Unsinn in einer FAZ-Glosse über Brasilien

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Beitragvon Bequimao » Sa 24. Feb 2007, 15:23

Holger3 hat geschrieben:>Zum einen freut sich Brasilien bis heute, Deutschland mit rund 300 Soldaten, die noch dazu zu spät kamen

LOL.
Gewisse Dinge haben offenbar einfach Kultur in .br

Brasilianer, die zu spaet kamen...
Klingt fuer mich wie "Fische die im Wasser leben" oder "Kuehe, die Gras fressen"

:-)


Holger,
auch Du bist zu spät. Wir hatten uns schon geeinigt, daß die FEB eine kämpfende Truppe und kein symbolisches Kontingent war. Aber auch nicht gerade kriegsentscheidend.
Meinem Vater, der als Wehrmachtssoldat den Rückzug von Nordafrika durch Italien mitgemacht hat und erst ganz zum Schluß an die Ostfront kam, war die brasilianische Kriegsbeteiligung übrigens nicht bekannt. Es scheint, daß er der FEB erfolgreich aus dem Weg gegangen ist - "Alemão é sopa".
Die Sympathien in Brasilien lagen auch früher durchaus auf Seite der Achsenmächte. Einmal waren die europäischen faschistischen Diktaturen Vorbild für den Estado Novo unter Getúlio Vargas, dann kamen die meisten Immigranten ausgerechnet auch diesen Ländern - Italien, Deutschland und Japan. Da wundert es mich, daß Brasilien überhaupt aktiv am 2. Weltkrieg teilgenommen hat.

Der Beitrag von 2001 hinter dem Link, den Tinto eingestellt hat, stammt übrigens von unserem Freund Klaus Hart. Seitdem hat er sicher besser Portugiesisch gelernt und ein Taxifahrer würde seine Schauspielkünste nicht mehr zeigen, weil er eben direkt mit ihm reden kann. Brasilien bietet eben jedem etwas, auch Vorurteile mit denen deutsche Journalisten Zeilen füllen können.

Viele Grüße,
Bequimão
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Re: Força Expedicionária Brasileira

Beitragvon supergringo » Di 27. Feb 2007, 13:40

Bequimao hat geschrieben:Was ich wissen will, ob jemand von uns persönlich mit dem Hitlergruß konfrontiert wurde.
Ja, in Brasilien mehrmals in Favelas oder auf der Straße und von einer "Namorada" ... und in Tunesien von einem alten Berber, der die Franzosen hasste ... (das war am peinlichsten, weil er direkt mir "salutierte" und ausgerechnet als ich in den Touristenbus einstieg ... zusammen mit meinen Studienkollegen und der verdutzten Professora ...) ... aber niemals auf 1. Welt-Parties in Sao Paulo ... einmal wurde ich aber gefragt, ob ich Nazi oder für Stalin sei ... :oops: :roll: ... aber das ist mir auch schon in N.Y. passiert ... :evil:
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Re: Força Expedicionária Brasileira

Beitragvon Bequimao » Do 8. Mär 2007, 19:08

supergringo hat geschrieben:Ja, in Brasilien mehrmals in Favelas oder auf der Straße und von einer "Namorada" ... :evil:


Danke für die Antwort SG,

mein Fall ist eben doch nicht exemplarisch. Im Gegensatz zu Dir bin ich wohl relativ selten allein in Brasilien unterwegs und lerne weniger Fremde kennen. Meine Zeit in SP ist schon sehr lange her - 30 Jahre jetzt. Da bin ich Deiner Meinung. Und dazu gibt es noch in SP eine zahlenmäßig starke jüdische Gemeinde. Dann wird es für den Scherzbold echt peinlich.

Viele Grüße,
Bequimão
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Beitragvon Birgit » Do 8. Mär 2007, 19:43

[...] von mir selber gelöscht! Birgit
Zuletzt geändert von Birgit am Di 4. Dez 2007, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Trem Mineiro » Do 8. Mär 2007, 21:37

Oi Gente
Da habe ich in Minas Gerais grade die gegenteiligen Erfahrungen gemacht. So in Männerzirkeln, meist geschäftlich, wenn sich rumgesprochen hat, das ist ein Deutscher der portugiesisch spricht oder bei kleinen Familienfesten, wenn dann irgendwelche Onkels in den 50-60ger mitbekamen, dass man mit mir reden konnte, gab es des Öfteren den Hitlergruss oder ein strammen "Heil Hitler" oder "terceiro Reich". Aber es war nie abwertend gemeint und hatte irgendwie immer mit "Recht und Ordnung" und „geordneten Verhältnissen“ zu tun, die man uns Deutschen (manchmal bewundernd) nachsagt. Ich habe die Gelegenheit dann meist genutzt um ein wenig über Deutschland heute, mein Verhältnis als Spätgeborener zu der Nazizeit und auf Fremdenfeindlichkeit in Deutschland im allgemeinen hinzuweisen und die Verhältnisse und Ursachen zu erklären.
Diese Bezüge auf die Nazizeit fand ich nicht als so schlimm, hangen meist vom Bildungsstand des Gegenübers ab, der meist kaum was von den geschichtlichen Tatsachen wusste. Was mich schon ehr betroffen gemacht hat, ist die Ansicht vieler Brasilianer, dass die Deutschen allgemein fremdenfeindlich sind. Aber auch da kann man den Brasilianern begreiflich machen, was hier läuft, wo unsere Probleme mit den vielen speziellen Ausländern sind und was D auch für viele Asylflüchtlinge geleistet hat.

Aus den Vorkommnissen kann ich aber nicht schließen, dass es eine generelle Meinung in Richtung: Deutsche sind heute noch Nazis sind bzw. eine Tendenz haben, wieder mit den alten Sachen anfangen. Auch konnte man immer Sachlich diskutieren
Peinlich wurde es nur immer, wenn man auf gewisse Erfolge während der Nazizeit verwiesen wurde.

Gruß

Manfred
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Beitragvon seitenwandkletterer » Do 8. Mär 2007, 22:55

Im Groben stimme ich Trem Mineiro zu.
Ich hatte ja mal vor einiger Zeit einen Kommentar (cf. 1723/sem-um-fuehrer-geschmacklosigkeit-unwissen-oder-dummheit/) zum Unwissen oder der Ignoranz der Wirklichkeit geschrieben.

Ausser den darin geschilderten Vorkommnissen ist mir aber in den jetzt beinah zwei Jahren, während denen ich hier lebe, nichts in der im FAZ Kommentar geschilderten Art passiert. Und ich lebe in RS, wo es ja sehr viele deutsche Kolonien gibt. Auch hier in unmittelbarer Nachbarschaft.

...SKW!
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