was ist eigentlich in Deutschland los?

Ausnahmsweise erlaubt: Brasilienirrelevante Diskussionen über die Heimat des Grossteils unserer Forums-User.

was ist eigentlich in Deutschland los?

Beitragvon Neto » So 6. Mai 2007, 23:19

es gibt natürlich die Überfälle auf Touristen in den Metropolen
Brasiliens, es gibt die Rauschgifthändlerringe, die sich
gegenseitig eliminieren, es gibt kurz gesagt Mord und Todschlag,
geschweige denn, grausame Vergewaltigungen.

Ich bin kein Freund davon, lese gerne gute Nachrichten, erfreuliche.
Jetzt kommt mein Problem:

Fast alle schimpfen über Brasilien,
aber wenn ich die Nachrichten aus D anklickse kommt:

WIEDER eine Mädchenleiche gefunden,
Autofahrer gestoppt und erschossen,
Polizistin erschossen, Polizistenkollege in Lebensgefahr,
Mädchen verschwunden.........etc.........
über die orientierungslose Politik in D will ich gar nichts schreiben,
da gibt´s nicht´s zu schreiben, habgierig, korrupt, Kongo welcome.

Offizielle Statistiken der Gewalttaten in D lassen die Bevölkerung
in Ruhe schwelgen, aber sind das nicht gut bezahlte und gut gefälschte
bevölkerungsverdummende Stastiken?

Nein D, ich bin froh, in B zu sein.
Die Welt ist perfekt,da steckt wer dahinter
das Problem ist der Mensch.
Logisch schon lange erkannt,
aber warum wird es immer schlimmer, egal wo?

Der Fleck, an dem ich wohne, lässt mich mit offenem Fenster schlafen,
ich hoffe , es bleibt so.

boa noite, das war das Wort zum Sonntag
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Beitragvon Ursinho » Mo 7. Mai 2007, 00:41

Oi!

Der Unterschied Br zu D ist zum Glück, dass solche Nachrichten eben noch Nachrichten wert sind. Und nicht wie hier in den minütlichen "was sonst noch geschah" abgehakt wird.

GuNa
Ursinho

P.S.: ich schlafe hier in Rio auch mit offenem Fenster. Allerdings gut umzäunt...
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Beitragvon tapirus » Mo 7. Mai 2007, 08:21

Meinem Eindruck nach ist, kommen Mord, Überfälle, etc. in Brasilien, zumindest in den großen Städten wesentllich häufiger vor als in Deutschland. Ich schätze derzeit 10 bis 20 mal häufiger.
Allerdings ist in beiden Ländern eine Tendenz zum schlechteren festzustellen.
Traurig aber wahr.
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Beitragvon tapir » Mo 7. Mai 2007, 11:12

tapirus hat geschrieben:Meinem Eindruck nach ist, kommen Mord, Überfälle, etc. in Brasilien, zumindest in den großen Städten wesentllich häufiger vor als in Deutschland.


In Deutschland gabs 2005: 794 Morde, Aufklärungsqoute 95,8 %
ausserdem gabs 1602 Fälle von Totschlag oder Tötung auf Verlangen, auch hier die Aufklärungsquote hoch: 95,8 %

Quelle (Zahlen von 2006 liegen noch nicht vor): http://www.bka.de/pks/pks2005/index.html

Man vergleiche die Zahlen mal mit einer einzigen brasilianischen Grosstadt (ok, der allerallerallerschlimmsten), bzw. eines Bundesstaates!
(Die Quelle ist wohl auch nicht die seriöseste, aber nun gut)

z.b.: http://www.riobodycount.com.br/
(läuft aber erst seit 01.02.07)

Nur so!


Offizielle Statistiken der Gewalttaten in D lassen die Bevölkerung
in Ruhe schwelgen, aber sind das nicht gut bezahlte und gut gefälschte
bevölkerungsverdummende Stastiken?


Wer hier den Statistiken nicht glauben will, kann ja eigene Erfahrungen dagegen setzten! In Deutschland ist so gut wie nichts vergittert, man braucht keinen extrem aufwendigen Wachdienst, man hält auch Nachts in Grosstädten vor roten Ampeln.
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Man kann

Beitragvon bruzundanga » Mo 7. Mai 2007, 18:49

Statistiken manipulieren oder fehlerhaft Interpretieren.

Wer aber behauptet die öffentliche Sicherheit in der BRD ist schlechter oder vergleichbar mit der Brasiliens verdreht die Tatsachen.

Persönlich kann ich mich nicht beklagen. Generell gesehen ist die Lage in Br. aber wesentlich prekärer.

