Testament

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Testament

Beitragvon roman3 » Sa 8. Aug 2009, 21:46

Experten vor!
Hat jemand mit der Abfassung eines ordnungsgemässen Testamentes in Brasilien zu tun gehabt?
Unterfragen:
Gibt es dafür eventuelle Vordrucke?
Was für Angaben sind zwingendvorgeschrieben?
Wie regelt sich das mit eventuellen Pflichtanteilen?
Wo könnte man darüber was nachlesen?
Braucht man Zeugen die gegenzeichnen?
Was ist noch zu beachten was ich in Unkenntnis nicht in Betracht gezogen habe?
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Re: Testament

Beitragvon dimaew » So 9. Aug 2009, 01:15

Roman, ein ganz ehrlich gemeinter Tipp: Das Thema ist hier in Brasilien um einiges heikler als in Deutschland. Deshalb such Dir lieber einen guten brasilianischen Anwalt, der Dir hilft. Das Geld ist gut angelegt.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (chin. Sprichwort)
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Re: Testament

Beitragvon Brazil53 » So 9. Aug 2009, 07:06

Zum Thema "Erbrecht" gibt es in diesem Forum einen alten Tread:

erbrecht-familienrecht-in-brasilien-t2331.html

Dort ist eine Übersetzung des

"Brasilianisches Zivilgesetzbuch
(Gesetz Nr. 10'406, vom 10. Januar 2002)
Besonderer Teil,
V. Buch: Das Erbrecht, Art. 1'784-2'027
Este

http://www.law-wolf.ch/docs/ccb-1784.pdf


ab Kapitel III kann man etwas über das Testament lesen.

Nach einer kurzen "Leseprobe" stelle ich fest, dass dimaew recht hat!!!

Brazil
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Folgende User haben sich bei Brazil53 bedankt:
roman3

Re: Testament

Beitragvon roman3 » So 9. Aug 2009, 14:55

Brazil53,
ich klopfe mein Dankeschön auf Deine Schulter. Der Hinweis auf die älteren Beiträge und Links waren Spitze. Damit ist echt was anzufangen.
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Re: Testament

Beitragvon Bananajoe » Sa 29. Aug 2009, 13:39

Hallo!

Auch ich habe schon Erfahrungen mit einem binationalen Testament gemacht. Schliesslich will ich, dass meine Chácara nach meinem Ableben in sichere Hände kommt. Selbstverständlich ist ein guter brasilianischer Anwalt in Deutschland das A und O. Der hat mich sehr gut beraten. Also zwei Ausfertigungen handschriftlich verfassen, in Deutsch und in Portugiesisch. Dann zu einem Notar, den der brasilianische Anwalt nennt. Dann wird das Testament zur brasilianischen Botschaft nach Berlin geschickt, um beglaubigt zu werden, so dass das Testament dann auch in Brasilien gültig ist. Dann das beglaubigte Testament mit nach Brasilien nehmen, am besten persönlich, nicht per Einschreiben, sondern per persönliche Anreise nach Brasilien. Dann zum Notar (Cartório) vor Ort, ggfs. bringt er an eine Cartório im nächstgelegenen grösseren Ort zur Registrierung weiter, wenn das zu vererbende Objekt in einer kleineren Ortschaft wie in meinem Fall ist. Dann gibt der Notar Bescheid, sobald das Testament registriert ist. Wichtig ist es auch vor allem, dass auch die deutsche Ausfertigung in Deutschland hinterlegt wird, während nur die portugiesische Ausfertigung in Brasilien hinterlegt wird, natürlich muss da in portugiesischer Sprache vermerkt werden, dass die deutsche Ausfertigung in Deutschland hinterlegt ist.

Ich hoffe auch, dir noch weiter geholfen zu haben, natürlich aus meinen eigenen Erfahrungen.

Gruss
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Re: Testament

Beitragvon MESSENGER08 » Sa 29. Aug 2009, 14:02

Bananajoe hat geschrieben:Hallo!

Auch ich habe schon Erfahrungen mit einem binationalen Testament gemacht. Schliesslich will ich, dass meine Chácara nach meinem Ableben in sichere Hände kommt. Selbstverständlich ist ein guter brasilianischer Anwalt in Deutschland das A und O. Der hat mich sehr gut beraten. Also zwei Ausfertigungen handschriftlich verfassen, in Deutsch und in Portugiesisch. Dann zu einem Notar, den der brasilianische Anwalt nennt. Dann wird das Testament zur brasilianischen Botschaft nach Berlin geschickt, um beglaubigt zu werden, so dass das Testament dann auch in Brasilien gültig ist. Dann das beglaubigte Testament mit nach Brasilien nehmen, am besten persönlich, nicht per Einschreiben, sondern per persönliche Anreise nach Brasilien. Dann zum Notar (Cartório) vor Ort, ggfs. bringt er an eine Cartório im nächstgelegenen grösseren Ort zur Registrierung weiter, wenn das zu vererbende Objekt in einer kleineren Ortschaft wie in meinem Fall ist. Dann gibt der Notar Bescheid, sobald das Testament registriert ist. Wichtig ist es auch vor allem, dass auch die deutsche Ausfertigung in Deutschland hinterlegt wird, während nur die portugiesische Ausfertigung in Brasilien hinterlegt wird, natürlich muss da in portugiesischer Sprache vermerkt werden, dass die deutsche Ausfertigung in Deutschland hinterlegt ist.

