Stadien in Brasilien

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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Brazil53 » Sa 14. Mär 2015, 10:12

Die Kosten für das Maracana Stadion geht voll zu Lasten des Steuerzahlers.
Das Stadion wurde für 460 Millionen Euro mit öffentlichen Mitteln umgebaut. (wer erinnert sich noch an Lulas Versprechen, dass alles privat finanziert wird?)
Der Bundesstaat Rio verpachtet es für 35 Jahre an das Konsortium Oderbrecht/AEG zu dem Spottpreis von 1,8 Millionen Euro.
Das bringt bei 460 Millionen eine Rendite von ?%
Zumindest hat man nach etwa 450 Jahren das Geld wieder eingespielt (ohne Zinsen) :mrgreen:


Allein die durchschnittlich 2000 Tagesbesucher des Stadions bringen Odebrecht Einnahmen von ca. 600.000 Euro im Jahr. Eintrittspreise liegen zwischen 24 und 36 RS.

Wenn man nun 20 Euro Eintrittspreis rechnet, müssen im Jahr 60.000 Zuschauer zu den Spielen kommen um die restlichen Kosten einzuspielen.

Ich weiß natürlich nicht wie viel die Vereine pro Spiel an Odebrecht zahlen müssen, wenn man aber die Konzerte und andere Einnahmen noch dazurechnet, ist das Stadion eine Goldgrube für die Pächter.



Zusammen mit der Baufirma Odebrecht und dem Energieanbieter AEG erhielt Batistas Sportfirma IMX den Zuschlag für die kommenden 35 Jahre. Für den Fußballfan und einstigen Speedbootfahrer war das ein Coup mit mehr als symbolischem Wert. Pro Jahr erhält der Bundesstaat Rio de Janeiro von den Betreibern umgerechnet 1,8 Millionen Euro Miete, ein Schnäppchen im Vergleich zu den erwarteten Einnahmen nicht nur aus der WM.


http://derstandard.at/2000002835518/Der-gefallene-Koenig-des-Maracana

Bei den Ausschreibungen des Stadions wurde von Odebrecht selber der Wert der Vermarktung mit etwa 7 Millionen angegeben, später waren nur noch von 2.3 Millionen die Rede, wenn Odebrecht in weitere Sportstätten investiert.

Odebrecht und die Firma IMX gewannen die Ausschreibung. Das rief Rios Staatsanwaltschaft auf den Plan. Denn zum einen war IMX schon mit der Machbarkeitsstudie für das Projekt betraut worden und hatte daher einen Informationsvorsprung gegenüber den Konkurrenten. Und zum anderen hätte nach Auffassung der Staatsanwälte die Stadt nicht zusätzlich die Bewirtschaftung der Umgebung des Stadions in die Ausschreibung einbeziehen dürfen, da allein das Stadion schon Profit abwerfen wird. So aber erhöhe sich der tatsächliche Wert der Lizenz von 1,6 Millionen Euro auf 9,7 Millionen Euro pro Jahr.


http://www.boell.de/de/2014/04/20/die-wahren-herren-von-rio

Übrigens ein interessanter Bericht, aber Vorsicht für alle Grünenhasser :mrgreen:
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Sa 14. Mär 2015, 16:59

Der Bericht über die "4 Schwestern" zeigt vor allem eins. Die armen Politiker sind da doch ehr die Opfer. Wie sollen die sich denn gegen das Geld der Unternehmen wehren. Bei den Summen kann doch keiner nein sagen.

Um so verwunderlicher ist es für mich, das im "Lava Jato" Gemenge die Firmen mal auf der Anklagebank sitzen. Was ist denn da falsch gelaufen.

Gruß
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Berlincopa » So 15. Mär 2015, 00:40

moni2510 hat geschrieben:Maracana 2010 vor der REnovierung - Sitzplatz 38R$ für Flamengo-Santos in der Liga
2014 im Maracana für Regionalmeisterschaften 100R$...

und das Stadion war 2010 auch nicht voll



Sonntag 01.03.2015 hat ein guter Sitzplatz beim Classico Flamengo-Botafogo 80 Reais gekostet. Fanplätze 60; teure Plätze 150; Personen ab 65 und unter 12 gratis; angeblich 50.000 Besucher, aber einige Blöcke gänzlich unbesetzt; zu Spielbeginn wollten noch tausende Leute an den Stadionkassen Eintrittskarten kaufen
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Berlincopa » So 15. Mär 2015, 00:44

BrasilJaneiro hat geschrieben:
moni2510 hat geschrieben:wenn Bayern nicht dauernd ausverkauft wäre, würd der Stehplatz ab 13EUR kosten...


