Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon BrasilJaneiro » Fr 19. Jun 2009, 01:09

dann werden wenigsten in Zukunft die Exporte drastisch zurueckgehen und wir bekommen wieder die beste Qualitaet beim Metzger geboten und ich muss meine Zaehne nicht schleifen lassen.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon Brazil53 » So 21. Jun 2009, 17:03

Wie passt das alles zusammen?

Jetzt hat die Regenwaldvernichtung Gesichter
Neues brasilianisches Gesetz erlaubt Abholzen und Abbrennen

Von Karl Weiss

Wenn in einigen Jahrzehnten einmal feststehen wird, dass die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes mit entscheidend zu der Situation beigetragen hat, die ein Überleben der Menschheit, wie wir sie kennen, unmöglich machen wird, so könnte eventuell der Juni 2009 als einer der entscheidenden Meilensteine auf diesem Weg hervorgehoben und die Namen der jetzigen Brasilianischen Präsidenten Lula und der Brasilianischen Senatorin Abreu als Hauptverantwortliche genannt werden.

In Brasilien wird im Moment gerade ein Gesetz beraten, das allen Landbesetzern im Amazonas-Gebiet, die sich Staatsland angeeignet haben und dabei auf keinen Widerstand gestoßen sind, die Besitzrechte auf dieses Land zuschreibt und gleichzeitig bis zu 40% des Landes zum Abbrennen oder Abholzen freigibt.......


weiter unter

http://karlweiss.twoday.net/stories/5768258/
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon Takeo » So 21. Jun 2009, 18:00

Ich habe schiss den Bericht zu lesen, denn entweder ist er falsch, dann muss ich mich über den Autor aufregen, oder er ist richtig, dann muss ich mich über das Gestez aufregen!

Tatsache ist aber, dass die von der Eurofraktion so geliebte MST verantwortlich sind, für die meisten und grössten Flächerodungen des Regenwaldes! (gelesen in Veja no. 24)

okay, ich korrigiere mich und muss richtigerweise erwähnen:
Die MST (in Form von INCRA) in Pará und Amazonas
Die/Der Grossagrarier (Blairo Maggi!) im Mato Grosso...

typisch: von MST oder INCRA ist im Bericht natürlich mit keinem Wort die Rede... deshalb: Augen weit zu und mit dem Finger kräftig auf die 'anderen' zeigen!
ehh, so ist eben die Eurofraktion!!!
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon dimaew » Di 23. Jun 2009, 01:57

Ich befürchte, was Brasil53 zitiert, kommt der Wahrheit recht nahe. Globo berichtet, dass Lula mit den Gemeinden in Amazonien, die am meisten Wald vernichtet haben gemeinsame Projekte zum Schutz des Waldes aufbauen will und außerdem 300.000 Grundstücke legalisieren will.

http://g1.globo.com/Noticias/Mundo/0,,MUL1202733-5602,00-PELA+AMAZONIA+LULA+FARA+PARCERIAS+COM+QUEM+MAIS+DESMATA.html
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon Takeo » Di 23. Jun 2009, 03:11

...das steht ja leider auch nicht im Gegensatz zu dem was ich geschrieben habe.
Ich rege mich nur auf, dass grundsätzlich auf die sog. Grossgrundbesitzer gezeigt wird, und die Kleinbauern und MST dabei ausser acht gelassen werden, denn gerade in Amazonien sind es gerade DIESE, denen so schwer beizukommen ist. Den Grossbauern kann man sagen: wenn Du noch einen Meter Regenwald abholzt kriegst Du keinen Kredit mehr... und dann holzen die nicht mehr ab (etwas simpel ausgedrückt!!!)... aber das Problem, und das spricht dieser Artikel ja scheinbar an, sind diese metastasichen Kleinbauern und Landbesetzer überall, die zu arm sind um auf die Banken angewiesen zu sein und zu ungebildet um die Bedeutung des Umweltschutzes zu kennen!
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon dimaew » Di 23. Jun 2009, 03:27

