Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Elsass » So 8. Mär 2009, 14:26

Hier in Bahia interior machen die das so:
Bei einem einfachen Fundament fuer ein einstoeckiges Haus wird der unterste Meter der tragenden Waende aus Felsbrocken gemauert. Dazu werden Graeben ca. einen halben Meter ausgehoben und die Felsbrocken moeglichst passend eingesetzt und mit Zement verschmiert bis ca. einen halben Meter ueber Grund.
Dann wird die Mauer aus Ziegelsteinen aufgesetzt. Dieses Felsbrocken-Fundament ist etwas breiter als die Mauer aus Ziegelsteinen die dann draufsitzt
Der Untergrund fuer so ein Fundament muss natuerlich fest und trocken sein und ums Haus herum muss man fuer gute Drainage sorgen.
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon dierk_0476 » So 8. Mär 2009, 16:22

Also ich als gelernter Gas- Wasser !&@*$#! Monteur muss mich den meisten hier anschliessen:

ich habe gerade einen 5 wöchigen "Urlaub" bei der Familie hinter mir und so einige Diskussionen mit meinem Schwiegervater und einem Onkel (Elektriker<gelernt???>) hinter mir
Also Grundlegend ist es im Raum Recife wie schon erwähnt :
- Elektrik IMMER mit Erdung
- Mangelhafter Wasserdruck ist Standard
und
- viele Handwerker oder solche, die sich so nennen, können nichtmal ein einfaches Wasserrohr installieren

Ich habe in Gaibu / Cabo de Santo Agostinho eine ganz abenteuerliche Konstruktion gesehen :
Wasserrohre mit Steckverbindungen ohne Gummiring und in entgegengesetzter Flussrichtung montiert.

So, jetzt zu den Tips hier :
Rückschlagventile sind KEIN Ersatz für Pumpen mit Entlüftung, denn grundsätzlich ist keine Pumpe dafür gebaut worden, "trocken" zu laufen.
Die meisten, besonders die Qualitativ sehr guten, sind Robust und Vertragen so manchen Leerlauf, aber auf dauer macht jede Pumpe schlapp.
Kunstoff hat den vorteil, das es nicht rostet, aber eine mit Stahlrad ist robuster, verträgt aber keinen Leerlauf.

Das problem mit dem giessen von Decken ist in Brasilien aber ein Problem.
Die meisten kennen nur Decken, die erst gemauert werden und dann einfach übergossen werden, weils billiger ist, Stahl oder Stahlmatten findet man kaum in der gemeinen brasilianische Hausdecke, nur in Apartmenthäusern scheint man es dort zu machen
Wenn meine Frau und Ich unser Haus bauen wollen, dann nur mit Hilfe eines Architekten, denn die kennen die örtlichen Regeln und wenn du einen guten erwischt, kümmert er sich auch darum, das sein Name rein bleibt und die Qualtität des Hauses nach seinem Plan bleibt.
Und eine Zisterne ist sehr ratsam, da die normalen Wasserbehälter durchschnittlich nur 1000 bis 2000 Liter haben und schnell leer sind.

Ich werde aber wohl trotzdem die meiste zeit selber vor Ort sein, wenns klappt, oder mindestens mein Schwager, der weiss, was wir wollen.

Denn ein Haus in Brasilien ist zwar günstig aber soll doch ne gewisse Wohnqualität bieten
und nicht schimmeln oder gar durchtropfen, wie es bei gemauerten Decken wäre

P.S.: Die Idee mit den Felsfundament ist garnicht schlecht, aber doch bestimmt sehr teuer, oder?
Wird dafür ein relativ horizontales Gebiet benötigt oder gehen auch Abhänge?

gruss, Dierk
Tellerrand, was ist das, muss ich da drüber hinaussehen? oder reicht es in meiner welt zu leben :shock: :mrgreen:
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Männlein » So 8. Mär 2009, 16:42

Elsass hat geschrieben:Hier in Bahia interior machen die das so:
Bei einem einfachen Fundament fuer ein einstoeckiges Haus wird der unterste Meter der tragenden Waende aus Felsbrocken gemauert. Dazu werden Graeben ca. einen halben Meter ausgehoben und die Felsbrocken moeglichst passend eingesetzt und mit Zement verschmiert bis ca. einen halben Meter ueber Grund.
Dann wird die Mauer aus Ziegelsteinen aufgesetzt. Dieses Felsbrocken-Fundament ist etwas breiter als die Mauer aus Ziegelsteinen die dann draufsitzt
Der Untergrund fuer so ein Fundament muss natuerlich fest und trocken sein und ums Haus herum muss man fuer gute Drainage sorgen.


