Steuern und Geldtransfer in/aus Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Steuern und Geldtransfer in/aus Brasilien

Beitragvon Petersilie » Di 16. Mai 2006, 11:46

Hallo Leute,

ich checke gerade alle Hardfacts ab, die mich in Brasilien erwarten.
Vor allem interessiert mich, wie macht man das mit dem Geld?

Zum einen, wie läuft das, wenn ich meinen Lohn in Brasilien ausgezahlt bekomme. Oder kann die Firma das ohne weiteres auf ein deutsches Konto tun?

Wenn es nun auf ein brasilianisches Konto passiert, wie bekomme ich dann ohne Ärger diese Summe auf ein deutsches Konto? Ich behalte nun mal Wohnung und weitere Verpflichtungen in Dtld, die ich monatlich begleichen muss!!!

Und ausserdem erhalte ich wahrscheinlich einen seeeehr guten Lohn, von dem ich einiges zurück legen will. Aber sicherlich nicht in Real :roll: !!!

Was ich bisher überlegt habe:
- 1 Konto bei deutscher Citibank
- 1 Konto bei brasilianischer Bank
- Geld von Bank BR zur Hälfte auf Bank D (Kosten, Steuern?) oder auf der Konto eines Verwandten 1. Grades (soll dann gehen?, geht das auch, wenn es das meienr Frau ist, die mit nach BR kommt?)

Ich bin mir da ein wenig unsicher.

Und wie ist das mit der Doppelbesteuerung mangels DBA? Meinen Wohnsitz in D werde ich behalten. Kann ich bei der dt. Steuer wenigstens die hier üblichen Steuererleichterungen gegenrechnen, wenn ich schon Steuern für dort zahlen muss? Also zum Beispiel tägliche Fahrtkosten in BR, vielleicht sogar doppelter Wohnsitz (und Flüge nach BR :roll: )?

Vielen Dank für eure Hilfe :lol: ,
Peter.
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Beitragvon thomas » Di 16. Mai 2006, 12:48

Bist Du länger als ein halbes Jahr in Brasilien? Bekommst Du eine ordentliche Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, oder nur ein kurzes Besuchsvisa? Wirst Du durch ein dt. Unternehmen entsandt?
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Beitragvon Petersilie » Mi 17. Mai 2006, 19:00

Hallo!

Ich soll mindestens 2 Jahre hin, für eine brasilienische Firma. Wird also erst mal so ein 2- Jahres- Arbeits- Visum.

Danke, Peter.
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 17. Mai 2006, 20:17

Hallo Peter

Ich würde Dir empfehlen, einen auf Ausländer spezialisierten Anwalt bzw. Treuhänder in BR anzuheuern. In São Paulo dürfte es einige davon geben. Der wird alle Schlupflöcher kennen, ebenso was man definitiv nicht tun sollte um keinen Ärger zu kriegen. Die Brasis mögen es gar nicht wenn man versucht Geld ins Ausland zu schaffen. Das Geld für das Anwaltshonorar ist sicher gut investiert.

BB'
Zuletzt geändert von Brummelbärchen am Mi 17. Mai 2006, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon thomas » Mi 17. Mai 2006, 21:08

Ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland entsteht nur eine beschränkte Steuerpflicht in Deutschland, der Einkommen in Brasilien nicht unterliegen.

Bei Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland entsteht die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland, der alle in- und ausländischen Einkommen unterliegen. Jetzt da kein DBA mehr existiert, kannst Du das ausländische Einkommen lediglich nach § 34c EstG anrechnen lassen. Das ist extrem ungünstig, da Du damit die dt. Steuersätze zahlen darfst und nur äquivalente Steuern angerechnet werden, also evtl. Sozialbeiträge etc. alle potentiell nicht beachtet werden.

Ergo: Wohnsitz unbedingt abmelden!

