Wechselkurs

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

Re: Wechselkurs

Beitragvon Maik » Di 1. Jul 2008, 01:24

Hallo Alle,
es ist zwar schon vieles hier gesagt worden und das meiste stimmt ja auch
bei verschieden Meinungen und Ansichten aber mir faellt dazu nur folgendes ein !
Ich bin seit 1995 hier und seit dem hoerte ich immer nur das der US$ an allem schuld war,das heisst als der US$ angestiegen ist ist dann auch alles teurer geworden (Benzin,SM, etc !) ! Seit dem der US$ runtergegangen ist redet keiner mehr davon,denn in den letzten 6 Jahren ist alles trotzdem noch teurer geworden !
Andauernd bringen die nur positive zahlen vom Export,Turismus etc aber ich weiss nicht wo ,denn ich habe jahrelang mit dem Export (Aquarienfische) gearbeitet und die
Brasilianischen Firmen die noch uberlebt haben sind nicht konkurenz faehig zu anderen
Laender (Venezuela,Peru etc !) und es lohnt sich nicht mehr !
Seit 2 Jahren bin ich nun im Turismus aber hier sieht es nicht anders aus !!
Ich weiss nicht wie das weiter gehen soll ,doch ich kenne kaum welche aus der Mittelklasse der nicht unzufrieden sind !
Die Wahrheit ist naehmlich das es sich nur fuer die ganz armen ¨die wirklich nichts zu fressen hatten¨ und fuehr die ganz grossen ¨wirklich Reichen¨ verbessert hat,
denn der rest in der Mitte macht in diesem Land alles und bezahlt dann auch noch die immer hoeren Steuern um hinterher auch noch alles Privat zu bezahlen (Krankenversicherung,Autoversicherung etc) !!!
Mal sehen was noch daraus wird ,nur befuerchte ich das das irgendwann mal wieder richtig knallen wird und dann tuhen mir die aermsten leid,denn die bezahlen dann die Rechnung am haertesten !
Maik
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Re: Wechselkurs

Beitragvon bem gelado » Di 1. Jul 2008, 16:56

denn der rest in der Mitte macht in diesem Land alles und bezahlt dann auch noch die immer hoeren Steuern um hinterher auch noch alles Privat zu bezahlen (Krankenversicherungetc) !!!


Woher kenn ich das nur? Insofern hat Brasilien mit Deutschland gleichgezogen (oder umgekehrt, je nach Sichtweise).

Man kommt sich hier auch geflissentlich verulkt vor, ist bei den Deppen mit den Spitzensteuersatz uns muß sich noch überlegen wieviel Kinder man sich leisten kann.

Aber nun zurück zum Thema: Die Subprimekrise hat den Dollar gut nach unten gezogen, und so schnell kommt der nicht mehr hoch. Mal sehen ober nächste Präsident was ausrichten kann, sofern es Obama wird könnten sich evt. positive Effekte auf die Stimmung in den USA ergeben.
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Re: Wechselkurs

Beitragvon Djogo » Fr 11. Jul 2008, 05:58

Der Real ist seit einiger Zeit ueberbewertet und die Zentralbank kann/will dagegen nichts tun, es ist eine Frage der Zeit wann und wie der Real wieder zurueckfaellt, angemessen waere je nach internationaler Finanz- und Wirtschaftslage: 1 US = 2.00 Reais

1) Prioritaet der Regierung ist Inflationsbekaempfung mit
hoechsten Realzins der Welt Zinsen (7%)

2) die Zentralbank ist hilflos, Internationaler Kapital-Zufuhr
sorgt fuer Aufwertung. Hohe Zinsen locken internationale
kurzfristige Carry Trades die momentan keine Angst haben,
auf die Aufwertung des Reais und hohe Zinsen zu setzen

3) Die Wirtschaft sieht optisch gut aus (Fremdgeld-Reserven,
Rohstoffe, Interne Nachfrage, GDP Wachstumk,
Kapital-Zufuhr etc...)
Die Realitaet ist aber getruebt, Brasilien zehrt an Ihre
(gute) eigene Substanz (Export sinken- Import steigen,
Staatsausgaben aus Reserven, Internationale
Food-Finanz-Krise, Privatverschuldung etc..).

4) Auswirkung und Uebertragungs-Chancen der US-Krise?

Was es braucht ist ein politischer Willen nicht nur die Inflation zu
bekaempfen sondern auch die Waehrungspolitik ein-
zusetzen um ein angemessenes Wachstum zu zeigen, dies muss bei kontrollierten Staatsausgaben erzielt werden.

