Unser Buchhalter und DANFE

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon O_Periquito » Mi 26. Aug 2009, 02:34

vielleicht kennen sich diejenigen die selbstständig sind mit meinem problem aus.

DANFE ist ja nun der grosse hit in brasilien: A NOTA FISCAL ELECTRONICA

danfe raubt mir in den letzten tagen die letzten nerven und den schlaf. um diesem typ nota zu entgehen befragt und beliesst sich unser buchhalter schon seit monaten. mit dem ergebnis, wenn wir unseren "contrato social" ändern nach so und so können wir bei unserem alten system von notas bleiben. alles gut alles klar, nach seinen monatigen studien über danfe und seinem ratschlag haben wir unseren contrato sozial geändert. am freitag rief nun dieser schwachkopf an und hat uns mitgeteilt das er sich geirrt hat und wir mit unserem neuen contrato social auch darunter fallen das wir danfe brauchen und zeit haben dieses neue notasystem bis 31.08.09 zu installieren. ich dachte ich bekomme einen tobsuchtsanfall. nachdem ich ihm gefragt habe wie wir das in der kürze der zeit denn schaffen sollen, seine antwort: a gente tem se virar.
nach meiner frage dann, was denn receita federal macht wenn wir mit ungültigen zollpapiern jetzt dastehen, seine antwort: conversa com eles, talves tem sorte. :twisted:
da bleiben einem die worte im hals stecken über so viel "BRASILIANISCHE KOMPETENZ" :fresse:

es wird für mich immer ein rätsel bleiben, das ein land wie brasilien, voll mit unkompetenten leuten, überhaupt eine wirtschaft hat die so halbwegs funktioniert.
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon MESSENGER08 » Mi 26. Aug 2009, 23:14

Also ich kenne mich nicht besonders mit der NFe aus, aber ist denn die Pflicht ab 1.9.2009 nur noch NFe auszustellen nicht an den Umsatz gebunden? Hat Euere Firma denn soviel Umsatz?

Davon abgesehen so einfach kann der Buchhalter sich da auch nicht aus der Affäre ziehen, schliesslich zeichnet er pers. verantwortlich für die Buchhaltung und allem was damit verbunden ist. Jetzt einfach zu sagen , "sorry hab mich geirrt, sieh zu wie Du jetzt klar kommst" das läuft aber auch nicht !

Infos zur NFe gibt´s hier:

http://www.nfe.fazenda.gov.br/portal/

P.S. DANFE ist nur ein Begleitdokument für die Speditionen, da ja die NFe nicht mehr in Papierform vorliegt und der Warensendung beigelegt werden kann, wie vorher üblich.

Bist Du denn selbst in BRA vor Ort (dauerhaft/vorübergehend)?
Dann versuch bei der nächstgelegenen SEBRAE Filiale einen Beratungstermin bzgl. NFe zu bekommen oder zumindest Infomaterial oder Empfehlungen für kompetente Berater zu diesem Thema. Evtl. kann auch die JUNTA COMERCIAL oder die AHK weiterhelfen!?!?

:cool:
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon Copafred » Do 27. Aug 2009, 01:30

MESSENGER08 hat geschrieben:
Davon abgesehen so einfach kann der Buchhalter sich da auch nicht aus der Affäre ziehen, schliesslich zeichnet er pers. verantwortlich für die Buchhaltung und allem was damit verbunden ist. Jetzt einfach zu sagen , "sorry hab mich geirrt, sieh zu wie Du jetzt klar kommst" das läuft aber auch nicht !



:cool:



Wie willst du das lösen ? Mit einer 38-er? Sonst sehe ich keine Lösung.
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon rwschuster » Do 27. Aug 2009, 03:53

Copafred hat geschrieben:

Wie willst du das lösen ? Mit einer 38-er? Sonst sehe ich keine Lösung.

