Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon tinto » Mo 17. Jan 2011, 23:28

Itacare hat geschrieben:
tinto hat geschrieben:Es mag sein, dass der Karneval etwas ablenken könnte, doch die Regierung steht unter massivem Druck, denn sogar von der UN wird sie kritisiert:.....


Was soll denn die Regierung tun? Alle, die in Strandnähe wohnen, umsiedeln, weil eine Tsunami kommen könnte? Wenn die weg sind, baut der nächste hin.
Allen, die in kritischer Hanglage siedeln, ein flaches Grundstück zur Verfügung stellen? Die freien Hanglagen werden schnell wieder von anderen zugebaut.
...

Richtig, wie ich schon in selbigem Zitat fragte: Wie will sie (die Präsidentin) das Problem in den Griff kriegen? Es wird wohl nicht das letzte Mal passiert sein. Das Kind ist halt in den Brunnen gefallen. Dass sich da andere einmischen, macht es nicht besser, aber auch sicher nicht schlechter: denn, ob die von der UNO wirklich keine Ahnung haben, kann man mit guten Gründen bezweifeln. denn die haben den Blick auf alle UN-Mitgliedsstaaten. Und da kommt es nicht oft vor, dass 1000 Menschen verschüttet werden. Und so jählich vorkommende Regenfälle sind eben keine Tsunamis ohne Vorwarnung. Vergessen wir nicht: auch letztes Jahr und schon davor wurden Leute in Brasilien bei Regenfällen verschüttet.
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon dimaew » Di 18. Jan 2011, 00:48

Itacare hat geschrieben:Da mischen sich wieder welche ein, die überhaupt keine Ahnung haben. Was soll denn die Regierung tun? Alle, die in Strandnähe wohnen, umsiedeln, weil eine Tsunami kommen könnte? Wenn die weg sind, baut der nächste hin.
Allen, die in kritischer Hanglage siedeln, ein flaches Grundstück zur Verfügung stellen? Die freien Hanglagen werden schnell wieder von anderen zugebaut.
Es ist leider geschehen. Hoffentlich hat es eine abschreckende Wirkung, dann trägt es mehr zur künftigen Sicherheit bei als jedes Regierungsprogramm.


Hm, in dem Statement liegt aus meiner Sicht doch schon die Antwort.
Ja, warum nicht Leute aus gefährdeten Regionen in weniger gefährdete Regionen umsiedeln? Und dann überwachen! Hier fängt doch das Umdenken an, das gefordert ist. Mit Umsiedeln ist es nicht getan. Die gefährdeten Gebiete haben danach frei zu bleiben, fertig. Der erste, der dort wieder einen Stein hinlegt, um neu zu bauen, kriegt heftig was auf die Finger. Wenn Staat und Politik hier mal so weit sind, in dieser Tragweite zu denken, ist viel gewonnen.
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon O_Periquito » Do 20. Jan 2011, 14:59

hallo
santa catarina hatte ja vor drei jahren bei dem verheerenden hochwasser auch viele tote zu beklagen, noch heute leben menschen in abrigos die damals alles verloren hatten.
einer unserer arbeiter wohnte auch in einer sehr gefährlichen gegend, direkt am hang. nun hätte man meinen müssen nachdem einige seiner nachbarn ums leben gekommen waren das sie dort nicht wieder hinziehen, weit gefehlt, die ganze familie und alle die nicht ums leben gekommen sind hausen wieder in den Hängen. laut prefeitura ist es verboten dort zu wohnen, aber das stört keinen und prefeitura lässt sie auch dort wieder wohnen.

so wird die schlange derer die ein haus auf staatskosten gebaut bekommen weniger. kommt wieder eine starke regenzeit und alles beginnt von neuem, gibt es wieder tote, viel gejammer und gezeter und es bleibt doch alles beim alten.

vor ein paar monaten hat die polizei nicht sehr weit von hier eine razzia bei einem bürgermeister und seinem stellvertreter gemacht. in den häusern wurden zig spendensachen von vor drei jahren gefunden, die gehortet worden waren und nie die bedürftigen erreicht hatten. erst wurden sie einmal mitgenommen und eingesperrt, und dann....................?
so wird es in rio werden und sao paulo sicher auch. was man im fernsehen sieht ist eine sache, aber wie es in wirklichkeit ist, das sind zwei verschiedene dinge.

ich bin überzeugt davon das viele menschen wieder in die alte region oder eine ähnliche zurück gehen und in ein bis zwei jahren ist das alles vergessen, so ist eben der mensch.
es wird sich nicht viel ändern was das umweltbewusstsein der menschen hier betrifft. es ist schon pervers was die menschen hier mit ihrer ständigen verbrennerei anstellen. die meisten haben kein umweltbewusstsein und wollen auch von umweltschutz nichts wissen. vor einem jahr hat unser nachbar fast unsere küche angebrannt. bei starkem wind und es hatte tage nicht geregnet hat er wieder mal gegogelt nur 4mtr entfernt von unserem haus. der wind hat das brennende papier gefasst und rein in unsere küche, zu meiner freude ginge es bei ihm auch nicht ohne schaden ab.
nachdem ich ihm dann gesagt habe das ich eine anzeige mache wenn er nicht aufhört, kein gogeln mehr, vorerst.

