Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Laurita » Fr 13. Feb 2009, 18:57

Herrmann hat geschrieben: Ja gibst denn das? Seit wann hat in Brasilien einer keine Chance weil er kein Recht auf einen guten Anwalt in einem Arbeitsgerichtsprozess hat. die stehen doch hier schlange vor den Tribunais und die Zeitungen sind voll mit angeboten. die holen dich doch sogar mit dem Taxi ab und zahlen dir das Mittagessen


Seit immer. Rechtsanwälte, die ihre Dienste in Zeitung anbieten (was übrigens verboten ist) und Taxi für ihre Kunden bezahlen, sind nicht gerade vertrauenswürdig.

Herrmann hat geschrieben: Weisst du was eine Cooperativa de Serviço ist? Ja oder nein. Bist du überhaupt eine brasilianische Anwältin? Nicht Bös sein aber du hast mir Grund gegeben das zu fragen. Hast du Grerichtspraxis im Arbeitsrecht?
Nix für Ungut


Bitte, beleidige mich nicht. Jeder Idiot weiss, dass in Brasilien viele Kooperativen gegründet werden, um das Arbeitsrecht zu umgehen, also um keine Sozialversicherung zu bezahlen. Was meinen profissionellen Qualifikationen angeht, kannst du gerne mal unter http://www.oabsp.org.br nach "Laura Regina Da Riva - OABSP 207.689" suchen. Ich habe gar nichts zu verbergen.

donesteban hat geschrieben:Das Arbeitsrecht in BR (kenne ich mehr gerüchteweise) und das Arbeitsrecht in DE kann aber auch kontraproduktiv sein. Nicht alle Unternehmer sind schlecht und wollen ihre Angestellten nur ausbeuten. Besitzer kleinerer Betriebe - gerade auch gastronomische Betriebe - haben oft ein schweres Los. Sie werden einerseits von Behörden mit Auflagen und Abgaben geradezu schikaniert und haben oft weniger Rechte als ihre Angestellten (ich schreibe jetzt von DE). Dazu kommt noch das unternehmerische Risiko. (...) Das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille. Jedenfalls ist nicht immer der Unternehmer der Böse und Gesetze lassen sich auch zugunsten von Angestellten "hinbiegen".


@ Donesteban, du hast vollkommen Recht. Das brasilianische Arbeitsrecht ist veraltet und sehr restriktiv. Das brasilianische Arbeitsrecht ist einerseits arbeitnehmerfreundlich, andererseits aber auch bevormundend. Meiner Meinung nach sollen die Gerichten immer noch davon ausgehen, dass es sich bei Arbeitnehmer um schutzbedürftigen Personen handelt.
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Herrmann » Fr 13. Feb 2009, 19:27

OK , Fronten geklärt, bitte um Entschuldigung für die Zweifel, aber dass ein Armer keinen Zutritt zum Arbeitsgericht hat war schon eine seltsame Sache.
Genau wie es viele betrügerische cooperativas gibt, gibt es viele betrügerische und geldgierige Anwälte
Das brasilianische Arbeitsrecht ist veraltet und sehr restriktiv. Das brasilianische Arbeitsrecht ist einerseits arbeitnehmerfreundlich, andererseits aber auch bevormundend.

Stimm ich 100 % zu

Meiner Meinung nach sollen die Gerichten immer noch davon ausgehen, dass es sich bei Arbeitnehmer um schutzbedürftigen Personen handelt.

Wieso, sind das Kleinkinder???????? Vergiss das, der Getulio Vargas war Nationalsozialist und sagte mal " este pais só é governavel enquanto é cheio de analfabetas"
Mein Kleiner ist heute in einer öffentlichen Schule weil sie besser ist als alle privaten hier.
Prost Mahlzeit
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon donesteban » Fr 13. Feb 2009, 22:27

Laurita hat geschrieben:Meiner Meinung nach sollen die Gerichten immer noch davon ausgehen, dass es sich bei Arbeitnehmer um schutzbedürftigen Personen handelt.
Korrekt. Oft sind sie auch die Schwächeren. Die Gerichte sollten aber auch davon ausgehen, dass nicht alle Arbeitgeber die Mitarbeiter nur ausbeuten wollen. Vielleicht habe ich in Brasilien auch nur zu viele "Horrorgeschichten" gehört. Z.B. beim Bauen: Selbst wenn man seine "Mitarbeiter" anständig und korrekt entlohnt, kämen sie in fast allen Fällen mit Nachforderungen und würden vor Gericht regelmäßig Recht bekommen. Nicht einmal unterschrieben "Lohnzettel sollen da helfen, weil der Richter davon ausgeht, dass sie die unter Zwang unterschrieben hätten. Ich habe eigentlich mehr Vertrauen in die brasilianische Rechtssprechung, aber eben solche Geschichten selbst von Anwälten gehört.

