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Condor




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BeitragVerfasst: 11 Jan 2007 17:06 
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Ich bin auch mal gespannt. National haben sie relativ schnell wieder viel Reputation gewonnen, weil sie sehr pünktlich fliegen und der Bordservice auf vielen Routen besser als bei der Konkurrenz ist. Durch das kleine Streckennetz waren sie auch beim Chaos in den letzten Wochen noch recht pünktlich. Und national war das Personal am Boden und auch in der Luft wirklich sehr freundlich und kompetent. (das hängt aber auch damit zusammen, dass von den 12.000, die dort ursprünglich noch gearbeitet haben, nur 2000 wieder eingestellt orden sind, da haben sie es wohl wirklich geschafft, die besten raus zu sieben).
International muss man schauen. Viel wird davon abhängen, ob die neue Varig perspektivisch in die Star Alliance aufgenommen wird (Star will einen Partner in Südamerika und besonders Brasilien, kommt darauf an, welche Perspektive die neue Varig bietet) und entsprechend auch schon vorher Codeshareabkommen mit Lufthansa, TAP, United etc. schließt. In meinen Augen ist das wohl der Plan von Varig, da sie sobald wie möglich einen zweiten Flug nach Deutschland anbieten wollen, um Frankfurt als Drehkreuz zu nutzen. Realistisch betrachtet kann das nur LH als Partnerairline sein, denn wer sonst bietet Outbound Frankfurt ein Non-Stop-Netzwerk nach Europa an (es gibt übrigens auch Gerüchte über Verhandlungen mit One-World-->das steht nicht im Artikel hinter dem Link; dann sollte aber eher LHR ein Drehkreuz werden, in meinen Augen).

http://www1.folha.uol.com.br/folha/dinheiro/ult91u113426.shtml

Ob es klappt, steht in den Sternen. Viel wird auch davon abhängen, ob Varig in den nächsten Monaten einigermaßen neue Flugzeuge bekommt, gerüchteweise A340 und B747, sowie einige ausgemusterte Flugzeuge von Air Canada. Zumindest die ersten beiden glaube ich genau dann, wenn ich sie sehe... :wink:

Wenn das so klappt, also Partner und neue Flugzeuge, sehe ich schon Chancen, dass sie einen eingermaßen vernünftigen Marktanteil zurückgewinnen (Ziel Varig ist 20% Ende 2007). Denn so toll ist die Konkurrenz ja in BR auch nicht: TAM scheint das schnelle Wachstum nicht verkraftet zu haben, und GOL ist für einen klassischen LCC zu teuer. An Hilfe und Kapital scheint es ja nicht zu mangeln: Der Fonds, der Varig gekauft hat, hat auch schon Air Canada und dann über Air Canada US Airways erfolgreich saniert. Und international hat die Marke durch die Pleite kaum einen Schaden genommen, denn Hand aufs Herz: Wer außer Brasilienfreunden und Leuten, die zufälligerweise im Hochsommer ein Varig-Ticket hatten, hat denn etwas von der Pleite mitbekommen? Das war im Spiegel am Tage der Versteigerung gerade mal eine Randnotiz.

Wenn das aber nicht so wie oben beschrieben klappt, dann wird das Abenteuer "Neue Varig" unter Umständen schnell wieder zu Ende sein. Oder von dem Fonds verkauft werden; immerhin ist die Firma ja schuldenfrei und besitzt viele wertvolle Streckenrechte von Congonhas aus.


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BeitragVerfasst: 23 Jan 2007 16:16 
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Belo-Gongonhas: In der 737-300 sind grob geschätzt 25 Passagiere. Früher waren die Sandwichs auf den Inlandsflügen richtig lecker, diesmal war der einzige Belag Wurst :roll:

Gru-Fra: Wieder ist die Maschine maximal zu 60% belegt, obwohl mir der schwule Check-in-Typ neben seinem Flirting noch erzählt, dass die Maschinen jetzt wieder voller werden.

Entertainment-System funktioniert komplett nicht (auf dem Hinflug hat es immerhin für einen uralten Film gereicht). Das Essen war absolut mies, der Wein billigster Fusel (statt eines kleinen Obstsalats oder Kuchen gab es Garoto-Bombons bzw so eingepackte Kacke). Wenigstens wieder alle wirklich scheissfreundlich und bemüht.

Beide Flieger absolut pünktlich, dass bekommen sie wohl jetzt absolut hin. Der Flieger ging sogar 5min zu früh. Die LH-Maschine nach Müchen um 22:10 stand um 23:30 immer noch am Gate, da die auch erst verspätet aus München eingetroffen war.