mein hausmädel hatte eine schwere rauchvergiftung weil der nachbar seinen ganzen müll dicht an ihrem haus verbrannt hat, der ganze rauch in ihr haus gezogen ist und sie nicht so schnell aus dem haus heraus kam. wäre ihr mann nicht dazu gekommen wäre sie wohl jetzt tot, eine mutter von fünf kindern.
was soll dilma machen, ihre schäfchen (o povo ) machen was sie wollen und die politiker auch, und das wird immer so bleiben.
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon Itacare » Do 20. Jan 2011, 16:52

O_Periquito hat geschrieben:....
ich bin überzeugt davon das viele menschen wieder in die alte region oder eine ähnliche zurück gehen und in ein bis zwei jahren ist das alles vergessen, so ist eben der mensch.
.....


Genau das ist wohl das Problem. In manchen Gegenden wird in ausgetrockneten Seen gesiedelt. Dass die seit Millionen von Jahren alle 60..80..100? Jahre mal wieder voll laufen, ist in Vergessenheit geraten.
An den Hängen des Vesuv siedeln rund 1 Mio. Italiener. An den Ätna rücken sie auch täglich näher ran. Pompeji lässt grüßen.
Bei den kurzen Zeitintervallen die Du beschreibst hätte ich allerdings mehr Vernunft von der Menschheit erwartet.
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon tinto » So 23. Jan 2011, 08:59

Über 800 Tote sind jetzt schon bestätigt. 400 werden noch vermisst. Macht 1200. Brasiliens bislang größte Katastrophe.

Viele mahnen hier und woanders an, die gefährdeten Regionen nicht zu besiedeln. Aber die Regierung hat andere Pläne: Sie will ein Frühwarnsystem errichten. Und zwar dem Vernehmen nach für ca. 5 Milliarden Euro landesweit. Ob das funktioniert?

Naja, schon bald wird das Thema im Karnevalstrubel versanden und wer redet dann schon darüber...?
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon tinto » Do 10. Feb 2011, 22:31

Ist es denn jetzt so, dass die Katastrophe schon vergessen ist, nachdem es seit Tagen bei 871 Toten laut header-Meldung hier im Forum verblieben ist? War es das mit der Aufarbeitung und der Betroffenheit?
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon dimaew » Do 10. Feb 2011, 22:41

tinto hat geschrieben:Ist es denn jetzt so, dass die Katastrophe schon vergessen ist, nachdem es seit Tagen bei 871 Toten laut header-Meldung hier im Forum verblieben ist? War es das mit der Aufarbeitung und der Betroffenheit?


Zumindest in der brasilianischen Presse wird noch täglich berichtet. Die Zahl der gefundenen Toten ist leider bereits auf knapp 900 gestiegen, es häufen sich Fälle von Krankheiten und gerade heute berichtet die Folha, dass die Stadtverwaltung von Teresópolis anfängt, Häuser in den Risikogebieten abzureisen.

http://www1.folha.uol.com.br/cotidiano/ ... isco.shtml
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon mauritaner » Sa 12. Feb 2011, 15:11

Meine Meinung hierzu fängt schon ganz woanders an.Z.b. Zuerst sollte es unmöglich sein in ein Gebiet zu bauen das absolut nicht sicher ist und noch dazu viele Häuser stehen auf Grundstücken deren Besitzer nicht derjenige ist der das Haus darauf gebaut hat.

Die Regierung (Dilma Verbrecherin ohne je zur Verantwortung gezogen worden zu sein)
ist verdammt langsam bis untätig in Katastrophenfällen.Die Brasilianische Armee hat sicherlich ein paar Millionen Leute und Hunderte Hubschrauber.Aber anstatt binnen 24Stunden eine Soforthilfe zu starten brauchen die erstmal Tage bis sich irgend etwas tut.Da spielen sie lieber Krieg im Dschungel als Leuten zu helfen.

Dilma an sich und die ganzen anderen Korrupten Hunde in der PT interessiert es einen Dreck ob Leute elend sterben oder nicht.Da gäbe es nur ein einizges Mittel Streik wie in Ägyptem bis das sie endlich was tun für das Volk hier.
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Re: Viele Tote...Ursache Raubbau an der Natur?

Beitragvon tinto » Di 15. Feb 2011, 21:29

Naja, so nach der Resonanz hier im Forum würde ich fast sagen, es gibt kaum Anzeichen dass sich wirklich etwas so entwickelt, dass es wert wäre, hier darüber weiter zu berichten...
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