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Nachdem ich mich nun endlich durch alle Kapitel des Brasilianisch-Lehrbuchs von Langenscheidt gequält habe, hier eine kleine Rezension:
Gleich in den ersten Kapiteln des Anfänger-Lehrbuchs wird mit Wörtern wie "Voliere", "Wachtel", "Zahnplombe", "Zirkel" und "Ziffernblatt" beim Neuling ein solider Grundstock der brasilianischen Sprache aufgebaut. Weiter geht’s dann mit zeitgemäßen Begriffen wie “Hüfthalter“, “Zungenfestigkeit“, “Schwanzstück“ und “Wasserfrau“.
Das Lehrbuch von Dr. Klaus Metzger vermittelt durch die detaillierte Beschreibung des Mobiliars von Büroräumen und Klassenzimmern nicht nur die Lebendigkeit der brasilianischen Sprache; auch Einblicke in die brasilianische Gesellschaftskunde werden gewährt. Dabei beweist der promovierte Autor einen hochsensiblen Umgang mit historisch negativ belegten Begriffen (vgl. Kapitel 25):
“Die brasilianische Gesellschaft setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Weißen, dem Neger und dem Indianer. Die Mischlingstypen aus der Kreuzung zwischen der weißen Rasse, der schwarzen Rasse und der brasilindianischen Rasse sind drei: der Mulatte, resultierend aus einer Kreuzung zwischen Weißen und Negern, der Caboclo u.s.w.“
Und womit macht der Afrobrasilianer Musik? Richtig! Mit seiner “Negerrassel“ und seiner “Negertrommel“!
Eine Reisempfehlung kann sich der Lernende am Ende dann selbst ableiten: Wenn schon nach Brasilien, dann in den “kulturell höher stehenden“ Süden des Landes – dorthin wo noch keine Rassendurchmischung stattgefunden hat, fernab von “Hinterwäldlern“ (=sertanejo) und “Gummizapfern“.
Vielleicht sollte der Verlag mal über eine Neuauflage nachdenken ....
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