Verkehrsregeln in Brasilien.

Fragen & Tipps von/für Brasilienneulinge in Sachen Ein- und Ausreise, Visa, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Essen & Kontaktaufnahme

Beitragvon Trem Mineiro » Di 1. Mär 2005, 18:03

Hallo Gente
Danke für die zahlreichen Kommentare und Hinweise. Ich sehe auch nicht so sehr die Praxis, es ging mir hier ein wenig mehr um die hehre Theorie. Ich bekomme im Moment mit, wie sich hier jemand auf die Fahrschulprüfung (Theorie) vorbereitet und da kommt mir das grausen.

In der Praxis muss man sich halt überlegen, wie viel man riskiert, wenn man auch Recht und Regeln besteht. Und im Schadensfall verhilft auch kein Polizist oder Richter einem Ausländer zu seinem Recht.

Also fahrt vorsichtig

Manfred
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Beitragvon Neto » Mi 16. Mär 2005, 15:40

Die Verkehrsschilder dienen tatsächlich nur dazu, um die Landschaft bunter zu gestalten,
oder als Zielobjekt für Schiessübungen.

In meinem Dorf sind 60 km/h laut Schilder angesagt.
Vorgestern kam mir ein Bus entgegen, dahinter schoss ein PKW raus,
um zu überholen.Sein Tempo war enorm, ein Frontalzusammenstoss
unvermeidbar.Da dies jedoch mein Ende bedeutet hätte,
entschied ich mich für einen Sprung über die Standspur in den Graben.
Die Aktion war nicht ganz angenehm, denn ich musste zentimeterweise
durch die Fussgänger durch, mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.
Das Gebrüll war enorm, der Idiot weg.
Zum Glück gab lediglich ein Stossdämpfer den Geist auf, allerdings restlos und endgültig.

Weniger Glück hatte neulich ein Strommitarbeiter.
Er arbeitete oben am Strommasten, das Leiterende war auf der Standspur.
Das änderte sich, als ein scheinbar blinder Standspurfahrer die Leiter rammte.
Der Flug mit Landung auf der Strasse hätte schicherlich Knochenbrüche bedeutet,
aber die 4 folgenden Autofahrer vernichteten jede Hoffnung auf Heilung.
Der scheinbar Blinde wechselte natürlich von der Standspur auf die Fahrbahn und war weg.

Der Rekord in diesem Jahr liegt bei 3 Opfern an einem einzigem Tag.
Wohl gemerkt, nur hier, auf einer Strecke von ca. 5 km und ca. 2.000 Einwohnern.

Einige von Euch kennen die von mir benannte ´Todeskurve´ bei Monte Gordo.
90 Grad, Sand und Löcher, am Kurvenausgang eine Kirche.
Ein Motorradfahrer stürzte dort vor ein paar Tagen wegen einem Loch
und wenn der Pfarrer anwesend gewesen wäre, wäre er ihm in die Arme
zur letzten Ölung geflogen.
Besonders tragisch ist, dass er eine Frau und 3 kleine Kinder hinterlässt.

In Salvador wird jedoch fleissig geblitzt und der beste Bremstest
sind die oftmals schwerbewaffneten Polizeikontrollen.

haltet die Augen offen :shock:, egal wo und nicht nur im Strassenverkehr

Neto
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Beitragvon W124 » Do 17. Mär 2005, 19:03

Oi gente,

also bitte verlasst euch nicht auf die deutsche strvst oder wie die heißt.
Grundregeln:
- fußgänger müssen grundsätzlich warten, auch bei grün.
- Abbiegende autofahrer haben immer vorfahrt, auch wenn man als fußgänger schon auf der straße ist, notfalls zurücklaufen.
- straße zügig überqueren, das bedeutet im laufen!
abraços
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Beitragvon Moranguinho » Fr 18. Mär 2005, 08:58

@ W124:

Kurz zusammengedasst: Der Autofahrer hat immer recht!

Ich kann mich da nur anschließen, beim Staßenüberqueren immer besonders auf die Rechtsabbieger achten!

Auch sehr gefährlich ist , dass es in einigen Städten plötzlich Linksverkehr gibt, z.B. in Blumenau und in Curitiba.

Da geht man gemütlich über die Staße, und plötzlich kommt da einer von der falschen Seite angeschossen.

