Überschuldung vieler Brasilianer

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon cabof » Sa 23. Aug 2014, 08:55

Habe einen interessanten Artikel gefunden, war zwar schon bekannt aber hier kommen noch mehr Zahlen und Fakten:

http://brasilienmagazin.net/politik-wirtschaft/19149/zahl-der-hochverschuldeten-brasilianer-steigt-auf-57-millionen/
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon Frankfurter » Sa 23. Aug 2014, 12:36

Zitat aus dem oben verlinkten Artikel :

Auch wenn die Zahl der verschuldeten Brasilianer hoch ist, stufen die Experten die Situation dennoch nicht als bedrohlich ein. Letztendlich soll es sich in den meisten Fällen lediglich um kleinere Summen handeln.

Diese kleinen Beträge ( nicht gezahlte Beträge ) sind doch schon in der Kalkulation der Konzerne berücksichtig. Wenn dann doch gezahlt wird, sind es a.o. Erträge in den Bilanzen . Wen interessiert denn die Not der Masse Mensch ? Ich habe in meinem früheren Leben beruflich an Entscheidungsfindungen in den oberen Etagen ( Deutschland ) teilgenommen. Die Kälte die da herrscht, wenn es um das Wohl des "Gemeinen Manns" geht, ist erschreckend brutal. Lüge über Lüge nur um die Bilanz prositiv erscheinen zu lassen.

... und ich glaube nicht, dass sich dieser Trend der Überschuldung nur auf Brasilien bezieht. Siehe USA und andere Staaten. Auch in Deutschland ist das freie Einkommen der Arbeitenden immer kleiner. Und wer verdient daran ? Da gehen nur mal kleine Handwerker oder Selbstständige in die Knie, aber kein Grosskonzern. Selbst die Banken wurden alternativlos durch Steuergelder gerettet (und die Vorstände bekommen dafür noch Millionengehälter )

Entschuldigt wenn ich meinen Gefühlen freien Lauf lasse: Aber ich kann gar nicht genug fressen, wie ich bei solchen Tatsachen kotzen muss.
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon zagaroma » Sa 23. Aug 2014, 13:25

Das regelt sich über die Zinsen, bei Kreditkarten ein Minimum von etwa 400 % im Jahr, Bank-Kredite etwa 120%. Wie ich so in meinem Umfeld sehe, bezahlen die Brasilianer Kredite etwa für ein Jahr und dann haben sie's leid (auch wegen der allmeinen Erziehung zu den 12 Raten). Da hat die Bank ihr Kapital auch längst wieder drin plus einem fetten Zinssatz.

Die Ignoranz der Käufer ist abgrundtief, keiner kann sich die wirkliche Belastung ausrechen oder erinnert sich nach ein paar Monaten daran, was er da eigentlich unterschieben hat. Sie sehen nur die Höhe der monatlichen Raten und verlieren sehr schnell den Überblick über deren Anzahl. Aber das ist alles einkalkuliert, sonst bekämen sie ja nicht ein Dutzend Kreditkarten pro Kopf nachgeworfen. Wenn's wirklich eng würde, hätten die Banken schon längst die Notbremse gezogen, garantiert. :mrgreen:
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon cabof » Sa 23. Aug 2014, 16:01

wird wohl so sein, die Banken etc. haben sich schon abgesichert wenn ein Kredit nicht mehr bedient werden kann, der kleine Geschäftsmann bleibt in BR auf seinen Pre-Schecks sem fundo sitzen, eine Ausfallversicherung kann er sich nicht leisten. In DE
sind es ja i.d.R. auch die großen Firmen die Waren auf Pump liefern und Banken na ja, ein Kapitel für sich. Viele solcher Fälle
werden bei uns durch Pfändungen - zumindest teilweise - ausgeglichen, ob es das in Brasilien gibt, weiß ich nicht. Holt sich der
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon zagaroma » Sa 23. Aug 2014, 17:55

Wie das bei Autos funktioniert, weiss ich nicht. Aber der Flachbildfernseher wird üblicherweise auf 12 Raten "ohne Zinsen" über die Kreditkarte verkauft. Dabei bleibt das verfügbare Limit der Karte zum Ausgeben immer um die noch ausstehenden Raten gekürzt. Wenn der Kunde die Raten nicht bezahlen kann, hat er die Möglichkeit, eine Mindestsumme pro Monat zu bezahlen, etwa 5-10 % der Abrechnung. Solange er die bezahlt ist alles gut, die Kreditkartenfirma finanziert die Raten für den TV an das Geschäft. Das wird allerdings richtig teuer, die Finanzierung von Kreditkartenschulden kann bis zu 6000(ja, sechstausend) % Zinsen im Jahr kosten (Amex). Und so kostet das gute Stück am Schluss 20.000 R$. Aber sag' das mal jemandem, der 12 x 120 R$ Monatsraten "ohne Zinsen" gekauft hat und sich für besonders schlau hält, weil er effektiv nur 12 R$ pro Monat bezahlt. Sie glauben es einfach nicht.
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 23. Aug 2014, 19:07