Hallo

Ja was du da beschreibst ist ganz einfach die Bauweise des Fundamentes hier im Norden Brasiliens . Das wird nicht nur so auf Grundstücken mit festem Boden gemacht nein auf Sandböden wird das genau so gemacht .Ich habe auf einem Sandgrundstück gebaut . Nur an meinem Bau habe ich oben auf die Kalksteine Kanaletis mauern lassen das sind Zement U-Steine die mit Eisen als Ringanker ausgelegt und mit Sperrbeton verfüllt wurden .

Bis denne und neulich
Männlein
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Hebinho » So 8. Mär 2009, 17:06

Das mit den entgegen der Fliessrichtung montierten Rohren kenne ich von den Abflussrohren her! Das wurde beim Nachbarn so gemacht und der arme Kerl hatte schon nach knapp einem Jahr die erste Verstopfung.
Uebrigens bietet die Firma mit der Tatze ein eigenes Schmiermittel fuer die O-Ring-Dichtungen an, das allerdings KEIN Fett ist. Es handelt sich dabei eher um eine gelee-artige Schmierseife, denn Wasser loest das Zeug schnell auf. Bedeutet aber auch, dass nach einiger Zeit der Gummi gut sitzt und trotzdem aber bei Bedarf die Verbindungsstell durch Ziehen geoeffnet werden kann.
Ersatzweise kann man auch Geschirrspuelmittel zum Schmieren beim Zusammenbau der Abwasserrohre mit O-Ring verwenden.
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » So 8. Mär 2009, 18:37

Noch eine kleine Anmerkung zu den Abwasserrrohren:
vorzugsweise Kurven "curvas" (gibt's in 45° und 90° für die üblichen Durchmesser) an Stelle der Kniee "joelhos" verwenden, erleichtert den Durchfluss und bei Bedarf auch das Reinigen.
An der Ausleitungsstelle zum Kanal ein Rückschlagventil einsetzten "valvula de retencao", kostet ca. R$90 für ein 100er Rohr und verhindert Rückfluss bei Kanalverstopfung und das Eindringen von Ratten.

Elektrik:
Wegen der Verwendung von flexibelen Leitungen empfiehlt sich der Einsatz von Andernendhülsen, die gibt's auch als Doppel-Ausführung für das Durchschleifen. Bezugsquelle in BR kenne ich (für die Doppelten) nur FARNELL, allerdings zu utopischen Preisen. Gutes Mitbringsel aus Deuschland aus der Elektronikapotheke mit dem großen "C".

Leitungsschutzschalter (im Volksmund Sicherungsautomaten):
Die hier immer noch erhältlichen schwarzen Teile nach der NEMA-Norm taugen nichts (geringe Schutzwirkung) und werden deshalb zur Neuinstallation nicht mehr zugelassen. International bekannte Marken verwenden!
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » So 8. Mär 2009, 19:51

Bei den Wasserleitungsarbeiten dem pedreiro unbedingt auf die Finger schauen. Die meisten kennen noch nicht mal die speziellen Reinigungsfluessigkeiten, mit denen die zu verklebenden Teile, nach dem Schleifen, vor dem Verkleben, gereinigt werden sollen (fuer mich muessen), um Schmutz und vor allen Dingen Hautfett zu beseitigen. Bei den guten Baufirmen werden sie benutzt. Sag mal Herbert, duerfen hier Firmen genannt werden, wie bei brasil-web, vom dortigen Admi aussdruecklich genehmigt, oder muss man z.Bsp. "von der Firma mit der Tatze" reden?
Diese "Solução Preparadora" gibt es von einigen Firmen, unter anderen auch von der mit der Tatze. Einfach mal googeln.
Zum Schleifen 100-er Schleifpapier verwenden. Ich komm gerade nicht auf das richtige Wort. Im Portugiesischen estopa (im Langenscheid mit Werg uebersetzt). Das sind Baumwollreste, die hier in kleinen Tueten verkauft werden. Mit diesen dann die Verbindungsteile mit der Fluessigkeit reinigen. Danach beide zu verklebenden Seiten mit dem Spezialkleber einstreichen und schnell mit einer Drehung von ca. 1/4 Umdrehung zusammenfuegen. Bis zum Wassereinfuellen mindestens 1 Stunde warten. 12 Stunden bis zum Drucktest.
Uebrigens gibt es bei den Produkten der FmdT zu den Artikeln ein Datenblatt (ficha técnica) zum Runterladen, wo all dieses, unter Zuhilfenahme von Fotos und Text, ausfuehrlich und auch fuer einen Laien verstaendlich, erklaert wird. Sehr empfehlenswert, sich das anzuschauen, auch wenn es nur dazu dient, dem pedreiro auf die Finger zu schauen.
Kann aber durchaus "die Axt im Haus ersetzt den Handwerker" ersetzen. Ich hab mich schon bei meiner ersten Baustelle getraut, die Wasserversorgung selberzumachen und alles, wirklich alles ist jetzt, nach ca. 8 Jahren, immer noch dicht. Ist auch eine gemuetliche Arbeit, die Spass macht. Das einzige, was dabei richtige Arbeit ist, ist das Schleifen, was sehr sorgfaeltig ausgefuehrt werden muss (ich gestehe, dass ich das meist meinen Helfer machen lasse, nachdem ich nach dem ersten Tag Schwielen am re. Daumen hatte ( Muffe 25 mm; Stundenlanges Reiben des Daumens an der Kante). Da mueste man nochmal was erfinden, oder kennt jemand dafuer ein Geraet? Dremel vielleicht?
Gruss aus Maceió, Alagoas
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » So 8. Mär 2009, 20:07

