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Die Europäische Reiseversicherung




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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 15:22 
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und Lol hat den Nagel auf dem Kopf getroffen...

wenn man diese Auflistung mit Brasilien vergleichen würde, muss man feststellen, das wir hier in Brasil davon noch Lichtjahre entfernt sind...

:shock: :P :lol: :lol: :lol:



"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 16:51 
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Oi gente
Ich bin auch der Meinung, dass es Deutschland (oder auch der Schweiz) im Vergleich zu Brasilien sehr gut geht. Vielleicht muss sich der Eine odere Andere Forumsteilnehmer wieder Mal überlegen, was er alles hat, was er eigentlich braucht und wie lange er dafür arbeiten muss, bzw. kann oder darf. Materiell gesehen ist es also in Europa wunderbar. Zudem vertrete ich den Standpunkt, dass jeder der eine Arbeit sucht auch einen Job findet - zumindest in der Schweiz. Dazu kommt das soziale Netz, das einen absichert.
Trotzdem habe ich bei jedem Aufenthalt in Brasilien den Eindruck, dass es den Leuten dort besser geht. Sie führen ein unbeschwerteres Leben, machen sich keine grossen Gedanken, denn irgendwie geht es ja schon. Auch diese Eigenart für jedes Problem nach Vater Staat zu schreien, zeugt davon, wie wenig Zivilcourage und Eigeninitiative vorhanden ist. Sicherlich steht heute durch die Globalisierung jeder im Wettbewerb mit der ganzen Welt - ABER: Darauf muss ich mich eben einstellen. Hinsetzen und jammern bringt hier gar nichts.
Das Problem ist genau dies, dass wir in Europa viel zu verwöhnt sind und nur noch fordern, ohne dafür etwas leisten zu wollen. Wenn ich mir die heutige Jugend anschaue, die ja Mal meine Rente zahlen soll, dann habe ich Bedenken. Es geht nur noch um PARTY von Abend zu Abend mit viel Koks und Alkohol. Naja, bisher ist jede Hochkultur zugrunde gegangen.
Aber um wieder zurück zum Thema zu kommen: Nach meiner Meinung ist der starke Real ein grosser Nachteil für das Land, denn die notwendigen Investitionen aus dem Ausland werden ausbleiben. Auch in der Binnenwirtschaft wird dadurch die Teuerung/Inflation angetrieben. Der einzige Vorteil wäre Schulden im Ausland zurückzuzahlen. Das Ziel für Brasilien sollte aber sein, dass es seine Bevölkerung ernähren kann und dazu werden Arbeitsplätze benötigt. Ausserdem müssen dann auch lebensgerechte Löhne gezahlt werden, also nicht der Salario, sondern das was ein Haushalt zum Leben braucht. Und bei einem "normalen" Lebenswandel sind das schnell 1000 Reais pro Monat. Die momentane Geldpolitik in Brasilien wirkt da jedoch entgegengesetzt, denn wenn die brasilianischen Produkte im Ausland teurer werden, dann führt das zu tieferen Löhnen oder weniger Arbeitsplätzen.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 18:03 
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Ja, und da sehe ich das Problem.

Wenn die Löhne höher werden, um die Lebenqualität zu verbessern, werden natürlich diese Preise am verkauften Endprodukt weitergegeben.
Warum haben soviele Europ. Firmen ihre Zweitwerke in Brasilien?
Klar um billiger produzieren zu können aber das Produkt für den gleichen Preis verkaufen. Das Resualtat. Hohe Gewinne bei den Unternehmen.
Ich habe die Globalisierung immer für Gut befunden. Aber jetzt wo ich mitten im Geschehen bin, muss ich ehrlich sagen, kommen wir langsam wieder an eine Art „moderne Skalverei“ heran.
Der Arbeiter (Mensch) wird bis an seine Grenzen herausgefordert und bekommt dafür einen Lohn der eher an einen Hungerlohn naht. Ich habe hier in Brasilien so den Eindruck, je gefährlicher und anstregender die Arbeit ist um so schlechter der Lohn. Man sehe sich nur mal die Arbeit im Hoch und Tiefbau an.