cabof hat geschrieben:wird wohl so sein, die Banken etc. haben sich schon abgesichert wenn ein Kredit nicht mehr bedient werden kann, der kleine Geschäftsmann bleibt in BR auf seinen Pre-Schecks sem fundo sitzen, eine Ausfallversicherung kann er sich nicht leisten. In DE
sind es ja i.d.R. auch die großen Firmen die Waren auf Pump liefern und Banken na ja, ein Kapitel für sich. Viele solcher Fälle
werden bei uns durch Pfändungen - zumindest teilweise - ausgeglichen, ob es das in Brasilien gibt, weiß ich nicht. Holt sich der
Händler das finanzierte Auto wieder ab? Nur als Beispiel, der Großbildschirm TV ... ?? Hat da jemand Erfahrung?


Fällt alles unter der Bezeichnung "penhora". Ich habe bisher nur gehört, dass man zB zu zahlende Alimente direkt beim Arbeitgeber einziehen kann, also vom Lohn. Einen Fernseher holt eher der Verkäufer wieder ab. Kleine Beträge kann man sich wohl am !&@*$#! abputzen; früher hingen die "cheques sem fundo" am Fenster, besonders an den Raststätten, aus. Wird mit Kreditkarte bezahlt, dann ist man Schuldner bei dem Kreditinstitut. Kontokündigung bedeutet das Ende und einen "nome sujo". Damit geht nichts mehr.
Aber auch Brasilien wird sich dem internationalen Kapital beugen und irgendwann Privatpersonen eine Entschuldung einräumen. Schließlich braucht man diese "guten" Kunden wieder als Käufer und Konsumenten. In Frankreich ist man heute seine Schulden in einem Jahr los. In Deutschland erst in sechs Jahren. Soll aber auch kürzer werden.
Zuletzt geändert von BrasilJaneiro am Sa 23. Aug 2014, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon cabof » Sa 23. Aug 2014, 19:17

Ja Zagaroma - so habe ich das auch in Erinnerung, habe mich da nicht profund eingelesen - der BR scheint wohl ein besonderer Spezie von Konsument zu sein, in der Schule beim Prozentrechnen nicht aufgepasst, unbedingt kaufen/haben - nach mir die Sintflut. Was ich in DE so lese, 18% p.A. sind schon Spitze... bei 0.5% Sparzinsen p.A. klafft schon eine Lücke. Auch ich habe schon in DE finanziert, beim Compi-Kauf - 12 x ohne Zinsen, bei Barzahlung gab es keinen Rabatt, im Internet kein besseres Angebot - also den Kaufpreis aufteilen
das finde ich okay. (NB ich kann rechnen und unterscheiden, in BR ist bei den wenigen Einkäufen immer die Frage nach DESCONTO, nada -
dann zücke ich die Kreditkarte). In den letzten Jahren habe ich ausser Supermarkt und Busfahrkarten überhaupt nichts mehr eingekauft.
Was auch? Überteuerte China Sachen? Bangladesh-Klamotten... bekomme ich auch in DE, billiger. Das sollen sich die Newbies und Erstreisende nach Brasilien zu Herzen nehmen - okay, ein Souvenir - aber die Zeiten sind bei mir schon lange vorbei.
Der DINO heute kauft eine Stange Zigaretten, schwarze Bohnen, Farofa, etwas für mein Hobby im Supermarkt erhältlich und eine Flasche
Brasilberg (Underberg).. Kreditkarten-Etuis mit Brasil-Motiven, diese Kacke habe ich mir auch gekauft... das war`s auch schon. Über 50 T-Shirts aus den Jahren stelle ich demnächst bei Ebay ein...
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Re: Überschuldung vieler Brasilianer

Beitragvon cabof » Sa 23. Aug 2014, 19:26

Brasiljaneiro - ja die Schecks ohne Fundo habe ich auch schon gesehen.... Schecks in DE gehören in DE wohl der Vergangenheit an, soll es aber noch im Geschäftsverkehr geben. Ich habe keine mehr. Sollte man in BR komplett auf Karte umsteigen... der Restaurantbesitzer
bleibt auf der Rechnung sitzen (wenn Debito nicht anzeigt), der Händler gibt dann die Ware nicht raus (sichere Seite).... Lohnpfändung
ist auch in DE möglich.... welche Schmach für den Arbeitnehmer....
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