl meine PKV.
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