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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 23:16 
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Vinhedense hat geschrieben:

Ja wie sieht der Reinrassige Brasilianer aus???
Also ne Freundin von meiner Frau kommt aus Baiha...... ich denke dort ist ein wenig der Ursprung oder?
Habe natürlich in Brasilianischer Geschichte geschwänzt :D :wink:


Bahia? Nein, dort wurden damals nur die Sklaven aus Schwarzafrika importiert. Daher kommt also der dunkle Teint der Brasilianer, der aber ursprünglich nicht da war. Du liegst also falsch.

Die echten Ureinwohner Brasiliens sind natürlich die Indianer. Die könnte man einzig und allein als reinrassige Brassis bezeichnen.

Nur: als es die schon gab, gab es Brasilien als solches noch nicht. Und als es Brasilien dann gab, hat man sie fast vollständig ausgerottet.

Fazit: den reinrassigen Brasilianer trifft man so gut wie nicht mehr.

Natürlich meint Moreno Antônio Gomes da Costa (von nebenan) er sei reinrassiger Brasilianer, betont aber im Nebensatz, dass er portugiesiche Vorfahren hat. :roll:



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 15 Mär 2006 23:48 
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Lemi hat geschrieben:
Natürlich meint Moreno Antônio Gomes da Costa (von nebenan) er sei reinrassiger Brasilianer, betont aber im Nebensatz, dass er portugiesiche Vorfahren hat. :roll:


Genau, und weil Moreno behauptet Brasilianer zu sein - kann auch ich oder Lemi behaupten Brasilianer zu sein! Ich mein, CPF haben wir doch, und steuern müssen wir doch auch bezahlen, oder???


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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 00:06 
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Hi Takeo,

ich bin sowieso einer der reinrassigsten Brasilianer, die hier so rumrennen, denn meine leiblichen Kinder haben in 7. Generation vor ihnen einen Vollblut-Indianer gehabt. War zwar ein Findelkind, tut der Tatsache aber keinen Abbruch.

Ihr dürft mich in Zukunft also auch "BRASILEIRO" nennen .......... schliesslich nennt der richtige (nicht der echte!) Brasileiro sich hier auch Antonio. :mrgreen: :hellau:



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Lemi

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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 01:31 
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Wohnort: Sergipe / z.Z. Afrika
BR und seine Vor und Nachteile im Vergleich zu Deutschland


BRL zu Euro

Ein mir in Erinnerung gebliebener Satz aus der VWL hieß , ein fallender Wechselkurs (R$ zu $) schiebt dem Ausland den schwarzen Peter zu, d.h. die Exporte aus BR werden für die Ausländer billiger, für den Inländer fliest mehr Geld, aber die Importe werden teurer, damit werden mehr inländische Güter gekauft.
Bei hohem Wechselkurs (R$ zu $) sind Exporte teuer (allerdings werden bei der momentan vorhandenen Nachfrage die hohen Preise bezahlt) und Importe sind billig. Da manche Rohstoffpreise steigen, ist es für BR gut, dort wo allerdings eine große internationale Konkurrenz besteht (z.B. Landwirtschaftliche Produkte) ist es für BR schlecht.

Für alle in BR lebenden oder reisenden Deutschen, die in Devisen denken, ist es auch schlecht, dass der BRL sich vor allem am $ orientiert und nicht am €.
In Ecuador hat man vor Jahren den Kampf ganz aufgegeben und den Dollar als Zahlungsmittel eingeführt.

Inflation

Ein anderes Thema ist die Inflation, ich lebte 1984 mal in Israel, als die Preise monatlich um 20% stiegen, Jahresinflation so ca. 900 %. Das wurde immer abends nach Geschäftsschluss im Radio bekannt gegeben, dass am nächsten Tag alles 25% mehr kostet. Die Waren wurden gar nicht mehr mit Preisen ausgezeichnet, sondern nur noch mit Refernznummern, die Preisliste wurde dann kurz ausgetauscht. Danach kann man über eine Teuerungsrate in D von 2% nur noch müde lächeln.

Die hohen Zinsen schaden auch der brasilianischen Industrie, Varig ist schon pleite.

