Was einem in Rio so passieren kann

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Was einem in Rio so passieren kann

Beitragvon Itacare » Do 20. Feb 2014, 16:24

Demnach stellt sich nur noch die Frage, wer ahnungsloser ist: dieser Wielend oder der Journalist, der den Mist geschrieben hat.
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Re: Was einem in Rio so passieren kann

Beitragvon Colono » Do 20. Feb 2014, 16:34

zagaroma hat geschrieben:Die Küstenlinie ändert sich durch das Meer allerdings ständig, so dass diese Linie nun zum Teil weit im Landesinneren verläuft und teilweise die Küste gar nicht mehr berührt (wie bei uns). Wenn man ein Strandgrundstück kauft, durch das die Linie der Marina geht, gehört es zwar dem Eigentümer, man muss aber eine jährliche Steuer an die Marina entrichten, zusätzlich zum IPTU, und man darf deren Teil nicht bebauen.

Ein Freund von mir hatte hier grosse Probleme mit der Korrosion der Küste, der Strand vor seinem Haus wurde überflutet und das Meer schwappte gegen die Mauer seines Gartens. Er ist zur Stadtverwaltung und hat die Baugenehmigung für eine Schutzmauer bekommen, hat sie für teures Geld gebaut. Dann kam die Marina und sagte nee, hier kann man keine Mauer bauen. Mit einem Bagger kamen sie, um die Mauer zu demolieren, aber sie war zu solide und der Bagger brach kaputt. Da wurden sie richtig sauer und haben meinen Freund dazu verdonnert, seine Mauer selber abzureissen und er muss 500 R$ Strafe bezahlen für jeden TAG, an dem die Mauer noch steht. Die Geschichte ist jetzt vor Gericht, er hatte ja eine Baugenehmigung.
Andere Anwohner haben zum Schutz ihrer Häuser einfach grosse Granitblöcke lose angeschüttet und hatten keine Probleme, das ist ja kein fester Bau.


Das ist die gängige Meinung bei euch in Recife.[-X Ich kenne das und habe es vorher auch nicht besser gewusst.

Ein Grundstück das der União (manche sagen dazu Marinha) gehört, lässt sich zweckmässsig mit einem deutschen aus Erbbaurecht vergleichen. Man hat zwar eine Immobilie per Notarvertrag, ist aber nur so eine Art Langzeitpächter. In Brasilien ohne festgelegte Vertragslaufzeit. Man darf das Grundstück entsprechend gegen Entgeld nutzen. Dazu gehört wie in Deutschland ebenfalls ein Haus zu bauen. Das muss man sich halt vom eigentlichen Eigentümer genehmigen lassen. In Brasilien oft über die União. Eventuell auch die Santa Casa (in etwa Rotes Kreuz}. Die Rechte sind da in Brasilien auch in der Praxis weitgehend per Codigo Civil (BGB) gesichert. Die Richter kennen sich da schon aus. Bei uns im Süden bekommt man ohne weiteres die Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus auf so einem Grundstück. (Nicht zu verwechseln mit der der Gemeinde) Auch eventuell innerhalb der 30m Strandlinie. Allerdings sind Mauern oder Stege welche den Strand abgrenzen, egal in welcher Form nicht erlaubt. Meine Familie hat da eine Glasscheibe hinter dem Sand. Ab und zu, stört sich selbst da jemand daran. Aber was soll man machen. Irgendwie muss man sich vor ungebetenen Gästen schützen. Der Nachbar hat da Steine und Mauer. Mir tun die Badegäste leid die sich während der Flut beim Nachbarn die Beine mit Austern beim Darübersteigen zerschneiden. Aber selbst da schaut man hinweg wenn einer es nicht übertreibt. Wo kein Kläger kein Richter.
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Re: Was einem in Rio so passieren kann

Beitragvon Limao » Sa 22. Feb 2014, 04:13

Colono hat geschrieben:
Ein Grundstück das der União (manche sagen dazu Marinha) gehört, lässt sich zweckmässsig mit einem deutschen aus Erbbaurecht vergleichen. Man hat zwar eine Immobilie per Notarvertrag, ist aber nur so eine Art Langzeitpächter. In Brasilien ohne festgelegte Vertragslaufzeit. Man darf das Grundstück entsprechend gegen Entgeld nutzen. Dazu gehört wie in Deutschland ebenfalls ein Haus zu bauen. Das muss man sich halt vom eigentlichen Eigentümer genehmigen lassen. In Brasilien oft über die União. Eventuell auch die Santa Casa (in etwa Rotes Kreuz}. Die Rechte sind da in Brasilien auch in der Praxis weitgehend per Codigo Civil (BGB) gesichert.


Das mag man gerne durch die bunte Brille so sehen wollen, scheint mir aber eine gewagte Hypothese. In Deutschland hat man mit einem Erbbaurecht ein echtes dingliches Recht, was man in Abhängigkeit von der Restlaufzeit auch entsprechend beleihen kann (mit Zustimmung des Erbbaurechtsgebers). Nach Ende der Laufzeit steht einem entweder eine Entschädigung für errichtete Bauten zu (die mit Genehmigung des Erbbaurechtsgebers errichtet wurden) oder man verhandelt zur Abwendung eine Verlängerung. In Brasilien muss der zwischenzeitlich gezogene Nutzen wohl herreichen. Entschädigung=gleich vom Gutachter festgestellter Marktwert in Brasilien eher fraglich, oder???
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Re: Was einem in Rio so passieren kann

Beitragvon zuckerhut2014 » So 9. Mär 2014, 19:26

krass...aber in allen teilen der welt kann einem schlechtes passieren
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