Tudacudaduda hat geschrieben:
brasilblog hat geschrieben:
Aber um mal ganz konkret zu werden: Du glaubst nicht, dass es hier Familien gibt, die mit 1 R$ pro Kopf und Tag auskommen müssen? Nein? Dann komm hierher und seh es dir an!!!! Und dann sag diesen Menschen ins Gesicht, dass ihr Leben "kindischer Unfug" ist ....
Oops, Brasilblog, jetzt strafst du kuniberts Urteil über dich ("der ist zwar anderer Meninung, aber er hat was in der Birne") aber Lügen. Er hat weder behauptet, daß es solche Familien nicht gibt noch daß deren Leben "kindischer Unfug" ist. Aber um so zu leben, wandert wohl kaum ein Europäer nach Brasilien aus. Deshalb ist es "kindischer Unfug" von Zwitscherer dieses Beispiel hier anzuführen.
Ich schreibe meine Artikel hier nicht, nur um immer die max. Menge an Applaus rauszuholen. Daher ist sei Urteil prinzipiell irrelevant.
Ich hatte es aber so verstanden, dass es den 250 R$ Haushalt seiner Meinung nach nicht gibt. Genauso wie Seiten vorher jemand geschrieben hat, dass er die Kleindung der Kinder in einem Haushalt, der mit weniger als 2000 R$ auskommen muss, "lieber nicht sehen möchte".
Aber mal meine eigenen Bausteine:
Haushaltseinkauf für 3 Pers.: 120-150 R$ + 30 R$/Woche für Nachkäufe. Wobei dabei weniger Reis/Bohnen gekauft werden, da Frau und Tochter mittags im Kindergarten, repek. Arbeitsstelle essen. Daher wird mehr für Frühstück/Abendessen eingekauft. Mehr Kuchen, mehr Fleisch f. Churrasco, Brot, Wurst, Käse.
Gasflasche, irgendwas zwischen 30 - 40 R$ hält rund 2 Monate.
Strom 127 V mit 2 PC, die eigentlich rund um die Uhr laufen, ohne Klima und ansonsten nur ein paar nackten Glühbirnen, Kühlschrank ca. 100-110 R$. (wobei ein Batzen dabei für drei Trafos bestimmt draufgeht, die die 127 V für meine 220 V Geräte umwandeln). Nachts ist sämtliches Licht, auch im Aussenbereich aus. Habe je schliesslich rundherum eine Mauer von ca. 80 cm Höhe.
Wasser: Verbrauchsminimum 30 R$
Auto: Keines, da keine Kosten
Krankenversicherung: Keine
Auswärts essen: etwa 2x im Monat vielleicht ein X-Salada (ca. 15 R$ am Ende für uns drei), 1-2x esse ich Mittags mit meiner Frau (sie hat Vale, ansonsten, Buffet 5.50 R$)
Kleidung: würde mal schätzen, so 100 R$ im Monat (mal Winterklamotten für 300 R$ für die Kleine, dann 2 Monate nix)
Medikamente: nach Bedarf, im Jahresdurchschnitt vielleicht 50 R$ im Monat
Internet: 100 R$ für eine 256 K Anbindung via Radio, habe früher 55 R$ für die 128 K bezahlt, mir nun seit 2 Monaten die doppelte Geschwindigkeit geleistet. Alternativen dazu: keine!
Monatlich muss ich 265 R$ Miete (75qm Wohnfläche auf Lote 12x30) + 21.23 R$ ITPU bezahlen.
So, mal ein paar Bausteine. Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass der Durchschnittsbrasilianer ein armer Schlucker ist, der von der Hand in den Mund lebt und seine Kinder, die hungrig ins Bett gehen, in Lumpen kleidet, dann muss ich wohl an meiner Ausdrucksweise arbeiten.
Nochmal zu meiner Grundthese (nicht mehr und nicht weniger): Man kann in Brasilien mit einem Haushaltseinkommen von 1.000 R$ leben, ohne dass Hunger gelitten wird und/oder die Kinder in Lumpen laufen.
Wenn es trotzdem der Fall ist, haben die Leute was falsch gemacht. z.B. wieder unnötiges Zeug auf Raten gekauft, deren monatliche Abzahlung nun am Essen eingespart werden muss ... auch da kenne ich zig-Beispiele. Oder sie zahlen ein Auto ab, haben aber keinen Centavo für Sprit. Dafür wird es dann täglich gewaschen

... Brasilien ist gross ... hier ist fast alles möglich ....