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Medikamente können Leben retten. Für Maria de Lourdes da Silva klingt dieser Satz wie ein Hohn. Für sie kommt die Entscheidung der brasilianischen Gesundheitsbehörde, ihr keine Medikamente gegen ihre Hepatitis C im fortgeschrittenen Stadium zu geben, einem Todesurteil gleich. Die 65-Jährige aus einer "Favela" von Rio de Janeiro ist zu arm, um juristisch gegen diese Entscheidung vorzugehen. Denn eigentlich müsste Brasiliens Pharmaindustrie laut Grundgesetz allen Bürgern Medikamente kostenlos stellen. Doch die Haushaltsmittel des Landes reichen nicht aus, um alle Kranken mit den teuren Medikamenten versorgen, die unter Patentschutz stehen - gemäß einem Abkommen der Welthandelsorganisation WTO. Eine Möglichkeit bleibt Brasilien dennoch: gegenüber den internationalen Pharmariesen eine Zwangslizenz zu erlassen, um so die Patente zu umgehen und die Medikamente zu kopieren. Eine Maßnahme, zu der nur in extremen Notfällen gegriffen wird - denn die Folge können Handelssanktionen durch die WTO sein. Der Film zeigt Brasilien zwischen dem bemerkenswerten Anspruch, Medikamente für alle bereit zu stellen und der harten Wirklichkeit im Kampf gegen die Pharmariesen. Patente tragen dazu bei, hohe Gewinne zu erwirtschaften und so die Geschäftsbilanzen zu verbessern. Leben retten sie nicht.
Auslandsreporter - Brasilien: Keine Medikamente für die Armen? Mittwoch, 20.02.2008 SWR/BW Beginn: 22.30 Uhr Ende: 23.00 Uhr Länge: 30 Min.
VPS: 22.30
Gruss brasilmen Thomas
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