Nächster Kurssturz im Jahr 200X ? an der Börse

Wartet mal ab, wenn die Börsen weltweit zurückgehen, dann wird die BOVESPA auch fallen, alles Geld wird aus BR abgezogen um fällige Spekulations-Kredite zu bezahlen und der REAL fällt wieder ins Bodenlose. Wer erinnert sich noch an 1997 ? Von 90000 auf 10000 im freien Fall.

@Strandläufer, ich glaube Du hast einige Fehler in Deiner Argumentation bezüglich Wirtschaftszusammenhänge.

Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht ????

Daß es in Deutschland nicht sooo schlecht ist, merkt man wenn man aus dem Ausland zurückkommt. Nur die Laune ist schlecht, im Meckern sind die Deutschen schon Weltmeister.

Ein (bekloppter)Afrikaner erzählte mir nach seiner Deutschlandreise 1990, dass es in den Städten so viele Bettler gäbe, dass der Staat den Bettlern Musikinstrumente gebe, damit es nicht so auffalle. Heute wäre das vielleicht sogar eine gute Idee….sozusagen ein kulturelles Beschäftigungsprogramm

Gerade lese ich im Internet, dass die Neuwagenpreise in D mit die höchsten in der EU sind. Warum wohl ? Weil es anscheinend noch genügend Leute mit dickem Geldbeutel gibt, die diese Preise bezahlen. Ich selbst habe andere Präferenzen, deshalb kann ich auch nur über die Jammerei lachen. Da es für mich keinen Sinn macht ein neues Auto in D zu fahren (steht öfter mal für ein paar Jahre abgemeldet rum) suche ich oft nach einem gleichaltrigen Wagen, der genauso vergammelt aussieht. Den finde ich dann aber nicht, oder wenn, dann sitzt ein Türke drin.

Ein ganz anderes Problem das sich in Deutschland stellt und für das niemand eine Lösung hat (die funktioniert), ist die demografische Entwicklung.

Alle Probleme die heute in D angeführt werden, sind lächerlich im Vergleich zu den Perspektiven in einem Land, das in 30 Jahren nur noch eine winzige junge Bevölkerung hat. Nicht nur die Rentendiskussion ist dann hinfällig, auch das ganze Gesundheitssystem wird nicht mehr funktionieren.

Diejenigen, die die Möglichkeit haben, werden sich den Verpflichtungen aus den Sozialgesetzen entziehen, auch wenn die Politik versucht dem mit immer neuen Gesetzen gegen zu wirken. Hier ist die Kreativität der Bevölkerung schneller. Man sieht dies in der Entwicklung der Schattenwirtschaft. Die Großverdiener (privat oder auch Industrie) werden mittels Wohnsitzverlagerung oder kreativer Buchhaltung ihre Gewinne im Ausland versteuern. Durch die in den letzten 25 Jahren auf Besitzstandswahrung ausgerichtete Politik werden die jungen und gebildeten Deutschen, die hier keine Chance mehr sehen, abwandern. Die in hilflosem Aktivismus ins Land geholten Ausländer integrieren sich nicht so einfach wie man dies einmal erhoffte, also auch keine Möglichkeit mehr das Bevölkerungsdefizit auszugleichen. Außerdem wird es bei den Verlierern der Globalisierung einen heftigen Nationalismus geben, da wird sich manch ein ausländischer „hochqualifizierter Greencardanwärter“ überlegen, ob er wirklich nach Deutschland will oder nicht doch woandershin.

Fazit : Fachkräftemangel auf der ganzen Linie ? nicht ganz, man kann dann ja die Alten wieder aus dem Altersheim holen und bis 97 arbeiten lassen.

Was ist in BR besser ?

Objektiv gesehen nicht viel (lassen wir mal die hübschen Frauen und das warme Klima beiseite), allerdings hat man dort mehr persönlichen Freiraum, vorausgesetzt man kann sich das leisten (also schon mal ansparen).
Auch sind die deutschen Weltmeister im anderen Vorschriften machen (na ja CH nicht mitgezählt). Also was ich meiner Tochter alles nicht mit in den Kindergarten mitgeben darf, kein Cola (ok) keinen Saft, nur Tee (den sie nicht mag) oder Wasser (mag ich auch nicht), keine Süßigkeiten, dazu zählen die sogar Kekse ohne Zucker, und natürlich keine Einwegverpackungen. Manchmal denke ich, das ist ja kein Kindergarten sondern ein Knast. Naja, lange bleibt sie eh nicht dort, solange bis Papi wieder ein Projekt im Ausland an nimmt.


