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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 17 MĂ€r 2008 05:03 
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Registriert: 22 Aug 2006 14:59
BeitrÀge: 1118
Wohnort: CearĂĄ
Wenn ich Bolis Leitspruch mit dem brasilianischen Volk kreuze gehts mir schlecht, fĂŒhle ich mich unwohl, ich leide.

Warum?

Ein Grossteil leidet unter der "schlimmsten Krankheit". OhnmachtsgefĂŒhle verschlimmern das Ganze, ich kann nicht helfen!

Gegen Ignoranz ist kein Kraut gewachsen.

Die Rettung naht, nicht alle sind infiziert. Da kommt dann Freude auf.

@Boli
Die Messefritzlein kannste in der Pfeife rauchen.

Ach ja, um zum Thema zurĂŒckzukommen: Dies ist es was mich am meisten an Brasilien stört.

Was ist ein Ziel in der Philosophie? Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen.
L. W. Phil. Untersuchungen $ 309.

In diesem Sinne: Das Leben bringt eben Störungen mit sich.



Com as palavras todo cuidado Ă© pouco, mudam de opiniĂŁo como as pessoas. (J. Saramago)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 17 MĂ€r 2008 07:45 
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Registriert: 01 Jan 2007 18:14
BeitrÀge: 89
Wohnort: Belo Horizonte / Frankfurt - M.
Also ich lebe auch zeitweise in Braslien, und da ist meine Frau als Brasilianerin - nach "außen" die Chefin :lol: . Aber auch sie stellt fest, dass vieles durch ordentliche Organisation schon besser funzen könnte in Brasilien. Nach meiner Meinung liegt die Ursache in der Korruption, und in der fehlenden Bilduung der Brasis. Es gibt ja wenige Leute, die eine Ausbildung ( Maurer, Schlosser usw. ) haben. Lt. einer Umfrage von Radio Globo hat ein Großteil der Bevölkerung gerade mal im Durchschnitt 3 Jahre Schulbildung genossen.

Stellt Euch doch mal vor, wer etwas davon hat. Doch nur das Großkapital. Dumme / ungebildete Leute lassen sich viel besser manipulieren, weil sie keine eigene Meinung haben.

Dies ist aber nicht nur in bRasilien zu beobachten, sondern auch in Europa ! Volksverdummende Sendungen und "panem et circenses" damit hÀlt man die Massen ruhig.

Frankfurter


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 17 MĂ€r 2008 12:05 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
BeitrÀge: 954
paulista hat geschrieben:
Das ist kein Zweckoptimismus, sondern das sind ganz einfach gebrĂ€uchliche Floskeln, die es in jedem Land gibt. Niemand, außer ganz enge Freunde oder Familienmitglieder, erwartet auf diese "Frage" eine andere Antwort als "gut", auch wenn es nicht stimmt. Dies ist in Deutschland und anderen LĂ€ndern nicht anders.

p


ich glaub ich kann schon unterscheiden zwischen einem bom dia, tudo bem, das mir eine verkÀuferin in einem laden entgegenbringt und dem tudo bem, das mir freunde und bekannte auf meine frage nach dem wohlergehen antworten, denn da geht es hauptsÀchlich darum, das gesicht zu wahren und keine schwÀchen zu zeigen. aber ich gebe dir insofern recht, dass das eine subjektive wahrnehmung ist und auch, dass floskeln weltweit von menschen gebraucht werden, wenn sie einfach nur höflich ohne echte anteilnahme sein wollen, andererseits war ja die eingangsfrage: was mich am meisten an Brasilien stört...

Boli, wahrscheinlich kennen wir nicht dieselben leute :mrgreen:

schöns tÀgli
amarelina



sĂŁo uns cientistas pedantes sem senso de humor que corrigem erros gramaticais em cartas de amor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 13:15 
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Registriert: 03 Mai 2007 23:47
BeitrÀge: 228
Wohnort: Sao Paulo
Ich habe noch einen anderen Punkt, den ich nicht so toll in Brasilien finde. Ich finde den Druck nach Schoenheit hier extrem hoch, besonders bei Frauen.