Beleeeza


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BeitragVerfasst: 23 Jan 2007 18:24 
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Der Vorteil von so leeren Flügen ist: Man kan sich mal so richtig ausbreiten. Mein bester Flug in dieser Hinsicht war der mit Iberia vor etwa 10 Jahren von Madrid über GIG (Rio) nach GRU (Sao Paulo). Es war ohnehin in der alten DC10 ein größerer Sitzabstand als sonst üblich. Ich glaubte es kaum, als es schon losging, als grad mal 50 Leute an Bord waren. Es hätten über 300 sein können. So hatte ich eine ganze Reihe für mich. Auf 5 Sitzen konnte ich mich lang machen. Auf der linken und der rechten Seite hatte ich noch je zwei Fensterplätze für Starts und Landung, also 7 Plätze für mich. Die Reihe vor mir war leer und hinter mir saß ein Paar, dass sich gleich nach dem Start nach weiter hinten verkroch.

Auf den Rückflug freute ich mich also schon. Aber in SP war ein Flugzeug zur vorgesehenen Abflugzeit noch nicht mal angekommen, 30 Min nach dem eigentl Abflug war niemand von Iberia da. Dann kamen sie, lachten, unterhielten sich und beachteten die Passagiere überhaupt nicht, als sie wütende Fragen bekamen, zogen sie sich hinter einer Glastür zurück und alberten weiter rum. Eine Stunde später wurde eine Transbrasil 767-200 ans Gate gebracht, eine muffelige Besatzung trödelte ein, sichtlich begeistert, eine Sonderschicht machen zu dürfen.

Damit flogen wir nach Rio. Dort mussten alle im Laufschritt zur startbereiten 747-200 der Iberia, die war schon proppevoll und überbucht, die letzten sechs Paxe aus Sao Paulo durften gar nicht erst rein, ich war der letzte und bekam einen Platz zwischen einer Brasilianerin, die ein 6 Monate altes Baby auf dem Schoß hatte und einer Argentinerin zugewiesen, die einen mindestens 5 Jahre alten Jungen auf dem Schoß hatte. Es kam zu Eklat. Mein Sitz gehörte wohl dem Jungen, der durfte nicht mehr auf den Schoß. Während die Maschine also schon rollte mußte ich also von fast vorne bis nach ganz hinten laufen,wo es einen Platz gab, den sich die Crew vorbehalten hatte. Wenige Sekunden vor dem Start musste die Besatzung den von Trolleys und Taschen befreien und grd als ich meinen Gurt festgezogen hatte gab der Captain auch schon Vollgas.

Neben mir saß eine hübsche Brasilianerin und ihr holländischer Mann. Sie hatte Flugangst und rief noch auf der Startbahn: "Oiuiho, estou com meeedoooo." Ich lachte mich kaputt.

Was ich da noch nicht wusste, war: draußen tobte mittlerweile ein heftiges Gewitter, das gerade erst herangezogen war und sich großflächig in unserem Luftraum ausbreitete.

Blitze erhellten die Kabine. Gleich nach dem Start sackten wir ab, ich hab mir vor Angst fast in die Hose gemacht (äh, wie schnell doch Schadenfreude vergehen kann...). Die Kabinenbeleuchtung viel aus und etwas aus der Decke viel den Leuten vor mir auf den Kopf. Für den Rest des Fluges gab es später wieder eine Notbeleuchtung (die war zuerst auch aus). Es schaukelte so, dass die Leute gleich die Tüten zum Einsatz brachten, und die Toilette hinter mir frequentierten. Den schönen Sound der Toilettenspülung und des ununterbrochenen Würgens werde ich ebensowenig vergessen wie die unterschiedlichen Duftnoten von Kotzen und Durchfall.

Ich bestellte eine Pille gegen Reisekrankheit und bekam sie sogar, kurz bevor auch ich reif war dorthinzugehen, wo es schon so viele getan haben. Die hat mich fast ohnmächtig gemacht, aber darüber war ich sogar froh. Ich stellte mir immer wieder vor, ob es nicht irgendwie möglich wäre, mal auszusteigen. Oder wenigstens anzuhalten. Aber nichts.

Nach 5 Stunden endlich, irgendwo vor Afrika konnte mit dem Service begonnen werden. Man wird ja richtig pervers. Ich hatte richtig Hunger.

Und es gab noch ein Happyend, trotz Verspätung ab Rio konnten alle Anschlußflüge ab Madrid erreicht werden. Der Captain sagte in seiner Durchsage, heftige Winde von Westen hätten dafür gesorgt, dass man so schnell unterwegs sei wie noch nie zuvor und man habe wegen der Gewitter auch so hoch fliegen müssen wie eigentlich nicht üblich...



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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