Roma bietet Paralellprogramme an, die vor der impressora fiscal eine nota ausstellen. müssen allerding mindestens 20 meter entfernt sei die Drucker
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon O_Periquito » Do 27. Aug 2009, 03:56

hallo
wie soll ich das mal einfach erklären, jede firma hat ein alvara, und auf diesem alvara ist eine nummer vermerkt. anhand dieser nummer wirst du eingeordnet von prefeitura ab wann du danfe in deiner firma, sagen wir mal installiert haben musst. receita federal akzeptiert die einordnung von prefeitura und sieht das als verbindlich an, hat nix mit dem umsatz zu tun.
danfe lösst die normalen notas ab und ist pflicht für alle firmen die darunter fallen.
das wirklich positive daran ist, das du irgend ein druckerpapier benutzen kannst um deine nota auszudrucken. das schlechte ist, wir haben noch zig unbenutzte notas liegen die jetzt alle gekanzelt werden müssen, also zum fenster rausgeschmissenes geld. Über kurz oder lang müssen alle firmen dieses notasystem einführen, da receita federal damit die totale kontrolle über die firmen hat.
das programm selbst kommt von receita federal, ist kostenlos, aber die installation, die monatliche manutensaõ usw. ist mit erheblichen kosten verbunden.
das beste ist wenn du keine conection zu receita hast beim ausdrucken deiner nota. dann musst du spezialpapier benutzen. es ist das gleiche papier worauf das geld gedruckt wird, und das ist heidenteuer. viele kleine betriebe werden wohl ganz schön in die knie gehen wenn sie an der reihe sind mit danfe zu arbeiten.

was sollen wir machen, unseren buchhalter erschiessen? kannst nur auf dein glück vertrauen und hoffen das receita federal gute laune hat wenn wir nach dem 31.08. ohne danfe antanzen.

@messenger08
so wie du das verstanden hast ist es nicht. dafe ist auch eine nota und hat den gleichen stellenwert wie voher die andere nota, um das einmal ganz einfach zu erklären. danfe wird auch immer ausgedruckt und kommt bei jeder lieferung als nota mit, wie es auch schon früher war, bloss das system ist ein anderes. wir sind resident in brasilien. wir sind schon dabei danfe zu übernehmen, aber man braucht mehrere zertifikate und das geht alles nicht so schnell.
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon O_Periquito » Do 27. Aug 2009, 04:01

@rws
wenn ich ehrlich bin habe ich kein wort von dem verstanden was du gepostet hat. würdest du so nett sein und mir das mal erklären. man kann ja nie wissen, vielleicht nützt uns das.
im voraus schon vielen dank.
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon rwschuster » Do 27. Aug 2009, 13:56

O_Periquito hat geschrieben:wenn ich ehrlich bin habe ich kein wwort von dem verstanden was du gepostet hat. würdest du so nett sein und mir das mal erklären. man kann ja nie wissen, vielleicht nützt uns das.
im voraus schon vielen dank.

Ahso, ich hab ja eine Betriebsberatung im Hotel/Gastgewerbefach und da ist natürlich das Steuerproblem zentral, uns bringen die brasilianischen Steuern vorne und hinten um. Lebenswichtig in diesem Fach ist auch die Kontrolle, Angestellte sind durstig und haben leider lange Finger manchmal.

Also fangen wir an.
Es werden die verschiedensten Programme angeboten, nehmen wir eines der beliebtesten: Colibri
Der Kellner hat eine pad in der Hand und wenn er die Bestellung aufnimmt tippt er da die Tischnummer, Personenanzahl und die Codenummern der bestellten Getränke und Speisen hinein, womit im Kassencomputer eine Rechnung aufgemacht wird. Wenn der Gast dann zahlt tippt er "Rechnung schliessen" hinein und bekommt vom Kassencomputer eine Rechnungsvorlage zum überprüfen ausgedruckt (Da steht ausdrücklich drauf das es nur ein "Lieferschein" ist und nicht als nota fiscal gilt.
Dann überprüft der Gast, lässt ein Bier streichen, das er nicht getrunken hat, fügt 2 Wienerschnitzel dazu, die der Kellner versehentlich auf den Nebentisch getippt hat und der Kellner geht damit wieder zur Kasse zurück und die stellt jetzt die endgültige "nota fiscal" aus die aus der elekronischen rattert. Diese ist vom Finanzamt verplombt, der Durchschlag muss 5 Jahre aufgehoben werden. aber natürlich bleiben alle Rechnungen in der elektronischen Memoria ewig aufbewahrt.