Für 13 € kann man eben nichts holen und besonders keine Investoren locken. Fußball war und ist schon immer kommerziell nur erfolgreich gewesen. Als Uruguay und Italien schon Weltmeisterschaften feierten mit ihren bezahlten Spielern wurde im Reich noch der Kleingeist mit der Gauliga zufriedengestellt. Wenn Brasilien im Land auch erfolgreich werden will und (finanziell) erfolgreiche Vereine wie Bayern, Barca und Real haben will, dann muss an der Kasse abgeschöpft werden. Auch in Deutschland ist der Bundesligafußball oder gar die Champions-League nicht für Hartz IV Empfänger gedacht. Die sollen Sky nutzen.



Gerade für Hartz IV Empfänger mit viel Freizeit ist doch Sky besonders interessant. Einige sparen dann mal ein wenig beim Rauchen, Trinken oder Essen und gönnen sich den Luxus
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Berlincopa » So 15. Mär 2015, 00:49

Brazil53 hat geschrieben:Die Kosten für das Maracana Stadion geht voll zu Lasten des Steuerzahlers.
Das Stadion wurde für 460 Millionen Euro mit öffentlichen Mitteln umgebaut. (wer erinnert sich noch an Lulas Versprechen, dass alles privat finanziert wird?)
Der Bundesstaat Rio verpachtet es für 35 Jahre an das Konsortium Oderbrecht/AEG zu dem Spottpreis von 1,8 Millionen Euro.
Das bringt bei 460 Millionen eine Rendite von ?%
Zumindest hat man nach etwa 450 Jahren das Geld wieder eingespielt (ohne Zinsen) :mrgreen:


Allein die durchschnittlich 2000 Tagesbesucher des Stadions bringen Odebrecht Einnahmen von ca. 600.000 Euro im Jahr. Eintrittspreise liegen zwischen 24 und 36 RS.

Wenn man nun 20 Euro Eintrittspreis rechnet, müssen im Jahr 60.000 Zuschauer zu den Spielen kommen um die restlichen Kosten einzuspielen.

Ich weiß natürlich nicht wie viel die Vereine pro Spiel an Odebrecht zahlen müssen, wenn man aber die Konzerte und andere Einnahmen noch dazurechnet, ist das Stadion eine Goldgrube für die Pächter.



Zusammen mit der Baufirma Odebrecht und dem Energieanbieter AEG erhielt Batistas Sportfirma IMX den Zuschlag für die kommenden 35 Jahre. Für den Fußballfan und einstigen Speedbootfahrer war das ein Coup mit mehr als symbolischem Wert. Pro Jahr erhält der Bundesstaat Rio de Janeiro von den Betreibern umgerechnet 1,8 Millionen Euro Miete, ein Schnäppchen im Vergleich zu den erwarteten Einnahmen nicht nur aus der WM.


http://derstandard.at/2000002835518/Der-gefallene-Koenig-des-Maracana

Bei den Ausschreibungen des Stadions wurde von Odebrecht selber der Wert der Vermarktung mit etwa 7 Millionen angegeben, später waren nur noch von 2.3 Millionen die Rede, wenn Odebrecht in weitere Sportstätten investiert.

Odebrecht und die Firma IMX gewannen die Ausschreibung. Das rief Rios Staatsanwaltschaft auf den Plan. Denn zum einen war IMX schon mit der Machbarkeitsstudie für das Projekt betraut worden und hatte daher einen Informationsvorsprung gegenüber den Konkurrenten. Und zum anderen hätte nach Auffassung der Staatsanwälte die Stadt nicht zusätzlich die Bewirtschaftung der Umgebung des Stadions in die Ausschreibung einbeziehen dürfen, da allein das Stadion schon Profit abwerfen wird. So aber erhöhe sich der tatsächliche Wert der Lizenz von 1,6 Millionen Euro auf 9,7 Millionen Euro pro Jahr.


