Wein nach Brasil exportieren...

B2B in Brasilien: Firmen suchen Geschäftspartner, Privatpersonen wollen investieren, Import, Export und alles was dazugehört

Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon Saelzer » Sa 30. Apr 2016, 14:22

cabof hat geschrieben:Da ich kein großer Weintrinker bin (Kenner schon gar nicht) möchte ich nur kurz auf Hopfen schwenken,
Also beim Thema Wein betrachte ich mich genau so als Stümper wie beim Bier. Man kommt zwar viel herum und lernt so auch mal einen Tannat und andere Sorten kennen, die es in Europa gar nicht gibt. Dennoch kann ich weder bei Fragen der Produktion noch bei Lagerung oder Konsum so weit mitreden, als dass ich mich auf eine inhaltliche Diskussion mit einem Experten einlassen würde. ;)

In meinen Augen gibt es beim Vorhaben von Pfaelzer verschiedene Hürden:
* Können die gemachten Erfahrungen auf die andere Klimaregion übertragen werden?
* Konsumverhalten der angepeilten Kundschaft bekannt und modifizierbar?
* Ist die wirtschaftliche Gesamtsituation Brasiliens jetzt gut zur neuen Einführung von Genussgütern?
* Wie hoch sollen die Investitionen ausfallen, bzw. wie hoch dürfen sie ausfallen?
* Unter welchen Voraussetzungen kann sich die Sache rechnen?

Von den üblichen Problemen mit Import und Behörden will ich noch gar nicht sprechen, denn erst wenn obige Punkte geklärt sind kann man sich die Frage stellen, ob es sich überhaupt lohnt in den K(r)ampf mit den Behörden einzusteigen!

cabof hat geschrieben:... was ich bei meiner letzten Reise an Biersorten gesehen habe, da verblasst der deutsche Getränkehandel ob dem Angebot. Scheinen viele in die "Caseira-Produktion" eingestiegen zu sein, fragt sich nur ob es sich rentiert,
viele Marken werden sehr lokal angeboten. Wie sieht es in BR mit "Sekt" aus... ich meine jetzt nicht den "Cidra" - vielleicht wäre das eine Lücke.
Zunächst mal unterliegen die Brauereien in Brasilien keinem "Reinheitsgebot". Was früher eine Qualitätsgarantie war ist heute teilweise ein Entwicklungshemmnis.

Die Industriebiere schmecken alle irgendwie gleich. Da ist klar, dass jede handwerkliche Brauerei sich von denen abgrenzen will. Immerhin müssen sie auch mehr Geld verlangen, denn so optimal wie die Großindustriebierbetriebe kriegen die das nie hin. So schaffen das die meisten Handwerksbrauereien sogar unter Einhaltung des "Reinheitsgebotes"!

Freunde von mir (die ganze Familie Steuerberater und maximal Biertrinker ;) ) hatten vor Jahren beschlossen eine Brauerei aufzubauen. Dazu holten sie sich einen pensionierten Braumeister aus São Paulo, der den Laden aufbaute und in Betrieb nahm. Sie selbst hatten sich um die Vermarktung gekümmert.

Heute sind sie stolze Eigentümer eines erfolgreichen Brauunternehmens. Deshalb könnte es für Pfaelzer auch eine gute Idee sein nur alleine seine Erfahrungen zu vermarkten an Leute, die etwas aufbauen wollen - ähnlich wie der pensionierte Braumeister das machte bei meinen Freunden.
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon frankieb66 » Sa 30. Apr 2016, 14:54

Wenn es um Bier geht wuerde ich mich mal mit dem Foristen Colono kurzschliessen. Der braut selbst und es schmeckt. Durfte es selbst schon probieren und daher weiss ich von was ich rede.

Prost

Frankie
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 30. Apr 2016, 17:42

cabof hat geschrieben:Da ich kein großer Weintrinker bin (Kenner schon gar nicht) möchte ich nur kurz auf Hopfen schwenken, was ich bei meiner letzten Reise an Biersorten gesehen habe, da verblasst der deutsche Getränkehandel ob dem Angebot. Scheinen viele in die "Caseira-Produktion" eingestiegen zu sein, fragt sich nur ob es sich rentiert,
viele Marken werden sehr lokal angeboten. Wie sieht es in BR mit "Sekt" aus... ich meine jetzt nicht den "Cidra" - vielleicht wäre das eine Lücke.


