Was tun mit ca. 400k?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Boli » Fr 4. Mai 2007, 07:52

tapirus hat geschrieben:"...Vergleicht doch mal selbst, was Ihr im letzten Lebensjahr der Deutschen Mark für Eure Güter bezahlt habt und was die heute in Euro kosten. Meist das doppelte, und das bei 6/7 Jahren Euro. Sind also fast 2stellige Prozentuale Beträge. Gegenbeispiele gibt's natürlch auch. Z.B. Textilien und Elektrotand aus China, wo fürn Appel und ein Ei gearbeitet wird.

Ich will hier ja keine schlechte Stimmung schaffen, aber der Betrug der Hochfinanz und der Politiker ist verdammt groß. Leiden muss hier der kleine Mann, der es nicht versteht und nicht sein Vermögen in Sachwerten erhalten kann und dessen Einkommen nicht mit der Geldmengenausweitung, später dem Konsumentenpreisindex mithalten kann.

Sorry, bin kein BWLer, man kann das bestimmt feiner und ausführlicher Formulieren, aber ich schlabber mir jetzt lieber ein Bierchen.

Euer tapirus



Ganz genau!
Nur als Beispiel. Wir haben vor dem Euro eine Wintergarten-Garnitur bei Möbel Martin für DM 6.000,00 gekauft. Heute, die gleiche Garnitur kostet exakt € 6.000,00! Aber das Gehalt meines Mannes ist in Euro (in Zahlen) die Hälft von was er in DM verdient hat.
Recht haben die Griechen die, wegen dem Teuro, auf die Barrikaden gegangen sind !!!
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Bemerkenswerte Diskussion

Beitragvon kunibertk » Fr 4. Mai 2007, 11:17

Das finde ich eine bemerkenswerte Diskussion, weil ich vergleichbare Gedanken auch schon länger habe.

Allerdings sind mir dabei einige Pferdefüsse aufgefallen.
- Wenn man sich in die falsche Frau verkuckt, was am Anfang mehr als leicht passieren kann, kann das gefährliche finanzielle Folgen haben. Also, sich mit der Frau unbedingt Zeit lassen, sie sich so genau wie möglich anschauen und sich informieren. Unter einem halben Jahr geht da in der Regel nichts.
- Brasilien ist ein ständig inflationsgefährdetes Land: Also nach Möglichkeit nur kurzfristig dort Geld anlegen bzw. sicherstellen, dass man es jederzeit wieder abziehen kann.
- Beim Immobilienkauf gilt dasselbe wie bei den Frauen: Man kann nicht vorsichtig genug sein, unbedingt absolute Vetrauenspersonen vor Ort gewinnen. Auch das dauert. Man kann sich i.d.Regel dann auf die Leute verlassen, wenn man sie gut genug kennt und eine persönliche Beziehung aufbauen konnte.
- Ich würde das Geld ausserhalb von BR anlegen und zwar sowohl in USD als auch in EUR, um Währungsschwankungen abzufedern. Dann würde ich die Anlage streuen, wie es schon an anderer Stelle hier vorgeschlagen wurde: Fonds, Aktien, Devisen etc.
- Bei 400 k liegt bei einer sicheren Rendite von 5-6% (höhere Renditen sind zwar durchaus realistisch, aber eben nicht sicher) das Jahreseinkommen bei 20-25000 EUR bzw 50- 60000 RS, d.h. 4500 RS pro Monat. Das reicht gerade für eine Person, wenn man also jemanden mitversorgen will, wird es schon problematisch. Um einen guten Lebensstandard zu haben, braucht man z.B. im Grossraum RJ 5000 RS pro Monat, 2500 geht natürlich auch, aber dann muss man halt Abstriche machen.
- Ich würde es aber trotz all dieser Dinge tun. Wenn man im Nordosten leben will, wo alles billiger, aber auch primitiver ist, dann reicht das Geld sicher.
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Re: Bemerkenswerte Diskussion

Beitragvon supergringo » Fr 4. Mai 2007, 12:25

kunibertk hat geschrieben:...
Dieser Text kann in dem Themenkontext 1:1 in den Brasilien-Wiki ... =D>
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Plattitüden, Tripé, und Grundsatzdiskussion

Beitragvon bruzundanga » Fr 4. Mai 2007, 17:17

Der Thread schwenkt langsam aber sicher zu einer Grundsatzdiskussion über, was nicht unbedingt schlecht ist (unter anderem weil eine solche grössere intellektuelle Freiheiten zulässst).

Obwohl es keine pragmatische Lösung der Eingangsfrage ist, liegt tapirus meiner Laienmeinung nach richtig.

Auch kunibertks posting, obwohl cheio de platitudes (mehr im Sinne von bom senso enfadonho als banalidade) e cliches enraizados( do ponto de visto de um Cearense purrinhém), bringt Fakten die nicht von der Hand zu weisen sind.

Fehlt nur noch der tripé: Segurança, Liquidez, e Rentabilidade. Não se pode ter todos os tres de uma vez só. Só para contribuir com mais uma platitude.


