trotz allem, Lula bei 47 %

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Beitragvon Severino » Di 26. Sep 2006, 08:31

Nein, falsch ist das nicht. Aber eben eine "schöne" Statistik. 1 Dollar am Tag gibt also etwa 60 R$ im Monat. Dazu kommen ca. 30 R$ pro Kind aus der bolsa familia. Der salario minimo ist 350 R$. Dafür muss man 42 Stunden an 6 Tagen pro Woche arbeiten und davon kann man aber nicht leben. Das reicht gerade um nicht zu verhungern. Aber wohnen und sich anziehen muss man ja auch noch. Stell Dir einfach vor Du müsstest mit 2 EURO am Tag in Deutschland leben...
Es ist also nur die Frage wo man den Strich zieht zwischen arm und reich...
Ich persönlich finde es eine Frechheit zu behaupten, dass ein Brasilianer mit unter R$ 1000 pro Monat (das ist so etwa das Durchschnittseinkommen) nicht arm sei....
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3399
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 43 mal in 33 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Severino » Di 26. Sep 2006, 09:06

Noch eine schöne Statistik, die man für die Wiederwahl von Lula missbrauchen kann:

A segunda edição da pesquisa Retrato das Desigualdades, realizada pelo Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada (Ipea) e pelo Fundo de Desenvolvimento das Nações Unidas para a Mulher (Unifem), aponta que na parcela de 10% dos mais pobres da população brasileira (dentro do total de 30,2% de pobres), 71% são negros.

Entre os 10% mais ricos, os negros são 18%. E 1% deles tem 11,3% de negros. “Há um embranquecimento da população conforme se sobe na pirâmide social”, avaliou Luana Pinheiro, coordenadora da pesquisa no Ipea.

O estudo divulgado hoje (25) também levantou diferenças no nível de escolaridade e no acesso a educação, saúde, previdência, trabalho, habitação e saneamento, para homens e mulheres, negros e brancos, da zona urbana e rural. E foi realizado com base nos dados coletados anualmente, de 1993 a 2004, pela Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios (Pnad), do Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE).

“Muitos dados seguem a tendência apontada na primeira edição da pesquisa. O que chama realmente atenção é que, apesar de verificarmos melhoras para quase todos os grupos, as diferenças entre eles se mantêm”, afirma Pinheiro.

De acordo com a pesquisa, o grupo que mais sofre discriminação – racismo e sexismo – é o de mulheres negras. Elas demoram mais para conseguir trabalho, têm menos escolaridade e menos acesso a cuidados para a saúde, trabalham mais tempo e têm a pior remuneração. A coordenadora avaliou que “a discriminação é resultado de um problema histórico, de estereotipar as pessoas conferindo a elas menor capacidade e menor inteligência. É o que acontece com este grupo”.

O estudo mostra que em 1993, os brancos estudavam 2,1 anos a mais que os negros e que em 2004 a diferença caiu para 1,9 ano. Se não forem tomadas medidas específicas, afirmou a pesquisadora do Ipea, essa realidade tende a se perpetuar: "Grupos diferentes precisam ser tratados de maneiras diferentes. Ações afirmativas temporárias, como as cotas para negros em universidades públicas, podem alterar este quadro”.

O acesso à saúde também é diferenciado, aponta a pesquisa. Enquanto 44,5% das mulheres negras nunca haviam realizado exame clínico de mamas em 2004, o total de brancas sem o exame era de 27%. E 20% da população negra nunca fizeram consultas odontológicas, contra 12% da população branca.

Em relação à exclusão digital, 92,4% da população negra não tinham acesso a um computador em 2004, contra 76,9% da população branca. O percentual de negros que não tinha acesso à internet era de 94,7% e o de brancos, de 82,2%.

Fonte: Agência Brasil
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3399
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 43 mal in 33 Posts

Beitragvon paulista » Di 26. Sep 2006, 10:22

sorry, aber das sind nun mal Statistiken. Wie willst Du sonst vergleichen? Mit Deiner subjektiven Meinung, oder mit gefühlten Werten? Oder durch eine Umfrage hier im Forum?

