steuertechnisches

Fragen & Tipps von/für Brasilienneulinge in Sachen Ein- und Ausreise, Visa, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Essen & Kontaktaufnahme

steuertechnisches

Beitragvon brasiuuu » So 17. Mär 2013, 00:13

hallo leute

hab ein steuertechnisches problem...vielleicht kann mir jemand einen rat geben.

habe im januar 2012 eine wohnung verkauft. wie in brasilien so üblich wollte der käufer unbedingt den preis auf der escritura niedriger festhalten als er mir tatsächlich bezahlt. bin kein freund von solchen wurschteleien, aber wollte die wohnung loswerden und liess mich überreden. dachte mir das ich den erhaltenen betrag einfach auf der steuererklärung angebe, somit habe ich keine steuern hinterzogen und falls ein problem auftritt sollte der käufer es haben und nicht ich,
da ich die immobilie sowiso steurfrei verkaufe (1 immobilie in 5 jahren).... dachte ich mir.
das problem ist dass ich die kohle auf mein bankkonto gutgeschrieben kriegte.

ging jetzt zu einem contador um die steuererklärung machen zu lassen. da meinte der contador es sei besser den betrag des verkaufs auf den der escritura anzugleichen, damit es keine divergenz gibt....so errege es weniger aufmerksamkeit!

das problem ist nur das ich so in erklärungsnot gerate woher das übrige geld herstammt.
das muss ich irgendwie deklarieren.

falls die steuerbehörde davon wind kriegt bin ich steuerhinterzieher und muss busse bezahlen mit steuern und zinsen. will ich aber nicht!

die frage ist nun: was würde passieren wenn ich den gesamten erhaltenen betrag deklariere und sie bemerken dass auf der escritura weniger angegeben ist?

wie sieht die rechtslage aus?
was würde passieren?
was würdet ihr tun?
wie hoch ist das risiko erwischt zu werden?
fragen über fragen.....

ich werde sicher noch zu 2 anderen contadores gehen und schauen was die meinen. in brasilien sagt jeder wieder was anderes.

beispiel mit zahlen:

offizieller verkauf (escritura): 50'000 reais
inoffizieller verkauf (auf konto gutgeschrieben): 100'000 reais
geldsendung von der schweiz nach brasilien (mit beleg) 50'000 reais
(als eventuelle deklaration des zu hohen betrages auf konto)

ich bin anderer meinung als mein contador und würde den wirklich erhaltenen betrag deklarieren.
weiss aber nicht wie die konsequenzen sein könnten einen betrag in der escritura nicht richtig anzugeben.
schlussendlich habe ich ja unterschrieben!

so mal schauen was die profis meinen....
Benutzeravatar
brasiuuu
 
Beiträge: 393
Registriert: Mo 25. Jan 2010, 20:48
Bedankt: 18 mal
Danke erhalten: 41 mal in 39 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: steuertechnisches

Beitragvon amazonasklaus » So 17. Mär 2013, 10:25

Ich befürchte, Dein Problem ist potentiell nicht nur ein steuertechnisches. Auch wenn es gang und gäbe ist, dass die Leute beim Betrag in der Escritura schwindeln, so ist es doch eine Straftat, für die eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zwei Jahren sowie ein Bußgeld vorgesehen ist. Insofern meine ich, hat Dein Steuerberater nicht ganz unrecht...

Beim Verprassen des überzähligen Schwarzgeldes können Dich die Forumskollegen sicherlich tatkräftig unterstützen. :wink:
"Em Portugal, de onde eu acabei de vir, o desemprego beira 20%, ou seja, um em cada quatro portugueses estão desempregados." -- Dilma Rousseff
Benutzeravatar
amazonasklaus
 
Beiträge: 2688
Registriert: So 27. Jan 2008, 15:12
Bedankt: 229 mal
Danke erhalten: 729 mal in 571 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon cabof » So 17. Mär 2013, 13:56

Der User hat nur einen Fehler gemacht: das überschüssige Geld offiziell fließen lassen, Geld im Köfferchen übergeben und das war`s -
null Kopfschmerzen und null Finanzamt. Wenn das Geld verprasst wird, ich bin dabei! Viel Glück und komme gut aus der Sache raus.
Cabof
Du hast keine Chance - aber nutze sie
Benutzeravatar
cabof
 
