kunibertk hat geschrieben:
tadinho hat geschrieben:
- hier tummelt sich nur die Upperclass
.....in den großstädten ist es halt einfach mal teurer...in rio kannst du wählen ob du hinter mauern wohnen willst oder in einer favela...aber selbst in einer besseren favela wirst du keine wohnung für R$ 290,00 finden....
Obrigado für Deinen realistischen Ansatz. In der Tat, die Wohnung in einem besseren Wohnviertel in RJ oder SP, die nur 290 RS kostet, möchte ich lieber NICHT sehen.
Natürlich kann man auch mit 2000 RS "leben". Dann darf man aber kein Auto haben, nie in Urlaub fahren und die Kleider der Kinder möchte ich lieber nicht sehen. Und ernsthaft krank werden bzw. Medikamente brauchen, das sollte man auf keinen Fall!!
Der Fragesteller ist ja wohl den Lebensstandard der dt. Mittelklasse gewohnt und wenn man den in BR (zumindetsens in einer grösseren Stadt) fortsetzen will, dann geht unter 5000RS definitivamente nada!!!!
Ich habe mich zu diesem Thema bei zahlreichen meiner Freunde und Bekannten, die durchwegs aus der Mitteklasse stammen (favelados und Millionäre kenne ich tatsächlich nicht näher), erkundigt und die 5000RS kamen als Mittelwert dabei raus. Natürlich tat ich das, weil ich selber Pläne habe wie der Fragesteller.
Aber dieser Billigwahn (z.B. "ich kenne eine comida a kilo, die kostet nur 3RS und ist von bester - leberschädigender (KK)- Qualität") ist eine typisch deutsche Angeberei, die man bei keiner anderen Nation so ausgeprägt findet.
Du hast absolut keine Ahnung von Brasilien. Wie du selbst sagst, willst du ja erst Auswandern. Kannst ja vielleicht noch was lernen. Auch mit 2.000 R$ kann man ein Auto haben (z.B. Gol 4 Jahre alt), sich anständig anziehen und sogar mal ein paar Tage wegfahren. Viele machen das sogar mit weniger Geld. Denn nicht allzuviele verdienen überhaupt 2.000 R$. Und die Mittelklasse hat keine 5.000 R$, die Mittelklasse ist laut IBGE ab 5 SM angesiedelt. 5.000 R$ ist Oberklasse (die nach oben hin natürlich keine Grenzen kennt).
Und wenn ich das schon höre: europäischer Lebensstandard in Brasilien! Den gibt es einfach nicht. Entweder man hat Geld und muss dafür extreme persönliche Freiheiten aufgeben oder man lebt bescheidener, hat viel mehr Freiraum in Brasilien aber verzichtet eben auf den ein oder anderen Luxus.
Achja, nicht das da was falsch verstanden wird. Ich habe durchschnittlich 1.000 R$ Kosten im Monat, der Rest wird gespart.
Und ich behaupte einfach einmal, die Menschen hier in meiner Region, die keine 2000 R$ zur Verfügung haben, sind trotzdem ordentlich angezogen - erst recht die Kinder. Obwohl die Klamotten sogar im Verhältnis ja noch teurer sind.
Krankheit.? Ernsthaft Krank müsste dann mal definieren. Meiner Tochter hat zum Beispiel der Aufenthalt im städtischen Krankenhaus mit ihrer Lungenenzündung sehr gut getan. Es halt übrigens so gut wie nichts gekosten. Lediglich 50 R$ am Ende noch für zusätzliche Medikamente, die dann zu Haus einzunehmen waren. Selbst die Mutter wird versorgt, Essen darf man gar nicht mitbringen. Von der Lohnfortzahlung des Arbeitgeber, weil die Tochter im KH war und die Mutter sie dort betreute, ganz zu schweigen.
Ich habt ein Bild von Brasilien, das oftmals sowas von falsch ist. Lebt doch einfach mal in der Realität. 190 Mio. Einwohner, dass die leben nicht alle in Favela und Penthouse. Ein riesiger Teil lebt in Städten wie meiner. Und dort ist es weitaus besser als ihr denkt. Die Arbeitslosenquote ist hier auch nicht höher als in Deutschland. Und richtet nicht immer euren Focus auf SP und RJ. Das ist die Müllhalde Brasiliens. Da geht man nur hin, wenn man muss. Oder eben aus Verzweiflung.
Naja, was rege ich mich wieder auf. Ich kümmere mich lieber um meine Tochter, die hat mehr AUfmerksamkeit verdient als dieses Forum.