Zwitscherer hat geschrieben:
Mein Schwager verdient 250 im Monat und kann davon mit Frau und 3 Kindern leben .
Wenn Leute 5000 erwähnen , muß ich mich echt für die schämen . Mit brasilianischen Leuten wollen solche sicher so wenig wie möglich Kontakt haben .
Brasilblog , Du bist bei dem Thema der einzige Realist , der das wahre Leben in Brasilien kennt , ohne abzuheben oder auf die Kacke zu hauen .
Jetzt will ich nur noch die Meinung von Takeo , weil der auf dem Gebiet genauso firm ist wie Du

Da haben wir es wieder: "das wahre Leben". Das ist doch Quatsch. Das Leben eines Millionärs ist genauso "wahr" wie das eines Bettlers, nur - Vorsicht: Understatement! - ein klein bißchen anders. Ich finde es ja prima, daß der Brasilblogger mit so wenig Kohl über die Runden kommt und vor allem auch noch zufrieden ist. Aber zum einen lebt er - ohne Toledo beleidigen zu wollen - in der Provinz und zum anderen hat ein jeder andere Ansprüche.
Aber einfach mal etwas Grundsätzliches: Ein Einwanderer, der nicht eine große brasilianische Familie hat, die ihn vielleicht einmal (oder öfter) durchfüttert, muß von vornherein natürlich mehr Geld zur Deckung der Lebenshaltungskosten einkalkulieren. Damit will ich jetzt nicht unterstellen, daß Brasilblogger von seiner brasilianischen Familie unterhalten wird. Aber bei mehr als genug Brasilianern sieht es eben genau so aus.* Ein Einwanderer (möglichst noch nicht einmal mit einer Brasilianerin verheiratet) zahlt da natürlich in jeglicher Beziehung drauf und muß anders kalkulieren, weil ihm die Beziehungen, die das Leben preiswerter machen, fehlen.
* Da brauche ich nur an den Bruder meiner Frau zu denken: Der geht jetzt auf die 40 zu und hat noch nie einen wirklichen Job gehabt. Er hat irgendwann angefangen, mit von seinem Vater geliehener Kohle Autos zu kaufen, diese dann aufgemöbelt und wieder verkauft. Für seinen Lebensunterhalt hat er aber, da er im Hause seiner Eltern wohnte, nie bezahlen müssen. Wenn das Geschäft also nicht lief, wurde er durchgefüttert, wenn es lief, hat er Gewinn gemacht, von dem er sich irgendwann ein eigenes Haus kaufen konnte. Gegessen wir natürlich nach wie vor bei Muttern. Und er ist kein Einzelfall.