Studieren in Deutschland

Aktuelles zum Thema aus Lehre, Forschung und Unternehmen sowie Informationen zum Thema Bildung in Brasilien

Studieren in Deutschland

Beitragvon thomas » Mi 23. Feb 2005, 15:22

Das Thema haben wir schon mehrfach fragmentweise besprochen, aber ich glaube eine zusammenfassende Darstellung könnte ganz nützlich sein.

Wer den brasilianischen Segundo Grau besitzt, hat das Problem, dass dieser in Deutschland nicht automatisch als dem Abitur gleichwertig angesehen wird. Man hat im Prinzip drei Möglichkeiten

a) Ablegen der Feststellungsprüfung

Man kann jederzeit in Deutschland die sogenannte Feststellungsprüfung ablegen, mit der man nachweisen kann, dass der persönliche Bildungsstand dem eines deutschen Abiturienten entspricht. Die Prüfung entspricht in etwa einer deutschen Abiturprüfung.

Wer bereits perfekt deutsch spricht und in Brasilien eine hervorragende Schulausbildung genossen hat und sich schon während der bras. Schule auf die deutschen Eigenheiten vorbereitet hat (zB Schreibweisen Mathematik oder deutsche Geschichte), sollte keine Probleme haben direkt aus Brasilien an die deutsche Uni zu wechseln.

b) Vorbereitungskurs auf die Feststellungsprüfung

Für alle anderen gibt es Vorbereitungskurse auf diese Feststellungsprüfung, die sogenannten Studienkollegs. In der Regel dauern sie zwei Semester. Im Anschluss an den Kurs legt man die Prüfung wie alle anderen ab.

c) Wechsel aus einer bras. Hochschule heraus

Wer bereits 4 Semester an einer bras. Hochschule studiert hat, kann direkt an deutsche Hochschulen wechseln und bekommt noch einige Kurse anerkannt. Deutschkenntnisse sind nachzuweisen.


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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon sarah » Mi 23. Feb 2005, 16:24

Ich würde niemandem empfehlen die Feststellungsprüfung direkt, ohne Studienkolleg zu versuchen, da diese dann sehr schwer zu bestehen ist.
Außerdem ist es sehr wichtig, wenn man Studienkolleg macht, sich genau zu erkundigen, was für Studiengänge man damit dann machen kann. Wichtig ist dabei auch an Nebenfächer zu denken, da man mit der "falschen" Feststellungsprüfung bestimmte Kurse nicht belegen darf.
Da dies auch sehr von der Kulanz der jeweiligen Uni abhängt, am besten vorher alles klären und natürlich auch schriftlich bestätigen lassen.

Ich kenne leider viele Beispiele, bei denen das nicht geklappt hat und die dann nicht das studieren konnten, was sie eigentlich wollten!
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Sehr gute Zusammenstellung

Beitragvon seitenwandkletterer » Mi 23. Feb 2005, 16:35

eine sehr gute Zusammenstellung von FAQs kann man bei dem Verein Deutschkurse für Ausländer bei der Universität München auf deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch und russisch finden.
Die Informationen sind natürlich etwas auf München angepasst.

Grundvorraussetzung für das Studium an einer der beiden Unis in München ist das Bestehen der DSH (Deutschprüfung für den Hochschulzugang). Der Brasilianische Segundo Grau wird nicht anerkannt und deswegen muss nach der DSH noch das Studienkolleg absolviert werden., bevor man endgültig zum Studium zugelassen wird.

...SWK!
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Beitragvon Moranguinho » Mi 23. Feb 2005, 16:51

@ SWK:

DSH ist Bestandteil der Feststellungsprüfung; muss also nicht separat abgelegt werden.

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon thomas » Do 24. Feb 2005, 12:18

sarah hat geschrieben:Ich würde niemandem empfehlen die Feststellungsprüfung direkt, ohne Studienkolleg zu versuchen, da diese dann sehr schwer zu bestehen ist.


Es ist eine Prüfung auf deutschen Abiturniveau. Für den typischen ausländischen Bewerber ist es normalerweise nicht zu empfehlen. Die Existenz der Möglichkeit ist trotzdem aus vielerlei Gründen interessant.

Kinder deutscher Auswanderer mit sehr guter Schulbildung können mit zwei Monaten privater Vorbereitung in den Ferien ein Lebensjahr sparen, wenn sie in Deutschland studieren wollen.

Sind die Plätze an den staatlichen Studienkollegs ausgebucht, kann man sich grundsätzlich auch mit privat organisiertem Unterricht auf die Prüfung vorbereiten. In Zeiten knapper öffentlicher Finanzierung (zB nur 16 Plätze in ganz Berlin für Wirtschaft bei mehreren hundert Bewerbern) ist es gut zu wissen, dass es Alternativen gibt.


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