Mein Unternehmen möchte mich und meine Partnerin (Brasilianerin, arbeitet in der gleichen Firmengruppe) nach Brasilien schicken, um dort eine Tochtergesellschaft aufzubauen.
Als deutscher Staatsbürger brauche ich natürlich ein Visto Permanente um dort eine Tätigkeit als Geschäftsführer auszuüben. Ich bin im Moment beim Sammeln sämtlicher Informationen und man kann auch ziemlich viel im Internet finden. Die offiziellen Stellen sind überraschend gut ausgestattet. Da kann sich manche deutsche Behörde eine Scheibe abschneiden. Es fehlen aber immer wieder kleine Detailinfos, die ich hoffentlich über euch bekomme, da der eine oder andere ja schon mal in der gleichen Situation war.
Ich habe drei (bis vier) verschiedene Möglichkeiten ein VIPER zu bekommen (
http://www.mte.gov.br/trab_estrang/default.asp):
1a. Meine Firma investiert $200.000
1b. Meine Firma investiert $50.000 und in den folgenden Jahren müssen 10 neue Arbeitsplätze geschaffen werden
2. Ich persönlich investiere mindestens $50.000
3. Ich heirate meine Partnerin eher (hätte ich sowieso im nächsten Jahr gemacht).
--- Die entsprechende rechtliche Grundlage für 1 und 2:----------------------------------------------------------------
Art. 3º. A Sociedade Civil ou Comercial que desejar indicar estrangeiro para exercer a função de Administrador, Gerente, Diretor ou Executivo deverá cumprir com os requisitos estabelecidos pelo Ministério do Trabalho e Emprego, quanto às disposições legais referentes à constituição da empresa e comprovar:
I - investimento em moeda, transferência de tecnologia ou de outros bens de capital de valor igual ou superior a US$ 50.000 (cinqüenta mil dólares americanos), ou equivalente em outra moeda por Administrador, Gerente, Diretor ou Executivo chamado, mediante a apresentação do SISBACEN - Registro declaratório eletrônico de investimento externo direto no Brasil.
Parágrafo único. Gerar 10 novos empregos, no mínimo, durante os dois anos posteriores a instalação da empresa ou entrada do Administrador, Gerente, Diretor ou Executivo, ou;
II - investimento igual ou superior a US$ 200.000 (duzentos mil dólares americanos), ou equivalente em outra moeda, por Administrador, Gerente, Diretor ou Executivo chamado, mediante a apresentação de contrato de câmbio emitido pelo Banco receptor do investimento e
alteração contratual ou estatutária, registrada no órgão competente, comprovando a integralização do investimento na empresa receptora;
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Punkt 1a (Art. 3º II): Mein Favorit, ist einfach eine saubere Sache. Allerdings stört mich der hervorgehobene Absatz unter II: Für mich heißt das, es reicht nicht das Geld in die Firma zu investieren (sprich in Brasilien anlegen und zum Unternehmenszweck verwenden, wie Gehälter, Kosten der ersten Jahre decken), das Geld muss auch noch in das Stammkapital der Limitada (capital social) eingetragen werden. Das wäre schon ein Punkt, der meinem Chef vermutlich ziemliches Kopfzerbrechen machen würde. Wozu dann noch die Limitada?

In unserer Branche ist ein hohes Stammkapital nicht notwendig. Wir dachten eher an 15.000 Euro für's erste.
Bei meinem Punkt 1b (Art. 3º I) ist ja die notwendige Investition geringer. $50.000 hört sich natürlich nett an, geht aber einher mit mindestens 10 neu geschaffenen Stellen. Im Prinzip will ich das locker schaffen. Aber ich bin Realist genug und die ersten Jahre können auch mal ziemlich zäh sein. Brasilien ist ja auch kein einfaches Pflaster. Was passiert, wenn ich nach 2 Jahren zwar mit der Firma auf stabilen Füssen stehe, aber nur 5 neue Arbeitsplätze geschaffen habe? Mal abgesehen davon, dass meine Freundin dann bereits meine Frau sein wird, wie würde dann von Behördenseite vorgegangen? Es handelt sich um eine B2B-Dienstleistung auf hohem Niveau, d.h. ich kann nicht einfach 10 Leute zum Mindestlohn einstellen. Ich brauche im Prinzip qualifizierte Leute (Studium, am besten sehr gutes Englisch). Die Kosten für diese Leute sind hoch, auch in Brasilien. D.h. ich muss mir genau überlegen, wen ich einstelle oder ob ich mir im Moment zusätzliche Leute überhaupt leisten kann, sonst halse ich mir irgendwann einen zu großen Fixkostenblock auf. Die müssen ja auch irgendwie bezahlt werden.
Punkt 2: Ich habe die Kohle nicht auf der hohen Kante. Allerdings könnte die Firma mir das Geld natürlich "überlassen", ich investiere das, habe aber mit denen einen Vertrag, dass das Investment eigentlich ihnen gehört. Hört sich für mich aber schon ein bißchen konstruiert an, aber wir sind ja in Brasilien.
Punkt 3: Vermutlich die einfachste Lösung. Ich heirate bereits jetzt in Deutschland und nicht erst, wenn wir in Brasilien sind. Allerdings wäre das dann doch relativ kurzfristig und irgendwie sträube ich mich dagegen. Mein Bauch sagt mir, ich will sie nicht heiraten, damit ich einfacher rüberkomme und mir ein bißchen Komplikationen spare. Kam mir bisher auch nicht in den Sinn. Allerdings sagt mir mein Kopf immer mehr, dass es vielleicht dumm ist wegen meinem Stolz mir zusätzlichen Papierkram aufzuhalsen, nur um sie dann in Brasilien sowieso zu heiraten (wir sind fast 8 Jahre zusammen). Oder täusche ich mich, dass es durch die Heirat einfacher würde? Kenne den einen oder anderen der in Brasilien eine Firma gegründet hat und mit einer Brasilianerin verheiratet ist. Hatte den anschein, dass der sich über diesen ganzen Visumskram keine Gedanken machen musste.
Vielleicht könnt Ihr mir ja aus euren Erfahrungen berichten. Die Theorie steht ja auf den einschlägigen Behördenseiten, mich interessieren eher die Live-Berichte und Erfahrungen, die Ihr gemacht habt. Theorie und Praxis unterscheiden sich ja gerne mal.
Um abraco,
Berri