Steuern bei Entsendung

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon paulista » Sa 21. Mär 2009, 12:54

donesteban hat geschrieben:bruzundanga, das sehe ich nicht so. Bei jeder Entscheidung sollten mögliche Konsequenzen abgeschätzt werden. Die Chance und Risiken können über Wahrscheinlichkeitsanalysen besser bewertet werden. Daher wäre es interessant zu erfahren, wie Tuxaua zu seiner Aussage kommt. Also Tuxaua, mich würde es brennend interessieren.


Da ja Steuerhinterziehung in Brasilien ebenso wie in Deutschland verboten ist, ist es nicht notwendig irgendwelche Wahrscheinlichkeitanalysen zu posten. Die Strafen stehen im Übrigen, wie schon angemerkt, in den brasilianischen Gesetzbüchern.

Was sollte es denn dem TE bringen, wenn er nun wüßte dass z.B. 91,534 % der Steuerhinterzieher nicht erwischt werden und wie hoch die Strafen für die restlichen 8,466 % ausfallen würden?

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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon rwschuster » Sa 21. Mär 2009, 14:44

Es geht dem TE doch gar nicht darum Steuer zu hinterziehen und interessiert ihn auch nicht wie hoch die Strafen sind
Ich glaube er hat nicht kapiert dass er nicht entsendet wird, er muss von einer brasilianischen Firma angefordert werden.
Falls er z.b eine von der Petrobras angeforderte Anlage installieren würde, die die Petrobras gekauft hat und er fährt mit um die Installation zu überwachen, könnte man von einer Ensendung sprechen, dan würde sein Gehalt in DE weiterbezahlt.
Soweit ich aber herauslese gehts dem TE und seinem Chef um was anderes, müsster er halt näher erklären.
(In einer chopparia in Goiania kam um 2.30 Die Finanz, mit Militärpolizei, packte den Computer der Kasse ein, ich konnte nicht mal mehr das Bedienungsgeld der Kellner auszahlen und 3 Tage später kam der Strafbescheid. 180.000.00 Reais. Plus einhundert % der noch auszurechnenden hinterzogenen Steuern in den letzten 2 Jahren. Die Steuern natürlich auch, die haben sie nach dem Umsatz der letzten 2 Monate geschätzt) Der Besitzer musste nach Belem flüchten, die Chopparia war pleite. Jetzt wisst ihr wie hoch bestraft wird)
Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon rwschuster » Sa 21. Mär 2009, 18:34

Hoffenlich denkt er nicht daran ein Tunnel in eine Strafanstalt zu bauen, damit die Drogenhändler flüchten können. Bringt sicher gutes Geld, wird im voraus und bar bezahlt ist aber glaube ich nicht ganz legal.
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon Trem Mineiro » Sa 21. Mär 2009, 23:30

Oi Tunnelbauer,
wenn du deine Tunnel auf Basis der Ratschläge hier im Forum baust, kommt dein Tunnel in Grönland raus.

Der wirklich gute Rat war, sich (besser deine Personalabteilung) sich an ein inter. Steuerberatungsbüro oder die IHK zu wenden.

Zur Entsendung: an wen wirst du entsendet, an eine Tochterfirma in Brasilien oder an einen Kunden, mit dem ihr einen Werkvertrag in Brasilien hat. Z.B. ist eine Entsendung an eine Tochter gar nicht möglich, bringt Probleme mit der Sozialversicherung, passiert aber immer wieder.
Keine Angst: Du unterliegt weder dem brasilianischen Arbeitsrecht noch wirst du von einer brasilianischen Firma bezahlt, für dich geht es weiter wie bisher.
Du gehst auch mit Visa kein Arbeitsverhältnis mit einer brasilianischen Firma ein und als Richtmeitser Bauleiter kümmert sich keine Gewerkschaft um dich.

Allerdings steht in deinem Entsendevertrag garantiert, dass du für deine Steuern in Brasilien verantwortlich bist, deine Firma macht sich da nichts draus.
Bei der Steuer kannst du dich in D steuerbefreíen lassen, wenn du mehr als 183+1 Tag im Ausland bist. Dann kümmert sich hier niemand mehr um dich. Das nennt man Verlagerung des Lebensmittelpunktes, deshalb brauchst du dich aber in D nicht gleich abzumelden.

Nach Brasilianischem Recht musst du bei einem Aufenthalt von 183+1 Tag in Brasilien dein Welteinkommen versteuern. Das musst du rechnen lassen, was für dich günstiger ist. Das Entsendegesetz sagt wiederum, dass wenn du im Ausland mehr Steuern zahlen müsstest als in D, die Firme die Differenz erstatten muss.

Das ist die Theorie, in der Praxis gibt es da einige Sachen, von denen man profitieren kann. Z.B. tut das Brasilianische Finanzministerium so, als würde das DP noch bestehen und erkennt seltsamerweise deutsche Steuererklärungen an. Dazu hat die brasilianische Behörde keinerlei Auskunftsrecht in Deutschland.

Ich war 10 Jahre Leiter einer deutschen Tochtergesellschaft in Brasilien, wenn du weitere Tipps haben willst, schicke ne PM. Zu den Tipps gibt es auch einen Haufen Beiträge hier im Forum

Gruß
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon donesteban » So 22. Mär 2009, 01:48

Trem Mineiro hat geschrieben:...Nach Brasilianischem Recht musst du bei einem Aufenthalt von 183+1 Tag in Brasilien dein Welteinkommen versteuern. ...
Was ja leicht durch Einreisestempel nachgewiesen wird. Gelten wirklich nur diese 183 Tage oder greift auch das Visto Permanente, wenn man nur z.B. 150 Tage pro Jahr dort ist?

