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Oi Gente
Da unser eigentliches Ziel ja die Flora und Fauna des Pantanal war, erkundigten wir uns in unserem Hotel nach Ausflügen dorthin. Wir mussten feststellen, das es bis dorthin noch recht weit ist, über Erdstraßen (72 km) und den Rest auf Asphalt (52 km) mit Kratern nur um auf die Bundesstraße zwischen Campo Grande und Corumba zu kommen. Von dort aus geht es dann noch zwischen 50 und 70 km weiter ins eigentliche Pantanal. Die angebotene Tagestour auf eine Fazenda, Abfahrt mit dem Bus um 5:00, Rückkehr irgendwann nachts, das ganze für 100 Reais pro Person, fanden wir dann für doch zu stressig und auch zu kurz für Besichtigungen.
Wir entschlossen uns also zum Umzug auf eine Hotel-Fazenda nord-westlich von Miranda. Hier wurden uns 2 Optionen angeboten: Hotel-Fazenda Kaiman, 750 Reais pro Nacht und Fazenda San Francisco für 460 Reais, jeweils DZ mit Vollpension und Abenteuerprogramm. Obwohl uns die Reklame der Fazenda San Francisco uns ein wenig wie die Kaffeefahrten zu Heintje's Freizeit-Bauernhof-Rummel in Holland anmuteten, schlugen wir zu, auch weil die noch teuere „Kaiman“ ausgebucht war.
Wir wurden allerdings positiv überrascht. Die Pousada war ruhig gelegen, weitläufig, mit einfachen, sauberen, aber praktischen Zimmer. Mückenfrei und mit Klima-Anlage. Auch das Essen war einfach, aber schmackhaft. Das recht junge Team war freundlich, engagiert und flexibel. Obwohl die Fazenda wohl auch das Ziel dieser Tagestourbusse ist, wurde der Pausadabetrieb davon nicht beeinflusst.
Die Fazenda ist allerdings ein (industrieller) Landwirtschaftsbetrieb mit Viehzucht und maschinellem Reisanbau, was der Idee des Pantanal als Naturreservat eigentlich widerspricht. Die Fazenda hat eine Größe von 15.000 Hecktar, davon sind 4-6000 Hecktar bewirtschaftet (vorwiegend Reis) 8.000 Hecktar sind als Natur-reservat ausgewiesen. Die Fazenda bietet folgende Exkursionen an:
Rundritt zum Kennen lernen der Fazenda-Struktur, der Viehzucht und der näheren Umgebung der Pousada an. Zu beobachten sind viele Vögel, Tamanduás, Jacarés etc. wobei man zu Pferd in der Regel näher and die Tiere herankommt.
Kanu-Tour auf einem Seitenarm des Rio Miranda, mit Vogelbeobachtung und Piranha-Fischen. Da der Tag sehr regnerisch und bewölkt war, gab es sehr viele Vögel, auch seltenere Arten. Dauer der Tour so um die 2 Stunden, da die Strömung sehr gering war, wurden auch ungeübte Paddler nicht überfordert, denn rudern musste man selbst. Die Ausrüstung war in sehr guten Zustand, die Boote leicht, mit Breitarsch, also auch für ungeübte sehr sicher. Schlimm waren die Mücken, was aber bei einer Bootstour zu erwarten war. Auch die gängigen Anti-Mücken-Mittel nützen wenig. Gut sind lange Hosen zum zubinden, lange Ärmel, alles aus leichten, aber groben Stoff, die Mücken haben sogar versucht sich durch die Schwimmwesten zu bohren.
Nach dem Abendessen gab es dann eine Nachtsafari mit dem Geländewagen, auf dem waren in Etagen 10 gepolsterte Sitze montiert, ganz oben saß ein Führer mit einem starken Scheinwerfer, die die Gegend nach Tieren absuchte. Die Ausbeute war enorm. Lobo Guara, (kleiner Wolf) Cachorro do Mato (Füchse) Capivaras en masse (Wasserschweine) Rehwild, Eulen, Jaguaricas (kleine Jaguar-ähnliche Wildkatzen) Tamanduá Bandeira (großer Ameisenbär) Tatú (Gürteltier) und einige große Kaimane auf dem Weg . Die Kanäle sind voll mit den orange leuchtenden Augenpaaren der Jacarés. Ein Tipp für die Nachtfotographie. Mit Fotoapparaten, normal oder digital, ist wohl keinem meiner Mitfahrer ein vernünftiges Foto gelungen, da das Suchscheinwerferlicht nicht ausreicht und die Reichweiter eines Blitzes doch auf max. 5 m begrenzt ist. Da geht es nur mit einer Video-Kamera, 10-fach Zoom, am besten noch mit einem Telekonverter auf 20-fach verbessert. Da die Kamera praktisch kein Licht braucht, reichte der Suchscheinwerfer sogar für gute, helle Farbbilder aus.
Damit war der erste Tag beendet, wer an diesem Abend nicht müde war, muss eine super Kondition haben. Nach einem noch gereichten Kaffee oder Pinga ging’s in die Falle. Auch hier ist anzumerken, dass die Ausrüstung des Wagens sehr sicher war und auch stabil, die Führer ihre Erklärungen, auch der Tiernamen, zumindest auch in Englisch abgeben konnten.
Fortsetzung folgt.
Manfred
Zuletzt geändert von Trem Mineiro am 06 Dez 2005 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
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