Was fuer Hobbies in BR ?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon patecuco » Mo 24. Jan 2005, 15:52

@HJM

so aehnlich sehe ich die Lage in BR auch. Im Prinzip kann man alles machen, aber alles nicht so einfach wie in D. Beim Joggen ausserhalb der Ortschaft kann man auch nicht einfach irgendwo sein Auto abstellen etc, so wie ich das in Europa manchmal mache, wenn ich eine Woche wandern/bergsteigen war.

Da ich leidenschaftlich gern reite, glaubte ich in BR ganz besonders gut diesem Hobby zu froehnen. Denkste, bis jetzt nur alles Maehren, oder so Vaquero-Pferde die man dauernd schlagen muss, damit sie laufen. Das ist mir zu anstrengend und macht keinen Spass. Ausserdem sind so viele Gegenden eingezaeunt. Auch mit MTB hatte ich schon mal ein dummes Erlebnis. Ein paar Wachleute gaben schon Warnschuesse ab. Als ich dann fragte was das soll, sagten sie, sie dachten ich wolle evtl. Vieh stehlen - nur wie macht man das mit nem Fahrrad ? Hinten anbinden :?

Also was die MG - Fraktion hier schreibt, hoert sich ja ganz gut an. Ist in MG mehr geboten, oder sind die Leute aktiver als im NO ? Ich dachte eigentlich eher an SC / Florianopolis zum Wohnen, lass mich aber noch umstimmen.
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Beitragvon Lemi » Mo 24. Jan 2005, 15:57

Hi Patecuco,

du hast es erkannt: erstens sind die Mineiros fleissiger - also auch in ihrer Freizeit aktiver und zweitens hat MG einen relativ hohen Lebensstandard (vor allem im Vergleich zum NO) und eine gute Infrastruktur, deshalb emfehle ich

Minas Gerais
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon Trem Mineiro » Mo 24. Jan 2005, 23:14

Hallo Patecuco

Als Mineiro muss ich natürlich auch für Minas Gerais Werbung machen. Wir haben hier eine ziemlich unberührte Natur, und das alle nur 30-50-max 100 km entfernt von einer attraktive Stadt, in der nahezu 1.Welt-Niveau herrscht. Ich zitiere mich selber: Hätte Belo einen Strand wäre es das Paradies. Was für uns auch noch zählt. Die Stadt ist zwar nicht mehr so sicher wie vor 10 Jahren, aber erheblich besser als Rio oder SP (Kenntnisse nur von Hörensagen). :phear:

Minas ist ein Paradies für naturverbundene Freizeitgestaltung. Eins unserer liebsten Hobbys ist reiten. In Minas gibt es eine große Anzahl von Hotel-Fazendas, viele in der Nähe von BH. Da ist Reiten einschließlich Bereitstellung von guten Pferden Teil des normalen Freizeitprogramms, wenn es sein muss auch mal mit Anleitung und Führung. Die dort in aller Regel angebotenen Pferdegehören zur Rasse der Mangalargas. Das ist ein mittelgroßes Pferd, das sich hervorragend für längere Wandertouren eignet. Im Gegensatz zum Vollblut hat der Mangalarga keinen Trab, sondern stattdessen einen Trippelschritt. Dadurch kann man ewiglang in mittlerer Geschwindigkeit recht große Distanzen zurücklegen. Für den geübten Reiter nichts besonderes, für den Gelegenheitsreiter aber eine große Hilfe (besonders am Abend danach). Die besten Pferde dieses Typs nennt man Marchadores Mangalarga, die sind auch etwas größer. Wir sind immer froh, wenn uns ein Fazendabesitzer solche Pferde anvertraut. Die Europäer, die diese Pferde hier kennen gelernt haben, fragen alle, ob es diese Pferde nicht auch in Europa gibt. So langsam fängt das dort auch an. Es gibt die ersten Züchter und auch schon Vereine. Wenn wir in die kleinen Dörfer gehen, leihen wir uns natürlich auch mal Mähren oder Vaquero Pferde (20 Reais/Tag) Das sind auch immer noch Mangalargas (Pangarais ist ehr das Schimpfwort dafür) und nach einiger Zeit kapieren die auch, was man von ihnen will. Und immer noch besser 30 Kilometer auf einer Mähre mit vollen Satteltaschen geritten, als die Strecke mit Rucksack gewandert. Und zurück musst du den Gaul sowieso bremsen.

Reite hier ist eine schöne Sache, es muss ja nicht immer die Fuchsjagd über Zäune und Bäche sein. Übrigens, die Zäune haben alle Gatter und jeder darf da durch, nur soll man die Gatter halt nachher wieder schließen. Und so einen größeren Wachhund seh ich mir auch lieber von oben an.
Wer also reiten will, ab nach Minas, einer von vielen anderen guten Gründen nach Minas zu ziehe.