Es ist mit Kompromissen moeglich eine internationale Waehrungspolitik zu betreiben (Einfuehrung von hoeheren Taxen fuer kurzfristige spekulative Gelder, setzen von Wechselkurs-Limiten (1.80 - 2.50)

In Brasilien faengt man an darueber besorgt zu sein....deshalb glaube ich dass der Real in den naechsten 180-360 Tagen wieder faellt, wie
hart haengt vom Geschicks bei den politischen und finanziellen Massnahmen (nichts tun ist gefaehrlich, viel tun ist gefaehrlich...die
Wahrheit liegt in der optimalen Kombination/Reihenfolge)

Also im Moment, eher Zurueckhaltung bei groesseren Geld-Transfers...



PS: Delfim Netto SP hat ueber dieses Thema sehr viel geschrieben
es scheint dass sich die Geschichte in Brasilien wiederholen
koennte....
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Re: Wechselkurs

Beitragvon donesteban » Fr 11. Jul 2008, 10:07

Djogo hat geschrieben:Der Real ist seit einiger Zeit ueberbewertet und die Zentralbank kann/will dagegen nichts tun, es ist eine Frage der Zeit wann und wie der Real wieder zurueckfaellt, angemessen waere je nach internationaler Finanz- und Wirtschaftslage: 1 US = 2.00 Reais
Hallo Djogo. Quelle? Oder Du solltest solche Aussagen relativieren, wie Du es weiter unten in Deinem Posting auch machst.
Djogo hat geschrieben:2) die Zentralbank ist hilflos, Internationaler Kapital-Zufuhr
sorgt fuer Aufwertung. Hohe Zinsen locken internationale
kurzfristige Carry Trades die momentan keine Angst haben,
auf die Aufwertung des Reais und hohe Zinsen zu setzen
Genau, jedoch wie kann ich davon profitieren? Ich halte es so: Die Carry Trader leben von der Bewertung von Wechselkursen und beschäftigen sich damit täglich, Vollzeit und haben besser Ressourcen als wir. Daher gehe ich von einer stabilen Seitwärtsbewegung aus. Tendenz weitere Stärkung des Real. Aber Vorsicht. Die Meinungen und Stimmungen können sich sehr schnell verändern.
Djogo hat geschrieben:Es ist mit Kompromissen moeglich eine internationale Waehrungspolitik zu betreiben (Einfuehrung von hoeheren Taxen fuer kurzfristige spekulative Gelder, setzen von Wechselkurs-Limiten (1.80 - 2.50)
Du solltest nicht Verschweigen, dass gerade bei der Regulierung die Meinungen sehr auseinander gehen. Wir erleben seit Jahrzehnten eine Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte.
Djogo hat geschrieben:In Brasilien faengt man an darueber besorgt zu sein....deshalb glaube ich dass der Real in den naechsten 180-360 Tagen wieder faellt,
Hast Du bei einem Forex Broker auf einen schwachen Real gewettet? :-) Wenn nicht, was heiß glauben? ;-)
Djogo hat geschrieben:Also im Moment, eher Zurueckhaltung bei groesseren Geld-Transfers...
Ich glaube nicht, dass die Situation in absehbarer Zeit überschaubarer oder vorhersehbarer wird. Ich halte es so. Wenn ich Geld brauche, dann wechsle ich. Im Nachhinein betrachtet, bin ich damit schlecht gefahren. Hätte ich vor 4 Jahren auf den Real gewettet, dann hätte ich viel Geld machen können. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Da ich aber ein normaler Mensch oder "Microinvestor" bin, und kein Spieler, war meine Entscheidung richtig.

Interessantes Posting =D>
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Re: Wechselkurs

Beitragvon Djogo » Fr 11. Jul 2008, 13:03

Na ja, meine Aussagen sind das Resultat von intensiver Lekture ueber das Thema, da ich selber mit dem Frage des besten Momentes eines Kurswechsels konfrontiert bin, nicht um Ferienausgaben zu finanzieren sondern um groessere Ueberweisungen zu taetigen.....Ich habe schon besser und auch schon schlechter gewechselt......genauer gesagt hat niemand die goldene Kugel in der Hand, den Traders ist es egal, Sie verdienen jetzt Geld, verlieren wuerden aber Ihre Kunden..... ich warte mit meinen Einkauefen etwas ab.....

Ausserdem gibt es auch nachvollziehbare Argumente und Makrooekonomische Modelle, auch die Geschichte in den Schwellenlaender von Suedamerika zeigt
dass es in speziellen Situationen immer wieder zu Wahrungsabwertung kommt......