In meiner Firma arbeiten viele Frauen die zwischen Ende 20 bis Mitte 30 Jahre alt sind und in meinen Augen ihr Leben damit vergeuden, nur darauf zu achten was gegessen wird, sich bei jeder Gelegenheit im Spiegel anschauen und hier was zuppeln und da was nachschminken. Es sind einige dabei, die schon diverse Schoenheitsoperationen hinter sich haben, wo ich mich frage: "Wieso?" :shock:
Schaut man abends fernsehen, sieht man wieder nur Frauen, die in meinen Augen total verstellt sind, man keine natuerlichen Gesichtszuege sehen kann aufgrund diverser Operationen.

Natuerlich finde ich eine gesunde Ernaehrung, Sport und eine gewissen Schoenheit auch wichtig. Jeder moechte sich und den anderen doch irgendwie gefallen.
Und welche Frau mag es nicht, wenn ihr die Maenner Komplimente machen.

Ich denke einfach, dass fuer Frauen, die vielleicht mit weniger Schoenheit von der Natur her versehen wurden, das ein ziemlicher Druck sein muss, jeden Tag zu sehen wie perfekt FRAU sein sollte.

Mein Mann meinte dazu neulich:"2 Sachen sind in Brasilien leider immer wichtig: Geld und Schoenheit, nur so kommt man manchmal weiter"
Das finde ich schade!

Am meisten hat mich einmal schockiert wie eine Mutter zu ihrer Tochter hier sagte, sie solle bitte ihren Bauch einziehen, das saehe so furchtbar aus. Vor allen Freunden. Und wohlbemerkt hat die Tochter ein Gewicht von vielleicht 65kg bei einer Groesse von 1,75.
Sowas haette meine Mutter nie im Leben zu mir gesagt und ich finde das so traurig.

Und wenn die Maedels sowas in der eigenen Familie schon zu hoeren bekommen, dann kann man natuerlich kein Selbstbewusstsein aufbauen und diesen ganzen
Wahn mit etwas Abstand betrachten.