Aufgesattelt :riding:

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Frage zu Mangalargas

Beitragvon HansWerner » Mi 26. Jan 2005, 20:26

Mal abgesehen davon das ich bisher nur zwei oder dreimal auf einen Pferd gesessen habe:
Ist dieser Trippelschritt der Mangalargas dergleiche wie bei den American Quarter Horses ? Siehe http://www.aqha.com/ oder http://www.american-quarter-horses.org/
Hatte mal zufällig einen Fernsehbericht darüber gesehen.
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Beitragvon Trem Mineiro » Mi 26. Jan 2005, 21:35

Hallo Werner
Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Ich weis auch nicht ob der Begriff Trippelschritt diese Gangart richtig beschreibt. Wir kennen ja in Deutschland hauptsachlich Vollblüter. Da meine Frau erst hier in Brasilien Reiten gelernt hat, waren wir in einer sehr guten Reitschule hier in BH. Da das ja immer auch Springreiterkurse sind, wird da nur auf PSE (Puro Sangue Englaise) geritten also auch wieder Vollblüter. Die hatten da nur ein einziges Mangalarga da, wohl als mehr als abschreckendes Beispiel gezeigt wurde. Als wir das erste Mal dann an einem Austritt auf einer Hotel-Fazenda teilnehmen wollten, gab es da nur Mangalargas. Wir würden gebeten einen kleinen Testritt zu machen, um uns an das Pferd zu gewöhnen (in Wirklichkeit wollten die natürlich uns testen) und haben dann unser längere Tour gemacht. Während du beim Vollblut im Trab die ganze Zeit mitarbeiten musst (auf und nieder) bleibst du beim Mangalarga in diesem Trippelschritt die ganze flach Zeit sitzen. Du musst nur mit dem Zügel (einhändige, Schlaufe) die Geschwindigkeit regulieren, wirst du zu schnell hüpft das Pferd mit dem !&@*$#!. Das hält der ungeübte Reiter nicht sehr lange unbeschadet aus. Außer diesen Mangalargas haben wir hier auch viele Campolinas, die haben die gleichen Eigenschaften, werden aber öfter als Arbeitspferde eingesetzt. Hier in Minas gibt es dazu eine große Zucht, speziell für die Polizei. Diese beiden Rassen sind so angenehm, weil man als Anfänger und sogar ohne Reitkenntnisse recht schnell Wandertouren mitmachen kann.
Diese Quarter Horses sind ja bekannt für ihre kurze Höchstgeschwindigkeit, die sehen auch viel größer und kräftiger aus als unsere Pferde hier. Ob die so einen Wanderschritt mitbringen, glaube ich nicht. Aber vielleicht gibt es ja auch noch Spezialisten hier im Forum.
Bemerkenswert ist, viele Brasilianer und Brasilianerinnen reiten sehr gut und gerne, ohne jemals Reitunterricht bekommen zu haben.

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Beitragvon G-Man » Mi 26. Jan 2005, 21:43

Der Trippelschritt, der Mangalargas hat mit den Gängen des Quarterhorses
nichts zu tun. Mangalargas gehören zu den sog.Gangpferden. Grob
ausgedrückt zeichnen die sich durch eine spezielle Gangart aus, die
eigentlich die Gangfolge des Schrittes ist, aber viel schneller ausgeführt
wird. Dadurch ist der Gang viel weicher, als bei normalen Pferden, die
bei dem Tempo traben müssten, was halt ordentlich ins Kreuz haut.
Vergleichbare Gangpferde aus Nordamerika wären Tennesse Walker
oder American Saddlebred. Quarterhorses traben und sind keine Gangpferde. Diese Pferderassen sind mehr oder weniger Züchtungen
der Fazendeiros, Hazienderos und nordamerikanischer Plantagenbesitzer,
die von Ihnen gezüchtet wurden weil sich die teils riesigen Ländereien
viel bequemer und rückenschonender kontrollieren liessen.
Selbst bin ich noch nicht auf einem Mangalarga geritten, werde dies aber bei meinem nächsten Brasilientrip nachholen.

Tchau
Helmut
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Beitragvon Trem Mineiro » Mi 26. Jan 2005, 22:02

Oi Helmut
Danke für den Beitrag. Da habe ich in 12 Zeilen mehr über Mangalargas gelernt als in 100 Stunden im Sattel von solchen Huftieren. Die Leute in der Reitschule haben nur von ihren Vollblütern geschwärmt, auf der Fazend ist der Begriff Mangalarga=Pferd, sonst kennen die ja nichts. Und leider google ich nicht genug.

Vielen Dank und viele angenehme Stunden auf nem Mangalarga in Brasilien.

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Beitragvon patecuco » Do 27. Jan 2005, 11:28

@mangalarga

Den Namen muss ich mir merken, habe vor fast 20 Jahren in Aethiopien auf Polo-pferden reiten gelernt. Danach fand ich die Pferde in D zwar groesser, aber nicht so wendig. Dass man in D auf speziell markierten Wegen reiten muss, das Pferd ein Nummernschild am Hals hat und diese ewig deutsche Reglementierwut, brachte mich dazu dieses Hobbie wieder aufzugeben.
Aber das naechste mal in BR (April) werde ich mal schauen was Sache ist. Ich finde den Trabschritt bei manchen Pferden auch unangenehm stark ausgepraegt, aber ein leichter Galopp ist da gleich viel angenehmer. Den Trippelschritt kenn ich nicht, bin aber schon gespannt darauf wie sich das anfuehlt. Ist das wie der 2.Gang beim Kamel-reiten ?
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Beitragvon G-Man » Do 27. Jan 2005, 11:49

Wer zusätzliche Infos haben möchte, ich habe da einiges unter
http://www.mangalargamarchador.de gefunden. Ist alles ganz gut erklärt.
Selbst kenne ich das nur von Tennesse Walkers, aber es scheint
im Prinzip das Gleiche zu sein. Ist einfach genial bequem und
in der Regel sind diese Pferderassen sehr gut ausgebildet und auch
für Anfänger gut zu beherrschen.
Viel Spass
Helmut
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Welches Pferd soll´s denn sein ?

Beitragvon HansWerner » Do 27. Jan 2005, 12:15

Nun ist auch die Frage beantwortet auf welches Pferd ich mich als Nichtreiter bei meinem Brasilienurlaub setzen kann ohne mir den Hintern und diverse andere Körperteile wund zu scheuern.
Schönen Dank
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