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 Betreff des Beitrags: Thyssen-Krupp investiert 1,5 Mrd US$ in Brasilien
BeitragVerfasst: 02 Dez 2004 12:08 
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Essen (dpa) - Der weltweite Stahlboom lässt die Kassen auch bei Deutschlands größtem Stahlkonzern ThyssenKrupp klingeln. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2003/2004 (30. September) konnte das Unternehmen sein Ergebnis vor Steuern auf 1,58 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.

Fünf Jahre nach der Fusion von Thyssen und Krupp sei nun die Phase der Konsolidierung «weitestgehend» abgeschlossen und der Konzern könne nun auf eine Vorwärtsstrategie umschalten, sagte Konzernchef Ekkehard Schulz am Mittwoch in Essen. «Der heutige Erfolg zeigt, dass die Fusion richtig war», sagte Schulz.

Mit dem geplanten Bau eines Stahlwerks in Brasilien für 1,5 Milliarden Dollar sei eine Großinvestition in der Stahlsparte vorgesehen, für die der Aufsichtsrat in dieser Woche bereits grünes Licht gegeben habe. Nach dem für das Jahr 2008 geplanten Produktionsstart soll etwa die Hälfte der in Lateinamerika produzierten Brammen (quaderförmiges Stahlhalbzeug) in den Werken an Rhein und Ruhr weiterverarbeitet werden. Am Stahlstandort Duisburg seien dagegen der Neubau eines Hochofens als Ersatzinvestition und weitere Modernisierungen vorgesehen.

Quelle: dpa 01.12.2004


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 Betreff des Beitrags: ThyssenKrupp baut Stahlwerk in Brasilien
BeitragVerfasst: 21 Jan 2005 09:47 
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Düsseldorf (rpo). Deutschlands größter Stahlproduzent ThyssenKrupp hat die Weichen für den Bau eines neuen 1,3 Milliarden Euro teuren Stahlwerks in Brasilien gestellt. In Rio de Janeiro unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung für das Milliardenprojekt. Bereits Mitte 2008 soll die Produktion aufgenommen werden.
ThyssenKrupp will das neue Stahlwerk, das eine Jahreskapazität von 4,4 Millionen Tonnen Rohstahl haben soll, gemeinsam mit dem brasilianischen Erzproduzenten Companhia Vale do Rio Doce im Staat Rio de Janeiro errichten. "Wir freuen uns, dass wir die größte Auslandsinvestition, die unser Konzern bisher getätigt hat, in diesem Land verwirklichen können und sind überzeugt, dass sie ein wirtschaftlicher Erfolg sein wird", sagte Konzernchef Ekkehard Schulz bei einem Treffen mit dem brasilianischen Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

Geplant ist die Errichtung von zwei Hochöfen und einem Stahlwerk mit zwei Stranggussanlagen. Die Hälfte der in Brasilien hergestellten Brammen aus Rohstahl soll den Planungen zufolge an den Warmbreitbandstraßen und Veredlungsanlagen im Ruhrgebiet weiterverarbeitet, der Rest nach Nordamerika exportiert werden. "Das Investment rechnet sich wegen der Kostenvorteile am Standort Brasilien, wo direkter Zugang zu den Rohstoffen besteht. Es ist wirtschaftlicher, Brammen zu transportieren als Eisenerz", sagte der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp Steel AG Ulrich Middelmann.

Der Bau des neuen Stahlwerks sei Teil der Strategie von ThyssenKrupp eine führende Rolle in der Weltliga der Stahlindustrie zu halten, betonte der Manager. Die neuen Hochöfen in Brasilien würden damit die Arbeitsplätze in Deutschland sicherer machen, hatte der Konzern bereits in der Vergangenheit betont. Konzernchef Ekkehard Schulz verspricht sich von dem Projekt großen wirtschaftlichen Erfolg.

Brasilien ist schon heute mit einem Umsatz von 600 Millionen Euro und knapp 9.000 Mitarbeitern einer der wichtigsten Standorte für ThyssenKrupp.

http://www.rp-online.de/public/article/ ... /nrw/74997



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 Betreff des Beitrags: VERDAMMT!!!! Gestatten, was aus der Verwutzerebene zu sagen?
BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 02:20 
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Was ist mit dem Stahl eigentlichj im letzten Jahr so passiert?