http://www.boell.de/de/2014/04/20/die-wahren-herren-von-rio

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Du solltest aber auch die Kosten für den Stadienerhalt und die ganzen Angestellten gegenrechnen und nicht nur die Einnahmen quasi als Gewinn verbuchen. Hat jemand genaue Zahlen?
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon cabof » So 15. Mär 2015, 10:47

Dieser Bericht bringt es auf den Punkt. Private Unternehmer setzen ihr Kapital nicht in den Ipanema-Sand, sehen Vorteile, Gewinn oder über Abschreibungen (Steuerminderung) - wer die Zeche letztendlich zahlt ist der Steuerzahler über erhöhte Abführungen an die öffentliche Hand. In DE zapft, will man anzapfen, mehr Reibach aus
den Postgebühren zu ziehen... auch hier lassen sich Schäuble & Co was einfallen... kötzel. Zu meiner Zeit und zu den wenigen Besuchen im Maracana habe ich immer ein volles Stadion gesehen, glaube "Popular" so um ein Dollar - das hatte was - und null Krawalle.
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Brazil53 » So 15. Mär 2015, 11:42

Oi Berlincopa, wer für die Instandhaltung oder Personalkosten aufkommt, kann nur ein Blick in den Pachtvertrag zeigen, aber den wird wohl niemand zu sehen bekommen.

Bei uns pachtet ja der Fußballverein das Stadion von der Stadt. Und in den Verträgen ist die Pacht je nach Ligazugehörigkeit oder sportlicher Erfolg geregelt.

Beispiele:
Die Stadt Frankfurt kassiert 9 Millionen
1860 München muss 5 Millionen an den "Betreiber" bezahlen.
Der MSV Duisburg konnte seine Pacht aus der Zweitligazeit von 4,5 Millionen
auf 1 Million in der 3. Liga kürzen.

Und du musst doch wohl zugeben, dass 1,8 Millionen Pacht für das Maracana-Stadion irgendwie nach einem guten sicheren Geschäft aussehen.
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Mo 16. Mär 2015, 17:06

Bei einem Treffen des nationalen olympischen Kommites mit der Fifa in Zürich wurden die Austragungsorte für den Fussball bei den Olympischen Spielen festgelegt:

A reunião também determinou que Manaus será a sétima cidade-sede. Além dela e do Rio de Janeiro, também estarão nas Olimpíadas as cidades de São Paulo (Arena Corinthians), Belo Horizonte (Mineirão), Brasília (Mané Garrincha) e Salvador (Fonte Nova)

http://www.tribunahoje.com/noticia/135181/esporte/2015/03/16/engenho-e-arena-amazonia-sero-sede-do-futebol-nas-olimpiadas.html
Gruss aus Maceió, Alagoas
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon paoamerelo » Mo 16. Mär 2015, 17:54

Cheesytom hat geschrieben:Bei einem Treffen des nationalen olympischen Kommites mit der Fifa in Zürich wurden die Austragungsorte für den Fussball bei den Olympischen Spielen festgelegt:

A reunião também determinou que Manaus será a sétima cidade-sede. Além dela e do Rio de Janeiro, também estarão nas Olimpíadas as cidades de São Paulo (Arena Corinthians), Belo Horizonte (Mineirão), Brasília (Mané Garrincha) e Salvador (Fonte Nova)

http://www.tribunahoje.com/noticia/135181/esporte/2015/03/16/engenho-e-arena-amazonia-sero-sede-do-futebol-nas-olimpiadas.html


ich denke Manaus ist dabei,hier der Link dazu.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/manaus-wird-austragungsort-des-olympischen-fussballturniers-a-1023811.html

Gruß Klaus
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Re: Stadien in Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 16. Mär 2015, 19:45

Da man unbedingt die notwendige Existenz des Stadions in Manaus beweisen muss, gibt es eben Spiele des Olympia Turniers dort.
Das das wahrscheinlich erhebliche Mehrkosten sind, spielt ja keine Rolle. Und auf die Hitze bzw. die Gesundheit der Spieler wird auch keine Rücksicht genommen.
Da hätte es günstigere Alternativen gegeben, aber wenigstens gehen sie nicht nach Cuiaba. Aber das Stadion wird wahrscheinlich schon vermodern.

Aber ist keine große Sache, andere Staaten erlauben sich auch solche Fehlentscheidungen einschl. dem IOC.

Gruß
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