Roro hat geschrieben:
Brasilien hat Dank des hohen Einfuhrzolls für national gefertigte Anlagen natürlich Vorteile. Dies ist hauptsächlich auf die Metallindustrie zu beziehen, evtl. siehts in anderen Bereichen wie Agrar anders aus
Oi Rolf,
wir bieten derzeit für mehere Hüttenwerksanlagen in Brasilien an, dort boomt ja der Neubau von Stahlwerken. Die Beteiligung der Brasilianischen Lieferanten an diesen Projekten geht gegen Null, die Preise sind unter Berücksichtigung des Transportes und der Einfuhrzölle immer noch höher als die aus Europa. Der hohe Realkurs fördert das ja noch. Und gegen chinesische Preise kommen die schon gar nicht an.
Die Brasilianischen Hersteller sind zwar im Moment voll ausgelastet, vereinnahmen aber derzeit lieber die hohen Preise, die durch den Mangel entstehen, als durch Investitionen ihre Kapazität und damit ihre Umsätze auszuweiten. Das ist kurzfristig gedacht und wird die Position der Brasilianischen Wirtschaft langfristig schädigen.
@Jacare: Die Einkünfte Brasiliens stammen auch heute noch überwiegend aus dem Rohstoff-Geschäft. Dank der europäischen Investitionen ist daus jetzt vermehrt ein Halbzeug-Geschäft geworden und die Gewinne daraus gehen jetzt auch ins Ausland. Nun sind die Rohstoffpreise nicht mehr ganz so niedrig, das man von Verramschen sprechen kann. Aber im Vergleich dazu, das man heute natürlich auch Feinbleche (das Fertigprodukt) zu einem sehr hohen Preis verkaufen kann, sieht man, das die Schere sich auch da geöffnet hat und Brasilien wegen der geringen End-Produktivität da auch langfristig zu den Verlieren gehört. Es gibt schon Gründe, warum der gemeine Brasilianer (außer Alex) nicht vom Aufschwung in der Tasche hat.
Gruß
Manfred
Gruß
Manfred