Tudo isso do Nordeste aonde algumas coisas são primitivas mas nem todas.
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Franchising

Beitragvon halbtot » Fr 4. Mai 2007, 21:48

kuckst du hier
http://www.portaldofranchising.com.br/
oder hier
http://www.sofranquias.com.br/
oder gleich hier
http://www.google.com.br/search?hl=pt-B ... DcountryBR

vielleicht findest du ja was. Gerade wenn man neu in ein Land kommt, kann ein bisschen Hilfestellung vom Franchisegeber nicht schaden.
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Unterschied Nordosten/Südosten

Beitragvon kunibertk » Sa 5. Mai 2007, 10:36

@bruzundanga

Ich muss schon etwas schmunzeln: Scheinbar entwickeln sich auch Auswanderer relativ schnell zu Lokalpatrioten:

Nur einige Fakten zum Nordosten bzw. zum Südosten Brasiliens: Laut "Almanaque Abril 2007" liegt das Pro-Kopf-Einkommen (renda per capita) in den Staaten des Nordostens bei 3 -5000 RS, in RJ bzw. SP bei 14 000RS, das ist das Vier - bis Fünffache

Noch Ende der 90er Jahre war es z.B. in Maceió unmöglich, Geld mit einer Kreditkarte abzuheben, RS in USD zu tauschen (USD in RS ging schon) oder arg. Pesos in RS umzutauschen (obwohl M. eine Hauptdestination der Argentinier war und ist).

Wenn ich mich in Kleinstädten des interior als "alemao" zu erkennen gab, lief das halbe Dorf zusammen, weil sie noch nie einen solchen gesehen hatten.

Natürlich ändert sich auch der Nordosten ständig, aber trotzdem macht es keinen Sinn zu bestreiten, dass der Nordosten entwicklungstechnisch gegenüber Staaten wie RJ, SP oder Minas eindeutig zurückliegt. Da sollte man den Leuten, die BR vielleicht nicht so gut kennen, nichts vormachen. Lokalpatriotismus hin oder her.
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Hast natürlich recht

Beitragvon bruzundanga » Sa 5. Mai 2007, 15:37

Zumindest aus einer generellen Sicht.


Aber

1. Der"Lokalpatriotismus hat schon etwas gedauert (mehr als 15 Jahre)
2. Ist er (der LP) nicht unkritisch.
3. São Paulo ist die grösste Stadt mit Nordestinos
4. Wirtschaft ist nicht alles (die Hälfte der Intellektuellen und Künstler) in den Kneipen Leblons sind Nordestinos)
5. Was zählt ist die Gegenwart und heutzutage hebt man mit (Maestro etc.) sogar im Interior problemlos Geld ab.
6. Last not least: Nem a toa usei negrito.

also ganz so schwarz sehe ich die Sache nicht. Aber dass alles ist ziemlich off-topic.

Deine Textstellen in bold hab ich zwar als Platitüden bezeichnet aber das war nicht bös gmeint und (.....der werfe den ersten Stein) kann man dasselbe manchmal über mich sagen. Mein erster Gedanke war: "Wer das nicht auch ohne Deinen Rat beherzigt hätte, hats nicht anders verdient".

Will man mit einem Kapital von 400k in Brasilien leben und nebenbei noch eine sinvolle Beschäftigung (unbezahlt) finden, ist der Nordosten bestimmt besser. Weil

a) billiger
b) es gibt noch viel zu tun.

Saudações da torre de marfim.

P.S. Ein neuer interessanter Thread tut not. Hier hat isch der Author schon verabschiedet (ich weiss ich weiss, der Spiegel an der Wand)
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Re: Unterschied Nordosten/Südosten

Beitragvon Gregor » Sa 5. Mai 2007, 19:38

kunibertk hat geschrieben:
Nur einige Fakten zum Nordosten bzw. zum Südosten Brasiliens: Laut "Almanaque Abril 2007" liegt das Pro-Kopf-Einkommen (renda per capita) in den Staaten des Nordostens bei 3 -5000 RS, in RJ bzw. SP bei 14 000RS, das ist das Vier - bis Fünffache


Na ja, da hast Du Dir ja die richtigen Zahlen rausgesucht. Da werden sich die Einwohner von SP und RJ ja freuen über dieses "Pro Kopf Einkommen".
Das ist ja so, als käme ich mit den Ausgaben im Supermarkt. Laut den neusten Statistiken gibt der Nordosten mehr Geld im Supermarkt aus, als jede andere Region in Brasilien. Da frag ich mich, wo bleiben denn nur die 14.000 RS im Monat, vielleicht doch nur auf ein paar dutzend Konten?
Wenn man sich als Gringo in einer der grossen Städte im Nordosten ansiedelt, dann sind diese Zahlen noch belangloser.
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Beitragvon didi » Sa 5. Mai 2007, 20:05

hallo,
@gregor,

das pro kopf einkommen wird im allgemeinem per jahr berechnet.

gruss didi
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Beitragvon Gregor » Sa 5. Mai 2007, 22:08

didi hat geschrieben:hallo,
@gregor,

das pro kopf einkommen wird im allgemeinem per jahr berechnet.

gruss didi


Oh, danke, war ein Tippfehler. :)
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