Das sind meine Erfahrungen hier in Sao Paulo. Natuerlich gibt es einen gewissen Schoenheitswahn in der ganzen Welt, aber ich persoenliche, finde ihn hier wirklich sehr schlimm und schade um viele Frauen, die sich so unter Druck setzen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 13:58 
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Registriert: 02 Jul 2006 22:55
BeitrÀge: 31
Wohnort: kreis Lippe/OWL
was mich persönlich am meisten stört:
- die VerkĂ€ufer, Prostituierte und Bettler die sich wie Schmeißfliegen an einen ranschmeißen und die man nicht wieder loswird. Es ist in anderen sĂŒdlichen LĂ€ndern auch nicht anders, aber es nervt mich entsetzlich - die alternative ist eine abgeschottete,bewachte Hotelanlage wo niemand rein - und rauskommt. Das muß doch nicht sein- warum kann man nicht einfach irgendwo am Strand sitzen ohne das irgend ein VerkĂ€ufer vorbeikommt? Ich will keine Sonnenbrillen, kein Sonnenöl,keinen KĂ€se am Stiel, kein picolĂ© , keinen Schwimmring,kein T-Shirt, ich will auch keinen Prostituierten und ich will keine Amigos, davon hab ich genug.
- nicht nur am Strand auch in den GeschÀften. In der Regel sind in den GeschÀften mehr VerkÀufer als Kunden- nur wenn ich sage, das ich mich umschauen möchte, warum wird mir dann alle 2 Sekunden irgendwas unter die Nase gehalten, was ich nicht haben will? wo ich gleich beim nÀchsten Punkt bin
- latenter Rassismus. Der dunkelhĂ€utigen Verwandten von mir wird natĂŒrlich nichts gezeigt, die kann sich in Ruhe umgucken, nur ich als Touri habs ja.....zumindest weiße Hautfarbe, blonde Haare= schön, je dunkler, desto schlechter, minimal aufgewertet dadurch, wenn der schwarze Brasilianer im Ausland lebt, aber ansonsten gilt schwarz= schlecht.
Was soll das????
- die langen Schlangen in den Banken. Warum dauert es immer so lange? Wenn etwas erledigt werden muß, dann empfiehlt es sich eine gute Stunde vor Öffnung der Bank anzustehen. Was ist da bei denen im System kaputt , das es an allen Banken furchtbar lange Schlangen gibt?
- der hohe LĂ€rmpegel. Warum muß eigentlich jeder Krach machen? Angefangen bei den fest installierten Lautsprechern, die das Stadtradio ĂŒbertragen, hin zu den Autos, die vollbepackt mit Lautsprechern Werbung fahren hin zu den Wohnungen, wo der Fernseher bis zum Anschlag aufgedreht wird. Ich meine man muß ja auch nicht leben wie im Kurort, aber nach 2 Wochen krieg ich immer Kriese, weil mir das wirklich auf den Keks geht.
- das ewige Palavern. Wenn ein Problem auftaucht wird erst stundenlang beratschlagt obwohl die Lösung auf der Hand liegt. Warum kann da niemand eine einfache Entscheidung treffen sondern muß erst 30 Minuten darĂŒber diskutieren?
- das mangelnde Umweltbewußtsein. MĂŒll wird oft einfach in die Gegend gepfeffert, einzig die Dosen wurden frĂŒher eingesammelt.Ich hab auch schon Batterien einfach so auf der Erde liegen sehen oder eine leere Öldose am Fluß.Da fĂ€llt mir dann echt nichts mehr zu ein und zehn Meter weiter holen die Leute trinkwasser aus dem Fluß.Außerdem wird alles in PlastiktĂŒten verpackt, obwohl man es gar nicht brĂ€uchte.
- alles auf Pump kaufen- wenn ich fĂŒr ein paar Havaianas schon sagen muß, das ich die 15 Real bar bezahle und nicht in 3 Monatsraten dann fĂ€llt mir echt nichts mehr ein.
- die großen Distanzen im Land und die schlechten Straßen+ verrĂŒckten Autofahrer. Um von A nach B zu kommen mit dem Bus oder Auto dauert es Stunden. Hier wĂ€re ich schon von Hannover nach MĂŒnchen gefahren und in Brasilien bin ich von Salvador vielleicht gerade mal in Porto Seguro. Reisen ist da echt anstrengend.
Kleinigkeiten:
- das stÀndig der Fernseher lÀuft und keiner davorsitzt
- das die alles glauben, was TV Globo sendet
- das Bier im Gegensatz zu anderen Sachen sehr teuer ist
- das es in Brasilien immer warm ist und hier nicht- aber dafĂŒr kann Brasilien auch nichts
- das alle studiert haben aber niemand eine Fremdsprache beherrscht
- das die Brasilianer sehr aufs Ă€ußere bedacht sind
und trotzdem - eben weil es so anders ist finde ich es gut und bin immer wieder gern dort!


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 14:38 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
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Wohnort: Anapolis GO
Es gibt viele Kleinigkeiten, die mich stören. Das Schlimmste finde ich aber das Fehlen der direkten und offenen Kritik. Sowas gibt es nicht in Brasilien. Man muss immer um den heissen Brei herumreden und nie ist einer schuld.....
Viele andere Dinge, wie die endlosen Schlangen, die Langsamkeit, der stĂ€ndige GerĂ€uschpegel, uvm. sind zwar gewöhnungsbedĂŒrftig aber nicht sooo tragisch. Das ist halt so und ich kann es nicht Ă€ndern....
Was ich aber schon abgestellt habe ist, dass selbst unsere Kids immer und ĂŒberall ihren MĂŒll fallen lassen.
Und was ich an Brasilien liebe sind die Menschen und ihre Lebensart. In unserer europĂ€ischen Kultur wird sich ja gerne ĂŒber Job und Einkommen definiert. Eine der ersten Fragen, wenn man jemanden kennenlernt ist ja immer: "Und, was machst Du so?" Das hat mich in Brasilien noch nie einer gefragt... Dort wird zuerst einmal gelebt. Irgendwie und vor allem zufriedener und glĂŒcklicher. Dies ist zumindest mein ganz persönlicher Eindruck von meinem kleinen StĂŒck Brasilien - ohne Strand....