Ansonsten lasse ich die Argumente von ‚lol’ nicht ganz gelten, denn die Stimmung ist es die in D gefährlich ist. Selbst wenn alle den Sack voll Geld haben, hilft es dem Selbständigen nicht, der Mangels Kundschaft in den Konkurs geht. Die Billigkonkurrenz ist nicht unbedingt Schuld daran, sondern die gefühlte Unsicherheit, die den Leuten den Spaß am Geldausgeben nimmt. Und bei € 2.900.000.000.000 Kapital dürfte da noch manch ein Taler zum Konsum vorhanden sein.

Zumindest da haben die Brasilianer uns was voraus, auch wenn sie in der Scheiße sitzen, konsumieren sie doch jeden Real den sie haben sofort.

Und das ist doch auch der Grund warum sich so mancher Gringo in BR wohl fühlt, man kann sich mehr leisten als die Mehrheit, wird beneidet und steht über der Masse. Da schwillt manch einem der Kamm und er fühlt sich als Hahn im Korb, wenn dann auch noch die Mädels ihn (sein Geld) so toll finden.

patecuco


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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 08:59 
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Beiträge: 23
Wohnort: Hessen
Also ich denke, die Lebenssituation und die Voraussetzungen in beiden Ländern lassen sich nicht vergleichen.
Andere Länder, andere Ansprüche.
Klar, kann ich mit dem Geld, was ich in D verdiene, in BR leben wie ein Fürst. In D geht das nicht.
In D habe ich monatliche Fixausgaben für 3 Pers.(also priv. Krankenvers., Miete, Nebenkosten, Telefon, Auto ... von gut 2400 Euro.
Da ist noch kein Essen, Kleidung etc drin und auch kein weiterer Luxus wie Ausgehen, Urlaub, Hobbies etc.
Das muss man auch erst mal verdienen.
Da bleibt nicht viel für Rücklagen zur Ausgabe in den Konsumtempeln oder entsprechende Luxusreisen oder für den neuen BMW.
Klar sind in D die Ansprüche höher: gemütliche Wohnung usw., aber die Kosten explodieren, die "Geiz ist geil"-Mentalität ist nur verständlich.

Adaptiere ich die Situation nach Sao Paulo, könnte ich wohl mindestens ähnlich leben. Die Gehälter sind hier (im gleichen Berufsbild) recht hoch, je nachdem ca. 7-12.000 Reais im Monat. Das sollte auch reichen für eine sichere Mietwohnung und Auto, Schulgeld, Krankenversicherung etc
Projiziere ich die Lebenssituation auf den Nordosten in BR, würde ich über die Runden kommen, ohne jeden Luxus, aber auch mit weniger Ansprüchen. Ist die Frage, ob man das eintauscht oder eintauschen will. Ich habe mich vor längerem für ein "Nein" entschieden. Hauptmerkmal ist die Sicherheit.

Hervorzuheben ist noch das stressigere Leben in D. Das gemütliche "Laissez-faire" gibt es hier zumindest nicht. Der andauernde Kampf um Arbeitsplatz, Aufträge...schneller - höher - weiter... schafft nur eine kurze Ruhepause am Wochenende. Und selbst da bereitet man noch Dinge für die folgende Arbeitswoche vor.

Kann mir vielleicht vorstellen, meinen Lebensabend in BR zu verbringen, vielleicht halb D/Halb BR oder so. Bis dahin ist noch einige Zeit, dies zu planen.

Wechselkurs: Auf Dauer wird sich die Relation Real/Euro (USD) nicht halten. Die stärkeren Währungen werden sich schon durchsetzen.
Die Relation 1 EUR = 3,50 Real halte ich für realistisch.
Insgesamt entwickelt sich der Wechselkurs eher als Bremse. Der Preis der extemen Zinsen ist hoch. Das Leben auf Pump ist teuer.
Wer sich dort Luxusgüter leisten kann, naja. Irgendwie scheints doch zu gehen, habe jedenfalls noch keinen Plasma-TV in einer Lehmhütte gesehen (allerdings 120er Parabol mit Lehmhütte...).
Hinzu kommt, dass die Rohstoffpreise wegen internat. Preiskalkulation kaum noch zu bezahlen sind, siehe Benzin. Dass der Sprit in BR fast genau so teuer ist wie in Europa, das ist hart. Wer kann sich da schon einen Mittelklassewagen mit allen nötigen Zusatzkosten leisten?