Tuxaua, egal was ein Paulista meint, was andere hier posten oder fragen sollen, mich interessiert weiterhin, ob Deine Aussage auf Erfahrung beruht oder ob Du Dir das eben nur so denkst. Danke.
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon rwschuster » So 22. Mär 2009, 03:31

Trem Mineiro hat geschrieben:wenn du weitere Tipps haben willst, schicke ne PM.

Stimme dir 100 % zu, aber weil heute Samstag abend ist, und das Leben für ihn erst ernst wird wenn er hier ist:
Die PM soll morena oder loira sein. Und was wird deine Frau dazu sagen?
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon Tuxaua » So 22. Mär 2009, 05:50

Trem Mineiro hat geschrieben:Nach Brasilianischem Recht musst du bei einem Aufenthalt von 183+1 Tag in Brasilien dein Welteinkommen versteuern.
Nein.
Wenn er mit einem Arbeitsvisum ankommt und ein Angestelltenverhältnis in BR eingeht ab dem Tag der Ankunft, schau dir (Donesteban auch) bitte mal das Zitat der RF an. War bei mir so, allerdings gab es damals noch das DBA mit Deutschland, sodass ich alles hier versteuert habe und dafür in D nicht.

Zu den "Wahrscheinlichkeiten":
Als Gast in einem Land sollte man die geltenden Gesetze und Bestimmungen beachten, für mich gehört sich das einfach so. Punkt.
Wenn es irgendwelche Vorschläge zur Umgehung selbiger gibt macht ihr das bitte per PN aus.
Deswegen werde ich hier die Quelle meiner Erkenntnisse nicht weiter darlegen, wendet euch an einen Steuerberater.
Nur als kleiner Hinweis: mit dem Datenschutz funktioniert das hier nicht so wie in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Die RF hat sehr wohl Kontakte zum Arbeitsministerium, welches das Visum genehmigt und dazu auch einen bras. Arbeitsvertrag (wenn erforderlich) mit dem zu zahlenden Lohn sehen will. Wenn da nur ein salario mínimo drinsteht wird das Visum höchstwahrscheinlich nicht genehmigt.
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon donesteban » So 22. Mär 2009, 11:55

1) Wenn ich mich mit Visto Permanente 5 Monate in Brasilien aufhalte, dort aber keinerlei Einkünfte erziele, soll ich dann dort nochmals mein Einkommen aus DE versteuern?

2) Wenn ich mich mit Visto Permanente 5 Monate in Brasilien aufhalte, dort Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erziele, muss ich dann Steuern für diese Einkünfte in BR zahlen (logisch) und für meine Einkünfte in DE? Oder wird das Welteinkommen dann nur als Berechnungsgrundlage für die höhe des Steuersatzes genommen, dann jedoch nur der Anteil von BR in BR versteuert?
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon Trem Mineiro » So 22. Mär 2009, 13:19

Oi Tuxana
Ich habe den Text der Verordnung nochmal lesen lassen. Was du sagt bezieht sich nur auf Visto Permanente oder beim Arbeitsvisum, wenn der Arbeitsvertrag mit einer Brasilianischen Firma geschlossen wird.

In unserem Fall geht es aber um Entsendung, bei der kein Vertrag mit einer brasilianischen Firma abgeschlossen wird. Sonst wäre es ja keine Entsendung mehr.
Dazu ja auch der Hinweis im ersten Posting, das eine Entsendung an eine Tochter, womöglich noch mit einem Vertrag, dass die Tochter ein kleines Gehalt zahlt, nicht zulässig ist.
Bei einem Arbeitsvisum steht übigens drin, dass das anzugebende Gehalt des AN währen seines Aufenthalts nicht niedriger sein darf, als für seine bisherige Tätigkeit in D, damit ist auch klar, das man sein Einkommen nicht türken kann.

Ist alles nicht mehr so einfach, früher war Entsendung für den AN noch interessant, heute kaum noch. Gott sei dank wurden die Tages- und Übernachtungssätze für Brasilien am 1.1.2009 erhöht, jetzt reicht's für eine Caipi mehr.

Donny
Der Unterschied zwischen Punkt 2 und 3 ist schwer zu verstehen. Aber auch hier sieht es so aus, als kommt die Steuerpflicht erst nach 184 Tagen (wobei die immer die letzten 12 Monate nach Eintritt rechnen). Du zahlst aber sofort, wenn du einen Arbeitsvertrag mit einer Brasilinischen Firma abschließt. Dann zahlt ja auch die Firma automatisch deine Steuern

Bei weiteren kompizierten Konstruktionen: bitte intern. Steueranwalt einschalten

RWS, bei PM ist es egal, blond oder braun, aber ich stehe auf Handschellen :D

Gruß
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Re: Steuern bei Entsendung

Beitragvon rwschuster » So 22. Mär 2009, 14:12

Tunnelbauer hat geschrieben:Also werde ich Montag meinen Chef erst mal auf den Pott setzen, damit er das klärt. Ichhabe das Gefühl, dass er da zurzeit noch etwas blauäugig ist, ungefär soviel wie ich ahnungslos bin.

Warten wir einmal was morgen auf dem Pott rauskommt, ich glaub d handelt es sich erst mal nur um eine Idee, und die Firma hat gar keine Struktur für sowas.
Mir ist aber was aufgefallen, nehmts mir nicht übel. Wir müssen uns alle schleunigst aktualisieren, ich als erster. Gerade im Firmenbereich hat sich nur in den letzten 6 Monaten soviel geändert, dass nicht einmal mehr die hiesigen Buchhalter mitkommen.
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