Du wirst ein Konto in Brasilien benötigen. Von Deinem versteuerten Einkommen kannst Du dann auch Überweisungen nach Deutschland tätigen. Das machst Du einfach per Auslandsüberweisung.

t.
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Beitragvon Severino » Mi 17. Mai 2006, 21:26

Thomos hat recht. Wenn Du Deinen Wohnsitz in DE behalten willst, dann bist Du dort auch steuerpflichtig. Aber ich denke dein neuer Arbeitgeber wird Dir sicherlich auch behilflich sein, beim Organisieren der notwendigen Papiere und beim Eröffnen eines Bankkontos in Brasilien. Wenn Du Dich also in DE abmeldest kannst Du dann mit der Auslandsüberweisung Geld nach DE überweisen. Am Besten lässt Du Deine Post in DE an eine Adresse von einem guten Bekannten oder Verwandten senden, meldest dich offiziell ab und gehst nach Brasilien.
P.S.: Da Du sagst, dass Du sehr gut verdienen wirst, wäre es doch flott beim GAC eine (oder mehrere) Patenschaft(en) zu übernehmen. Infos: http://www.kinderhorizonte.org.
paz e amor
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Beitragvon Petersilie » Do 18. Mai 2006, 10:11

Danke für die vielen Antworten!

Ich will meine Wohnung aber auf jeden Fall behalten.
Behält man überhaupt seine Staatsbürgerschaft, wenn man sich einfach abmeldet? :shock: Ich will ja zurück kommen und habe nebenbei noch eine Firma hier laufen.

Wäre es vielleicht eine Option, dass meine Frau allein unseren Wohnsitz in Dtld behält? Sie kommt zwar mit und arbeitet dort, aber wir werden das Einkommen sowieso komplett über mich laufen lassen. Dann wäre ich halt in BR steuerpflichtig und sie (ohne wirkliches Einkommen) in Dtld. ???

Das ist alles ziemlich kompliziert! Dabei will ich doch nur ganz anständig ein paar Jahre in BR arbeiten, dort ordnungsgemäß Steuern zahlen und einfach ganz ohne Ärger leben. Ganz schön umständlich so .... :?

Grüße, Peter.
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Beitragvon thomas » Do 18. Mai 2006, 10:53

Das mit Deiner Frau ist wahrscheinlich die beste Option. Du kannst zwar auch bei Wohnsitzabmeldung weiter einen Mietvertrag halten, aber wenn Du zudem noch eine Firma hast, liegt der Verdacht des gewöhnlichen Aufenthaltsortes für das Finanzamt evtl. nah, woraufhin Du wieder erstmal das Gegenteil beweisen musst. Was aber auch nicht unbedingt schwerfallen muss.

Die Staatsbürgerschaft ist in keiner Weise gefährdet.
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Beitragvon Severino » Do 18. Mai 2006, 10:58

Behält man überhaupt seine Staatsbürgerschaft, wenn man sich einfach abmeldet?
Ja, das hat damit gar nichts zu tun....
Das ist alles ziemlich kompliziert!
Quatsch, ist es nicht. Nur, wenn Du Dich in DE nicht abmeldest, dann wird die Steuer zwangsläufig auch in DE fällig, ob Du da bist, oder nicht.
Also, zurücklehnen, entspannen und nicht die Themen wie Staatsbürgerschaft, Wohnsitz und Steuerpflicht durcheinander wirbeln....
Ich denke, dass Dein Arbeitgeber in Brasilien dort vieles für Dich erledigen wird. Das mit dem Geldtransfer sollte auch kein Problem sein, solange nicht der Verdacht auf Geldwäscherei besteht....
Was allerdings nicht ganz einfach ist, ist Deine Firma in DE. Du hast zwar nicht gesagt, was das für eine Firma ist, aber das könnte steuertechnisch noch ein Knackpunkt sein. Daher empfehle ich Dir einen Steuerberater zu fragen.
Ansonsten solltest Du Dir noch Gedanken bezüglich Krankenkasse und Rentenversicherung machen. Wenn Du zurück willst, könnte es sonst Probleme geben....
Wohin willst Du denn in Brasilien?
paz e amor
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Beitragvon MULA » Do 18. Mai 2006, 14:26

Severino hat geschrieben:
Das ist alles ziemlich kompliziert!
Quatsch, ist es nicht. Nur, wenn Du Dich in DE nicht abmeldest, dann wird die Steuer zwangsläufig auch in DE fällig, ob Du da bist, oder nicht.


Wie soll denn das dt. Finanzamt überhaupt erfahren das und wieviel er in Brasilien verdient :?: :?: :?: :?:
Das will mir irgendwie nicht ganz in den Kopf. Oder wird er von der dt. Firma weiterbezahlt? Wenn nicht, wer teilt denn den Finanzamt mit das er sich überhaupt in BRA aufhält und dort auch noch Geld verdient :?:

Das ganze hört sich doch sehr theoretisch an, in der Praxis sollte es doch sehr schwer sein für das Finanzamt nachzuweisen, das in BRA gearbeitet wird :!:
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