Wenn man mal überlegt was ein Maurergeselle in Deutschland verdient und davon Lebt und dann hier, ist ein grosser Unterschied. Und die Arbeit ist die Gleiche! Nur finde ich Steine zu kloppen bei 36°oder mehr ist schon heftig.

Jetzt aber auch zurück zum Thementread.. Reals...
Der hohe Kurs schwächt die Investoren – ich sehe es im eigenen Hause. Das Budget vor 2 Jahren erstellt ist heute hinfällig. Vor allem dann schlecht, wenn das Geld aus dem Ausland tranveriert wird – ist man vom Kurs sehr abhängig. Die Verkaufpreise zum Kalkulierten Umsatz und Gewinn stimmen nicht mehr, Exportartikel nach Brasilien werden verschoben oder ganz aufgehoben...
Das Resultat wird sein.... Arbeitsplätze werden wieder abgeschafft, Prozesse rationalisiert... und das Ergebniss wird sein.... Grüne Zahlen und ein Haufen von Arbeitnehmer die keine Arbeit mehr haben und somit Ihre Familie nicht mehr ernähren können....



"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 20:31 
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Hey Lol ........ deine Beiträge werden ja immer besser! :wink:

Stimme dir voll zu ............. ergänzen könnte man noch das Bildungssystem, dass, auch wenn DE nicht auf dem 1. Platz der Pisa-Studie :roll: liegt, immer noch als sehr gut und vor allem gerecht zu bewerten ist.

Wenn ich sehe, wo ich meine Kinder hier hinschicke und die Brasilianer mir noch einreden wollen, dass dies doch eine sehr gute Schule sei, könnte ich mich übergeben.

Bilanztechnisch sieht es so aus, dass ich momentan auf über 300 Euro Kindergeld verzichte, dafür aber knapp 1000 R$ Schulgeld zahle. Ein Minusgeschäft von 1750 R$ netto! Für das Geld könnte ich 5 Faxis anstellen oder fast einen eigenen Kindergarten gründen.

Die Relationen zwischen Arm und Reich sind hier total verschoben, wobei man immer wieder sagen muss, dass der armen Socke in der Favela weder ein Rekordhoch an der Bovespa was nützt, noch ein starker Real. Ins Ausland verreisen wird er ja doch nicht ......... und importiertes Nutella kauft er seinen Kindern auch nicht.

Brasilien hat eigentlich nur einen Vorteil: das Klima.

Selbst den Umgang mit den Brasilianern muss man erst erlernen und zahlt dafür mit Sicherheit viel Lehrgeld .......... wenn ich immer höre, wie leicht man Kontakt zu Brasilien bekommt und wie locker die alle wären ........ lächerlich .............. such mal richtige Freunde! ......... dann wirst du schon sehen, dass alles nur oberflächlich ist. Oder schliess Geschäfte ab! .......... du wirst schon sehen, wie sie versuchen, dich über den Tisch zu ziehen. Oder wohne in einem Gebäude der oberen 10.000! ........ du wirst sehen, dass sie kaum das Maul zum "Guten Morgen" sagen aufkriegen.

Im Prinzip ist Brasilien total dekadent. Der einzige Ort, wo das Leben noch einigermassen natürlich abläuft, ist die Favela, aber selbst da muss man als Gringo sehr vorsichtig sein, denn Reiche über den Tisch zu ziehen, gehört dort (verständlicherweise) auch zu den Hobbys.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 21:23 
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So, jetzt noch mal mein Senf zum Thema: Ich lese hier dauernd,
dass der teure Real so schrecklich wäre, dadurch Arbeitsplätze
vernichtet werden, gar das Auslandskapital sich zurückhält und
die Exporte auch immer weniger werden. Die Statistik sagt was
anderes, es verhält sich genau umgekehrt. Exporte steigen und
Importe auch. Und zwar seit etwa 2002/3. Wer anderes schreibt,
Takeo, liegt falsch. Der hohe Real ist doch gerade ein Zeichen dafür,
dass mehr Geld ins Land strömt als raus geht. Es wird also ganz
massiv investiert. Freundlicherweise hält die Regierung zwischenzeitlich
leicht den Daumen auf den noch weiter steigenden Real, auch wenn
sie sich dadurch bezüglich möglicher frühzeitiger günstiger Rückzahlung
von Schuldenbergen selbst torpediert.

