Vorstellung und Ansicht

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Vorstellung und Ansicht

Beitragvon caipi65 » Mo 7. Mai 2007, 17:57

hi Leute,

möchte mich nochmals bei euch vorstellen.
Seit Monaten lese ich fast tagtäglich bei euch mit.
Ich habe selbst 1998 fuer ein Jahr in Recife gelebt, damals war es fuer mich ein Kulturschock usw..., selbst die Sprache war mir nicht bekannt.
Ende 99 ging es dann wieder zuruck nach Europa. Dies, weil ich mich 1 Jahr als Beamter hatte beurlauben lassen.
Seitdem bin ich fast jährlich 1-2 mal in Brasil, meist in Ilheus, Natal.

Die Zeiten, dass der R$ bei +-3,55 steht, sind wohl vorbei.
Ich denke, dass brasil nicht mehr das Einwanderungsland schlechthin ist.
Im grossen und ganzen ist brasil recht teuer geworden.
Weltweit verdienen die Leute richtig Kohle an der Boerse oder mit Immobilien. Brasilien wurde dann in den letzten 2 Jahren auch entdeckt. In Natal zb wird gebaut wie verrueckt und die Preise steigen auch bei jedem neuen Neubau.
Klamotten und sogar Lebensmittel sind auf europaeischem Niveau.
War vorigen Monat in Natal bei der HSBC und liess mich mal vom gerente beraten.
Fragte ihn, was er mir denn so anbieten könnte (Festgeld, Sparbuch, Aktienfonds usw), wenn ich so um die 1000 000R$ überweisen würde.
Der machte grosse Augen und meinte, dass in seiner Filiale nur 4 Leute Kohle in dieser Grössenordnung angelegt haetten.
Was sagt mir das?? Die brasis trauen ihren Banken nicht oder es gibt bessere Anlagemöglichkeiten wie zb Immos (noch)!!
Ich denke dass immerhin 10% netto auf Jahresbasis moeglich sind und diese ohne grosses Risiko.
Jedoch sind mir die Boersen in den BRIC-Ländern doch recht heiss gelaufen und es nur irgendwelche Unruhen braucht(siehe China vor einigen Monaten) , dann rappelt es auch in brasil.
Die Währung ist auch sehr stabil aber dies kann sich ja schnell wieder drehen.
In Natal entstehen nun etliche condominios. Hatte mir da ein Grundstück angeschaut, 350m2. Preis lag bei 165000R$.

Also wir planen in den nächsten Jahren wieder Europa zu verlassen.
Als Alternative stehen: Argentinien, Paraguay, Costa Rica, Vietnam.

Ich weiss, ich weiss, bin hier im Brasilforum aber guenstig ist brasil keineswegs mehr.
Als gringo nachdem man schon eine eigene Huette in brasil hat, braeuchte man als Paar min. 6000R$, damit man recht gut, aber ohne grossen Luxus, leben kann.
Was mir nicht mehr gefaellt ist, dass es nun an jeder Ecke einen gringo gibt, ueberall steigen die Preise. Da kommen Urlauber das erste Mal nach brasil und bwaaa, muessen dann sofort eine Huette kaufen, ohne die Sprache zu sprechen oder sonst was ueber brasil zu wissen.
Da wird sich der eine oder andere gewaltig die Fingerchen verbrennen.

gruss
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Beitragvon thomas » Mo 7. Mai 2007, 19:11

Willkommen.

Das mit dem Preisverderben durch die Gringos seh ich nicht ganz so. Brasilien ist groß. Auch wenn bestimmte Lagen Gringos anziehen.
Was es sicherlich gibt, sind gerade im Nordosten mehr Südeuropäer, seitdem die den Euro haben.

Die Währungsrelation, hochgehalten durch den Rohstoffboom und sich auf andere Sektoren sehr ungünstig auswirkend, wird wohl noch eine Weile so beschissen bleiben.

