Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studieren?

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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon Colono » Mi 10. Jun 2015, 14:06

Ja,
unser Frankieb hat es richtig erkannt. Realschulabschluss nebst Abi kannst du hier in Brasilien mit der Pfeife rauchen. Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, in Deutschland allein mit dem 2.Grão oder Enem auf der Uni studieren zu können. Allerdings sollte man aus Deutschland bereits ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine zweijährige Technikerausbildung von einer Fachschule mit Hochschulzugangsberechtigung vorweisen können, so genūgt das im Normalfall um in Brasilien studieren zu dūrfen. Dazu ist auch noch der sogenannte Histórico Escolar notwendig. Das ist nichts anderes als eine Auflistung der Fächer und Lerninhalte welche man bereits in der Vergangenheit belegte. Es ist auch noch eine Bestätigung der gesamten abgeleisteten Unterrichtsstunden der jeweiligen Graduierung notwendig. Der Rat meines Vorschreibers Guelk ist richtig. Ich habe mich ebenfalls schon mit meinem ehemaligen deutschen Schulleiter zusammengesetzt um eine Art Histórico zu basteln.
Vergleichbar mit einem Techniker (Superior de Tecnólogia bzw. Tecnólogo) da sind es >2000 Std. bei einem Bachelor (Bacharel) >2500 Gesamtstunden.
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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon frankieb66 » Mi 10. Jun 2015, 18:25

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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon frankieb66 » Mi 10. Jun 2015, 18:36

Ola,

Colono hat geschrieben:... Realschulabschluss nebst Abi kannst du hier in Brasilien mit der Pfeife rauchen. Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, in Deutschland allein mit dem 2.Grão oder Enem auf der Uni studieren zu können. Allerdings sollte man aus Deutschland bereits ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine zweijährige Technikerausbildung von einer Fachschule mit Hochschulzugangsberechtigung vorweisen können,...

da ich aktuell genau von diesem "Problem" betroffen bin, ein kleiner Beitrag meinerseits:

1) Ich hatte mich vor ein paar Monaten in einem Kurs einer Berufsfachhochschule (CETEB) eingeschrieben ... als ich mich einschrieb wurde mir gesagt, dass es ausreiche mein Diplom (immerhin einer deutschen Uni, sogar einer der besten, TUM) übersetzen zu lassen und einzureichen

2) Nachdem ich alle Prüfungen an der bras. Berufsfachhochschule bestanden hatte und auf mein (dort erlangtes) Diplom bestand, wurde mir gesagt: nein, mein deutsches Diplom muss erst revalidiert werden!

2.1) Jetzt wird's problematisch: Es genügt bei weitem nicht, die übersetzten (überbeglaubigten und legalisierten) Dioplomurkunden/-zeugnisse etc. einzureichen, sondern wie schon von @Colono geschrieben, es wird der gesamte Studienverlauf nachgefragt ... das ist für alte Säcke wie z.B. ich nicht mehr so einfach recherchierbar, schließlich studierte ich in den 80er-Jahren ....

2.2) Allein schon die Einreichung der Unterlagen kostet 800 R$ bei der UnB (Doktorgrad übrigens 1200 R$). Das ist übrigens nur die Gebühr fürs Einreichen. Übersetzungskosten ca. 1-2 tsd R$. Beglaubigungskosten in D nochmals ca. 500 R$.

3) Ich hab zwar mittlerweile meinen "Prozess" getartet, aber um meinen bras. Technikerabschluß relativ zeitnah zu bekommen, habe ich parallel dazu mein Abitur (ensinio medio / ENEM) anerkennen lassen. Kostet übrigens nix, die Anerkennung hier im DF. Aber natürlich fallen Kosten an, sowohl in D (Überbeglaubigung, Legalisierung im bras. Konsukat/Botschaft), als auch in BR (Übersetzung).

Boa sorte

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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon cabof » Mi 10. Jun 2015, 19:08

Frankyboy - unter uns - hat sich denn der ganze Aufwand gelohnt? Echt nachgefragt, ohne offtopic. Ich kenne jetzt aus der Familie Leute die krabbeln nach einem Uni-Studium in Brasilien und finden keinen Job im studierten Beruf. Es sieht fast so aus, das man nur mit Vitamin B weiterkommt. (NB... nur so mal geschrieben.... es stehen Bauarbeiten in der Familie an, Angebote von den "typischen" Pedreiros, absurde Preise - da überlegt man sich echt, einen Allrounder aus DE einfliegen zu lassen - work and travel no negro - kommt sich preislich gleich aber mit Qualität).
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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon frankieb66 » Mi 10. Jun 2015, 19:17

cabof hat geschrieben:Frankyboy - unter uns - hat sich denn der ganze Aufwand gelohnt? ...

