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Condor




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 Betreff des Beitrags: Zweifelhafter Sinn
BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 18:19 
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Hier wird ein bisschen aneinader vorbeigeschrieben. Brasilblog definiert die Sache ohne Rücklagen für z.B. ein Auto. Kunibertl schliesst sie ein.

Warum ist eigentlich niemand auf meinen Vorschlag eingegangen "Bausteine" zu diskutieren. Aus diesen Bausteinen kann sich dann jeder auch unser Fragesteller beto28 dasjenige heruaspicken was für Ihn zutrifft.

Zum Auto wäre nachzutragen:

Anschaffungspreis:

Von ca. 10.000,00 (gebrauchter Kleinwagen in gerade noch annehmbaren Zustand, Bastler evtl. etwas weniger) bis .........
Steuer schon erwähnt.
Versicherung: ca. 100 Pflicht (ohne Sachschäden) die eigentliche ist hier in Br. privat und kann ins Geld gehen. Unter tausend im Jahr geht nichts.

Weiterer Baustein:

Ernährung

Auch hier wieder ein grosse Spanne: Wer einige Kasten Bier und einige Flaschen Wein braucht, gibt schnell mal 250 im Monat mehr aus als der Andere der nur gefiltertes Leitungswasser trinkt. Queijo Coalho ist billig aber ein echter Camambert liegt mit dem Faktor 8 darüber.
usw. usf.

Wir liegen so bei in etwa 600 mit Getränken (muss ja nicht unbedingt ein Pinot Noir sein, aber ein chilenischer Cabernet Sauvignon muss schon drin sein)....
usw. usf.

Spass beiseite, jeder hat seinen eigene Definition vom Minimum auf der nach oben offenen Richterskala.

Der Eine lebt angepasst an die br. Verhältnisse, der Andere will in allem europ. Standard der Dritte anrrangiert sich in der Mitte.
Der Eine lebt im Hinterland, der Andere in der teuersten Metropole Brasiliens.
Der Eine bezahlt Miete mit Condominio, der Andere ohne, der Dritte hat ein eigenes Haus.
Der Eine definiert Lebensqualität über die Finanzen der Andere über den Intellekt, der Dritte über die Hängematte oder das Klima. Und mancher über alle Kriterien.
usw. usf.

Ich weiss, ich weiss, all dieses wurde schon erwähnt.

Nur die Folgerung daraus, hat die schon jemand begriffen?

Eigentlich macht es nur Sinn, Preise von Dienstleistungen, Konsumgütern etc., zu diskutieren. Was der Einzelne davon braucht ist jedem selbst überlassen.

Einer, weiss nicht mehr wer (wars jacare), hat geschrieben, dass sich Schicht nicht oder nicht nur über monetäre Kriterien definiert.

So bleibt mir wenigstens dieser Rettungsanker um mich in die Upper Class einzureihen, danke für den Tip.

Desta vila de torre de marfim
hoje, vinte e cinco de junho da era 2007

de vossos servo Brunzundanga


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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 18:35 
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...beispiel großstadt rio de janeiro, ich hatte letzte woche mit meinen nachbarn über das thema kosten geredet...nehmen wir mal seine zahlen ...familie mit 2 kindern:

Condomínio R$ 380,00
Gas R$ 60,00
Strom R$ 200,00
Internet R$ 100,00
Telefon R$ 150,00
Handy R$ 150,00
Schulgeld R$ 1.200,00
Krankenversicherung R$ 980,00
Supermarkt R$ 1.200,00
KfZ Steuer (IPVA) 160,00
KfZ Vers R$ 290,00
Benzin R$ 600,00
Auswärts essen/Kleidung etc R$ 800,00

.....sind etwas über R$ 6.000,00 kosten im monat....führt er deshalb ein leben im überfluss oder luxus....außerhalb der normalität?...


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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 18:45 
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tadinho hat geschrieben:
.....sind etwas über R$ 6.000,00 kosten im monat....führt er deshalb ein leben im überfluss oder luxus....außerhalb der normalität?...


Wenn die Frage nicht nur rhetorisch gemeint war, gebe ich dir gerne eine Antwort drauf:

Vielleicht nicht im extremen Überfluss oder Luxus. Aber auf jeden Fall volle volle Kanne ausserhalb der Normalität ....

Damit gehört er auf jeden Fall zu den oberen 10% der Gesellschaft.



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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 18:59 
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Beiträge: 105
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Man seit ihr euch schon wieder am kloppen. Warum eigentlich? Ich kenne ja nun auch einige Deutsche die in Brasilien Großraum Recife) leben. Die Spanne der Ausgaben bei denen für den Lebensunterhalt liegt so zwischen 1000,-- und 10000,-- reais im Monat. Ich weiß, dazwischen liegen Welten. Vor allem in Brasilien. Die beiden von denen ich spreche ( von den anderen mal ganz abgesehen) leben so 500 Meter voneinander entfernt, und um ehrlich zu sein, ich weiß nicht welcher mit seinen Lebensumständen glücklicher ist.
Ich selber durfte auch schon einige Zeit bei einer Familie in einer Favela wohnen, die keine 300 Reais mtl. fürs überleben hatten. Aber für die ganze Familie, und was Familie in Brasilien heißt, wißt Ihr selber.
Ich denke mal es kommt nicht unbedingt darauf an wieviel man hat, sondern was man daraus macht.
Aber alle, ob die "Deutschen" oder die "Brasilianer" waren doch in irgendeiner Weise mit Ihrem Leben einigermaßen zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. ( Klar, besser könnte es immer sein)

Aber im Gegensatz dazu müßt ihr mal sehen was momentan in Deutschland ab geht. Wenn ich diese Unzufriedenheit der Leute, im Gegensatz zu denen sehe die in Braslilien leben, bekomme ich das Kotzen.

