Habe mal alle Stationen meiner diesjährigen Reise einer kurzen und logischerweise absolut subjektiven Bewertung unterzogen. Die Liste soll als Hilfe für andere Urlaubsreisende dienen, welche sich in den Süden Bahias und nach Espirito Santo verirren. Zum Bemerken gilt, dass ich als Busreisender kleine Orte, trotz der mühseligen Anfahrt, bevorzuge. Die Klammern dienen als vage Aufenhaltsempfehlung. Abweichende Meinung sind hochwillkommen.
Morro de Sao Paulo: empfehlenswert (4 Tage in der NS)
Touristischer als Morro de Sao Paulo gehts wohl kaum mehr. 320 Pousadas sollen es mittlerweile sein. Die Preise in der HS waren sehr hoch, die Insel von Chilenen überflutet. Wer touristischen Trubel mag, wird Morro de Sao Paulo weiterhin lieben.
Barra Grande: sehr empfehlenswert (5 Tage in der HS)
Traumstrände und nette Ausflüge lassen einem gerne hier verweilen, obwohl selbst in der Hauptsaison nicht sehr viel los war und die Preise eher hoch sind. Genügend Bargeld mitnehmen, auf Handyempfang verzichten können, mit gelegentlichen Stromausfällen rechnen und geniessen.
Itacaré: empfehlenswert (4 Tage in der NS)
Itacaré war dieses Mal eher eine Enttäuschung. Einige Punkte wurden ja schon diskutiert, denen ich voll und ganz zustimme. Der Regen, die verschmutzen Strände, die Löcher in den Strassen und die teuer gewordenen Restaurants haben zum Verschwinden des paradiesischen Charmes beigetragen. Die Ausflüge zu den Traumstränden und wunderbaren Wasserfällen bleiben aber weiterhin erste Sahne.
Porto Seguro / Arraial d'Ajuda: empfehlenswert (2 mal 2 Tage)
Das Zentrum des Städtchens Porto Seguro ist hübsch hergemacht und der verlängerte Karneval war ein Volltreffer. Das historische Viertel von Porto Seguro fand ich ganz nett. Die nahen Strände fand ich aber sowohl in Porto Seguro als auch in Arraial d'Ajuda als nicht sehr speziell. Die autofreie Schicki-Micki Touristenmeile in Arraial d'Ajuda entsprach nicht meinem Geschmack.
Cumuruxatiba: empfehlenswert (3 Tage Wochende oder HS)
Idyllische Palmenstrände, erstklassige Pousadas und gute Restaurants. Meine Reisehandbuch hattte nicht gelogen. Zu schade, dass wir dieses 6000 Einwohner-Dorf in der Nebensaison sehr ausgestorben antrafen und wir nicht mal genügend Leute für einen Schiffsausflug zusammenkriegten. Einen hilfreichen Ortsplan gibts gratis und das meiste ist locker zu Fuss oder per Fahrrad zu erreichen.
Caravellas: bedingt empfehlenswert (2 Tage bzw. die Abrolhos-Tour)
Wer sich den sehr teuren Ausflug auf die Abrolhos-Inseln (R$200 runtergehandelt) nicht leisten will, für denjenigen lohnt sich ein Stopp in Caravellas kaum. Das verschlafene Städtchen am Fluss bietet ein hübsches antikes Zentrum, die Strände liegen jedoch zu weit weg. Das beliebteste (oder einzige?) Restaurant liegt übrigens beim Ortseingang gleich bei der Tankstelle.
Conceiçao da Barra: nicht empfehlenswert
Seit die Strandpromenade vom Meer geschluckt wurde, ist in diesem modernen Touristenort wohl der Ofen aus. Das Zentrum zum Meer empfand ich hässlich und in der NS auch tot.
Itaunas: sehr empfehlenswert (4 Tage am Wochende oder HS)
Itaunas war für mich das Highlight dieser Reise. Und das, obwohl wir auch hier unter der Woche in der Nebensaison auf ein sehr ausgestorbenes Dorf trafen. Ein günstige Pousada mit Pool, der endlose Strand hinter den Dünen, eine Kanufahrt im ursprünglichen Sumpfgelände des Flusses im Nationalpark und ein Pferderitt zum Flüsschen, welches Espirito Santo und Bahia trennt, entprachen genau meinem Geschmack. In der Hauptsaison solls ausserdem auch Forro-Party geben. Leider war Anfang März schon alles zu.
Vitoria: nicht empfehlenswert
Zu viele Hochhäuser für meinen Geschmack. Und die Hotels teuer. Empfehlenswert nur zum shoppen. Lasse mich gerne eines besseren belehren
Guarapari: bedingt empfehlenswert (3 Tage)
Noch nie hatte ich so viele alte Leute gesehen, wie am Stadtstrand in Guarapari. Der ausserhalb gelgene Strand "Setiba" ist aber sehr schön und auch die restlichen 26 (oder so )Strände sollten nicht schlecht sein. Vorsicht: Das Wasser ist saukalt! Die Stadt besteht aus Appartmentsklötzen, teilweise dicht an die Strände gebaut. Wer erfrischend kaltes Meerwasser mag und aus der üblichen Gringo-Route ausbrechen mag, für denjenigen lohnt sich vielleicht ein Stopp in Guarapari.
Ouro Preto: sehr empfehlenswert (1 Tag)
Man braucht eine gute Kondition, um in Ouro Preto alle Kirchen besichtigen zu wollen. Die Pflastersteinstrassen des historischen Städtchens kennen nur zwei Richtungen: steil hinauf oder steil hinunter. Die Mühe lohnt sich auch für halbwegs geschichtsinteressierte Zeitgenossen. Eine zusätzliche Attraktion ist eine Dampflokkomposition die seit 2006 am Wochenende ins benachbarte Mariana und zurück tuckert.
Belo Horizonte: empfehlenswert (3 Tage)
War ja nur ein Abend da, aber die Millionenstadt mit seinen Baumalleen gefiel mir gut. Obwohl vom schönen Horizont wegen den Hochhäusern nicht mehr viel zu sehen ist. Die Frauen fand ich schöner als in Bahia (!). Soviele attraktive alleinstehende junge Frauen wie hiesigen im McDonalds konnte ich vorher nirgends beobachten. Die Organistion des Bussystems empfand ich als vorbildlich (für brasilianische Verhältnisse), vom restlichen Verkehrschaos mal abgesehen.
http://www.berthoud.li/bahia/bahia.html
Moderator: Koenntest Du den Titel dieses Themas evtl. ändern in, z.B. Urlaub im Süden Bahias und ES, danke!