Ist allerdings meine persönliche Meinung/Einschätzung und Situation. Andere finden anderes vor und das ist auch gut so.
Sonst bräuchten wir das Forum hier nicht, denn alle würden im gleichen Land, am gleichen Ort im gleichen Haus wohnen.
Dann könnte man sich bei einem eisgekühlten Antarctica/Brahma/Skol etc. direkt austauschen und seinen Spass haben.
Also: Nach vorne schauen und nicht die Hoffnung verlieren.
Einen schönen Arbeits-, Studien-, Urlaubstag (oder so) wünscht

ze barbudo


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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 09:25 
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@patetuco
Genau das ist es, was das Leben in Brasilien ausmacht.

Die angenehmen Temperaturen (hier in Braunschweig sind es Mitte März immer noch -5 Grad am morgen), die hübschen und attraktiven Frauen (ja, gibt es in Europa auch) und diese Unkompliziertheit. Der Brasilianer lebt sein Leben. Er arrangiert sich mit all den Problemen und ist weniger auf materielle Dinge gerichtet - ausser er sieht die Möglichkeit (wie z.B. einen Gringo der mit der Spiegelreflexkamera herumrennt). Daher ist es für viele auch egal, wie der Wechselkurs steht. Man geniesst den Moment. Ein weiterer Vorteil, den ich zumindest empfinde, ist die Freiheit. In Brasilien kannst Du viel mehr machen - ohne dass Dich gleich jemand anmeckert.
Es ist eine andere Kultur - und viele Auswanderer, die sich in Brasilien nicht anpassen - und immer alles mit Deutschland vergleichen - werden niemals zufrieden sein in Brasilien. Und das ist es, was meiner Meinung nach den "echten Brasilianer" ausmacht. Er lebt in seinem Bairro und alles rundherum bekommt er gar nicht mit.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 09:47 
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Beiträge: 3179
Wohnort: Anapolis GO
@ze barbudo
Zitat:
Andere Länder, andere Ansprüche

Genau das ist der Unterschied - und Du sagst ja selbst, dass D für Dich im Moment besser ist.
Zitat:
7-12.000 Reais im Monat

Den Job nehme ich sofort an.
Zitat:
Hauptmerkmal ist die Sicherheit

Die tauscht Du gegen die grössere Freiheit... aber auch grösseren Bürokratismus, all die, die ein conto corrente auf einer brasilianischen Bank haben, wissen das....
Zitat:
stressigere Leben in D

Das hast Du in Brasilien auch, wenn Deine Kohle aufgebraucht ist und Du täglich mit tausenden Brasilianern um Dein Überleben kämpfst.
Zitat:
allerdings 120er Parabol mit Lehmhütte

Eine grosse Parabol-Schüssel mit Receiver kostet so um die 350 Reais.

@all
Für ein Leben in Brasilien gibt es Vor- und Nachteile. Sicherheit, Lebensstil, Möglichkeiten, Zufriedenheit, Alter, ... und das ist für jeden anders.
Gratulation an alle, die es geschafft haben sich in Brasilien zu arrangieren.
Für den Wechselkurs erwarte ich auch, dass er nach der Wahl wieder auf 1:3 steigen wird.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 10:19 
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Severino hat geschrieben:
Der Brasilianer lebt sein Leben. Er arrangiert sich mit all den Problemen und ist weniger auf materielle Dinge gerichtet - ausser er sieht die Möglichkeit (wie z.B. einen Gringo der mit der Spiegelreflexkamera herumrennt). Daher ist es für viele auch egal, wie der Wechselkurs steht. Man geniesst den Moment. Ein weiterer Vorteil, den ich zumindest empfinde, ist die Freiheit.


Aha. Du meinst also, die Freiheit arm, mittellos und damit sorglos zu sein ???

Was du für den Brasilianer allgemein schreibst, gilt nämlich nicht für die Reichen, selbst für die Mittelschichtler nicht. Die machen sich nämlich reichlich Sorgen um Inflation, Börse, Kredite, Kosten, Steuern, Spesen etc (also materielle Dinge!!!) .................... für die ist auch wichtig, welches Auto der Nachbar fährt und welchen Zweitwagen seine Angetraute besitzt.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich Brasilien keinesfalls von Deutschland.