In DE hatte ich einmal eine Verhandlung, wo es um ein erhebliches, zinsloses Freundschaftsdarlehn an einen vermeintlich guten Freund ging. Der wusste plötzlich nichts mehr davon und ich war in der Beweispflicht. Mein Anwalt war guter Dinge, da die Bezahlung über die Bank lief und solche Summen nicht leicht erklärbar sind. Vor Gericht kam er dann plötzlich mit der Story, dass es die Bezahlung von Schwarzarbeit in meinem Biergarten gewesen wäre. Ich bin fast vom Stuhl gekippt, weil ich ihn als einen weiteren Freundschaftdienst tatsächlich dort mal habe arbeiten lassen obwohl ich ihn nicht wirklich brauchte. Mein Anwalt hat mir darauf hin gesagt, dass es nun ganz schlecht für mich aussehe. Der Angestellte hat fast immer Recht. Auch ohne Zeugen und mit gutem Leumund für mich. Zum Glück war der Typ jedoch zu blöde, um die Story richtig durchzuziehen. Ich habe gewonnen, aber es war mir eine Lehre.
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Herrmann » Sa 14. Feb 2009, 00:56

donesteban hat geschrieben:
Laurita hat geschrieben:Meiner Meinung nach sollen die Gerichten immer noch davon ausgehen, dass es sich bei Arbeitnehmer um schutzbedürftigen Personen handelt.
Korrekt. Oft sind sie auch die Schwächeren. Die Gerichte sollten aber auch davon ausgehen, dass nicht alle Arbeitgeber die Mitarbeiter nur ausbeuten wollen. .

Nationalsozialistische Volksgerichtsscheiss von Getuli Vargas empfohlen.
Nach römischem Recht auch wenn man den codex Napoleon einbezieht hat das Gericht die Aufgabe die Gesetze zu vollziehen und nicht zu interpretieren und für eine oder andere Seite (väterlich) zu biegen. Deshalb hat die Justizia die Binde vor den Augen. In Brasilien blinzelt sie unten durch.
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Itacare » Sa 14. Feb 2009, 02:15

@ RWS

Hast Du Dich jetzt etwa verzettelt und vom Thema ablenken lassen?

Ich hatte was anderes erwartet.

In der Art vielleicht, dass Kellner… auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und alle Tricks kennen um ihren Arbeitgeber bei jeder Gelegenheit zu besch…und dieser deshalb die Form einer Cooperativa wählt wo die Angestellten „Mitunternehmer“ sind und sich untereinander selbst kontrollieren?

Liege ich da falsch? Da bist Du mir noch immer die Antwort schuldig.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Herrmann » Sa 14. Feb 2009, 02:31

Itacare hat geschrieben:@ RWS

Hast Du Dich jetzt etwa verzettelt und vom Thema ablenken lassen?

Ich hatte was anderes erwartet.

In der Art vielleicht, dass Kellner… auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und alle Tricks kennen um ihren Arbeitgeber bei jeder Gelegenheit zu besch…und dieser deshalb die Form einer Cooperativa wählt wo die Angestellten „Mitunternehmer“ sind und sich untereinander selbst kontrollieren?

Liege ich da falsch? Da bist Du mir noch immer die Antwort schuldig.

Hast vollkommen recht, hab mich offtopick schieben lassen, hab aber heute einen schweren Astmanfall nach dem anderen und antworte morgen. Ist genau das was du andeutest Danke für die Hilfe
Prost Mahlzeit
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Herrmann » Sa 14. Feb 2009, 18:33

So jetzt gehts wieder etwas besser
Ich werde anfangen, wo es für jeden Unternehmer im Dienstleistungsgewerbe um Sein oder nicht sein. Bei der Entlohnungsfrage.
Am besten arbeitet man als Restaurantbesitzer wenn man kein Fachmann ist ders von der Pike auf gelernt und gelitten hat mit selbstständigen Arbeitsbrigaden, sogenannten cooperativas de trabalho. Und da muss ich leider der laurita zustimmen. Was da an betrügerischen Banden ihr Unwesen treibt geht auf keine Kuhhaut.
Deshalb empfehle ich wenn keine a b s o l u t vertrauenswürdige zu finden ist selbst eine zu gründen. Wie man das macht erkläre ich spatter.

Damit sind alle Mitarbeiter selbstständige Unternehmer und unterliegen nicht mehr dem brasilianischen Arbeitsrecht.

Vorteil für den Unternehmer: er kann nicht mehr mit absurden Klagen nach 5 Jahren in Gefahr kommen sein Unternehmen zu verlieren,

Vorteil für den Mitarbeiter. Er selbst bestimmt sein Gehalt, seine Arbeitszeit, ob er es alleine schafft und mehr verdient oder ob noch ein cooper ran muss und beim abteilen mitzählt. Ob er mit Taxi oder Bus heimfahrt, welcher Bank er seine Ersparnisse zur Rentenversicherung anvertraut statt e seiner nicht sehr vertrauenszürdigen Regierung zu überlassen ….
Prost Mahlzeit
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Re: Trinkgeld in Brasilien, sein oder nicht sein für den Wirt

Beitragvon Herrmann » Sa 14. Feb 2009, 18:52

Im Templer sektor gibt es Salon Brigaden und Küchen Brigaden.
ich finanziere generell die Salonbrigade voll und die Gratificationen der Küchenbrigade aus dem Bedienungsgeld von 10%. Damit kommen zb die niedersten Ränge wie Putzfrau
(in Goiania Die Preise und Gehälter sind in Brasilien ungeheuer verschieden deshalb gebe ich bei absoluten Aussagen den Standort an. Da ich in Goiania eine cooperative mit 2500 Mitglieden komandierte habe ich halt alles so im Kopf und alle Angaben ab hier beziehen sich auf Goiania)
auf ein Gehalt von R$ 1400.00 bruto
ein Koch mit mind 10 Jahre praxis R$ 2400.00 bruto
ein Kellner mit praça 2800.00 bruto
Kellner ohne praça 2000.00 bruto
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