Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon Brummelbärchen » Di 30. Okt 2007, 16:09

Zum Lohn der bezahlt wird kommen noch folgende Arbeitgeberbeiträge hinzu:
  • INSS (im Schnitt): 27.8%
  • FGTS: 8% oder 8.5%

Das macht zusammen also 36.3% des Grundlohnes aus.

Ebenfalls zwingend dazu kommt noch der
  • Vale Transporte, bei 2 Busfahrten pro Tag zu je 2.50 macht das pro Monat rund 100R$.

In die monatlichen Lohnkosten einberechnen sollte man unbedingt auch die zukünftigen Kosten, die durch Ferien (-Abwesenheiten) und bei Kündigung entstehen:
  • 13º salário: 8.3%
  • férias + 1/3: 11.1%
    Im Zusammenhang mit einer Kündigung:
  • Aviso prévio indenizado: 8.3%
  • 13º salário inden. 1/12: 0.7%
  • Férias + 1/3 (indeniz.): 0.9%
  • FGTS: 1.5%
  • INSS - patronal: 2.3%
  • Indeniz. (FGTS 50%) 5.0%

In der Summe macht das 38.2% aus.
Legt man dieses Geld monatlich zur Seite, kann man jemandem stressfrei kündigen.

Und wenn man dies noch mit den monatlichen Lohnnebenkosten zusammenrechnet, sollte man sich bei den Lohnverhandlungen folgende Rechnung vor Augen halten:

Vereinbarter Lohn: 100%
Lohnnebenkosten: 36.3%
Zukünftige Kosten: 38.2%
Total: 174.5%

Wenn man jemanden für 500R$ einstellt, kostet einem die Person also effektiv 872.5R$ bzw. 972R$ inkl. vale transp.

hth,
BB
Zuletzt geändert von Brummelbärchen am Di 30. Okt 2007, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon Totinho » Di 30. Okt 2007, 16:15

@Brummelbärchen

So etwas informatives ist hier leider selten. Damit kann man was anfangen.

Danke
=D>
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon Severino » Di 30. Okt 2007, 16:28

=D> Bravo BB.
Und für all die, die sich mit den Abkürzungen schwer tun:
INSS: Sozialversicherung (vergleichbar einer Arbeitslosen- und Unfallversicherung)
FGTS: Sparkonto (vergleichbar einer Altersvorsorge, die z.B. auch für den Hauskauf vom Arbeitnehmer beliehen werden kann)
Vale Transport: Entschädigung für Fahrt zum Arbeitsplatz
13º salário: 13. Monatslohn oder Weihnachtsgeld
Férias: Entschädigung für Ferien. 133% eines Monatslohnes pro Jahr
Aviso prévio indenizado: Kündigungsentschädigung, nur zu zahlen, wenn der Arbeitgeber kündigt (ebenso wie 13. Monatslohn und Ferienentschädigung anteilsmässig)
paz e amor
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon bem gelado » Di 30. Okt 2007, 17:36

@Brummelbärchen

So etwas informatives ist hier leider selten. Damit kann man was anfangen.

Danke


Schließe mich an, danke...
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon Trem Mineiro » Di 30. Okt 2007, 21:51

Oi BB
schön, dass mal so zusammengefasst zu sehen, danke
Ich brauchte für meine Faxi (offiziell nur ein Salario Minimo) keine FGTS zu zahlen. Hat sich das geändert?

Gruß

Manfred
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon chegei » Di 30. Okt 2007, 22:37

Trem Mineiro hat geschrieben:Oi BB
schön, dass mal so zusammengefasst zu sehen, danke
Ich brauchte für meine Faxi (offiziell nur ein Salario Minimo) keine FGTS zu zahlen. Hat sich das geändert?

Gruß

Manfred


empregado(a)s domestico(a)s sind ein anderes paar schuhe:
fgts nur wenn der arbeitgeber ein gutes herz hat und freiwillig bezahlt,kein anspruch auf arbeitslosengeld und noch einige kleine gehässigkeiten..........
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon 007 » Mi 31. Okt 2007, 02:01

chegei hat geschrieben:
Trem Mineiro hat geschrieben:Oi BB
schön, dass mal so zusammengefasst zu sehen, danke
Ich brauchte für meine Faxi (offiziell nur ein Salario Minimo) keine FGTS zu zahlen. Hat sich das geändert?

Gruß

Manfred


empregado(a)s domestico(a)s sind ein anderes paar schuhe:
fgts nur wenn der arbeitgeber ein gutes herz hat und freiwillig bezahlt,kein anspruch auf arbeitslosengeld und noch einige kleine gehässigkeiten..........



Ja Chegei, das gilt nur wenn Du Glück hast. Was die alles so mitlaufen lassen........
Was ich schon "verloren" habe geht auf keine Kuhhaut. Du kannst leider nicht jedesmal wenn eine Domestica verabschiedet wird einen Inventar machen. Das merkste leider erst später !!


abraço

James
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Re: Was ein Angestellter in Brasilien wirklich kostet

Beitragvon Brummelbärchen » Mi 31. Okt 2007, 10:17

chegei hat geschrieben:
Trem Mineiro hat geschrieben:Ich brauchte für meine Faxi (offiziell nur ein Salario Minimo) keine FGTS zu zahlen. Hat sich das geändert?

fgts nur wenn der arbeitgeber ein gutes herz hat und freiwillig bezahlt

Das ist korrekt, FGTS ist bei Empregadas Domésticas freiwillig. (INSS aber nicht!)

BB
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ferias

Beitragvon safadao » Di 20. Nov 2007, 01:16

aber die ferias zahlt man doch nur, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub nicht nimmt, oder?
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Re: ferias

Beitragvon Brummelbärchen » Di 20. Nov 2007, 09:54

safadao hat geschrieben:aber die ferias zahlt man doch nur, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub nicht nimmt, oder?

Jein. Da der Arbeitnehmer seine Ferien immer rückwirkend nimmt, ist fast immer ein Rest-Ferienguthaben auf seinem Konto, so dass er bei einer Kündigung entsprechend ausbezahlt werden muss. Zudem muss ein Arbeitnehmer der im Urlaub ist (oder eine Faxi) meist ja irgendwie ersetzt werden, auch das kostet. Das ist aber dann schon eine betriebsbuchhalterische Überlegung.

BB
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