Was passiert in der Realität. Der Gast zahlt seine Rechnung, zerknüllt den Zettel und geht nach Hause. Klar dass man zu 80% keine nota fiscal ausstellt, da wäre der Betrieb bald pleite.
Um aber zum Beispiel die Speisen und Getränke zu kontrollieren, das Bedienungsgeld korrekt auszuzahlen, ... muss man den reellen Verkauf hernehmen und nicht die 15,20 % die man dem Finanzamt zugibt, und der ist im Hauscomputer für das Finanzamt nicht einsehbar gespeichert. Die Betreiber dieser Programme geben dazu detaillierte Anweisungen wie man den Zugriff "nichtautorisierter" Personen (Finanzbeamte) auf diese Daten verhindert. Als das ganze begann, 1987, sind sie mir mit Militär und Federalpolizei um 2 Uhr Früh in die "Cervejaria Goyaz" gestürmt und haben die Computer beschlagnahmt. Mein Sozius, der Trottel hat über ein Jahr die Daten nicht gelöscht und ein paar tage später hatten wir eine halbe Million Finanzstrafe.

damit verhindert wird diese Zettel als nota fiscal zu verkaufen darf in der Kasse nur der Finanzdrucker stehen, nicht mal eine Rechenmaschine mit Papierstreifen, andere Drucker müssen mindestens 20 Meter entfernt sein. Na ist ja wurscht, ich druck sie halt an der Bar aus.
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon esteban38 » Do 27. Aug 2009, 15:21

Ein "sabido" Brasilianer hat mir mal gesagt: betreffend Aerzten, Rechtsanwälten und Buchhalter: wähl den Besten! alles andere macht Dich nur unglücklich.....
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon rwschuster » Do 27. Aug 2009, 16:18

esteban38 hat geschrieben:Ein "sabido" Brasilianer hat mir mal gesagt: betreffend Aerzten, Rechtsanwälten und Buchhalter: wähl den Besten! alles andere macht Dich nur unglücklich.....

Yepp. Da hats was. Die besten Buchhalter sind leider mit den umwerfenden Veränderungen der letzten Jahre oft nicht mitgekommen und verlassen sich auf ihre "guten Beziehungen". Ich würde raten eher jüngere Buchhalter zu konsultieren. Die sind mit der Elektronik besser vertraut.
Unerlässlich ist eine gute Betriebsberatung, ein grundlegendes Wissen über das Kassensystem und Informatik und immer persönlich am Ball bleiben. Wenn man sich mal einen Tag zurücklehnt und sagt so jetzt läufts prima hast du begonnen deine Firma zu verlieren. Die Konkurrenz ist wachsam und die Angestellten plaudern
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Re: Unser Buchhalter und DANFE

Beitragvon Pipoca » Do 27. Aug 2009, 18:26

O_Periquito hat geschrieben:
DANFE ist ja nun der grosse hit in brasilien: A NOTA FISCAL ELECTRONICA

da bleiben einem die worte im hals stecken über so viel "BRASILIANISCHE KOMPETENZ" :fresse:

es wird für mich immer ein rätsel bleiben, das ein land wie brasilien, voll mit unkompetenten leuten, überhaupt eine wirtschaft hat die so halbwegs funktioniert.


Was beschwerst du dich. Schmeiss den Buchhalter raus und suche einen neuen. In Brasilien funktioniert alles, da jeder sich an das chaotische System konsequent hält. Nur wer da nicht mitmacht, der bringt Unruhe rein. Das merkst du am besten beim Autofahren. Gas und Hupe sind gefragt. Rückspiegel, Bremsen und Rücksicht führen zwangsläufig zu einem crash.
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