Hallo Patecuco
Als Mineiro muss ich natürlich auch für Minas Gerais Werbung machen. Wir haben hier eine ziemlich unberührte Natur, und das alle nur 30-50-max 100 km entfernt von einer attraktive Stadt, in der nahezu 1.Welt-Niveau herrscht. Ich zitiere mich selber: Hätte Belo einen Strand wäre es das Paradies. Was für uns auch noch zählt. Die Stadt ist zwar nicht mehr so sicher wie vor 10 Jahren, aber erheblich besser als Rio oder SP (Kenntnisse nur von Hörensagen).
Minas ist ein Paradies für naturverbundene Freizeitgestaltung. Eins unserer liebsten Hobbys ist reiten. In Minas gibt es eine große Anzahl von Hotel-Fazendas, viele in der Nähe von BH. Da ist Reiten einschließlich Bereitstellung von guten Pferden Teil des normalen Freizeitprogramms, wenn es sein muss auch mal mit Anleitung und Führung. Die dort in aller Regel angebotenen Pferdegehören zur Rasse der Mangalargas. Das ist ein mittelgroßes Pferd, das sich hervorragend für längere Wandertouren eignet. Im Gegensatz zum Vollblut hat der Mangalarga keinen Trab, sondern stattdessen einen Trippelschritt. Dadurch kann man ewiglang in mittlerer Geschwindigkeit recht große Distanzen zurücklegen. Für den geübten Reiter nichts besonderes, für den Gelegenheitsreiter aber eine große Hilfe (besonders am Abend danach). Die besten Pferde dieses Typs nennt man Marchadores Mangalarga, die sind auch etwas größer. Wir sind immer froh, wenn uns ein Fazendabesitzer solche Pferde anvertraut. Die Europäer, die diese Pferde hier kennen gelernt haben, fragen alle, ob es diese Pferde nicht auch in Europa gibt. So langsam fängt das dort auch an. Es gibt die ersten Züchter und auch schon Vereine. Wenn wir in die kleinen Dörfer gehen, leihen wir uns natürlich auch mal Mähren oder Vaquero Pferde (20 Reais/Tag) Das sind auch immer noch Mangalargas (Pangarais ist ehr das Schimpfwort dafür) und nach einiger Zeit kapieren die auch, was man von ihnen will. Und immer noch besser 30 Kilometer auf einer Mähre mit vollen Satteltaschen geritten, als die Strecke mit Rucksack gewandert. Und zurück musst du den Gaul sowieso bremsen.
Reite hier ist eine schöne Sache, es muss ja nicht immer die Fuchsjagd über Zäune und Bäche sein. Übrigens, die Zäune haben alle Gatter und jeder darf da durch, nur soll man die Gatter halt nachher wieder schließen. Und so einen größeren Wachhund seh ich mir auch lieber von oben an.
Wer also reiten will, ab nach Minas, einer von vielen anderen guten Gründen nach Minas zu ziehe.
Aufgesattelt
Manfred