Costa Rice klingt gut, was willst Du in Vietnam, da bist Du auch ewig Gringo.
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Beitragvon Jacare » Di 8. Mai 2007, 11:15

Oi, Caipi65!
Persönlich halte ich Brasilien noch für die Beste Alternative, obwohl BR zugegeben nicht mehr das klassische Einwanderungsland ist. Aber Natal ist nur ein Teil Brasiliens und spiegelt nicht ganz Brasilien wieder. Und wo Touris sind, da gehen nunmal die Preise ab wie Hulli. Ein ganz normaler Vorgang! Mein Tip: Schau Dir lieber noch ein paar andere Fleckchen in BR an, bevor Du Brasilien ganz den Rücken kehrst. Übrigens kam gerade ein Freund von mir nach 1 Jahr enttäuscht aus Paraguay zurück. Dort ist das Gras auch nicht grüner :wink:

Gruss
Jacare
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Beitragvon Gunni » Di 8. Mai 2007, 12:27

Ola Caipi65

hat mir sehr gut gefallen, was du geschrieben hast und indirekt hast du auch schon angedeutet, wo einige Probleme sind. - Gut, man darf nicht verallgemeinern und ich stehe auch immer vor dem Problem, wie man eigentlich einen Vergleich anstellen soll - theoretisch darf ich nämlich nicht ein deutsches Einkommen mit einem brasilianischen Grundstückspreis vergleichen oder umgekehrt......und eigentlich darf ich auch keine Wertmaßstäbe aus einem Land zur Beurteilung einer Sache in einem anderen Land heranziehen, und dennoch tue ich es :cry:

Denke, du gehörst zu den Leuten, die mal "erzwungenermaßen" in einer anderen Kultur klar kommen mußten, und das nicht nur im Urlaub - so etwas verändert die Persönlichkeit und automatisch fühlst du dich nicht mehr wohl, von da wo du her kommst weil du immer an die andere Seite denken mußt .....nur glaub ich nicht, daß es woanders "besser" ist, sondern nur "anders", da die Problematik viel tiefer sitzt - daher denke ich auch, ist es eigentlich egal wo du hin gehst :wink:

Brasilien hat gewisse Möglichkeiten, aber auch Risiken und ich frag mich immer selbst, was MIR am wichtigsten ist im Leben - sind es die Caipirinhas, der Sonnenschein, die Frauen und der Strand oder vielleicht doch was anderes ? - Mir fällt nur auf, daß ich vergesse, an die Basis zu denken, wie bspw. Stabilität und Sicherheit - oder noch einfacher, ich unterscheide nicht zwischen "Bedürfnis" (etwas, was man meint, zu brauchen) und "Bedarf" (etwas, was man wirklich braucht um zu leben).

Denk' einfach nochmal drüber nach...es gibt überall gute und schlechte Plätze und Möglichkeiten, wo man hin kann, aber liegt es wirklich am Ort und Geld ? :wink:
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Beitragvon tartaruga » Di 8. Mai 2007, 13:05

Hallo Caipi,
ich bin vor ca. 5 Jahren hergekommen. Mein Euro wurde für knapp 4 Reais getauscht und die Grundstückspreise waren günstig. Einkaufen im Supermarkt war die reine Freude, Essen gehen in die besten Retaurants war locker einmal in der Woche drin. Alles vorbei. Die Preise in den Supermärkten nähern sich rapide den Europäischen an. Essen gehen, nur noch einmal im Monat. Alles Importierte, wie Autos, Elektro, LM, viel teurer als in D. Jede Wette: Die von dir erwähnte Lote hat vor 2 Jahren nur die Hälfte gekostet. Warte noch ein Jahr, dann ist es noch teurer.
Die Zauderer, die eigentlich schon immer hier leben wollten, aber immer noch und noch ein Jahr warten, die haben es schlicht und ergreifend.......verpennt.
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Beitragvon caipi65 » Di 8. Mai 2007, 20:14

Nabend Leute,

danke fuer die interessanten Kommentare.
Nochmals auf die Hsbc zu kommen: wo legen denn nun die Brasis ihre Kohle an??
Anscheinend ist bei dieser Bank in Natal kaum einer, der ein Kapital von 1000000R$ + investiert hat.
Geht die ganze Kohle denn nun in Immos und Land oder wo wird sie sonst angelegt??

Bovespa bei knapp ueber 50k
Dax und co mehr als heiss gelaufen. Warte nur noch auf einen letzten Anstieg, dann shorten wir das ganze. Es fehlt bei den Brics nur noch ein Anstoss wie vor einigen Wochen bei China.
Wenn bei den Amis die Luft raus ist, dann sieht es mit den ständig steigenden Kursen in brasil auch vorbei.

