Tornados, Hagel, Überschwemmungen: Erderwärmung trifft Argen

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Tornados, Hagel, Überschwemmungen: Erderwärmung trifft Argen

Beitragvon mikelo » Mo 16. Apr 2007, 17:59

BUENOS AIRES, 16. April 2007 - Die Erderwärmung wird die globale Wirtschaft um rund 20 Prozent reduzieren, sollten nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Stern-Report, den Wissenschaftler im Auftrag der britischen Regierung im Jahr 2006 erstellt – und jetzt veröffentlicht haben. Argentinien, Brasilien und Uruguay soll es besonders hart treffen.
Stürme, anhaltende Regenfälle, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Dengue oder Malaria, der Verlust von Anbauflächen: die Liste ist endlos. Wie ein Bericht der Gruppe zur Erforschung der Erderwärmung (IPCC) des Informations- und Forschungszentrums der UNO für Argentinien und Uruguay jetzt schlussfolgert, wird Argentinien spätestens im Jahr 2020 massiv unter den Folgen der Erderwärmung leiden. Die Temperatur soll dann um mindestens ein Grad angestiegen sein.






Die ersten Anzeichen sind jedoch bereits jetzt zu erkennen. Überschwemmungen in der Milch- und Kornkammer des Landes, der Provinz Santa Fe, brachten in den letzten Wochen die Milchproduktion zum Erliegen. Exporteure mussten ihre Ausfuhren stoppen, um die Versorgung des Binnenmarktes zu sichern. Gleichzeitig breitet sich die Wüste in weiten Teilen des Landes aus. Provinzen wie La Pampa, einst wichtigstes Zentrum der Fleisch- und Weizenproduktion, leidet zunehmend unter Trockenheit wegen des immer häufiger ausbleibenden Regens.

Studien wie die der IPCC, aber auch der Bank Citigroup weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich die Gefahr nur mittels Perspektive reduzieren lässt. „Doch Argentinien beutet seine Ressourcen weiterhin ohne Planung aus. Wir wissen zum Beispiel nicht, wann was an welcher Stelle angebaut werden soll. Wer seine Produktionskapazität für die Zukunft schützen will, muss jetzt beginnen, den Anbau neu zu ordnen“, sagt Osvaldo Canziani, Experte des IPCC, bei der Präsentation des Berichts. „Schon heute müssten wir entscheiden, wohin wir die Saat der Güter umverteilen, die von den höheren Temperaturen am stärksten betroffen sind. Doch leider fehlt uns – wie auch den restlichen Ländern der Region – immer noch ein mittel- und langfristiger Flächennutzungsplan.“

Trinkwasser: Ab 2050 wird es eng
Experten erwarten, dass die Temperaturen bis zum Jahr 2020 um 1,2 Grad Celsius ansteigen. Im Jahr 2080 dürfte das Thermometer im Durchschnitt bereits 4,5 Grad mehr als heute anzeigen. „Die Gletscher werden schmelzen. Das täuscht viele über die Gefahr einer knapper werdenden Trinkwasserversorgung hinweg. Doch spätestens 2050 dürfte es auch in dem Bereich in Argentinien eng werden“, warnt Graciela Magrin, die ebenfalls an dem Bericht des IPCC mitarbeitete.

Zu den Anbauprodukten, die von der Erderwärmung profitieren könnten, gehört Soja. Die Pflanze kann Temperaturanstiege um bis zu drei Grad verkraften, ohne an Rentabilität einzubüßen. Schlechte Karten haben hingegen Mais, Weizen und Sonnenblumen. Hier führt bereits der Anstieg um ein Grad zu massiven Ernteverlusten. Sollten die Anbauflächen nicht in kühlere Gebiete umgesiedelt werden, könnte allein der Mais kurzfristig bis zu 14 Prozent seiner Produktion einbüßen. Weizen würde zehn Prozent verlieren.

Alternativen
Ein Bericht der Citigroup wies jetzt daraufhin, dass die Veränderung auch Chancen bietet. Erwärmung, Trockenheit ja selbst Tornados hätten Potential für Unternehmen aus den Sektoren Erdgas, Wasseraufbereitung, Versicherung und anderen. Investmentanalyst Edward Kerschner schreibt in der Studie, dass die Alternativen vor allem im Bereich der regulierten Märkte Energie und Transport zu suchen sind. Doch vielen Argentiniern sei das Thema Erderwärmung bisher nicht oder nur wenig bekannt. Dies träfe vor allem für Landwirtschaftssektor zu.

„Es ist, als ob wir über den Krieg der Sterne sprechen würden“, gibt Berater Gustavo Duarte zu verstehen, der mit dem Verband für Landwirtschafts-Forschung (Aacrea) zusammenarbeitet. Auch von Regierungsseite sei bisher kaum ein Echo auf die alarmierenden Meldungen gekommen. Positive Ausnahme sei das argentinische Institut für Technologie und Landwirtschaftsforschung (INTA).
http://www.argentinienaktuell.com/image.php?newsId=1893
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