Ich hoffe auch, dir noch weiter geholfen zu haben, natürlich aus meinen eigenen Erfahrungen.

Gruss
Bananajoe


Naja ist alles etwas allgemein was Du da erzählst und nicht wirklich neu, ein Testament in Deutschland hinterlegen und eins in Brasilien. Das hat für mich nichts mit einem , wie Du es nennst, Binationalem Testament zu tun. Wenn es sowas überhaupt gibt.

Erzähl doch mal genauer nach welchem Recht die Testamente aufgesetzt wurden? Dt. oder bras. Erbrecht? Ist der Inhalt beider Testament gleich oder gibt es Landesspezifische eigenheiten die berücksichtigt werden müssen?

Nicht unerheblich dürfte ja wohl auch die Frage sein WO die Erben leben. Sprich ich brauch ja wohl kein Testament in D machen, wenn keiner der Erben in Deutschland lebt. Kann ja wohl nicht sein das man Erben in BRA das dt. Erbrecht aufzwingen kann, nur weil ein Testament in D gemacht wurde anstatt in BRA.

Man darf auch nicht glauben das man mit einem Testament die gestzl. Erbfolge aushebeln kann. Deshalb ist es doch wohl wichtiger die rechtliche Situation der Erfolge in den entsprechenden Ländern zu kennen.

Wie gesagt um Deine Infos besser verstehen zu können fehlen einfach zuviel Infos und auch Details, zum einen wer die Erben sind wo sie leben und was überhaupt vererbt wird.

:cool:
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Re: Testament

Beitragvon Bananajoe » Sa 29. Aug 2009, 14:17

Hallo!

Man muss natürlich Rücksicht auf die Erbschaftsgesetze der beiden Länder nehmen, also ein Testament gemäss der brasilianischen und der deutschen Erbschaftsgesetze machen, auch mit Hilfe eines guten Anwalts, der sich im brasilianischen und deutschen Recht auskennt.

Meine Frau und meine brasilianische Gasttochter sind als Erben eingesetzt. Sie ist wie meine richtige Tochter, da meine Frau und ich keine eigenen Kinder haben, auch Geschwister haben wir beide nicht. Also es ist unbedingt wichtig, das brasilianische und das deutsche Recht zu beachten! Auch Erbfolge muss beachtet werden, auch die deutschen Gesetze, das ist auch im Testament ausdrücklich.

Der Notar hier in Brasilien hat mir sogar gesagt, ich habe das Testament sehr gut geschrieben.

Gruss
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Re: Testament

Beitragvon rwschuster » Sa 29. Aug 2009, 14:32

MESSENGER08 hat geschrieben:[Man darf auch nicht glauben das man mit einem Testament die gestzl. Erbfolge aushebeln kann. Deshalb ist es doch wohl wichtiger die rechtliche Situation der Erfolge in den entsprechenden Ländern zu kennen:
Wenn man die wichtigstren Sachen gleich auf die Kinder oder (Erben) registriert und sich nur den usofruto vitalico reserviert kannst beruhigt die Stiefel abgeben, und bis dahin kann dirs nicht mal eine Ehefrau abzocken. Die Abwicklung eines inventarios kann in Brasilien 20 Jahre dauern, wenn alles schon auf die Nachfolger geschrieben ist gibt es kein espolio, keine Erbschaftsteuer, keine Anwälte die kräftig mitverdienen, keine Erbstreitereien.....

Wenn es um grössere Werte geht ist die Gründung einer fundação anzuraten, da kannst du dann die Erben als leitende Direktoren bestimmen. Das Finanzamt hat dabei auch das Nachsehen
Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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Re: Testament

Beitragvon Bananajoe » Sa 29. Aug 2009, 15:09

So sieht man es in etwa. Man muss also alle brasilianischen und deutschen Vorschriften, auch in der Erbfolge beachten! Vor allem wenn man keine eigenen Kinder und Geschwister hat. In meinem Testament steht es ausdrücklich, dass die Vorschriften auch beachtet werden.

Also man muss sehr genau überlegen und abwägen, wenn man keine eigenen Kinder und Geschwister hat und biologisch bzw. gesundheitlich mit der Familienplanung abgeschlossen hat.

Gruss
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Re: Testament

Beitragvon rwschuster » Sa 29. Aug 2009, 16:27

Bananajoe hat geschrieben:So sieht man es in etwa. Man muss also alle brasilianischen und deutschen Vorschriften, auch in der Erbfolge beachten! Vor allem wenn man keine eigenen Kinder und Geschwister hat. In meinem Testament steht es ausdrücklich, dass die Vorschriften auch beachtet werden.

Also man muss sehr genau überlegen und abwägen, wenn man keine eigenen Kinder und Geschwister hat und biologisch bzw. gesundheitlich mit der Familienplanung abgeschlossen hat.

Gruss
Bananajoe

Na dann wird deine Testamentsvollstreckung wohl mehr als 20 Jahre dauern, bis sich da die Richter ins Testament hineingelesen haben sind wir im nächsten Jahrhundert. Hab leider den Namen der Familie vergessen, aber vor einigen Wochen wurde so ein Testament eines italienischen Familiengründers nach 80 Jahren abgeschlossen.
Hat zuviel herumjevögelt der patrone :humping:
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