Gruss aus Scotland.
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Beitragvon Severino » Mi 9. Mai 2007, 11:31

Einlagen auf brasilianischen Konten sind nur bis 20.000 R$ "garantiert". Deshalb verteilen die reichen Brasilianer Guthaben auf mehrere Konten bei verschiedenen Banken. Der Rest wird in Fonds, Aktien, Immobilien usw. angelegt. Und wirklich reiche Brasilianer habe ich bisher eigentlich noch nicht getroffen.....
Hinzu kommt die CPMF, also die Steuer auf Geldbewegungen. Damit weiss die receita federal im Prinzip immer wer wieviel Geld bewegt. Und die Reichen mögen das natürlich gar nicht....
paz e amor
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Beitragvon Gunni » Mi 9. Mai 2007, 12:44

Kenne schon nen paar reiche Brasis :wink: :wink: - und vor allem, die sind SOO reich, daß ein reicher Europäer schon wieder im Vergleich dazu extrem "arm" wirkt :wink: :wink:

....aber Ihre Kohle haben die in Sachwerte gesteckt, irgendwo in ner Lagerhalle bspw. 40 Neuwagen oder Grundstücke, Autobahnen etc. etc. und in der Regel haben die mehrere Staatsbürgerschaften (da alles ja "Auswanderer" sind, wenn auch vielleicht schon vor 250 Jahren :wink: :wink: ) und damit ist ein Hauptteil des Kapitals dann in Europa oder USA....ein bischen "Taschengeld" liegt natürlich auch auf brasilianischen Banken.

[Finde es immer wieder amüsant, wie die einen immer das Geld dahin bringen wollen, wo die anderen es am liebsten wegbringen wollen - und umgekehrt - scheint wohl niemand auf dieser Welt zufrieden zu sein :lol: ]
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Beitragvon Troller_fan » Mi 9. Mai 2007, 15:02

Gunni hat geschrieben:Kenne schon nen paar reiche Brasis :wink: :wink: - und vor allem, die sind SOO reich, daß ein reicher Europäer schon wieder im Vergleich dazu extrem "arm" wirkt :wink: :wink:


Stimme Guni voll zu, die reichen Brasis, die ich kenne, habe ihr Geld nicht auf der Bank liegen sondern besitzen ein oder mehrere Unternehmen. Nicht umsonst habe ich ausser in Sao Paulo noch nirgends auf der Welt Verkehrsnachrichten fuer den Hubschrauberverkehr im Radio gehört ...

Tja auch ich habe mir in 2002 ein Haus fuer 400K R$ angeschaut und war mir zu teuer damals ... es war wohl damals auch teuer und trotz Inflation würde ich heute auch nicht mehr dafür bezahlen .. in R$ - in Euro fast das doppelte.
Ich sehe es ähnlich, wenn ich das nächste Mal nach Brasilien ziehe wird eine Hütte gekauft, das Spekulieren ob es billiger wird wenn der R$ wieder verliert - bringt alles nix.
Ausserdem ist das Geld sowieso immer zuwenig, wenn man 10.000 R$ im Monat hat braucht man eigentlich 15, wenn man 3.000 hat, solten es 5.000 sein.

Seid froh wenn ihr in ueberhaupt Brasilien seid - ich hocke in China ...
In Asien ist man wohl wirklich immer ein Ausländer, vor allem in China. Für mich wäre als Dauerbleibe auch Argentinien interessant, aber meine Frau hat sich nun mal in Brasilien verliebt... also gehen wir wohl wieder nach Brasilien ... Troller fahrn

Grüße aus China vom Troller_fan
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 9. Mai 2007, 18:37

Gunni hat geschrieben:[Finde es immer wieder amüsant, wie die einen immer das Geld dahin bringen wollen, wo die anderen es am liebsten wegbringen wollen - und umgekehrt - scheint wohl niemand auf dieser Welt zufrieden zu sein :lol: ]

Ähnlich dem 'Hühnerstallsyndrom'. (Die die drin sind wollen raus, die die draussen sind wollen rein, und dazu ein riesen Gegacker und Gehacke.)

BB
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