Höchste Lebensgefahr besteht in Curitiba übrigens beim überqueren der speziellen, für die roten Schnellbusse reservierten, Canaletas.

Also, Augen auf! Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich!

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon Moranguinho » Fr 18. Mär 2005, 09:01

Hallo,

um das brasiliansiche verkehrsverständnis ztu verdeutlichen noch folgendes Erlebnis:

In der Innenstadt von Curitiba bin ich die Straße entlangefahren. Plötzlich kam ein kleiner Junge auf dem Fahrrad auf die Staße geschossen. Vollbremsung, Hupen.

Was macht der Junge? Nimmt sein Fahrrad und hält auf mich zu, um mich abzudrängen... :shock:

Klarer Fall von Selbsüberschätzung!

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon Careca » Mo 21. Mär 2005, 21:20

Neto hat geschrieben:Die Verkehrsschilder dienen tatsächlich nur dazu, um die Landschaft bunter zu gestalten,


Stimmt. :) Oder auch um fantasiereiche geschichten zu erzählen ... :D 8)
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Di 22. Mär 2005, 16:47

Moranguinho hat geschrieben:Hallo,

um das brasiliansiche verkehrsverständnis ztu verdeutlichen noch folgendes Erlebnis:

In der Innenstadt von Curitiba bin ich die Straße entlangefahren. Plötzlich kam ein kleiner Junge auf dem Fahrrad auf die Staße geschossen. Vollbremsung, Hupen.

Was macht der Junge? Nimmt sein Fahrrad und hält auf mich zu, um mich abzudrängen... :shock:

Klarer Fall von Selbsüberschätzung!

Viele Grüße

Moranguinho


Hallo,
wenn man von rechts in eine Haupstraße einfährt, schaut man ja normalerweise nach links, denn von dort kommen die Fahrzeuge auf der Hauptstraße.
Fehler: Fahrradfarhrer fahren gerne auch auf der linken Seite der Straße. Schaut man also nur nach links und gibt dann gas, hat man ganz schnell auch mal einen fahrradfahrer platt gemacht.
Das ist mir schon des öfteren beinahe passiert. Jetzt muß ich mich immer dazu zwingen auch nach rechts zu schauen, der geisterfahrenden Fahrräder wegen.

Gruß

H-J
Zuletzt geändert von Hans-Joachim Menzel am Mo 28. Mär 2005, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Bagi » Mo 28. Mär 2005, 19:03

Der Lehrbub bei mir im Büro büffelt zurzeit in der Mittagspause gerade für seine Führerscheinprüfung.
Wenn man das Heftchen durchblättert, weiß man nicht ob man lachen oder heulen soll.

Das Erlernte wird dann mit solchen Fragen geprüft:

02. O Cinto de segurança pode ser utilizado:
a) por mãe e criança ao mesmo tempo.
b) por duas crianças ao mesmo tempo.
b) por somente uma pessoa.
c) por duas pessoas ao messmo tempo.
d) por duas pessoas ao mesmo tempo.
e) por tres crianças ao mesmo tempo.

14. A placa "Crianças" recomenda:
a) ignorá-las.
b) dar sinal de luz.
c) buzinar
d) redobar a atenção e diminuir a velocidade.
e) dar uma esmola ou bala.


Letzthin habe ich übrigens in einer Motorradzeitschrift gelesen, dass schätzungsweise 70% aller Motorradfahrer in Brasilien ihren Führerschein nicht regulär erworben haben.
Bis dann
Bagi
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Mo 28. Mär 2005, 19:57

Hallo,

es handelt sich dabei wahrscheinlich eher um einen Alphabetisierungstest ... So nach dem Motto: Unsere Verkehrsteilnehmer sollten wenigstens in der Lage sein, die Schilder zu lesen.
Nach der Fahrpeüfung vergessen die eh sofort, was sie gelernt haben. Aber das ist wie in den meisten Fällen in Brasilien. Da wird eh nur auswendig gelernt und niemand versteht die Hintergründe des Gelernten.
Das brasil. Bildungssystem erzieht leider nicht besonders gut zu logischem und unabhängigen denken. Das macht sich dann im Straßenverkehr genauso bemerkbar, wie in allen anderen Lebensbereichen.

Gruß

H-J
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