Natürlich, denn nur so bekommt mas z.B. CRECI oder CREA. "Inoffiziel" zu arbeiten geht natürlich immer.
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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon frankieb66 » Mi 10. Jun 2015, 19:31

cabof hat geschrieben:... Es sieht fast so aus, das man nur mit Vitamin B weiterkommt.

Nein, wenn mann ofiziell was "reißen" möchte dann geht es nur über den offiziellen Weg. Vitamin B hilft lediglich bei den Aufträgen bzw. um eine Stellung zu finden ...

cabof hat geschrieben:... es stehen Bauarbeiten in der Familie an, Angebote von den "typischen" Pedreiros, absurde Preise - da überlegt man sich echt, einen Allrounder aus DE einfliegen zu lassen - work and travel no negro - kommt sich preislich gleich aber mit Qualität).

Wenn "deine" Familie die aufgerufenen Preise zahlt bzw. zahlen kann bzw. will, dann ist das "freie Marktwirtschaft". Ich selbst vergleiche immer Preise und wähle ein mir ordentlich erscheinendes Preis-/Leistungsverhälnis. Deutsche Facharbeiter hatte ich auch schon mal importiert, aber die waren dann nach wenigen Tagen schon bei den Nutten. Ok, war in den 90er Jahren.

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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon cabof » Mi 10. Jun 2015, 20:26

Frankyboy - nur so zu den Orcamentos (Kostenvoranschlägen) - Gier im Vordergrund.... einer will 12 T R$ der andere das doppelte... heute hat sich etwas entschieden und ich trage mich mit dem Gedanken rüberzumachen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen, ist zwar nicht mein Geld, aber es wird mein letzter Akt in BR sein um eine gerade Linie zu ziehen, sitze hier und mir geht die Hutschnur hoch. X männliche Familienmitglieder, - keiner bewegt sich und Vorarbeiten kann auch ein Doof erledigen - der werde ich wohl sein. Bin nur ein Büromensch und habe von Handwerksarbeiten kaum Ahnung, aber das Wissen was die Typen in BR haben ziehe ich mir aus dem Internet und mache es auch. :shock:
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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon BrasilJaneiro » Fr 12. Jun 2015, 18:49

leninha hat geschrieben:Danke für die Antworten, das hat mir schon weiter geholfen.

Also zu der Frage ob ich die Sprache in Wort und Schrift beherrsche,
Sprechen ist eigtl. kein Problem, wobei es mir schwer fällt mich gehobener auszudrücken...
Schrift ist so ne Sache, ich kann lesen und auch etwas schreiben, nur da ist wieder das Problem, dass ich mich beim Schreiben oft
nicht so ausdrücken kann wie ich möchte und auch Fehler mache, da ich das nicht gelernt habe.


Da bist du schon besser als 80% der brasilianischen Bevölkerung und besser als Lula und Dilma.
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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon GatoBahia » Fr 12. Jun 2015, 19:07

BrasilJaneiro hat geschrieben:
leninha hat geschrieben:Danke für die Antworten, das hat mir schon weiter geholfen.

Also zu der Frage ob ich die Sprache in Wort und Schrift beherrsche,
Sprechen ist eigtl. kein Problem, wobei es mir schwer fällt mich gehobener auszudrücken...
Schrift ist so ne Sache, ich kann lesen und auch etwas schreiben, nur da ist wieder das Problem, dass ich mich beim Schreiben oft
nicht so ausdrücken kann wie ich möchte und auch Fehler mache, da ich das nicht gelernt habe.


Da bist du schon besser als 80% der brasilianischen Bevölkerung und besser als Lula und Dilma.


Ach Lula find ich cool, meine Tochter hat den selben Spitznamen :!: Meistens aber nur wenn sie gekleckert oder Geschirr zerbrochen hat, ist Tintenfisch/Krake eventuell etwa doch nicht so nett gemeint :?:

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Re: Welchen Abschluss braucht man in Brasilien um zu studier

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 12. Jun 2015, 23:51

Nur mal eine formale Sache zum Vestibular.
Ein "bestandenes Vestibular" in Form einer Studienberechtigung gibt es nicht. Du machst das Vestibular z.B. an der UFMG in Belo Horizonte, zusammen mit 60.000 oder auch nur 30.000 Bewerbern (die nach der ersten Runde ausgesiebt wurden)
Zu vergeben sind 3-4.000 Studienplätze. Du kannst also als 3.001 ster Kandidat ein gutes Ergebnis abgeliefert haben, nur ist in der Praxis bei X Schluss. Gute Leistung bringt also keinen Studienplatz, du must für eine staatliche UNI einfach besser als die anderen sein. Und da sind Mängel bei schriftlichen Leistungen schon die erste Falltür.

Und im nächsten Jahr geht's dann aufs neue los.

Gruß
Trem Mineiro
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