Die Nachricht an sich liest sich euphorisierend. Es geht aufwärts ...

Ist es so?

Es stimmt. Es geht für die deutsche Stahlindustrie aufwärts. Aber kann man das isoliert betrachten? Und wenn ja, warum? Und wenn nicht warum nicht?

Was passierte von Januar 2004 bis Dezember 2004 auf dem Rohstoffmarkt "Normalsstahl" und dem Markt "Vergütungsstahl Deutschland"?

Die Stahlpreise für Vergütungsstahl sind bis zu 300% in Deutschland gestiegen. Mittelständische Unternehmen wurden von der Stahlindustire nicht mehr berücksichtigt und musstzen den Einfluss der Grosskunden nutzen, um lieferfähig zu bleiben. Jene Firmen, die die mittelständischen unternehmen ignorierten, hiessen unter anderem die deutschen nahmhaften BIG MAJORS wie "SAARSTAHL" und "THYSSENKRUPP".

Warum dieses Preissteigerung?
Der erste grund ist "Angebot und Nachfrage". Es ist kein Geheimnis mehr, dass China aufgrund der Olympischen Spiele 2008 ein neues olmpisches Dorf hochzieht, welches erhebliche Mengen Baustahl vom Weltmarkt abzieht. Desweiteren lässt die Weltaussstellung 2010 aus China grüssen. Dort wir ein Millionendorf (?) aus dem Boden gestampft. Mit viel Eisen, Stahl und Vergüttungsstahl! Das Geheimnis an der ganzen Sache heisst "Vergütungsstahl".
Die Preise, die in Deutschalnd bezahlt werden, sind auf Weltmarktebene noch recht moderat (z.B. im Vergleich zum US-Markt) . Auch wenn der deutsche Markt binnen zwölf Monaten das dreifache zahlen musste.
Aber das hängt damit zusammen, dass es noch Kokereien in Deutschland gibt, welche den Preisanstieg puffern konnten. Kokereien werden aber gebraucht, um günstig Vergütungsstahl herstellen zu können, welches passend gewalzt wird. Koks liefert Bestandteile für den hochwertigen Vergütungsstahl.

Nur hat es eine deutsche Bundespolitik (SPD-Die Grünen) erforderlich gemacht, dass Kokereien keine weitergehende Betriebserlaubnis erhielten. "THYSSENKRUPP" verkaufte in dem letzten Jahr eine Kokerei, die jetzt 1:1 nach China abtransportiert wird, um sie dort 1:1 aufzubauen.
Deutschland kann also deren Rohmaterial nur durch Re-Importe veredeln und zahlt zusätzlich.
Wo werden Edelstahle verwendet?
In Deutschland sagt man, hat die deutsche Automobilwirtschaft Schnupfen, dann hat ie Wirtschaft die Grippe. Somit ist die empfindlichste Sparte die Automobilindustrie. Deren Zuliefereerindustire muss nun bis max. 300 % mehr zahlen. Das kriegt der Endverbraucher nur zu 50 % in seinem Preis mit. Sollte der gleiche dort gearbeitet haben, dann wird er weniger verdienen.
China ist massgeblich beteiligt an dem Anstieg der Ölpreise und der Stahlpreise. Brasilien ist Billig-Lohn-Land für Deutschland und daher für für Deutschland die billigere Alternative eine Industrie auf zu bauen.

Bevor jemand meint, ich sehe eine gelbe Gefahr heranziehen.-

Mir gefällt die Strategie, wie China deren gebunkerte Millionen auf den Markt zu schmeissen. Mir gefällt nur deren Gewissenlosigkeit diese zu tun nicht. Vielleicht weil auch mein status quo darunter leiden wird.
Aber für Deutschlad ist es heftig. Ohne Zweifel.

Nur als Randbemerkung. Aufgrund der Stahllieferung hat NISSAN deren Werk diese Jahr zwei Tage heruntergefahren. Ein nicht geringernder Betrag, der dabei betriebswirtschaftlich nicht erwirtschaftet wurde.

Edit: Der letzte Satz war recht konfus und musste von mir korrigiert werden. Fiel wohl trotzdem niemanden auf ...



Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"


Zuletzt geändert von Careca am 22 Jan 2005 21:45, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 10:37 
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Careca,

ich kann Dir nur zustimmen.
Und die Fehler gehen auch bei der CDU weiter, denn in NRW fordert Rüttgers weitere Einschnitte bei den Kohlesubventionen.

Die Politiker haben einfach die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Und so wird es für uns nur teuerer, egal ob Stahl oder Energie...

Und ich glaube fest daran, dass es in Brasilien trotz oder gerade wegen Lula, den ich seit 1992 beobachte, damals habe ich ihn sogar live erlebt, rapide aufwärts gehen wird. Meine Aktien aus dem Index BOVESPA haben jedenfalls unsere heimischen DAX-Werte an der Börse um längen geschlagen, es lohnt vermutlich wirklich, spätestens jetzt in Brasilien zu investieren, bevor der Boom richtig losgeht. Thyssen hat das erkannt, viele andere nicht.
Gruß
tinto


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BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 14:23 
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Hallo Tinto

Andere haben es viel ehr erkannt. ACELOR hat sich bereits hier in Brasilien bei CS Tubarao (ES), Acesita und Belgo Mineira, beide in MG, bedient. Thyssen kommt da spät, hoffendlich nicht zu spät.

(Bin Ex-Duisburger)

Manfred


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BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 14:45 
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Thyssen ist schon ein Oldie auf dem brasilianischem Markt. Ich selber habe 7 Jahre in einer Eisenerzmine in Minas gearbeitet, die seit ca. 1925 in deutscher Hand ist ...... dank dem Baron von Eschwege und seinen Nachfolgern aus dem Hause Thyssen, Krupp und Hoesch.

Diese Mine wurde bis 2001 von Thyssen betrieben und anschliessend (strategisch kurzsichtig) an CVRD verkauft. Zum derzeitigen Zeitpunkt wäre man wahrscheinlich froh, eine Eisenerzmine in Brasilien zu besitzen. Glücklicherweise hat man aber das Geld aus dem Minenverkauf goldrichtig in eine neue Kokerei angelegt und so dem Weltmarkt ein Schnippchen geschnitten.

Die Errichtung von Stahlwerken in Brasilien ist mehr als logisch, denn Eisenerz enthält immer noch mehr als 30% Sauerstoff ........... und warum sollte man Sauerstoff über den Ozean schippern, um ihn anschliessend in Hochofen herauszureduzieren ........ also lieber gleich den Hochofen an der Quelle bauen und anschliessend de reinen Stahl zum Verbraucher bringen, der entweder in Europa, USA oder neuerdings auch in China sitzt. Das bringt 30% weniger Transportkosten.

Ausserdem lässt sich der Stahl in Brasilien aufgrund des niedrigen Lohngefüges billiger herstellen und die behördliche Genehmigung zum Bau einer solchen Anlage dürfte wohl auch einfacher sein als bei einer rot-grünen Regierung, der ein Vogelnest oder eine seltene Krötenart wichtiger ist als 10.000 Arbeitsplätze (bekomme ich jetzt Schläge ???)



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 15:32 
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Natürlich bekommst du jetzt Schläge. Die Zeiten wo Arbeiter-Alt Sozies und 68ger wie ich in der Politik träumen durften sind längst vorbei. Heute sind es wohl andere Probleme als Kröten und Vogelnester, die unsere Arbeitsplätze gefährden.
Verdingen wir uns alle für polnische (oder besser brasilianische) Löhne und wir haben alle Arbeit, sogar für 48 Stunden in der Woche. Wer dann allerdings die Hight-Tech Golfs und BMWs dann kaufen soll, weis ich nicht.

Gruß

Manfred


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BeitragVerfasst: 22 Jan 2005 18:59 
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Ihr habt natürlich beide recht, irgendwie, claro!

Übrigens: Als ich 1992 als Praktikant 6 Monate in Brasilien war, da nahm es gerade die brasilianische Wirtschaft den Deutschen sehr übel, dass die sich nach Osten orientierten. Das war ja im Zuge der Deutschen Einheit so und ist bis heute so geblieben. So waren in Brasilien so manche deutsche Bastionen zu knacken, die Italiener und Koreaner waren hier sehr erfolgreich.
Gruß
tinto


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