[..] Das Stammland der Pflanze - jener tropischen Palme, welche die berühmte Kokosnuss hervorbringt, die man auch "Coco-da-Praia" oder "Coco-da-India" nennt - ist ziemlich umstritten. Einige behaupten, dass sie aus den Ländern um den Indischen Ozean stammt, andere meinen, dass ihre Heimat die Inseln des Pazifik sei - und es gibt auch Meinungen, nach denen sie aus Afrika eingeführt worden ist. Und um diese Verwirrung vollkommen zu machen: hat sie nach historischen Untersuchungen schon zu präkolumbianischer Zeit in Zentralamerika existiert!
Mit Sicherheit weiss man, dass sie in Brasilien, oder genauer in Bahia, im Jahr 1553 an Bord von portugiesischen Schiffen eingeführt worden ist - und zwar von den Kapverdischen Inseln herkommend, auf denen sie einst, ebenfalls durch die Portugiesen, eingeführt worden waren - dies berichtet der zeitgenössische Reisende Gabriel Soares de Sousa. Von der Gegend des "Reconcavo Baiano" hat sich die Palme dann über die gesamte brasilianische Küste verbreitet - wahrscheinlich auf natürlichem Weg mittels der Meeresströmungen. [..]
[..] Die Kokospalme und ihre Früchte sind präsent in 80 Ländern rund um den Globus - in Indonesien, im Pazifik, in Afrika, in Mittel- und Südamerika und in der Karibik, überall spielt sie eine wichtige Rolle im Leben der Menschen dieser Regionen und ist ein bedeutender Faktor ihrer wirtschaftlichen Existenz. Die Palme entwickelt sich gut an den Stränden - in unmittelbarer Nähe des Meeres und des Salzes - aber, dies ist keine unbedingte Voraussetzung für ihr Gedeihen. Gegenwärtig hat man in Brasilien Projekte gestartet, die eine Kultivierung der Kokospalme in feuchteren Regionen des nordöstlichen Sertão vorsehen - bereits mit viel versprechenden Resultaten. In Brasilien werden im Allgemeinen nur zwei Arten von Kokospalmen angetroffen: die "Gigante" (Riesenpalme) und die "Ana" (Zwergpalme). Die Früchte beider Typen haben die gleichen Qualitäten und denselben Verwendungszweck.
Im ersten Fall ist die Palme besonders langlebig - sie erreicht leicht ein Alter von mehr als 150 Jahren und wird bis zu 35 Metern hoch. Aber dies erschwert auch die Ernte ihrer Früchte enorm und gehört zu den gefährlichen Aktivitäten, welche von den hinauf kletternden Männern grosse Geschicklichkeit, Erfahrung und Mut erfordern. Auf der anderen Seite gehört die Kokospalme gerade durch ihre Höhe und ihren eleganten Wuchs zu den schönsten und dekorativsten Pflanzen überhaupt. Nach 6 bis 9 Jahren trägt sie zum ersten Mal Früchte - und ihre Menge stabilisiert sich im 12ten Jahr - das bedeutet etwa eine mittlere Erntemenge von 70 Kokosnüssen pro Palme und Jahr. Diese "Gigante" genannte Spezies ist die häufigste im brasilianischen Nordosten, der Region, aus der zirka 85% der nationalen Produktion kommen - besonders aus den Bundesstaaten Alagoas, Sergipe und Bahia.
Die so genannte Zwergpalme dagegen - aus Malaysia und erst seit 1925 in Brasilien heimisch - erreicht nicht mehr als 10 Meter Höhe, ein Umstand, der die Ernte ihrer Nüsse wesentlich erleichtert. Sie ist auch schneller im Ansatz von Früchten: schon im zweiten Jahr nach ihrer Pflanzung beginnt sie Früchte auszubilden, und ihr Ertrag ist bedeutend höher - zirka 200 Kokosnüsse pro Baum und Jahr! Zum Ausgleich lebt sie aber nur etwa 20 Jahre, also wesentlich weniger als ihre grosse Schwester. [..]
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Quelle]
Textauszüge mit freundlicher Genehmigung vom
BrasilienPortal - der Informationsplattforum über Brasilien und Partnerseite von Brasilienfreunde.Net ...