Unfallschaden

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Unfallschaden

Beitragvon zagaroma » Sa 17. Mai 2014, 20:20

Cabof, die Versicherungen decken nur Personenschaden ab. Für Schäden am Auto muss man selber eine zusätzliche Kasko abschliessen und die gilt nur fürs eigene Auto.

Dies hört sich nach Totalschaden an und da bezahlen auch die Versicherungen nur den Zeitwert des Autos (in DE).
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Re: Unfallschaden

Beitragvon MESSENGER08 » Sa 17. Mai 2014, 22:18

moni2510 hat geschrieben:aus Neugierde habe ich mal geschaut, der Meriva wurde von 2003 bis 2012 in Brasilien gebaut, kann es sein, dass es kein Meriva ist?

ansonsten gibts so ziemlich alle aktuellen Werte bei FIPE http://www.fipe.org.br/web/index.asp


Das glaube ich auch !

Denn z.B. selbst der GM Kadett (GL/SL/Lite/Turim 1.8) von 1989 ist noch drinn !!! Mit sage und schreibe R$ 4.432,- !!! :?

:cool:
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Re: Unfallschaden

Beitragvon joachim benz » Mo 19. Mai 2014, 18:53

Nach mehreren längeren telefonaten(am Freitag) mit dem Forum in Campo Bello wurde ein neuer Termin (24.06.2014) festgelegt.
Reclamiert habe ich den überlangen Postweg der Vorladung, so dass ich keine Zeit zur Vorbereitung und efll. Einschaltung eines Rechtsanwaltes hatte...dieses wurde akzeptiert und der Termin neu festgelegt!
Also nachdem jetzt doch etwas Zeit bleibt.....sollte Euch noch etwas dazu einfallen dann schreibt einfach!
Fürs erste erst mal vielen Dank für Euren "Einsatz". Dank an Alle!!
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Re: Unfallschaden

Beitragvon Cheesytom » Mo 19. Mai 2014, 19:27

Ich hab wahrscheinlich gleich Gelegenheit einen Anwalt zu fragen. Ich berichte dann.
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Re: Unfallschaden

Beitragvon aron » Mo 19. Mai 2014, 21:08

kkkk,
Unfall in Brasilien mit Auto wird immer gaaanz teuer.
In erster Linie ist der Fahrer schuldig welcher verschuldetner Massen den Unfall verursacht hat. Und somit auch der welcher enorm viel berappen muss. Ist der Fahrer nicht der Eigner und hat er kein Geld/Vermögen dann wird der eigentliche Eigner des Auto als Verantwortlicher für den Schadenersatz hergezogen und runter genagelt :lol:

Das Unfall Opfer wird sich einen Anwalt holen, vorallem wenn ein Gringo involviert ist. Der Anwalt wird auf 'Idenicacao por Danos Morais e Material' einklagen und das wird die reinen Reparaturkosten plus eine Entschädigung für erleidetes Elend/Ungemach and der Person in der Höhe von irgendwo 2 bis 5 mal den Reparaturkosten beinhalten.
Plus dazu rechnet man die eigenen Anwaltskosten. Gebühren vor Gericht etwa R$1'000, plus, normalerweise werden die Autos nach einem Unfall abgeschlept, da kommen noch die Kosten für den 'gincho' R$500.- plus mit Sicherheit noch Kosten für Bussen der Polizei.

Kosten deines Anwaltes: 20% der Streitsumme, wenn denn die Summe genug hoch ist. Achte darauf, dass der Anwalt wenn möglich nicht mitkriegt, dass die Gegenseite eventuell mehr als nur die Reparaturkosten verlangt. Ehrlich kann ich mir nicht vorstellen, da genau liegt eben der Vorteil von welchem jeder provitieren möchte und wenn immer möglich einklagt!
Eine Pauschale von irgendwo zw. 1'000 und 1'500 plus eventuel die Gerichtskosten separat?!?

Gehe zu zwei, drei Anwälten und frage sie nach den Preisen. Du kannst auch die letzte 'K...' von Anwalt anstellen. Gewinnen ist eh schwierig und die Kosten wären ähnlich.

Die Einheimischen gehen mit dem Autounfall immer sehr gerne vor Gericht um vorallem Schmerzensgeld einzufordern. Sie kriegen Schmerzensgeld auch tatsächlich zugesprochen. Eine Ohrfeige kostet so an die R$5'000.- plus all die Nebenkosten!

