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 Betreff des Beitrags: Tips für Brasilien-Reise ???
BeitragVerfasst: 19 Jul 2005 13:58 
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Registriert: 19 Jul 2005 13:53
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Hallo, ich bin ein 27jähriger Architekturstudent aus Deutschland (Portugiese). Ich habe gerade ein sehr verlockendes Job-angebot gekriegt. Ich soll für eine Unternehmungsberatung nach Brasilien fliegen, um dort Geschäftspartner zu einem Projekt zu befragen. Das ganze soll ca. 4 Wochen dauern und im August/ September stattfinden. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen, weil ich angeblich viel durch das Land reisen soll und auch in ländliche Regionen. Dabei soll ich nicht immer die teuersten Verkehrsmittel auswählen. leider habe ich noch keine genaue Reiseroute
Jetzt lautet meine Frage an euch: Wie gefährlich ist das? Man hört ja viel von der Kriminalität in Brasilien. Als fremder alleine durch das Land zu reisen, ohne die Gegenden zu kennen.
Immerhin sieht man es ja auch eienm an, daß man kein einheimischer ist. Wie kann man Gefahrsituationen vermeiden? Und ist es überhaupt Ratsam lange Reisen mit Verkehrsmitteln wie Bahn oder Bus durch das halbe Land zu machen, abgesehen davon daß es ja nun wirklich lange dauern könnte.
Vielen Dank schonmal im Vorraus für alle antworten.


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BeitragVerfasst: 19 Jul 2005 14:54 
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Hallo Miguel,

Bahnlinien für Personenverkehr gibt es in Brasilien praktisch keine und aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse können Busfahrten sehr lange dauern, so dass es für Deinen Auftraggeber wohl doch billiger sein wird, dich mit dem Flugzeug umherreisen zu lassen als dich tagelang mit dem Bus fahren zu lassen.

Wenn du aussiehst wie ein durchschnittlicher Portugiese wirst du kaum auffallen, das ist ein Vorteil in Sachen Kriminalität.
Wenn du gut portugiesisch sprichst, wird man dich meist für einen Paulista halten (geht mir so, spreche auch portugiesisch aus Portugal) und weniger für einen Touristen.

viele grüsse
vasco


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BeitragVerfasst: 20 Jul 2005 18:07 
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Ich weiß ja, daß es Verhaltensregeln gibt; kein Schmuck und Wertgegenstände bei sich tragen, gewisse Viertel meiden, möglichst nicht zu sehr auffallen.
Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß einem bei einer längeren Busfahrt durch das Land zum Beispiel was passiert? Bzw. wie vermeidet man es?
Würde zum beispiel gerne Fotos von der ganzen reise machen, aber mit digitalkamera durch die Gegend laufen??? Wie weiß ich abends, in welche viertel ich gehen kann, bzw. welche Lokale ich besuchen kann...?
Habt ihr sonst Tips um eine solche reise als absoluter Brasilien-Neuling möglichst unbeschadet zu überstehen?


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BeitragVerfasst: 20 Jul 2005 20:41 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2016
Nein, Manu ....... die Wahrscheinlichkeit ist 100% !

Ich habe eine einzige lange Busfahrt in Brasilien gemacht (B.H. - Porto Seguro) und der Bus ist überfallen worden.

In Brasilien würde man mich deswegen "Pé frio" nennen. :cry: :?

Mal im Ernst: Busüberfälle sind in Brasilien sehr selten. Regional sind sie wohl im Norden und Nordosten am häufigsten.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 20 Jul 2005 21:16 
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Registriert: 28 Nov 2004 22:25
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manu_dibango hat geschrieben:
Mig_L hat geschrieben:
... Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß einem bei
einer längeren Busfahrt durch das Land zum Beispiel was passiert? ...

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 42%

Du meinst wohl, das wäre die universale Antwort auf den Sinn des Lebens? Frei dem Losungsmotto "No panic"?
"No panic" ist selbst für jemanden als Nichtanhalter durch unendliche Galaxien ein guter Hinweis.
Die Schwierigkeit besteht immer darin, als Europäer eine gewisse Art von Paranoia unter Kontrolle zu bringen.
Denn erstens ist alles ungewohnt und anders und oftmals befremdlich. Und dann muss man oftmals auch noch mach Eigenenergie aufbringen, um in bestimmten Situationen zielorientiert Lösungen zu finden.

Zitat:
Würde zum beispiel gerne Fotos von der ganzen reise machen, aber mit digitalkamera durch die Gegend laufen??? Wie weiß ich abends, in welche viertel ich gehen kann, bzw. welche Lokale ich besuchen kann...?
Habt ihr sonst Tips um eine solche reise als absoluter Brasilien-Neuling möglichst unbeschadet zu überstehen?