Cheesytom hat geschrieben:richtige Arbeit...ist das Schleifen...Da mueste man nochmal was erfinden
Ich hab's, ich hab's!! Rohre mit Gewinde!

Im Ernst, dass mit dem Dremel würd ich lassen, schadet wahrscheinlich mehr als es hilft.
Habe damals auch überlegt, ob ich die Wasserrrohre klebe oder verschraube.
Habe mich dann für die Gewindelösung entschieden, ist unterm Strich nicht aufwändiger als das Kleben, zumindest bis 1". Darüber hinaus wird das Gewindeschneiden zur Kraftprobe, deshalb sind die Zuleitungen für meine Niederdruck-Spülungen (50mm) geklebt.
Bei den Verbindungen nur nicht das Teflon-Dichtband vergessen, gibt's auch von TIGRE.
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » So 8. Mär 2009, 20:14

Hmmm....
Das macht hier in Maceió Keiner. Was fuer Rohre nimmst Du denn da? Die normalen PVC-Rohre und da dann Gewinde rein wohl kaum?
Gruss aus Maceió, Alagoas
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » So 8. Mär 2009, 20:45

Cheesytom hat geschrieben:Die normalen PVC-Rohre und da dann Gewinde rein wohl kaum?
Doch, "normale" PVC-Rohre.
Es gibt zwei Typen für Kaltwasser: "soldável" und "roscável". Die Klebeteile sind braun, die Schraubteile weiß.

Klick dich mal unter http://www.tigre.com.br -> predial -> agua frio durch, dann findest du die lieferbaren Teile unter den 2 genannten Kategorien.
Die einfachen Gewindeschneider (tarraxa) gibt's für kleines Geld (3/4" für ca. R$10) die haben pro Größe meine Neuinstallation überstanden, danach waren sie stumpf. Profi-Schneidkluppen (heißt das so??, siehe 2. Seite der Tigre-roscável-Produkte) gibt es auch, lohnt mehr für Profis.

Ein anderer mit bekannter Anbieter wäre AMANCO, ist aber hier nicht sehr gebräuchlich.
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Re: Tipps und Kniffe für Häuslebauer in Brasilien

Beitragvon Männlein » So 8. Mär 2009, 21:05

Cheesytom hat geschrieben:Hmmm....
Das macht hier in Maceió Keiner. Was fuer Rohre nimmst Du denn da? Die normalen PVC-Rohre und da dann Gewinde rein wohl kaum?


Hallo

Es ist fast wie immer . Der Hut wird zuerst angezogen . Wir machen uns hier Gedanken darüber wie Gas -Wasser- Schei.....Instalation richtig gemacht werden sollte . Und es steht noch nicht eine Wand . Mal Gedanken über die Mischtechnik der hießigen Pedreros gemacht . Fünf gehäufte Schubkarren voll Sand und ein halber Sack Zement ist so ein Standardwert hier . Isolierputz Mischung 1 zu 3-5 Mischung zum Mauern 1 zu 5-7 Mischung für den Verputz 1 zu 5 plus eine Schaufel Kalk . Und um Gotteswillen laßt den !&@*$#! Barro aus der Sache raus . Das wird der Pedrero euch zwar sagen aber laßt euch nicht belabbern . Der Barro ist nachher nämlich ursächlich für die Ausblühungen im nicht ganz 100 %gegen aufsteigende Nässe geschützten Mauerwerk. Achtet darauf wenn Träger oder Pfeiler gegossen werden den Beton zu verdichten durch dauerndes leichtes Klopfen gegen die Schalung

Bis denne und neulich
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