Da sich dieser Boom nicht in Arbeitsplätzen und dgl. bemerkbar macht
liegt an der Struktur der bras. Wirtschaft. Der Boom betrifft nämlich
überwiegend Rohstoffe und vor allem anderen die Landwirtschaft.
Das sind nicht gerade besonders arbeitsintensive Sektoren. In der
Landwirtschaft reicht -überspitzt formuliert - ein Mann, ein Traktor
und eben Land also Kapital.
Das der Boom sich auch im Sozialsystem nicht niederschlägt mag an
der Politik und der Kapital- bzw. Machtverteilung in Br. liegen.

Die hier immer wieder abgeführten Beispiele von irgendwelchen
Pousadainvestitionen u. dgl. sind volkswirtschaftlich völlig belanglos,
mag es auch den einzelnen Investor durch den teuren Real noch so
hart treffen. Tourismus ist meines Wissens ohnehin keine Größe
in Brasilien, für Europäer und Amerikaner liegt das Land zu weit
weg und hat außer Strand und einigen wenigen Spots im Inneren
auch wenig zu bieten für den Pauschalreisenden.

Der bras. Boom wird sich ebenso schnell abkühlen wie er begonnen hat.
Nämlich gemau dann, wenn die Nachfrage nachläßt und die Produkte
zu teuer werden (weil sie in anderen Ländern überhaupt oder billiger
hergestellt bzw. aus der Erde gegraben werden können). Das dürfte
in geschätzt 5 Jahren der Fall sein. Solange wird der Real (leider) auf
seinem relativ hohen Niveau bleiben. Es sei denn die nächste Regierung
wird unzuverlässiger als der Clan um Lula. :P


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 21:23 
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Wohnort: Sao Paulo
Hey Lemi,

du hast auch schonmal positiver von Brasilien geschrieben :lol:

Nee hast ja recht, und allen dehnen die von Brasilien schwärmen und Träumen, sollten sich die Realität vor Augen halten.... :shock:

Und nehmt die Infos an von dehnen, die es gewagt haben nach Brasilien zu gehen, dort zu leben und zu arbeiten... :wink:

und das ist ja eigentlich der Sinn dieses Forums..... :D

Und das mit der Sache 10.000 Stock im Hochhaus.. kann ich ein Lied vorsingen... habe nochnie soviel Oberflächlichkeit, Arroganz usw kennengelernt, als bei dieser Sorte von Menschen... und das Schlimme war... viele von dehnen sind DEUTSCHE :roll: :shock:
(Siehe Cóleg. Porto Seguro)
Du wirst dann nur anerkannt, wenn du pro Familenmitglied ein Auto hast, (also mind. 2) Pool, Baba, Hausangestellte u.u.u. selbst auf den Kindergeburtstagen wird bedient vom Service..... (tut man eigentlich nicht lieber selber grillen???), ob eigene Firma, Jacht, Flugzeug........ :wink:

Aus diesem Grund haben wir schwer kämpfen müssen um nicht mit diesem Klischee gleichgesetzt zu werden..... deshalb sind unsere ganzen Freunde REINRASSIGE Brasilianer aller Schichten....

Gruss aus São Paulo



"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 21:35 
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Registriert: 09 Dez 2004 21:36
Beiträge: 274
Lemi hat geschrieben:
...Brasilien hat eigentlich nur einen Vorteil: das Klima. ....