paz e amor
Severino


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 17:14 
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Registriert: 30 Nov 2004 14:28
BeitrÀge: 54
Wohnort: Stuttgart/Niteroi
das mit dem "um den heissen Brei herumreden" fÀllt mir irgendwie gar nicht so auf. zumindest meine frau und ihre Bekannten sind immer sehr direkt. manchmal zu sehr...
was mich nervt ist eher die Ignoranz und Klugscheisserei von den Leuten. auch wenn man von einem Thema keine Ahnung hat, muss man trotzdem einen Ratschlag geben. und erst recht, wenn man ĂŒberhaubt nicht gefragt wird.
und auch dass die Leute glĂŒcklicher sind, lockerer und sich weniger beschweren???
also, hier beschwert sich stĂ€ndig irgendjemand ĂŒber irgendwas. man muss nur mal den Leuten in der Schlange am Supermarkt zuhören...
dann nervt mich vor allem die Gewalt und KriminalitÀt hier.
aber mag sein, dass das Rio spezifisch ist...ach ja, die Stadt nervt mich auch.
hab genug von sĂŒdamerikanischen GrosstĂ€dten.

was mir hier gefÀllt ist vor allem meine Frau, die Natur und das Wetter...
hab auch viele nette und hilfsbereite Leute kennengelernt. allerdings eher weiter nördlich...


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 19:10 
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Registriert: 15 Nov 2007 19:39
BeitrÀge: 459
Wohnort: Stuttgart 7/12 Recife 5/12
amarelina, das ist mir noch gar nicht so aufgefallen, aber es stimmt. Mich stört es aber nicht. Ich erwarte weder bei Freunden noch bei Bekannten eine richtig Antwort. Manchmal sieht man es einer Person aber einfach an, dass es nicht so geht. Dann frage ich gezielt: "was ist los? Du siehst heute so..." und bekomme dann schon Antworten, falls der andere das möchte. Wenn nicht, dann muss man respektieren, dass er/sie die Probleme lieber fĂŒr sich behĂ€lt. Positiv in diesem Zusammenhang finde ich den intensiveren Körperkontakt. Ich bin ĂŒberhaupt kein "Anfasser" aber hier nehme ich gern mal jemand in den Arm oder lege den Arm auf die Schulter, wenn das ein bisschen hilft.

Und tinto, ja, der Spruch mit dem "es muss ja" ist fĂŒr mich wie ein rotes Tuch. Das ist einer der dĂŒmmsten Floskeln, die es in DE gibt. Wer mir das drei mal sagt ist fĂŒr immer unten durch. Dann noch dazu ein HĂ€ndedruck wie ein nasser Lappen. Kann so Luschen einfach nicht ab...dann schon lieber ein gelogenes "blendend" aus der Sparkassenwerbung ;-)

Frankfurter hat geschrieben:
... Stellt Euch doch mal vor, wer etwas davon hat. Doch nur das Großkapital. Dumme / ungebildete Leute lassen sich viel besser manipulieren, weil sie keine eigene Meinung haben.

Dies ist aber nicht nur in bRasilien zu beobachten, sondern auch in Europa ! Volksverdummende Sendungen und "panem et circenses" damit hÀlt man die Massen ruhig.