Im übrigen sollte man nicht Äpfel mit Bananen vergleichen.

Was viel wichtiger ist und gleichzeitig Anlass zur Sorge gibt ist die Tendenz zur Verschlechterung in beiden Ländern.

Leider haben die Verantwortlichen in beiden Ländern kein Ohr für die Experten.
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Re: Man kann

Beitragvon mikelo » Mo 7. Mai 2007, 19:03

bruzundanga hat geschrieben:Statistiken manipulieren oder fehlerhaft Interpretieren.

Wer aber behauptet die öffentliche Sicherheit in der BRD ist schlechter oder vergleichbar mit der Brasiliens verdreht die Tatsachen.

Persönlich kann ich mich nicht beklagen. Generell gesehen ist die Lage in Br. aber wesentlich prekärer.

Im übrigen sollte man nicht Äpfel mit Bananen vergleichen.

Was viel wichtiger ist und gleichzeitig Anlass zur Sorge gibt ist die Tendenz zur Verschlechterung in beiden Ländern.

Leider haben die Verantwortlichen in beiden Ländern kein Ohr für die Experten.


auf den punkt gebracht.
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Re: Man kann

Beitragvon tapir » Mo 7. Mai 2007, 19:22

bruzundanga hat geschrieben:
Was viel wichtiger ist und gleichzeitig Anlass zur Sorge gibt ist die Tendenz zur Verschlechterung in beiden Ländern.


Was Deutschland betrifft verschlechtert sich die Lage nicht wirklich, was Mord und Totschlag, Kindermord... usw. beftrifft! Subjektiv bekommt man aber doch den Eindruck der Verschlechterung! (Die Rolle der Medien?)

Wer den Lagebericht des Bundeskriminalamtes studiert, kann daraus ersehen, dass eben "schwere" Verbrechen wie Mord und Totschlag, die ja in der Regel angezeigt werden und somit nicht im "Dunkelfeld" verbleiben, auf niedrigem Niveau stagnieren! Bemerkenswert ist auch der geringe Anteil an mit Schusswaffen verübter Morde oder versuchter Morde.... (Ein striktes Waffengesetz hat wohl doch was für sich).

Die Aufklärungsquoten für Kapitalverbrechen sind so hoch wie nie, Dank der Errungenschaften der Wissenschaft, wie z.B. genetischer Fingerabdruck, Faseranalyse.. usw.

In München wurden z.B. 2006 mehr Morde aufgeklärt, wie im gleichen Jahr begangen wurden (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Informationen gibt es hier:

http://www.bka.de/

Inwiefern diese Statitiken verfälscht und unglaubwürdig sind, kann ich nicht beurteilen! Fakt ist aber, dass Deutschland eines der sichersten Länder der Welt ist und über einen der effektivsten Polizeiapparate weltweit verfügt! (Inwiefern der dann wieder korrupt ist ?? ,keine Ahnung, Korruption beginnt ja schon da, wenn der Dorfpolizist den betrunkenen Bürgermeister weiterfahren lässt)


Fazit: Die Kriminalitätslage der beiden Länder ist auf Grund der gegebenen Strukturen, (Soziale Schere, Waffenzugänglichkeit, Effizienz der Polizei, Korruption bei der Staatsgewalt..... usw.), nicht zu vergleichen!

Vergleiche (jeder kennt sie) zwischen Ländern mit ähnlichen Vorrausetzungen wären lohneder! Warum z.B. Indien nicht so hohe Mordraten wie Brasilien aufweist..........................
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Re: Man kann

Beitragvon tapir » Mo 7. Mai 2007, 19:39

bruzundanga hat geschrieben:Leider haben die Verantwortlichen in beiden Ländern kein Ohr für die Experten.



Entschuldigung!


Sollten die "Verantwortlichen" mal öfter in diverse Internetforen reinschnuppern, wo die "Experten" ihre Meinung kund tun?


Entschuldigung!


Natürlich haben die Verantwortlichen ein Ohr für die Experten, zumindet dann, wenn es um wahlkampfrelevante Themen geht, wie z.B der inneren Sicherheit! Was die "Experten" dann aber für Lösungsansätze präsentieren ist ein anderes Thema! Força Nacional in Brasilien, oder............ hm zu Deutschland fällt mir gerade kein passendes Beispiel ein! Ach ja, der Vorschlag Zugreisende wie Flugpassagiere zu filzen und deren Gepäck zu durchleuchten.... um Bombenanschläge auf Züge zu verhindern! Da zeigt sich die Ohmmacht, aber auch die Entschlossenheit was zu tun! 8)
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Re Re man kann

Beitragvon bruzundanga » Mo 7. Mai 2007, 20:32

@tapir
hätte es die Bild geschrieben, hätte der Titel folgendermaasen gelautet:

"Mehr Morde gelöst als begangen" oder ähnlich

und insofern ist Dein Hinweis auf die Medien berechtigt.