Natürlich kann man Statistiken auch für den eigenen Vorteil verwenden oder auch mißbrauchen. Dies wird permanent auf der ganzen Welt gemacht. Nur Alckmin scheint da eine Ausnahme zu sein. Zumindest erreicht er nicht die Wähler, obwohl er die meisten Medien eigentlich hinter sich hat.

Was anderes wäre es natürlich, wenn es eine gefälschte Statistik ist. Aber ich bin mir sicher, dass sogar in Brasilien eine Fälschung bemerkt werden würde.

p
Benutzeravatar
paulista
 
Beiträge: 169
Registriert: Fr 4. Nov 2005, 00:25
Wohnort: München
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 2 mal in 2 Posts

Beitragvon dietmar » Di 26. Sep 2006, 12:12

Severino hat geschrieben:Nein, falsch ist das nicht. Aber eben eine "schöne" Statistik. 1 Dollar am Tag gibt also etwa 60 R$ im Monat. Dazu kommen ca. 30 R$ pro Kind aus der bolsa familia. Der salario minimo ist 350 R$. Dafür muss man 42 Stunden an 6 Tagen pro Woche arbeiten und davon kann man aber nicht leben. Das reicht gerade um nicht zu verhungern. Aber wohnen und sich anziehen muss man ja auch noch. Stell Dir einfach vor Du müsstest mit 2 EURO am Tag in Deutschland leben...
Es ist also nur die Frage wo man den Strich zieht zwischen arm und reich...
Ich persönlich finde es eine Frechheit zu behaupten, dass ein Brasilianer mit unter R$ 1000 pro Monat (das ist so etwa das Durchschnittseinkommen) nicht arm sei....


Es ist ja viel schlimmer. Es wird ja behauptet, dass jemand, der Salario minimo verdient, NICHT arm sei ....

Habe mir dazu meine Gedanken gemacht: http://brasilienmagazin.net/2006/09/23/arm ... i-65-r-an/
Benutzeravatar
dietmar
 
Beiträge: 3379
Registriert: Sa 8. Okt 2005, 14:46
Wohnort: Toledo-PR
Bedankt: 19 mal
Danke erhalten: 105 mal in 81 Posts

Beitragvon Gunni » Di 26. Sep 2006, 12:51

Armut in Brasilien auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren


Das war sicherlich kein "Verdienst" von Lula - sondern von Cardoso - aber stimmt schon, daß sich früher viele nicht mal Fleisch leisten konnten.

Für die Industrie wäre Lula allerdings ne Katastrope - (oder auch wieder nicht wenn man auf Rohstoffe spekuliert) - sein nationaler Kurs (Ausländer nehmen uns die Arbeit weg, der Real muß stärker werden...etc...) wird zwar viele Wählerstimmen reinholen, aber nicht unbedingt die Arbeitsplätze sichern oder zum Vorteil von "Einwanderen" sein.

Im Endeffekt ist es egal - wenn die Herstellungskosten den Weltverkaufspreis übersteigen (wegen nem zu starken Real) werden halt die Produktionslinien in andere Länder verlegt .... das ist heutzutage kein Problem mehr und geht schneller als man denkt.

Immerhin konnten wir ja auch die alten digital-TV Linien endlich nach Südamerika verscherbeln "Dank" Lula und man wird wohl noch mehr verkaufen können wenn er wieder gewählt wird 8)

....... ob das alles aber so gut für Brasilien ist, bezweifle ich schwer 8)
Benutzeravatar
Gunni
 
Beiträge: 658
Registriert: Mo 7. Aug 2006, 16:07
Bedankt: 22 mal
Danke erhalten: 64 mal in 41 Posts

Beitragvon Jorginho » Di 26. Sep 2006, 14:13

Das wird Lula nicht gefallen. Habe gerade das neueste Wettbewerbs-Ranking des Weltwirtschaftsforums eingesehen: Brasilien ist innerhalb eines Jahres von Platz 57 auf 66 zurückgefallen.