Nicht nur der Biermarkt ist Spitze geworden, sondern auch der Spirituosen Markt. Am Flughafen in Rio ein Geschäft entdeckt mit hunderten Cachaças Sorten. Die teuerste mit 2.000 R$. Etwa 500 €uro. Bisher diese Preislage in Deutschland nur bei Feinkost Käfer in München entdeckt. Da waren der Cognac und Armagnac aus Frankreich und schon über 50 Jahre alt.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon Molotof » Sa 30. Apr 2016, 19:38

zagaroma hat geschrieben:Hallo,

also unsere Erfahrungen mit Importen sind so schlecht, dass wir seit Jahren nur noch im Koffer schmuggeln (ich verkaufe Silberschmuck aus Italien in Recife).
Die Ware sitzt mindestens 4 Monate im Zoll und die Kosten sind astronomisch. Zwischen Einfuhrsteuern, 3-4 anderen Steuern, Lagergebühren, Abfertigungsgebühren und Zollagenten muss man etwa 120 % des Warenwertes rechnen und nochmal drauflegen. Und wie ein pfälzer Wein wohl schmeckt, nachdem er 4 Monate in einer brühend heissen Lagerhalle verbracht hat???
Ausserdem sind die Brasis nicht sehr zugänglich für ungewohnte Geschmäcker. Ich hatte am Anfang auch den missionarischen Eifer, ihnen mal die echte italienische Küche nahezubringen und hatte Enthusiasmus erwartet, geerntet habe ich nur Naserümpfen. Als ein brasilianischer Freund von uns aus Frankreich zurückkam, war er total schockiert über den Geschmack der berühmten französischen Käse. Wie alte Socken würden die stinken, igitt, würg, sowas kann man doch nicht essen!
Überlege Dir das gut, da kann man viel Geld in den Sand setzen, ich spreche aus eigener Erfahrung! :mrgreen:


Hallo Zagaroma

Was hast Du den ihnen echt Italienisches Aufgetischt?
Pizza und Pasta essen alle Brasilianer die ich kennen gelernt habe.

Das mit dem Käse verstehe ich hatten mal Freunde aus Brasilien in der Schweiz zu Besuch und die mussten auch feststellen das der Käse Gruyere den man in Brasilien bekommt gar nicht zu vergleichen ist mit dem Original aus der Schweiz.


Gruss Molotof
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon zagaroma » So 1. Mai 2016, 17:16

Molotof hat geschrieben:
Hallo Zagaroma

Was hast Du den ihnen echt Italienisches Aufgetischt?
Pizza und Pasta essen alle Brasilianer die ich kennen gelernt habe.

Das mit dem Käse verstehe ich hatten mal Freunde aus Brasilien in der Schweiz zu Besuch und die mussten auch feststellen das der Käse Gruyere den man in Brasilien bekommt gar nicht zu vergleichen ist mit dem Original aus der Schweiz.


Gruss Molotof


Ja, Molotof, das geht schon mit der Pasta los. So eine richtige Hartweizen-Nudel, die al dente gekocht wird, ist den Brasis viel zu hart, da muss man ja noch drauf rumkauen. Da bekam ich dann den gutgemeinten Rat, sie doch länger zu kochen, mindestens eine halbe Stunde, bis sie schön weich und matschig ist, das schmeckt besser!

Vor allem aber der frische Fisch. In Rom wird jeder Fisch, der mehr als 48 Stunden aus dem Wasser ist, als unverkäuflich entsorgt, den rührt kein Italiener mehr an. Ich habe mir hier ein paar Fischer angeheuert, die bei mir klingeln, wenn sie vom Meer reinkommen mit fangfrischer Beute. Die schiebe ich dann am selben Tag in den Ofen und gare sie vorsichtig, so dass der Fisch saftig und zart bleibt. Dann serviere ich ihn mit Salsa Verde. Na das kam bei den Brasis gar nicht an. Das schmeckt ja nach nix. Wenn Fisch nicht schön kräftig nach altem Fisch riecht und schmeckt, wird das hierzulande nicht als Gaumenfreude angesehen.