Auch wenn ich mich jetzt bei dem ein oder anderen in die Nesseln setze, stimme ich Dir komplett zu Takeo. Natürlich hat Lula aus seiner Sicht (bzw. der von Dilma) Recht, 300.000 kleine Bauern zu "legalisieren". Das bringt hunderttausend mal mehr Wählerstimmen als die "Legalisierung" von 3 Großgrundbesitzern. Von der Fläche her dürfte der Verlust für den Regenwald ähnlich sein. Allerdings ist dieser Verlust ohnehin schon passiert und in den nächsten Jahre nicht rückgängig zu machen.
Richtig wäre es nun, wenn Greenpeace sich jetzt diesen Kleinbauern zuwenden würde und sie mit demselben Elan bekämpfen würde, wie Bertin und andere Fleischproduzenten.
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon Jacare » Di 23. Jun 2009, 07:56

Wenn es um Urwaldaholzung geht, stelle ich bestimmt niemand auf einen Sockel. Naja, ob jetzt Großgrundbesitzer den Wald plattmachen oder verarmte Kleinbauern dürfte dem Wald so ziemlich egal sein und ändert vorerst auch mal wieder nichts am Endergebnis: nachdem die Böden ausgelutscht sind wie ein Hundekuchen, wird eben munter weiter abgefackelt. Business as usual ! Oder will hier jemand was anderes behaupten ?

Gruss
Jacare
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon dimaew » Di 23. Jun 2009, 13:23

Genau das ist das Problem. Statt gegen einzelne, zugegebenermaßen werbewirksame, Konzerne vorzugehen, halte ich es für wesentlich sinnvoller, an der Wurzel anzupacken. Wenn übereinstimmend festgestellt wird, dass der Amazonasurwald schützenwert ist, hat niemand da was abzuholzen, ob er nun Bertin heißt oder Furlano de Tal.
Aber schon die Grundlage ist ja immer noch nicht klar: Ist der Urwald nun schützenswert, wieviel Schutz braucht er, in welchen Regionen usw.?
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Re: Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Beitragvon Takeo » Di 23. Jun 2009, 18:47

Jacare hat geschrieben:Wenn es um Urwaldaholzung geht, stelle ich bestimmt niemand auf einen Sockel. Naja, ob jetzt Großgrundbesitzer den Wald plattmachen oder verarmte Kleinbauern dürfte dem Wald so ziemlich egal sein und ändert vorerst auch mal wieder nichts am Endergebnis: nachdem die Böden ausgelutscht sind wie ein Hundekuchen, wird eben munter weiter abgefackelt. Business as usual ! Oder will hier jemand was anderes behaupten ?


Ja, ich! Es gibt da nämlich zumindest einen technischen Unterschied, den den meisten überhaupt nicht klar ist: Die Urbarmachung der Urwaldes (also Abholzung) kostet einen ackerbauenden Grossgrundbesitzer viel Geld und Arbeit. Erst wird systematisch abgeholzt, dann muss vielleicht 2 Jahre Reis gepflanzt werden, dann muss der Boden aufbereitet werden durch pH Korrekturen, Strukturvebesserungen und Aufdüngung, und erst dann ist der Boden reif für Soja und Mais. Das sind Investitionen, die viel Geld kosten und auf landwirtschaftliche Nachhaltigkeit ausgerichtet sind: der Grossgrundbesitzer muss sehr lange was von seinem Land haben, damit sich die gefürchtete Investition der Urbarmachung auch lohnt. Bringt der Boden auf lange Sicht nichts, lohnt sich eine Urbarmachung nicht. Das ist genau einer der Gründe, warum es keine Landwirtschfat und Sojaproduktion in grossem Stil in Pará und Amazonien (im Kernregenwald!) gibt.

Anders die Subsistenzlandwirtschaft aus Kleinstbauern und MST: Abholzung... hier ein bisschen Mais, dort ein bisschen Maniok, dort ein horta, hier ein paar Kühe... 2 - 3 Jahre... weitere Abholzung... und zurück bleibt ein Spur der Verwüstung. Und die Rinderzüchter auch: treiben ihre Viecher hin wo es ihnen gerade am besten passt... meistens genau dhin, wo vorher die Kleinbauern gewütet haben... dmit schliesst sich der Kreislauf der Verwüstung.

Der ackerbauende und sojaproduzierende Grossgrundbesitzer verwüstet das Land wenigstens erst mal nicht - das ist ein schwacher Trost, ich weiss - aber man muss da schon einen feinen Unterschied machen!
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