Beiträge: 9845
Registriert: Di 24. Jul 2007, 16:24
Wohnort: 4000 m Luftlinie vom ältesten Bahnhof Deutschland`s entfernt
Bedankt: 1395 mal
Danke erhalten: 1467 mal in 1231 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon brasiuuu » So 17. Mär 2013, 14:38

amazonasklaus hat geschrieben:Ich befürchte, Dein Problem ist potentiell nicht nur ein steuertechnisches. Auch wenn es gang und gäbe ist, dass die Leute beim Betrag in der Escritura schwindeln, so ist es doch eine Straftat, für die eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zwei Jahren sowie ein Bußgeld vorgesehen ist. Insofern meine ich, hat Dein Steuerberater nicht ganz unrecht...

Beim Verprassen des überzähligen Schwarzgeldes können Dich die Forumskollegen sicherlich tatkräftig unterstützen. :wink:


Wenn ich es aber regulär versteuere, dann ist es ja kein schwarzgeld!
Da bliebe nur noch das problem der falschen angabe auf der escritura. Unter was würde das gehen? Urkundenfälschung?
Wenn ich es jedoch so mache wie der contador es machen würde, dann wäre ich steuerhinterzieher und urkundefälscher!
Fragt sich was das kleinere übel ist und welches weniger aufmerksamkeit erregt???
Benutzeravatar
brasiuuu
 
Beiträge: 393
Registriert: Mo 25. Jan 2010, 20:48
Bedankt: 18 mal
Danke erhalten: 41 mal in 39 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon brasiuuu » So 17. Mär 2013, 14:45

cabof hat geschrieben:Der User hat nur einen Fehler gemacht: das überschüssige Geld offiziell fließen lassen, Geld im Köfferchen übergeben und das war`s -
null Kopfschmerzen und null Finanzamt. Wenn das Geld verprasst wird, ich bin dabei! Viel Glück und komme gut aus der Sache raus.



Die frage ist auch wiso das finanzamt davon wind bekommt wenn ich es regulär versteuere?
Wird da irgend eine lampe rot aufleuchten weil die vom cartorio die escritura ins system eingetragen haben?
Wird das irgendwie abgeglichen?
Benutzeravatar
brasiuuu
 
Beiträge: 393
Registriert: Mo 25. Jan 2010, 20:48
Bedankt: 18 mal
Danke erhalten: 41 mal in 39 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon brasilharry » So 17. Mär 2013, 16:36

Denke, dass das ein sehr schwieriges thema ist und keiner wird dir eine antwort geben koennen. am ende musst du mit dir selbst ausmachen, welches risiko du eingehen willst. die escritura aendern, wird ja schon am kaeufer scheitern. das wuerde er ja freiwillig nie machen, also scheidet das schon mal aus. dass diese ueberweisung an die receita uebermittelt wird, scheint doch ziemlich sicher, zumal es sich um einen nicht kleinen betrag handelt. wenn die banco do brasil beteiligt ist, sowieso. den korrekt erhaltenen betrag in der steuererklaerung angeben, bedeutet, dass bei einem quervergleich mit der steuererklaerung des kaeufers die unstimmigkeit auffaellt. den deklarierten betrag in der steuererklaerung angeben, bedeutet das risiko, dass man den vorgang der bankueberweisung registriert, auswertet und nachfragt. es besteht die chance, dass weder das eine noch das andere passiert, aber das kann dir eben niemand vorhersagen.
Benutzeravatar
brasilharry
 
Beiträge: 140
Registriert: Sa 27. Jan 2007, 23:11
Bedankt: 16 mal
Danke erhalten: 51 mal in 34 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon brasiuuu » So 17. Mär 2013, 19:01

brasilharry hat geschrieben:Denke, dass das ein sehr schwieriges thema ist und keiner wird dir eine antwort geben koennen. am ende musst du mit dir selbst ausmachen, welches risiko du eingehen willst. die escritura aendern, wird ja schon am kaeufer scheitern. das wuerde er ja freiwillig nie machen, also scheidet das schon mal aus. dass diese ueberweisung an die receita uebermittelt wird, scheint doch ziemlich sicher, zumal es sich um einen nicht kleinen betrag handelt. wenn die banco do brasil beteiligt ist, sowieso. den korrekt erhaltenen betrag in der steuererklaerung angeben, bedeutet, dass bei einem quervergleich mit der steuererklaerung des kaeufers die unstimmigkeit auffaellt. den deklarierten betrag in der steuererklaerung angeben, bedeutet das risiko, dass man den vorgang der bankueberweisung registriert, auswertet und nachfragt. es besteht die chance, dass weder das eine noch das andere passiert, aber das kann dir eben niemand vorhersagen.