Tut mir Leid, aber viele Leute, die Brasilien besuchen, betrachten das Land und die Leute anscheinend nicht differenziert genug.

Wie schon geschrieben: Es gibt weder den typisch aussehenden Brasilianer noch den sich typisch lebenden Brasilianer. Das Leben läuft tatsächlich in Schichten ab. Favelados haben einige typische Verhaltensmerkmale, Empresarios auch .................... die unterscheiden sich aber grundsätzlich voneinander.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 10:28 
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patecuco hat geschrieben:
dann wird die BOVESPA auch fallen, alles Geld wird aus BR abgezogen um fällige Spekulations-Kredite zu bezahlen und der REAL fällt wieder ins Bodenlose. Wer erinnert sich noch an 1997 ? Von 90000 auf 10000 im freien Fall.


Soweit ich mich erinnere, hatten wir gerade ein Rekordhoch mit 39.000 Punkten an der Bovespa. Von 90.000 weiss ich ehrlich gesagt nichts.


patecuco hat geschrieben:
Auch sind die deutschen Weltmeister im anderen Vorschriften machen (na ja CH nicht mitgezählt). Also was ich meiner Tochter alles nicht mit in den Kindergarten mitgeben darf, kein Cola (ok) keinen Saft, nur Tee (den sie nicht mag) oder Wasser (mag ich auch nicht), keine Süßigkeiten, dazu zählen die sogar Kekse ohne Zucker, und natürlich keine Einwegverpackungen. Manchmal denke ich, das ist ja kein Kindergarten sondern ein Knast.


Ist in Brasilien auch nicht anders. Hier ist sogar Uniform-Pflicht. Die Schule schrieb vor, dass Turnschuhe blau, schwarz oder weiss zu sein haben. Sandalen waren verboten. Für mitgebrachte Getränke gilt das gleiche, was du schreibst, also keine Refris, sondern Saft, Milch oder Tee. An der schulinternen Theke konnten die Kinder allerdings (gegen bares) Coca & Co. kaufen.

Apropos Knast: Stimmt, in Brasilien sind die Schulen vergittert und werden nach dem Eintreffen der Kinder verriegelt.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 16 Mär 2006 10:32 
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Lemi hat geschrieben:
Was du für den Brasilianer allgemein schreibst, gilt nämlich nicht für die Reichen, selbst für die Mittelschichtler nicht. Die machen sich nämlich reichlich Sorgen um Inflation, Börse, Kredite, Kosten, Steuern, Spesen etc (also materielle Dinge!!!)


Calma, Lemi. Im Grunde hast du ja schon recht. Wir (diejenigen, die nicht stet in BRA leben, sondern nur mehr oder weniger "Touri" sind), sehen das schon mit anderen Augen.

Aber ich glaube, ich kann ein bißchen nachvollziehen, wie Severino das meint. Zwar auf Deutschland bezogen, aber ich glaube, ich habe verstanden....an meinem eigenen Beispiel.
Mein Freund (Brasilianer aus der oberen Mittel- bzw. untere reiche Schicht HEUTE, aufgewachsen jedoch in einer Favela), hat da schon einige andere Betrachtungsweise als ich.
Wenn bei uns mal wieder das Geld knapp ist, fange ich an, jeden Cent dreimal umzudrehen, und alles zu planen und zu überlegen, damit ich schon von vorneherein weiß, was ich noch brauche, wieviel Geld ich noch habe, etc....
Mein Freund dagegen sieht das alles ganz tranquilo. In seiner ruhigen, brasilianischen Art macht er sich gar keine Gedanken. "Irgendwie schaffen wir das schon". Was geht, das geht eben, was nicht geht, naja, vielleicht irgendwann anders. Er lebt HEUTE. Überlegt nicht, was morgen ist, und schon gar nicht nächste Woche.

Und das sehe ich nicht nur bei ihm, das kenne ich so von einigen Brasilianern. WIe gesagt, hier in Deutschland aber. Während wir Deutschen alles bis ins kleinste Detail ausrechnen, und überlegen, ob ich mir das leisten kann, machen die einfach, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Wenn ich dafür etwas anderes nicht kaufen oder bezahlen kann, naja, irgendwie findet man schon eine Lösung.



Segue o teu coração........


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