Und dann die Kuchen. Wenn sie nicht genug klebrige, übersüsse leite condensado enthalten, taugen sie auch nichts. Es muss alles so süss sein, dass es schon bitter wird. Eine richtige Crême Chantilly aus leichter Sahne mit natürlicher Bourbon-Vanille schmeckt doch nach garnix. Ich weiss, der Nordosten ist noch eine kulinarische Wüste, im Süden ist man da schon viel weiter. Manchmal würde ich gerne nach SP fliegen nur zum einkaufen, mal Spargel, Fenchel, Artischocken und Aprikosen kaufen, davon träumen wir hier.
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon Elsass » So 1. Mai 2016, 22:31

Wenn das Zeugs schon ein bisschen überm Datum ist, das Fleisch schon leicht grünlich und der Fisch eigenartig riecht, hat der Baiano die berühmt berüchtigte "molho" parat. Die tötet schon im Mund alles ab, was dem Magen vielleicht nicht gut bekommt. :twisted:
Schon mal "sarapatel" probiert? :mrgreen:
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon GatoBahia » Mo 2. Mai 2016, 05:39

Elsass hat geschrieben:Wenn das Zeugs schon ein bisschen überm Datum ist, das Fleisch schon leicht grünlich und der Fisch eigenartig riecht, hat der Baiano die berühmt berüchtigte "molho" parat. Die tötet schon im Mund alles ab, was dem Magen vielleicht nicht gut bekommt. :twisted:
Schon mal "sarapatel" probiert? :mrgreen:


"molho de pimenta caseiro" is doch lecker, und was hast du gegen Ziegeneintopf? Unsere Küche hier hat auch sehr interessante afrikanische und karibische Einflüsse :idea: Is eben dann ein wenig mehr Abwechslung drin als bei euch im Süden :shock:

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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon cabof » Mo 2. Mai 2016, 11:33

Ja, diese Spezialläden mit den teuren Cachaças kenne ich. War auch mal zur Verkostung eingeladen, allerdings nicht die teuren Edeltropfen. Das was ich sagen darf, Fusel kratzt ein wenig im Rachen (bei mir) - die besseren Sorten sind weich und ließen sich gut trinken - trotzdem nix gekauft, stehe nicht auf dem Zeugs.
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon Itacare » Mi 4. Mai 2016, 23:28

Leute das ist alles nicht so einfach. Im deutschen Reinheitsgebot hat man die Pilze vergessen. Ohne die funktioniert es nicht, wurden aber übersehen, weil sie eben da waren und niemand wusste dass es die in dieser Miniaturausgabe überhaupt gibt.
Käse (die Schweizer hatten da schon Probleme mit den Löchern im Emmentaler, weil die Milch zu sauber war) und Wein haben da so ihre Geheimnisse, die nicht jeder Käser oder Winzer verrät.
Man muss schon in der Materie drin sein um zu wissen wie die Geigen klingen, sonst wird es schwierig.
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Re: Wein nach Brasil exportieren...

Beitragvon rijo » Mo 16. Mai 2016, 15:37

oi dieter. ich komme aus dem schoenen markgraefler land im badischen und vermisse seit 12 jahren guten wein. nie habe ich anfangs meiner lebenszeit in brasilien hir, ausser importen aus europa ,guten wein gefunden. und da auch nur die von bompreso und anderen grosshaendlern importierten. liebfrauenmilch !? wehr trinkt sowas?fuer mich der ich mit badischen weinen aufgewachsen bin ,sind cilenische ,argentinische und und und weine aus suedamerica der reinste horror.und es gibt brasilianer die es genau so empfinden. es gibt ein kleines aber sehr feines weinfachgeschaft an der strada de coco; ein kleines geschaeft das in einem teueren geschaeftskomplex resiediert. und das seit vielen jahren. also so klein wie der ist wird er denoch seine umsaetze zeichnen. und lebt. italiensiche , spanische franzoesische , portugisische .dort treffe ich wenn ich wider einmal auf schnueffeltouer gehe brasilianer die sehr wohl weine aus europa sehr sehr schaetzen.ich weis nicht ob ich den nahmen auch internetadresse im forum posten darf. deshalb sende mir eine pn dann gebe ich dir die adresse.mit internetadresse. bestimmt kannst du dich mit dem inhaber des importladens auseinandersetzen und die bedingungen fuer eine einfuhr recht einfach erfragen. auch ich kann es fuer dich erfragen. es ist nicht weit von meinem wohnsitz entfernt und macht keine umstaende.

an der starda de coco ist es ideal.auch linha verde genannt. den es gibt eine grosse touristen industrie die dort mehr als 70 tausend beschaeftigte hat. ganze doerfer kuenstlich aufgebaute sind nur ein einziger hotelresort ( google erth ,such linha verde und dort ab jaua bis costa azul).wenn du dann noch diese hotelresort akquirierst , kannst du dir ein standbein aufbauen.
gruesse johannes
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