Nehmen wir mal an sie würden es in beiden fällen bemerken, welches wäre das kleinere übel?
Benutzeravatar
brasiuuu
 
Beiträge: 393
Registriert: Mo 25. Jan 2010, 20:48
Bedankt: 18 mal
Danke erhalten: 41 mal in 39 Posts

Re: steuertechnisches

Beitragvon guelk » Mi 20. Mär 2013, 16:12

brasiuuu hat geschrieben:
cabof hat geschrieben:Der User hat nur einen Fehler gemacht: das überschüssige Geld offiziell fließen lassen, Geld im Köfferchen übergeben und das war`s -
null Kopfschmerzen und null Finanzamt. Wenn das Geld verprasst wird, ich bin dabei! Viel Glück und komme gut aus der Sache raus.



Die frage ist auch wiso das finanzamt davon wind bekommt wenn ich es regulär versteuere?
Wird da irgend eine lampe rot aufleuchten weil die vom cartorio die escritura ins system eingetragen haben?
Wird das irgendwie abgeglichen?


Der Abgleich geschieht über die CPF, die bei all den Vorgängen mitgereicht wurde. Sie kommt sowohl bei der Überweisung als auch bei der escritura vor. Es ist also ein einfaches, das abzugleichen.

Die meisten Makler/Käufer/Verkäufer empfehlen weniger die Methode Koffer, sondern "Zusatzkosten": Das verkaufte Apartment ist mit einer Luxusküche (aus Europa) ausgestattet, die mitverkauft wurde. Ein Teil des Betrages war für das AP, der Rest die Küche. Da der Rest ein Privatverkauf war, über den es keine weiteren Belege gibt, geht das eigentlich immer gut. Oder Du hast noch ein paar Renovierungen gemacht, die beglichen werden mußten... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange es Privataktivitäten waren.

Der niedrigere Betrag in der escritura bedeutet vor allem auch weniger Steuern und Gebühren die der (Ver-)käufer zahlen muß...
Ja, ich bin Rio gegenüber positiv eingestellt.
Benutzeravatar
guelk
 
Beiträge: 274
Registriert: Di 29. Jun 2010, 15:43
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 88 mal in 69 Posts

Folgende User haben sich bei guelk bedankt:
Itacare

Re: steuertechnisches

Beitragvon Itacare » Mi 20. Mär 2013, 17:26

guelk hat geschrieben:
Der Abgleich geschieht über die CPF, die bei all den Vorgängen mitgereicht wurde. Sie kommt sowohl bei der Überweisung als auch bei der escritura vor. Es ist also ein einfaches, das abzugleichen.

Die meisten Makler/Käufer/Verkäufer empfehlen weniger die Methode Koffer, sondern "Zusatzkosten": Das verkaufte Apartment ist mit einer Luxusküche (aus Europa) ausgestattet, die mitverkauft wurde. Ein Teil des Betrages war für das AP, der Rest die Küche. Da der Rest ein Privatverkauf war, über den es keine weiteren Belege gibt, geht das eigentlich immer gut. Oder Du hast noch ein paar Renovierungen gemacht, die beglichen werden mußten... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange es Privataktivitäten waren...........


Liest sich jedenfalls sehr logisch.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
Benutzeravatar
Itacare
 
Beiträge: 5294
Registriert: Mi 30. Jul 2008, 15:31
Wohnort: 2 km Luftlinie zur ältesten Brauerei der Welt
Bedankt: 898 mal
Danke erhalten: 1376 mal in 953 Posts


Zurück zu Was man über Brasilien wissen sollte


Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlung

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]