Die meisten europäsischen Rechtgssysteme kennen keine oder nur marginale Entschädigung von 'Schmerzgeldern'. Das ist neu für die meisten und daher der Tip: Zurückschlagen, aber schön feste!
Es ist immer die gleiche Taktik. Die Betroffenen versuchen mal möglichst viel sprich absurdes zu verlangen in der Hoffnung Brosamen zu ernten.
Selbstverständlich ist das Auto nicht repariert! Wie auch? Woher die Kohle nehmen? Und klar, die Rechnung ist fingiert und wäre wo anders ev. 10% der genanten Summe.

Hier muss dein Anwalt einhacken, du hast das Recht, die Karre zu einem von dir benannten Berieb zu bringen Zwecks einer Gegenofferte! Ob Real- oder Zeitwert kann ich dir leider auch nicht sagen, eine ganze Karre habe ich noch nicht geschrotett. :P

Du musst auch zuerst deine Akten studieren. Gehe auf das Forum wo der Prozess statt findet. Ausweis vorlegen, Sie sollen dir sagen welche Prozessnummern auf deinen Namen offen sind. Nehme diese Nummer/n und lass dir ebenfalls im Forum die Akten zeigen. Studiere diese, achte vorallem auf das 'Bolletim de Occurencia' der PM. Wie ist es formuliert, entspricht es den Tatsachen, wer sind die Zeugen etc.
In diesen Akten findest du auch sämtliche Vorderungen und alle Aktionen welche bisher vom Gegenanwalt unternomen wurden. Das mögen einige sein.

Deine Change ist, dass die Gegenpartei keine Kohle hat, ansonsten hätten sie die Karre schon längst repariert...
Nimm deinen Anwalt er soll ein Standart Schreiben aufsetzen wo du nur die Summe eintragen musst und die Gegenpartei erklärt sich befriedigt und lasse von der Klage ab!
Bitte die Partei zu dir/deinem Anwalt und sag halt auf die bras. Art und Weise wie leid dir das Leid tut und steh mal etwas näher ans Wasser. Beende dein Gehäule mit dem Satz, dass du aber in der Lage bist, R$3'000 zu begleichen sofern Sie denn die Klage zurück ziehen würden. Cash, im Moment der Unterzeichnung!
Du wirst sehen, es wirkt normalerweise wie Pfeffer in den Augen!
Plötzlich werden die Zungen lockerer und ev. kommt ein Ja aber und ein Hin und her, nicht beeindrucken lassen und max. R$500 draufschlagen.
Wenn du das Gefühl hast, dass niemand anbeisst, kannst du auch noch abrupt Beenden, hat oft eine belebende Wirkung!

Am einfachsten und billigsten ist halt die Unverschämtheit dem Opfer mal eben R$2'000 zuviel in den A schieben zu müssen, nur eben, viel billiger als wenn es zum Prozess kommt.

:D
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Re: Unfallschaden

Beitragvon Itacare » Mo 19. Mai 2014, 22:53

Vor Gericht und auf hoher See - ist alles klar, aron.
Schwierig sich da von einem Anwalt raushauen zu lassen, der dann einerseits gut und andererseits anbetracht seines Honorars auch noch die wirtschaftlichste Lösung sein soll. Die werden einem Gringo sicher keinen Sonderpreis machen, falls doch, dann eher in die falsche Richtung.
Ich in Joachims Situation würde so plädieren, dass ich gar nicht fahren wollte, sondern vom Eigentümer gebeten bzw. beauftragt wurde, eben weil der keinen Führerschein hat.
Und dass der Eigentümer das alles hätte abwenden können mit einer anständigen Versicherung.
Aber das sind natürlich ( schwerwiegende) deutsche Argumente, wir werden sehen, bin mal gespannt wie das ausgeht.
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Re: Unfallschaden

Beitragvon Cheesytom » Mo 19. Mai 2014, 23:47

[quote="Itacare"Ich in Joachims Situation würde so plädieren, dass ich gar nicht fahren wollte, sondern vom Eigentümer gebeten bzw. beauftragt wurde, eben weil der keinen Führerschein hat.
Und dass der Eigentümer das alles hätte abwenden können mit einer anständigen Versicherung.
Aber das sind natürlich ( schwerwiegende) deutsche Argumente...[/quote]

Kannste komplett vergessen und leider unterscheidet sich die deutsch/brasilianische Rechtssprechung wohl in diesem entscheidenden Fall:

Ich hab mit dem Anwalt telefonisch fast 4 Min. über Deinen Fall sprechen können. Die Zeitwertgeschichte, falls die Reparaturkosten den überschreiten hat er klar negiert und war sehr überrascht, dass das in Deutschland angesagt ist.