Nun ich kann die Situation in D, noch weniger beurteilen, schliesslich habe ich meinen LMP* verlagert.

Dein letzter Satz führt uns aber in die richtige Richtung. Eine interdisziplinäre Laienstudie auf der Basis dieser Frage wäre interessanter als Br. mit Deutschland zu vergleichen (Oder haben wir einen Experten unter uns)

Zur Zeit beschäftige ich mich ein bisschen mit ähnlichen Problemen. Lese dazu das Buch:

a síndrome da rainha vermelha
Untertitel: Policiamento e Segurança Pública no Seculo XXI

Centre for Brazilien Studies University of Oxford
Jorge Zahar Editor

Autor: Marcos Rolim

Ein zumindest interessanter Ansatz, der mehr auf Vorbeugen als auf unterdrücken aufbaut (um es gemässigt auszudrücken).

So z.B. wird der "Krieg gegen die Drogen" den dass Mutterschiff (USA) propagiert von den lateinamerikanischen Staaten voll übernommen und obwohl diese Politik nach jahrzehntelangen Erfahrungen einen wie er es nennt "retumbante fracasso" (dröhnender, krachender Misserfolg) eingefahren hat, werden die Befürworter nicht müde noch grössere Dosen des gleichen Medikaments zu fordern. Hier werden Holland als Vorreiter und auch Portgal, Deutschland und Belgien als Gegenbeispiele genannt.
(Sinngemässe Übersetztung einer Textstelle)
Der Ministerprasident von Rio hat aber vor kurzem mal ein Umschwenken zur Diskussion gestellt.

Um den Rahmen nicht zu sprengen sei nur noch folgendes gesagt:

An Mikelo einen Dank für die Blumen und an tapir "Ein Posting auf einem differenzierten Niveau" (Somit also die Hälfte der Blumen weitergegeben)



*LMP= Lebensmittelpunkt (Forumsslang)
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Re: Re Re man kann

Beitragvon mikelo » Mo 7. Mai 2007, 20:41

bruzundanga hat geschrieben:@tapir
hätte es die Bild geschrieben, hätte der Titel folgendermaasen gelautet:

"Mehr Morde gelöst als begangen" oder ähnlich

und insofern ist Dein Hinweis auf die Medien berechtigt.

Nun ich kann die Situation in D, noch weniger beurteilen, schliesslich habe ich meinen LMP* verlagert.

Dein letzter Satz führt uns aber in die richtige Richtung. Eine interdisziplinäre Laienstudie auf der Basis dieser Frage wäre interessanter als Br. mit Deutschland zu vergleichen (Oder haben wir einen Experten unter uns)

Zur Zeit beschäftige ich mich ein bisschen mit ähnlichen Problemen. Lese dazu das Buch:

a síndrome da rainha vermelha
Untertitel: Policiamento e Segurança Pública no Seculo XXI

Centre for Brazilien Studies University of Oxford
Jorge Zahar Editor

Autor: Marcos Rolim

Ein zumindest interessanter Ansatz, der mehr auf Vorbeugen als auf unterdrücken aufbaut (um es gemässigt auszudrücken).

So z.B. wird der "Krieg gegen die Drogen" den dass Mutterschiff (USA) propagiert von den lateinamerikanischen Staaten voll übernommen und obwohl diese Politik nach jahrzehntelangen Erfahrungen einen wie er es nennt "retumbante fracasso" (dröhnender, krachender Misserfolg) eingefahren hat, werden die Befürworter nicht müde noch grössere Dosen des gleichen Medikaments zu fordern. Hier werden Holland als Vorreiter und auch Portgal, Deutschland und Belgien als Gegenbeispiele genannt.
(Sinngemässe Übersetztung einer Textstelle)
Der Ministerprasident von Rio hat aber vor kurzem mal ein Umschwenken zur Diskussion gestellt.

Um den Rahmen nicht zu sprengen sei nur noch folgendes gesagt:

An Mikelo einen Dank für die Blumen und an tapir "Ein Posting auf einem differenzierten Niveau" (Somit also die Hälfte der Blumen weitergegeben)



*LMP= Lebensmittelpunkt (Forumsslang)


okidoki, da du ja deinen lmp hier in forta hast, koennen wir vielleicht mal ein bierchen trinken :P
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