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ZDF: Pantanal - Dorado für wilde Tiere
Der seltene, tiefblaue Hyazinthenpapagei und über 700 andere Vogelarten bevölkern den Garten Eden im Dreiländereck. Auf einer Fläche von etwa der Hälfte Frankreichs leben mehr als 70 Amphibien und Reptilienarten und 80 verschiedene Spezies großer Säugetiere. Das größte tropische Feuchtgebiet der Erde - das Pantanal - eines der letzten Schutzgebiete für die bedrohte Tierwelt Südamerikas.
Der größte Teil der etwa 230000 Quadratkilometer umfassenden, einzigartigen Landschaft liegt in Brasilien. Das Pantanal dehnt sich aber auch über Bolivien und Paraguay aus. Die portugiesischen Eroberer nannten einst die vom Kreislauf des Wassers gezeichnete Wildnis "Pantanal", was so viel heißt wie "Morast". Aber das Pantanal weist neben Sumpfgebieten auch saisonal überschwemmte Gras- und Waldlandschaften und unterschiedliche Sorten von Wäldern auf. Von November bis April, wenn Regenzeit herrscht, werden ungefähr zwei Drittel der gesamten Fläche überschwemmt. Aber nicht allein die Menge des Niederschlags, sondern die außergewöhnliche Topographie des Terrains, bringt die regelmäßige Überflutung. Umgeben von Hochebenen, in denen Flüsse entspringen, liegt das Pantanal als eine gigantische Ebene. Das Gefälle der Flüsse ist mit durchschnittlich zwei Zentimetern pro Kilometer extrem gering. Das Regenwasser kann nicht schnell genug ablaufen, dadurch treten die Flüsse über die Ufer. Die vielfältige tropische Landschaft verwandelt sich dann in ein Paradies für Fische und Wasservögel. Die Wasserwildnis bietet ungefähr so vielen Krokodilen eine Heimat wie die Schweiz Menschen beherbergt.
Wenn nach der Regenperiode die trockene Jahreszeit Einzug hält, sammeln sich die Wildtiere an den übriggebliebenen Lachen zum Trinken. Das größte ökologische Schutzgebiet der Welt ist bekannt für seine überragende Vielfalt der Fauna. Vom Aussterben bedrohte Tiere, wie Jaguar, Ozelot und Puma, streifen im Pantanal noch durch den Regenwald. Auch Wolf, Riesenotter und Tapir sind neben vielen anderen großen Säugern in dem Naturreservoir beheimatet. Die nahezu menschenleere Gegend wurde lange Zeit bevorzugt von Wilderern und Vogelräubern heimgesucht. Nachdem die UNESCO das südamerikanische Binnenfeuchtgebiet im Jahr 2000 zum Biosphärenreservat erklärt hat, fließen erstmals erhebliche finanzielle Mittel, um das unersetzliche Paradies für unzählige Tiere und mehr als 1700 Pflanzenarten nachhaltig zu schützen.
Der Dokumentarfilm lädt dazu ein, das größte Feuchtgebiet der Erde mit seiner einzigartigen Flora und Fauna kennen zu lernen. Begeisternde Tieraufnahmen in einer außergewöhnlich facettenreichen Tropenlandschaft schaffen ein bezauberndes Naturerlebnis der besonderen Art.
Datum: Fr, 10. Dez 2004 15:15 Uhr - 16:00 Uhr
Grüsse
Brasil Network
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