1. Der geschaetzte Kurs von 1 us = 2.00 reais
habe ich in einer Studie gelesen wonach die
Real Paritaet vor 1994 und nachher ausgerechnet wurde,
der Real ist dabei aufgrund der uebrigen wirtschaftlichen
Parameter ca. 20% ueberbewertet. Auch bei
2.00 reais gibt es mittelfristig aber noch Abwaertspotential

2. Seitwaerts Trend stimmt voruebergehend, vielleicht noch sogar
etwas Aufwertung.....der Zeipunkt indem die
"sanfte oder harte" Abwertung erfolgt ist wahrscheinlich nicht
reif,aber es kommt sobald die wirtschaftlichen Parameter sich
nochmals verschaerfen (Haushaltsdefizit, Export-Krise, Wegzug
oder andere/bessere Moeglichkeiten fuer carry trade raiders
wie Z.B. Turkey, Indien, China, Verlangsammung von GDP etc...).

Politisch geseheninsb. vor den Oktober Wahlen wird man sich kaum
echte "Schocks-Therapie " leisten wollen, denn die Abwertung schadet den aermeren Schichten, das verhindert man im Moment
um jeden Preis...aber je laenger desto harter wird
die Landung wenn sich die Schaere weiterhin aufmacht...
Aus diesem Grunde meinen die Spezialisten dass
eine Korrektur in 180-360 Tagen mit guter Wahrscheinlichkeit
erfolgen koennte....
PS: ubrigens auch die staatlichen Zielparameter fur naechstes Jahr
planen 1 us = 1.80 rs

Vielleicht gibt es ab spaeten Sommer wieder Neues....good trades :lol:
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Re: Wechselkurs

Beitragvon sacocheio » Fr 11. Jul 2008, 17:45

@Djogo
Ausgezeichnete Beiträge... bitte mehr... Danke...
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Re: Wechselkurs

Beitragvon Gunni » Fr 11. Jul 2008, 21:27

@Jacare

Im Moment sieht es ja so aus, als wäre Brasilien auf dem aufsteigenden Ast oder wohl doch nicht ?


Das sehe ich ganz und garnicht in meinem Job, obwohl mir Jeder in den Barzinhos das Gegenteil erzählt - in der Regel lasse ich für ein fertig entwickeltes Produkt, das in Serie für die Autoindustrie mit einem fixem Verkaufspreis gefertigt werden soll, global so ca. 3 bis 5 Länder mit Angeboten "antreten" - die Fertigungslinien/Technologie und auch die Qualität sind dabei identisch - nur die Standorte sind unterschiedlich und der mit der größten Marge gewinnt logischerweise den Zuschlag und sichert sich langfristig Arbeitsplätze.

Dummerweise verliere ich mit Brasilien zur Zeit nur noch, aber ich kann eben nichts für 18 US$ in Brasilen herstellen, wenn ich es nur für 15US$ auf der Welt verkaufen kann. - Interessanterweise können selbst "teure" Länder wie England oder Japan deutlich unter den 15US$ bleiben, was mir zu denken gibt - Und genau deswegen bekommen wir in Brasilien keine internationalen Aufträge, die die Arbeitsplätze sichern würden - das gleiche gilt auch für die Kollegen in anderen Werken - wenn es für ein Stahlwerk in Belo Horizonte billiger ist, ein Großgetriebe aus den USA zu importieren, weil der R$ so "kräftig" ist, denn von einem lokalen Hersteller mit Zweigwerk in Belo Horizonte zu kaufen, kommen mir ernste Zweifel am "aufsteigenden Ast".

Den einzig "aufsteigenden Ast" den ich habe, ist eine immer größer werdende freie Fabrikkapazität mit der ich punkten kann, weil alle anderen Länder schon zu 120% ausgelastet sind :lol:

Aber wie immer, wird wohl Gott dafür sorgen, daß eines Tages alles wieder im Lot ist :roll: :roll:
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Re: Wechselkurs

Beitragvon dimaew » Fr 11. Jul 2008, 22:05

Ich lebe jetzt seit einem Jahr in Brasilien und arbeite in einem mittelständischen Betrieb.
Ich sehe s wie Gunni, soweit es um die Konkurrenzfähigkeit mit ausländischen Anbietern in unserem Marktsegment geht. Da ich aufgrund verschiedenster Vorgaben nahezu ausschließlich auf dem brasilianischen Rohstoffmarkt einkaufen kann (Importzölle, Lieferzeiten, Zollstreik und, und, und) ist mein Produkt im MOment für den angrenzenden Markt zu teuer. Die beispielsweise argentinische Konkurrenz ist zum Teil 20 - 30 % billiger. Der einheimische Markt trägt uns derzeit noch. Was ist aber, wenn unsere Kunden aufgrund steigender Inflation, steigender Steuern (siehe die neue "CPMF"), steigender Preise für den Basisbedarf usw. auch bald das Geld nicht mehr haben, unsere Anlagen zu kaufen?
Im Oktober sind Bürgermeisterwahlen, bis dahin wird sich sicher nichts tun. Danach wird Lula gezwungen sein, sich um das Thema "Ist Brasilien auch auf dem Weltmarkt noch attraktiv" näher zu kümmern. Nachdem er sich nun erstmals so richtig Gegenwind bei seinem Lieblingsprojekt "nachwachsende Rohstoffe" eingefangen hat, bin ich mal gespannt, was er sich ausdenkt (bzw. ausdenken lässt).
Ich setze nicht auf Gott, aber auf das berühmte oder berüchtigte jeito.
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Re: Wechselkurs

