Was alles so geschehen kann

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Was alles so geschehen kann

Beitragvon stanley » Mi 6. Jan 2010, 19:10

BrasilJaneiro hat geschrieben:Das was passierte, passierte auch schon in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft passieren. Brasilien ist eben ein Land von Pfusch und Betrug. Wer es liebt, kann sich hier wohl fühlen. Wer noch bei Verstand ist, muss doch merken, dass man Brasilien nur als ein 180 Millionen Konsumeten Volk ansehen kann. Alles andere macht keinen Sinn.
Nur mal ein Beispiel: War um Weihnachten mir die cachoeira dos pretos hinter Joanopolis -SP anschauen. Einer der grössten im Staate SP. Wäre in Deutschland und anderen europäischen Staaten ein touristisches Magnet mit Infrastruktur und schönen Häusern und Andenkengeschäften. Restaurants mit einer Fischkarte der Region. Nix da. Alles staatlich unorganisiert, statt Fisch aus der Quelle gibt es bacalhau (wie ideenreich), statt Andenken in jeglicher Art indischer Tinnefschmuck und wenn ich 50 Jahre weiter denke, dann wird wohl die schöne Landschaft mit den ach so tollen Favelasdachziegelhäusern verschandelt sein.
Ich mach mir heute über Brasilien nichts mehr vor. Dieses Land hat (ausser Geschäfte zu machen) nichts zubieten. Neben den ewigen Regen, oder den drei Jahreszeiten pro Tag, den Müll in jeder Ecke und Egoismus bei (fast) allen Brasilianern kann ich sonst nichts positives entdecken. Die nächste Kirche, die nächste Pousada und die nächste Siedlung wartet schon auf die Schlammmassen.


So harte Worte....Zeilen habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dem gibt es nichts hinzu zufügen.
Lass uns das Neue Jahr beten oder saufen gehen. Auf den Weg dahin mit einem jesus-sprüche-beklebten Auto ein paar Fastunfälle auf der Schnellstrasse provozieren. Es lässt sich hier gut leben, man muss nur freundlich sein und einem werden alle Türen offen stehen. (Gerade erst in einem anderen Thread gelesen.) :muahaha: :muahaha:
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Re: Was alles so geschehen kann

Beitragvon amarelina » Do 7. Jan 2010, 22:14

Stanley, ich habe mal eine frage: warum lebst du denn in Salvador (hab ich doch richtig gelesen oder?), wenn es dir dort nicht gefällt?

amarelina
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Re: Was alles so geschehen kann

Beitragvon Westig » Do 7. Jan 2010, 23:03

Das, was man heute in Sao Paulo und anderswo in den städtischen und ländlichen Regengebieten sehen kann, passierte in Recife seit Generationen alle paar Jahre. Und Generationen von Pernambucanos haben gelernt, alle paar Jahre ihre bis unters Dach überschwemmten Häuser nach der Regenzeit neu zu bewohnen. Ganze Stadtteile waren regelmäßig überschwemmt. Nicht nur die der armen Bevölkerung, sondern auch die der gehobenen Mittelschicht, etwa in Casa Forte.

Bis dann ein Masterplan entwickelt wurde, Ende der sechziger Jahre (!), die breiten Feuchtttäler der Flüsse Jordão, Capibaribe und Beberibe naturbelassen blieben, ein Stausee 40 km entfernt angelegt wurde, die weiter oben genannten kilometerlangen Rohrleitungen ebenfalls, Drainagen und vieles andere mehr, alles gesteuert durch die damalige Entwicklungsbehörden SUDENE, DNOCS, die deutsche GTZ bzw. ihre Vorgängerin GAWI war neben anderen auch beteiligt, und seitdem hat es keine vergleichbaren Überschwemmungen mehr gegeben.

Klar: das alles hat viele Millionen gekostet, und die regelmäßigen Sanierungen gehen bis heute ebenfalls in die Millionen. Eine Handvoll weitsichtiger Politiker, alle "Nordestinos" haben das so entschieden. Bis heute. Und vergnügten sich nicht am Strand während der Katastrophen (wie der Staatspräsident Lula seit Weihnachten und der Regierungschef von Rio de Janeiro).
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Re: Was alles so geschehen kann

Beitragvon valentino29 » Do 21. Jan 2010, 23:17

Ich denke hier passiert das gleiche wie in Deutschland und der Schweiz. Jetzt wo das vlele Wassser kommt, sieht man das die natürlichen Resourcen fehlen, weil sie verbaut worden sind. Ein Fachman hat im TV gesagt. dass dort wo die Gebiete unter Wasser stehen, früher Gebiete waren wo das Wasser bei Regen hinfliesen konnte. Jetzt hat es dort halt Beton und Backsteine.
"Übrigens wenn man Heute in Basel eine Flasche in den Rhein werfen würde, hat die Heute 26 Stunden nach Köln. Vor 50 Jahren hätte die Flasche 52 Stunden gebraucht. Begradigung des Rheins"
Also ich denke das Problem gibt es überall, nicht nur in Brasilien.
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