Frankfurter
Ja Frankfurter und das machen und steuern alles ein paar Kapitalisten in einem Geheimbund. Und die Nachmittagspenner werden bei uns in den Sofas festgeschnallt und dann wird "Vera am Nachmittag" angeschaut. LĂ€uft es so ab? Kleiner Tipp: Als Marxist solltest Du es mal mit Cuba versuchen.

Noesi, mir gefĂ€llt das eigentlich ganz gut, die hĂŒbschen Frauen meine ich ;-) Du hast natĂŒrlich vollkommen Recht. Wenn bereits Kinder unter das Messer mĂŒssen, dann ist es definitiv zuviel des Guten. Positiv finde ich aber, dass sich viele Frauen einfach nur hĂŒbsch machen und sehr stolz auf ihre Weiblichkeit sind. Mir fĂ€llt es besonders an der aufrechten Haltung und dem Gang auf. Auch Frauen, die nicht so mit Schönheit gesegnet sind, können ĂŒber Haltung und Ausstrahlung "punkten". Mit anderen Worten. Ich habe hier viele Frauen gesehen, die eigentlich nicht so hĂŒbsch sind aber einfach "geil" daherkommen. In DE begegnet mir oft das Gegenteil. HĂŒbsche MĂ€dchen mit hĂ€ngenden Schultern und schlurfigem Gang. Vielleicht sind sie dennoch hĂŒbsch, aber halt nicht "geil" ;-) Ich hoffe Du verstehst was ich damit sagen möchte. "Geilheit" habe ich jedenfalls nicht gemeint.

Uff moni, ganz schöne Latte...ZunĂ€chst zu der "Anmache". FĂŒr den Neuling ist das gewöhnungsbedĂŒrftig aber mit der richtigen Einstellung hat man keine Probleme mehr damit. Die meisten versuchen nur zu ĂŒberleben oder eben ihren Job zu machen. Ich sage immer freundlich und bestimmt und niemals gereizt "nein", wenn ich nichts geben/kaufen will. Null Problemo. Ein Wort oder verneinender Fingerzeig genĂŒgt. Funzt auch in den GeschĂ€ften. Sage deutlich, dass Du nur mal schauen willst und dass Du dann zu ihm/ihr gehst, falls Du doch was kaufts. Daumen hoch und Danke sagen und Du kannst Dir alles alleine anschauen. Sicher! Hat man irgendwann mal raus und merkt die Leute kaum noch. Uff...ich lese gerade weiter...nee zum Rest fĂ€llt mir jetzt nix mehr ein...jetzt können wir den Thread zu machen ;-) Aber wenigstens gefĂ€llt es Dir in Brasilien...nur...warum eigentlich?

Aber die "fehlende offene Kritik" von Serverino ist wirklich ein Problem. Wie kann man sich den verbessern, wenn einem nicht gesagt wird, was man falsch macht? Dennoch muss man sich anpassen. Es nutz nix, unsere "deutsche Streitkultur" (nicht im negativen Sinn) hier 1:1 zu ĂŒbertragen. Ganz auf Kritik verzichten muss man jedoch nicht, aber ĂŒbertreiben und bekehren auch nicht. Auch bei Beziehungsproblemen ist diese fehlende "KritikfĂ€higkeit" problematisch. Ich habe es noch nie geschafft, ĂŒber ein GesprĂ€ch wirklich eine Verbesserung herbeizufĂŒhren. Gehen ist oft besser als diskutieren. Eigentlich schade...

Und zed, genau weil es hier in Recife nicht so ist, wie Du es beschreibst, gefÀllt es mir. Ist Rio denn wirklich so verschieden zum Nordosten? Ich muss im Herbst unbedingt mal etwas mehr verreisen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 18 MĂ€r 2008 22:52 
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Registriert: 03 Nov 2006 20:49
BeitrÀge: 330
Wohnort: Hamm
Severino hat geschrieben:
Viele andere Dinge, wie die endlosen Schlangen, die Langsamkeit, der stĂ€ndige GerĂ€uschpegel, uvm. sind zwar gewöhnungsbedĂŒrftig aber nicht sooo tragisch. Das ist halt so und ich kann es nicht Ă€ndern....
Was ich aber schon abgestellt habe ist, dass selbst unsere Kids immer und ĂŒberall ihren MĂŒll fallen lassen.