Oh, mir fällt noch ein weiterer ein (und SG vermutlich noch ein paar
mehr): Es gibt ein paar Freiheitsgrade mehr als in Europa, einen Touch
mehr Anarchie..... das Leben hat wenigstens für den Zugereisten weniger
Einschränkungen. Sehr spannend. :D


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 21:38 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
lol hat geschrieben:
Der hohe Real ist doch gerade ein Zeichen dafür,
dass mehr Geld ins Land strömt als raus geht. Es wird also ganz
massiv investiert.


Das ist leider ein Fehlschluss, lol. Der erhöhte Geldstrom landeinwärts kommt aus den Rohstoffverkäufen und nicht von Investoren. Dies ist der immer noch wirkende China-Effekt. Er wird aber nicht erst in 5 Jahren abklingen. Ich tippe auf 2008 ....... nach der Olympiade in China.


Vinhedense hat geschrieben:
Hey Lemi,

du hast auch schonmal positiver von Brasilien geschrieben :lol:

Nee hast ja recht, und allen dehnen die von Brasilien schwärmen und räumen, sollten sich die Realität vor Augen halten.... :shock:


Genau aus diesem Grund greife ich immer wieder mal gerne in die Extrem-Kiste.

Vinhedense hat geschrieben:
Du wirst dann nur anerkannt, wenn du pro Familenmitglied ein Auto hast, (also mind. 2) Pool, Baba, Hausangestellte u.u.u. selbst auf den Kindergeburtstagen wird bedient vom Service..... (tut man eigentlich nicht lieber selber grillen???), ob eigene Firma, Jacht, Flugzeug........ :wink:


Wir haben nicht mal ne Faxi und wohnen auch noch im billigsten Stockwerk. Kindergeburtstage feiern wir nur in der Familie und mit den 2-3 ECHTEN Freunden unserer Kinder. Die ganze Schulklasse einladen, wie es allgemein üblich ist, blocke ich ab.

Vinhedense hat geschrieben:
Aus diesem Grund haben wir schwer kämpfen müssen um nicht mit diesem Klischee gleichgesetzt zu werden.....


Ich lebe einfach so wie ich schon immer gewöhnt bin. Ich habe meine Wurzeln nie vergessen, meine Frau auch nicht. Deswegen kommen wir auch besser mit armen Schluckern als mit Empresários zurecht. Es gibt aber auch 1-2 von denen, die ähnliche Ansichten wie wir haben. Mit den verkehren wir öfters und die zählen dann auch zum mageren Freundeskreis in der Upperclass.

Vinhedense hat geschrieben:
REINRASSIGE Brasilianer


Wie sieht der denn aus? :lol:

Vinhedense hat geschrieben:
deshalb sind unsere ganzen Freunde Brasilianer aller Schichten....


Bist du dir sicher? Aller Schichten? Kennst du die Einteilung (ich glaube A bis F) der Klassen in Brasilien?



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 21:59 
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Beiträge: 1509
Wer braucht schon Freunde.
:twisted:


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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 22:00 
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Beiträge: 147
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Oi Lemi,

das mit den Klassen A-F oder A-Z oder 1 - 10... hey keine Ahnung... sollte auch eher ein Bildlicher Satz sein :D

Ja wie sieht der Reinrassige Brasilianer aus???
Also ne Freundin von meiner Frau kommt aus Baiha...... ich denke dort ist ein wenig der Ursprung oder?
Habe natürlich in Brasilianischer Geschichte geschwänzt :D :wink:

Wir haben auch keine Empregada oder so.... hey sowas hatten wir in Deutschland auch nicht.. ich putze mein Klo gerne selber und scheisssse die zusammen die im Stehen pinkeln :D

Das mit der gesammten Klasse versuche ich auch zu drücken.... sehe nicht ein 20 Kinder einzuladen in so eine speziell eingerichter Kinderspielhölle.... wo man dann 1000,00 R$ hinblättern muss....
Vor allem, was macht man mit so vielen Kindern.. unser ältester ist 9 Jahre..... die wollen kein Verstecken mehr spielen :wink: :roll: :lol:



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