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 Betreff des Beitrags: Re: Standard & Poor's
BeitragVerfasst: 05 Mai 2008 13:07 
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Registriert: 26 Nov 2004 20:45
Beiträge: 1509
Persönlich würde ich den Aufschwung nicht nur auf den Rohstoffboom zurückführen. Die Auswirkungen
erhöhter Steueraufkommen aufgrund des Rohstoffbooms auf die Entwicklungsmöglichkeiten Brasiliens
sind zeitlich versetzt. Direkt wirksam ist natürlich die Aussenhandelsbilanz und der ermöglichte schnelle
Abbau der Staatsschulden. Aber der starke Wechselkurs des Real führt auf der anderen Seite zu
erheblichem Druck auf einzelne Wirtschaftszweige. Vieles ist in den letzten Jahren unrentabel geworden.
Der Rohstoffboom ist ein zweischneidiges Schwert. Fortschritte in allen anderen Bereichen, sei es
öffentliche Verwaltung, Bildung, Infrastruktur usw. sind mindestens ebenso ursächlich für den Aufschwung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Standard & Poor's
BeitragVerfasst: 05 Mai 2008 15:26 
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Registriert: 15 Nov 2007 19:39
Beiträge: 635
Wohnort: Stuttgart 7/12 Recife 5/12
Aber Thomas, ist es nicht vereinfacht ausgedrückt so, dass über die Rohstoffe unmittelbar und mittelbar Geld ins Land kam? Der Real stieg, Schulden konnten zurückbezahlt werden. Die Zins- und Tilgungslast hat sich verringert. Diese Mittel konnten (oder könnten) in Bildung etc. investiert werden.

Alle Wachstumsländer werden eine ähnlich Entwicklung durch machen. Die Währungen werden stärker, das reale Einkommen steigt, dann kann wiederum nicht mehr so billig produziert werden, die Menschen werden anspruchsvoller, Sozialsysteme müssen aufgebaut werden, zusätzliche Umweltprobleme entstehen usw. Die Welt ist im Umbruch und gerade die Wachstumsländer werden turbulente Zeiten durchleben.

Brasilien wird sich später daran messen, wie gut und effektiv die heutigen Mittel investiert werden. Wenn sich die "Elite-Familien" zuviel in die eigene Tasche stecken, statt auch etwas für das "Volk" zu tun, wird es vom nächsten Abschwung sicherlich hart getroffen. Ich hoffe, dass die mächtigen Brasiliens begriffen haben, dass man es mit der Gier nicht übertreiben darf und dass ein großes Stück von einem großen Kuchen mehr als ein ganzer aber kleiner Kuchen ist. An das Gute im Menschen bzw. der Führungselite (Politiker, Großgrundbesitzer, Großindustrielle) glaube ich persönlich weniger. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Standard & Poor's
BeitragVerfasst: 05 Mai 2008 17:01 
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Registriert: 07 Jan 2005 09:37
Beiträge: 2331
Wohnort: Rheinland/Münsterland
Der Rohstoffboom erklärt weder Erfolge des Flugzeugbauers Embraer noch andere Erfolge wie z.B. Globo etc noch den Immobilienboom. Das ist alles viel kompexer. Zum Beispiel wurde die Binnenkonjunktur im Autosektor durch eine Marktöffnung bewerkstelligt. Erinnert ihr euch noch an die Zeiten wo es fast nur VW gab und etwas Ford...?? Dann kam Opel (heißen in Brasilien anders), Renault, die Japaner und Koreaner.....und die werden nicht nur von Leuten gefahren, die ihr Geld mit Rohstoffen verdienen.



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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 Betreff des Beitrags: Re: Standard & Poor's
BeitragVerfasst: 05 Mai 2008 17:53 
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Registriert: 15 Nov 2007 19:39
Beiträge: 635
Wohnort: Stuttgart 7/12 Recife 5/12
HehTinto, Du ließt ja doch Wirtschaftsmeldungen. Ich nehme alles zurück ;-) Selbstverständlich hast Du Recht. Thomas hat auch Recht. Mir fällt dazu gerade das Beispiel Irland ein. Die haben sich binnen 30 Jahren vom Armenhaus Europas zu einem Land mit nahezu Vollbeschäftigung entwickelt. Ressourcen hatten die keine, außer den fleißigen Iren selber und finanzielle Hilfe aus Europa. Mit einer kleveren Subventions- und Steuerpolitik hat sich Irland dann selber aus dem "Sumpf gezogen". Aber bedenke, Irland ist nicht Brasilien, in jeder Hinsicht.


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