Beitragvon Djogo » Sa 12. Jul 2008, 07:41

Leider ist es eine Realitaet, dass die Export-Kompetenz sich im Sog von steigenden commodities sich mehrheitlich auf Gueter mit tieferen Wertschoepfung konzentriert mit einem Anteil von beinahe 50%, gluecklicherweise helfen die hohen Preisen noch (Nachfrage, attraktives trading). Es wird vergessen, dass die einzige Chance eines Nachhaltigen Wachstums in der Wertschoepfung liegt, d.h im Aufbau von Kompetenz mit zugaenglichen Maerkten ausserhalb von US und Europa, deshalb die Anstrengungen Mercosur, China, Indien. Was fehlt ist eine marktgerechte Bewertung des Real (Abwertung) um die Export-Maerkten zu bestreiten, Geld zu verdienen und zu investieren, resp.Arbeitsstellen zu schaffen, in anderen Worten Wachstum......Ohne Wachstum droht der Abgrund....Situative Unterstuetzung der Export-Aktivitaet durch die staatliche Massnahmen ist ein jeitinho....aber ungenuegend, vielleicht werden die Mittel sogar schlecht verteilt...

Da muss rasch an die Waherungsabwertung gearbeitet werden, Brasilien darf sich nicht von der Welt abschotten weil sie Inflation bekaempfen die ist ubrigens auch stark importiert. Des Wieteren gehoert auch der Aufbau von Infrastruktur (Bahn, Kommunikation, Hafen etc...) und die Vereinfachung der Administration. Es ist interessant festzustellen, dass z.B Korea heute ueber 10x hoehere Internet-Geschwindigkeiten verfuegt als in US.

Ja, es scheint dass Lula nach den Oktoberwahlen sich mit dem Export intensiver beschaeftigen will (d.h. auch die Waehrung), er hat in den letzten Tagen 2 neue Berater ernannt die sich diesem Thema widmen sollen....das ist halt der Brasilianische jeitinho....mit hoffentlich viel Kreativitaet und Erneuerungen zum Fuellen des echten Gaps von Brasilien....schafft er das?
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Re: Wechselkurs

Beitragvon dimaew » Sa 12. Jul 2008, 18:29

Dass Lula derzeit nur partiell eingreift, siehrt man beispielsweise an der Diskussion um den Export von Rindfleisch in die Europäische Union oder nach Russland. Bisher scheint die Einsicht, die Djogo fordert noch nicht da zu sein. Ich hoffe auch, dass sich das bald ändert. Ob zwei neue Berater daran etwas ändern, glaube ich, wenn ich es sehe.
Vielmehr Hoffnung setze ich auf die Zentralbank, da - jedenfalls aus meiner Sicht - dort die Kompetenz sitzt. OB ich da wirklich richtig liege, weiß ich nicht, dafür habe ich noch zu wenig Einblick in die politischen Zusammenhänge hier. Jedenfalls wurde von dort bisher mit fester Hand der Finanzmarkt geregelt und die Inflation auf einem erträglichen Maß gehalten. Klar fühlt der einzelne das unter Umständen etwas anders, da der Teil aus dem Gesamtwarenkorb, den er benötigt (Grundnahrungsmittel, Energie) möglicherweise stärker wächst als der Korb insgesamt.
Wenn die Zentralbank nun auch die Wachstumsbemühungen und möglichen -chancen der mittelständischen Unternehmen mehr in den Fokus nimmt kommen die Areize, den Export zu stärken von alleine. Der inländische Markt ist zwar groß aber dennoch begrenzt, da vielen Inländern der Zugang fehlt. Die Gleichung "Wachstum der Wirtschaft = mehr Arbeitsplätze = mehr Konsum = Wachstum der Wirtschaft" stimmt wohl. Aber dazu müssen die Impulse auch "von oben" kommen. Die brasilianische Wirtschaft schafft das alleine nicht.
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