Die Langsamkeit hat meine Frau auf die Palme gebracht. Aber letztendlich hat meiner Frau es so richtig gut getan.

:roll: Dreck ist gut fĂŒr die eigenen AbwehrkrĂ€fte. Ich erinnere mich an eine Sache nach meiner RĂŒckkehr nach Deutschland, ich habe keine Luft mehr bekommen vor lauter Abgasen, mir ist Ende der 70er in einer Tiefgarage richtig schwindlig geworden.

Als ich letztes Jahr in Bahia war, hatte ich die Nase richtig frei. Ich atme in Deutschland fast nur durch den Mund und schlafe sehr schlecht.

Was mir an Brasilien besonders gut gefallen hat, war: Freie Sicht zu den Sternen.
Mir hat ein Afrikaner vor mehr als 10 Jahren erzÀhlt, dass der Himmel in seiner Heimat blau schimmert in der Nacht.
Ja, das ist in Brasilien der Fall.

Ich vermisse das Zirpen von Grillen in der Nacht, das einzigste was hier grillt ist die zentrale Ölheizung.

In Deutschland hatte ich wĂ€hrend meiner Ausbildung 4 Hosen an. Manche Brasilianer sehnt sich nach der KĂ€lte. Und wenn ich dann frage, ob er sich vorstellen könnte in einem KĂŒhlschrank zu arbeiten, wird die Frage verneint.

In Deutschland findet das Leben seit dem Rauchverbot in Kneipen auf der Strasse statt. Super Lösung wenn der Wirt dann noch irgendwelche HeizgerĂ€te auf den BĂŒrgersteig aufstellt, dann können wir bald OlivenbĂ€ume in Deutschland anbauen. :roll:

Das die Brasilianer dem Sex aufgeschlossen, kann ich nicht bestÀtigen. Die Brasilianer die ich kennengelernt habe waren treu, aber einem Flirt nicht abgeneigt.



"In Mallorca trifft man mehr Deutsche als in Berlin."
Thomas Gottschalk am 23.6.2007


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich am meisten an Brasilien stört
BeitragVerfasst: 19 MĂ€r 2008 02:21 
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Registriert: 15 Nov 2007 19:39
BeitrÀge: 459
Wohnort: Stuttgart 7/12 Recife 5/12
Einen Punkt von Bernardo will ich herausgreifen.
Bernado hat geschrieben:
...Die Brasilianer die ich kennengelernt habe waren treu, aber einem Flirt nicht abgeneigt.
Ich kenne keinen einzigen Brasilianischen Mann, nicht einmal einen, der auch nur halbwegs treu ist. Ich sage das hier ganz ohne Wertung. Das soll jeder mit sich selber abmachen. Es ist nicht nur so, dass die gerne fremd gehen, nein, es ist das NatĂŒrlichste auf der Welt. Vor Frauen sind sie da etwas, aber auch nur etwas zurĂŒckhaltender. Vor MĂ€nnern gibt es ĂŒberhaupt keine Scham oder ZurĂŒckhaltung. Erst vor kurzem habe ich eine Kellner aus einer Stammkneipe privat getroffen. Er hat mir stolz seine Freundin vorgestellt und kaum was sie auf der Toilette hat er mir berichtet, dass seine Frau schwanger zuhause wĂ€re. Im 8. Monat. Das war das Normalste auf der Welt fĂŒr ihn und soll nur als kleine Verdeutlichung dienen. Ich kenne wirklich keinen einzigen treuen Brasilianer. Nicht einmal die "Crentes", die ich kenne!


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