Möglichst unbeschadet? Dann häng dein Herz nicht zu sehr an Besitztümer und bring eine gewisse "humilidade" für das faszinierende Land Brasilien mit.
Du willst 100% sicher gehen, dass deine Digikamera nicht geklaut wird? Dann lass sie zu Hause. Willst du aber nicht auf eine solche verzichten, dann sollte sie zwei Dinge erfüllen. Sie ist klein und handlich (und macht gute Fotos) und passt sowohl in deine Hand (so dass sie darin nicht richtig auffällig sichtbar ist) als auch in deine vordere Hosentasche. Oder kauf dir Einwegkameras. Sind zwar qualitativ mies aber wenn se weg sind, ist der monetäre Verlust nicht gross. Oder kauf dir 35mm Kameras. Die fallen im Preis. Und dann würde ich dir auf alle Fälle ein MINOX empfehlen. Oder andere Kleinbildkameras, die weitaus billiger sein können und trotzdem hervorragend Fotos machen können.

Für die Busfahrt: Papiere am Körper und nie was drin zurück lassen, wenn er an einer Lanchonete hält. Auch nie was vom Fenster aus kaufen.
Vermeide Dinge, die dir abgerissen werden können/müssen, wenn sie geklaut werden sollen. Also Uhren, Ringe, Wanderrucksäcke auf dem Rücken, sichtbare Brustbeutel. Es tut höllisch weh, wenn sie dir unabgeschnitten abgezogen werden. In Brasilien sah ich es öfters, dass Rucksäcke auf der Brust getragen werden. Man kann sie da besser kontrollieren. Hinten getragen verführen sie zum Aufschneiden.
Backpacker auf dem Rücken zu tragen, ist auch eine dumme Angewohnheit. Spätestens wenn man mit den 10 bis 20 Kilo auf den Bauch zu Boden geworfen wurde und Banditen über dir dich in aller Seelenruhe ausnehmen wie ne Weihnachtsgans, dann wirst du es bereuen.
In Grossstädten (Sao Paulo, Rio, etc.) ist es immer empfehlenswert sich zu überlegen, was man ausgeben wird/möchte, wenn man das Hotel verlässt. Für den Rückweg hatte ich mir immer als Notfallplan den Wert einer Taxi-/Bus-Fahrt in den Schuh gesteckt. Den Rest ohne Portemonaire in der Hosentasche.
Und egal ob du es bei Brasilianern siehst oder nicht: Vermeide erstens Sandalen mit weissen Socken, Hawaiihemden, und dann geschmückt wie ein Christbaum herumzulaufen! Du bist verheiratet und trägst aus Überzeugung den Ehering? Du bist nicht gleich geschieden, wenn du den goldenen Ring im Hotelsafe lässt. Aber du bist am Rand einer Krise, sollte jemand den Ring urplötzlich rauben wollen. Und solltest du diese Krise gesundheitlich unbeschadet uberstanden haben, wirst du dir nachher in den Allerwertesten beissen wollen, dass der Ring weg ist ...
Du brauchst unbedingt ein Zeiteisen? Glaub mir, du brauchst im Urlaub nicht wirklich eine Uhr. Und wenn dann ab damit in die vordere Hosentasche.
Das alles ist deswegen, nicht weil du beklaut werden könntest, sondern weil solche Sachen Aufmerksamkeit schaffen können und danach eventuell Begehrlichkeiten.
Und solltest du trotzdem überfallen werden (was man in Grossstädten nie ausschliessen kann), dann wärest du es auch, wenn du wie ein Weihnachtsbaum durch die Strassen marschiert wärest. Und warst du so einer, dann kannst du dir den Grund sogar sofort ausrechnen.
Klar eine Kamera in der Hosentasche beult aus. Aber erst einmal kann man nicht erkennen, was deine Tasche so quadratisch ausbeult. Und solltest du eine Hand eh immer vorne in die Tasche gestopft haben, dann ist es noch schwieriger abzuschätzen, ob es wirklich nur deine Hand ist, oder ein Wertgegenstand oder gar ein Verteidigungsinstrument. Klar, eine Kamera in der vorderen Hosentasche behindert. Also wirst du dir vorher überlegen, ob du sie mitnehmen musst, willst oder kannst.

Zurück zu den Busfahrten: Sollte eine Bande auf die Idee kommen gerade deinen Bus zu überfallen, dann wirst du nie was unternehmen können. Busfahrten sind generell recht sicher.

