Düsseldorf (rpo). Deutschlands größter Stahlproduzent ThyssenKrupp hat die Weichen für den Bau eines neuen 1,3 Milliarden Euro teuren Stahlwerks in Brasilien gestellt. In Rio de Janeiro unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung für das Milliardenprojekt. Bereits Mitte 2008 soll die Produktion aufgenommen werden.
ThyssenKrupp will das neue Stahlwerk, das eine Jahreskapazität von 4,4 Millionen Tonnen Rohstahl haben soll, gemeinsam mit dem brasilianischen Erzproduzenten Companhia Vale do Rio Doce im Staat Rio de Janeiro errichten. "Wir freuen uns, dass wir die größte Auslandsinvestition, die unser Konzern bisher getätigt hat, in diesem Land verwirklichen können und sind überzeugt, dass sie ein wirtschaftlicher Erfolg sein wird", sagte Konzernchef Ekkehard Schulz bei einem Treffen mit dem brasilianischen Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
Geplant ist die Errichtung von zwei Hochöfen und einem Stahlwerk mit zwei Stranggussanlagen. Die Hälfte der in Brasilien hergestellten Brammen aus Rohstahl soll den Planungen zufolge an den Warmbreitbandstraßen und Veredlungsanlagen im Ruhrgebiet weiterverarbeitet, der Rest nach Nordamerika exportiert werden. "Das Investment rechnet sich wegen der Kostenvorteile am Standort Brasilien, wo direkter Zugang zu den Rohstoffen besteht. Es ist wirtschaftlicher, Brammen zu transportieren als Eisenerz", sagte der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp Steel AG Ulrich Middelmann.
Der Bau des neuen Stahlwerks sei Teil der Strategie von ThyssenKrupp eine führende Rolle in der Weltliga der Stahlindustrie zu halten, betonte der Manager. Die neuen Hochöfen in Brasilien würden damit die Arbeitsplätze in Deutschland sicherer machen, hatte der Konzern bereits in der Vergangenheit betont. Konzernchef Ekkehard Schulz verspricht sich von dem Projekt großen wirtschaftlichen Erfolg.
Brasilien ist schon heute mit einem Umsatz von 600 Millionen Euro und knapp 9.000 Mitarbeitern einer der wichtigsten Standorte für ThyssenKrupp.
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