Viele Grüße
Andreas
(ab 12.07. wieder in Olinda/Pe, glücklich darüber auch wenn ich vielleicht nur wieder in der Favela wohne)



Don´t drink water, Fish fuck in it!!
W.C. Fields


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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 19:02 
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Da kann ich Brasilblog nur beipflichten ... hab ja selber eine 2+2-Familie und lebe in einer Grossstadt, zahle aber (nur als Beispiel):

anstatt 980 R$ nur 350 R$ Krankenversicherung,
anstatt 300 R$ für Telefon/Handy nur 150 R$,
anstatt 1200 R$ Schulgeld nur 700 R$ oder
Summa summarum an Autokosten (100+100+300) anstatt 1050 R$.

Ich könnte das beliebig weiter fortsetzen (z.B. Stromrechnung) ...



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 19:06 
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Beiträge: 2814
Lemi hat geschrieben:
Da kann ich Brasilblog nur beipflichten ... hab ja selber eine 2+2-Familie und lebe in einer Grossstadt, zahle aber (nur als Beispiel):

anstatt 980 R$ nur 350 R$ Krankenversicherung,
anstatt 300 R$ für Telefon/Handy nur 150 R$,
anstatt 1200 R$ Schulgeld nur 700 R$ oder
Summa summarum an Autokosten (100+100+300) anstatt 1050 R$.

Ich könnte das beliebig weiter fortsetzen (z.B. Stromrechnung) ...


War bei dir nicht immer der grösste Posten die Verwandschaft?

Die habe ich nämlich bei meiner Aufstellung (Seite 1) ganz vergessen. Kommt bei mir im Schnitt (mal über einen längeren Zeitraum betrachtet) immer so auf 50-100R$ im Monat ... :D



Kontakt/Support ausschliesslich via >> SupportTicketSystem (STS) <<


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BeitragVerfasst: 25 Jun 2007 19:13 
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Beiträge: 2034
brasilblog hat geschrieben:
War bei dir nicht immer der grösste Posten die Verwandschaft?

Die habe ich nämlich bei meiner Aufstellung (Seite 1) ganz vergessen. Kommt bei mir im Schnitt (mal über einen längeren Zeitraum betrachtet) immer so auf 50-100R$ im Monat ... :D


JAIN ... die Schwager halten wir an der kurzen Leine (obwohl sie es immer wieder versuchen - teils legal (emprestimo) - teils auch mal auf Klau bei ihrer Schwester gehen), im Endeffekt gibt es keinen aber müden Centavo.

Die Schwiegermama (63) bekommt 350 R$ von uns, da ihr der Staat nach wie vor die Zahlung einer Invalidenrente verweigert (der Prozess geht schon 3 Jahre). Diese Zahlung sollte man aber nicht verallgemeinern, da Lula ja nicht mit allen Schwiegermamas so böse ist (habe ich mir sagen lassen).



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 26 Jun 2007 00:12 
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Beiträge: 1940
Eins vergesst Ihr immer bei der Lobpreisung der "armen und echten Brasilianer", die noch das "echte" Leben in einfachen Hütten führen müssen:

die sind so "grottenlangweilig wie eine gähnende Büchse Bier", weil die echt nix wissen: nicht von Kultur, nicht von Geschichte, nicht von Politik... nur langweiligen Nachbarschafts Smalltalk: wer gestorben ist, wer ein neues Auto gekauft hat, wer wo irgendeine Arbeit gefunden hat, wer wem Geld schuldet und es unverschämterweise nicht zurückgibt... etc.. leichtes Geplänkel für das man sich nicht wirklich interessieren kann. Arme Leute langweilen mich zu Tode! Klar, nett sind die...offenherzig... cafézinho hier und cafézinho da.... und wenn man gehen will heisst's in der regel " já, tá cedo..." und man kann stundenlang mit denen erzählen, Bier trinken oder Truco spielen... nur wirklich was 'rumkommen tut da eigentlich nichts!


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BeitragVerfasst: 26 Jun 2007 00:34 
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Beiträge: 1200
Wohnort: Ceará
Caco antibes doch immer: "Odeio cheiro de pobre" (Sai de baixo).

Das folgende Foto beansprucht den Pobre Award.

Aufgenommen: Heute von meinem Grundstück aus.
Ort: Randbezirk Kleinstadt Ceará
Miete: Keine bzw. Stimmen für die Gemeindewahlen
Bewohner: 2 Personen, (glückliches Pärchen?)
Ernährung: Jagen, Fischen, Kokos umsonst. ca. 0,1 Realiter pro Monat für den Rest, incl. einige Ypioca
Kleidung: geschenkt
Sonstiges: nichts


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 Betreff des Beitrags: Hi
BeitragVerfasst: 26 Jun 2007 00:38 
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Registriert: 28 Nov 2004 11:31
Beiträge: 699
Wohnort: Stuttgart
Du sprichst mir aus der Seele Takeo . Nach mehr als 2 Wochen auf den Morros in der Baijada Fluminese war ich süchtig nach einigermaßen gebildeter Konversation :wink: . Außer dem üblichen "tudo bem" und blablablub kam da nix rüber .
Dann war ich endlich in Rio in Ipanema . Gegenüber dem Apto wartete ich auf den Besitzer in einem kleinen Cafe namens "Empada" . Dort gab es köstliche Pasteis und ich konnte erstmals wieder mit einem Brasilianer normal reden . Sein Bruder lebt in der Schweiz und wir haben uns echt gut unterhalten .
Trotzdem habe ich die Leute auf den Morros mit dem salario minimo nicht vergessen ...............



Ciao Zwi


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