Der Spiegel-Artikel dazu ist hier zu finden: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,439339,00.html

PS: Deutschland ist von Rang 6 auf 8 und die USA sind von Platz 1 auf 6 abgerutscht.

Das gesamt Ranking gibt es hier einzusehen: http://www.weforum.org/pdf/Global_Compe ... nkings.pdf

http://www.weforum.org/en/initiatives/g ... /index.htm
Benutzeravatar
Jorginho
 
Beiträge: 626
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:15
Wohnort: Freaklândia
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Severino » Di 26. Sep 2006, 14:24

Oi jorginho,
Das Ranking lässt sich aber nicht mit früheren vergleichen da sogenannte "weiche" Faktoren in der Bewertung neu hinzugekommen ist. Daher ist ein Vergleich mit älteren Daten nicht sinnvoll.....
Ausserdem die Schweiz neu auf Platz 1 ?
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3399
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 43 mal in 33 Posts

Pobre e miserável

Beitragvon bruzundanga » Di 26. Sep 2006, 14:49

Im deutschen würde man von Armen und von im Elend lebenden sprechen.

Mit Sicherheit ist bei 60 U$ pro Monat die Elendsgrenze gemeint.

Man kann diesen Artikel auch folgendermassen intrpretieren:

Unter der Regierung Lula wurden mit assistenzialistischen Massnahmen einige Prozent der bras. Bevölkerung aus dem absoluten Elend in eine elendige Armut befördert.

Prost Mahlzeit

Bruzundanga
In einen hohlen Kopf geht viel Wissen (Karl Kraus)
Benutzeravatar
bruzundanga
Moderator
 
Beiträge: 1916
Registriert: Di 22. Aug 2006, 14:59
Wohnort: Ceará
Bedankt: 28 mal
Danke erhalten: 96 mal in 80 Posts

Beitragvon Severino » Do 28. Sep 2006, 11:59

Unter der Regierung Lula wurden mit assistenzialistischen Massnahmen einige Prozent der bras. Bevölkerung aus dem absoluten Elend in eine elendige Armut befördert.
:lol:

Naja, wer weiss, wie es bei einem andern gewesen wäre....
Neben den Prozenten geht es am Sonntag aber auch an die Promille:

No próximo domingo, 1º de outubro, a Secretaria de Segurança Pública não vai baixar a portaria que proíbe a venda de bebidas alcoólicas no dia da eleição.


Irgendwann machen die Behörden dann am Tag der Wahlpflicht wohl auch noch Alkoholkontrollen im Abstimmungslokal, denn jetzt könnte man sich ja zuhause vollaufen lassen und dann am Ende gar besoffen für den Falschen stimmen....
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3399
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 43 mal in 33 Posts

Promillekonferenz und Lei seca

Beitragvon bruzundanga » Do 28. Sep 2006, 13:49

Da müssten wir doch glatt (alle die in Brasilien sind) am Sonntag eine Promillekonferenz im Forum führen.
Da kann dann jeder sagen ob er es schafft seine Promille proportional zur Prozentzahl seines Wunschkandidaten zu halten.
Aber Vorischt, wenn der Proportionalitätsfaktor nicht zu gering angesetzt wird kann dass bei Lula-Anhängern zu einem saftigem Rausch ausarten.
Ich warte schon mal auf Vorschläge.

Bruzundanga
In einen hohlen Kopf geht viel Wissen (Karl Kraus)
Benutzeravatar
bruzundanga
Moderator
 
Beiträge: 1916
Registriert: Di 22. Aug 2006, 14:59
Wohnort: Ceará
Bedankt: 28 mal
Danke erhalten: 96 mal in 80 Posts

VorherigeNächste

Zurück zu Presse: Aktuelle Mitteilungen

 


Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

fabalista Logo

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlung

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]