Aus meinem Bauch raus:

Lass den ersten Termin dergestalt ohne Ergebniss enden (ohne zusaetzliche Kosten), sollte der Geschädigte keine drei Kostenvoranschläge liefern, mit dem Hinweis darauf. Leg wert auf die Protokollierung der Differenz zw. Repkosten und Zeitwert. Richter sind auch nur Menschen.

Falls er drei KvA anbringt, deren Mittel sechstausend entsprechen, biete ihm drei sofort bar an, mit dem Hinweis, dass Du sonst durch die Instanzen wanderst. Sei bereit, dreitausendfünfhundert abzudrücken.

Nimm keinen bezahlten Anwalt, es sei denn, er arbeitet auf 20%-Basis, aber dafür wirst Du bei der Streitsumme (4.500) keinen finden. Ich hatte einen zum Glück guten, und hab nach > 4 Jahren an ihn 7.000 bar bezahlt. Wenn Du auf Lau die Sache nochmal mit einem bequatschen kannst, wäre das hilfreich, weil ich meiner Quelle auch nicht 100% traue.

Sollte der Typ sich noch nicht einmal auf die dreieinhalb einlassen, zahl sechs. Er hat noch keine danos morais in die Rchng. einfliessen lassen, als da z.Bsp. wären:

Seine Lauferei, Mietwagen während der Reparatur, etc..

Hak es dergestallt unter leider teures Lehrgeld ab, dass Du niemehr mehr ein Auto steuern wirst, was nicht gegen sämtl. dieser Fälle, nebst hohen Personenschäden versichert ist. Ich bewege seit >5 keins mehr und werde es wohl auch nicht mehr. Der 42-jährige Arzt, seine drei Kinder, nebst Frau von jemanden schuldhaft unter die Erde gebracht, geschweige denn in den Rollstuhl...

Ein Tag Intensivmedizin (UTI) kostet mindestens fuenftausend...
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Re: Unfallschaden

Beitragvon cabof » Di 20. Mai 2014, 05:14

Ich lese mit und schüttele den Kopf ob der Juristerei bei einem Autounfall (lassen wir mal den worst case Tod und Invalide aussen vor)-
wie unser User schreibt, hat er nicht viel Geld zur Verfügung. Das dürfte wohl auch für die meisten BR gelten, nicht jeder der ein Auto hat ist begütert... so, das ist der Knackpunkt. Man hat kein Geld für den Anwalt, muß vor Gericht, es werden Geldstrafen etc. verhängt und dann... wenn der Schuldige nicht zahlen kann... wie geht es dann weiter? Schuldtitel oder Knast? Hat da jemand Erfahrung?
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Re: Unfallschaden

Beitragvon Itacare » Di 20. Mai 2014, 07:37

cabof hat geschrieben:Ich lese mit und schüttele den Kopf ob der Juristerei bei einem Autounfall (lassen wir mal den worst case Tod und Invalide aussen vor)-
wie unser User schreibt, hat er nicht viel Geld zur Verfügung. Das dürfte wohl auch für die meisten BR gelten, nicht jeder der ein Auto hat ist begütert... so, das ist der Knackpunkt. Man hat kein Geld für den Anwalt, muß vor Gericht, es werden Geldstrafen etc. verhängt und dann... wenn der Schuldige nicht zahlen kann... wie geht es dann weiter? Schuldtitel oder Knast? Hat da jemand Erfahrung?


Eben genau aus diesem Grund gibt es in D die Haftpflichtversicherung. Wer sich die nicht leisten kann, kann kein Auto zulassen. Erste Welt, du bist so fern...
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Re: Unfallschaden

Beitragvon cabof » Di 20. Mai 2014, 08:03

nein, ich bin nicht fern mit meiner Frage. Wollte nur wissen (habe da keine Erfahrung) wie solche Fälle in Brasilien ausgehen, klar -
bei uns ist man "rund-um-versichert" gegen alles und jedes aber ob die deutschen Versicherungen auch ohne Prozess löhnen, das steht auf einem anderen Blatt. 7 Millionen Personenschaden, 100 Millionen Sachschaden.... hehehehe - die wurden noch NIE bezahlt.. das ist DE live ansonsten gibt es "Tönnes klärt" vom WDR 3 - und weitere.... hoffe für uns alle, das der worst-case niemals eintreten wird.
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