Und dann gilt die Antwort nach dem Sinn des Lebens: 42.
Und NO PANIC.
Vorsicht ist okay, aber eine Paranoia ausufern zu lassen wäre gefährlich und ungesund.
Ansonsten weiterführende Links hier:
http://www.brasilienfreunde.net/viewtopic.php?t=471
und
http://www.brasilienfreunde.net/viewtopic.php?t=290

Und NO PANIC beim Durchqueren von unbekannten Galaxien.
Und viel Spass in Brasilien. Sieh das Land relaxt aber nicht unaufmerksam.



Abraços
Careca

Mein echter Name ist ein tödlicher Witz. Der letzte, dem ich diesen mitteilte, wurde gestern beerdigt ... ;)


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BeitragVerfasst: 20 Jul 2005 21:36 
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und egal was passiert: immer ein Handtuch dabei haben. Ne Panikbrille wäre auch nicht übel ;-)

Ach so, wegen Kamera: die Digital Ixus(se) sind so dermaßen lütt und bieten trotzdem optischen Zoom, die passen bequem in die Hosentasche...

Andere Frage: was ist das denn für eine Knauserfirma die Dich gleich mit der Auflage auf Reisen schickt, möglichst zu sparen? Da kannst ja gleich nen Backpack Urlaub selbst organisieren...

Munter bleiben
Ursinho


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BeitragVerfasst: 20 Jul 2005 23:29 
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Ich will jetzt nicht , daß der Eindruck entsteht, daß ich Paranoid wäre, oder Vorurteile habe. Obwohl ich nie in Brasilien war, wird man in Portugal aufgrund des Fernsehens mit der brasilianischen Kultur groß. Desweiteren bin ich ein großer Brasilien-Fan, egal ob es um Musik, Fußball, oder Lebensweise geht, sonst würde ich diese Reise auch nicht machen. Nur kriegt man ja auch einiges negatives mit (vor 1 Woche erst eine Sendung über S.Paulo auf NTV), und ich will halt nicht gerade mein Glück herausfordern. Mir ist es auch fast egal ob ich bestohlen werde und mein Handy oder sonstiges dabei wegkommt. Aber meine Gesundheit oder mein Leben will ich nicht aufs Spiel setzen.
Ich will möglichst viel von diesem faszinierenden Land mitkriegen und gesund wieder zurückkommen. das ist alles.
Bedanke mich noch einmal für die bisherigen und noch kommende hinweise


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BeitragVerfasst: 21 Jul 2005 05:49 
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Du hast ja vollkommen recht und deine Fragen sind 100pro berechtigt. Und deine Fragen haben nichts mit paranoid zu tun.
Aber die Situation kann kommen, dass man die Menschen in Brasilien anfängt nach deren Hautfarbe und somit ihrer potentiellen Gefährlichkeit einzuklassifizieren (zB.: braungebrannte hellhäutige Person in Brasilien? Entweder Tourist oder Obdachloser ...) und dass man dann irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Und hinzu kommt dann noch, dass in Brasilien die Uhren ein wenig anders ticken. Und manche Änderungen verursachen beim Menschen das Gefühl von Bedrohung, weil er Zeit braucht sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

Überspitzt polemisierend ausgedrückt:
Begegnet ein Mensch einem anderen Menschen des nachts in einem Wald, denkt dieser bestimmt: Huch! Sicherlich ein Mörder!
Begenet eine Wolf einem anderen Wolf in einem Wald, denkt sich der bestimt: Ach, nur ein Wolf.

Die Sendung auf NTV N24 war eine dokumentatorische Aneinanderreihung von Vorkommnissen, Leichen und Verletzten, passend untermalt mit dramatischer, schwermütiger Musik. Die Kommentare sollten immer auch daran erinnern, was die Stimme im off mit deren sonoren tristen Klang unterstreichen wollte: Die Zustände im Süden und Osten SPs sind wie im Krieg, das beschriebene Krankenhaus ist medizinisch hervorragend eingerichtet, aber nachts heilos von Verletzten und Toten überlaufen, die ROTA die ohnmächtigen staatliche Armee in diesen Krieg. Und: Alle halbe Stunde ein Mord.
Sie gab einen reisserischen Lichtblick auf die nächtliche Situation hinter den Lichtern der Grossstadt (Kameraeinstellungen am Anfang und Ende der Reportage).

Im Endeffekt hilft auf alle Fälle noch folgender Ratschlag:
Nicht kirre machen lassen!



Abraços
Careca

Mein echter Name ist ein tödlicher Witz. Der letzte, dem ich diesen mitteilte, wurde gestern beerdigt ... ;)


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