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BeitragVerfasst: 23 Okt 2005 21:07 
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Registriert: 28 Nov 2004 16:11
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Hallo Maike,
da wird einiges auf Dich zu kommen! Aber irgendwie wird’s schon werden ...

Zum Sprachproblem möchte ich folgendes sagen:
Viele Brasilianer behaupten ja gerne, dass sie etwas spanisch sprechen aber dem ist nicht so.
Da portugiesisch und spanisch doch recht ähnlich ist verstehen sie relativ viel aber für ein vernünftiges Gespräch oder sogar Verhandlungen reicht es nicht aus. Manche sagen sie sprechen "portunhol". Das ist aber nichts anderes als portugiesisch mit spanischem Akzent und mit ein paar spanischen Wörtern aufgemotzt :lol:
Seltenst trifft man auch jemanden, der bereit ist Verhandlungen in englisch zu führen.

Da du keine portugiesisch Kenntnisse hast, wirst du auf brasilianische Kollegen oder Partner angewiesen sein. Und darin liegt unter anderem der Hund begraben.
Auch mit der deutschen Arbeits- und Denkweise wirst Du auf Unverständnis stoßen. Meetings mit unvorstellbarer Länge enden oft ohne Resultat. Verlässliche Zusagen und Termine gibt es nicht. Alles wird gerne noch mehr kompliziert gemacht wie es sowieso schon manchmal ist, usw. Und dann immer die Verständigungsprobleme.
Wie stellst Du Dir es eigentlich mit dem Schriftverkehr zwischen Kunden, Partnern, Behörden, usw. vor? Oder wenn Du etwas unterzeichnen musst?

So herzlich die die Brasilianer sind, aber im Berufsleben kannst Du oft sehr schön ihrer andere Seiten sehen. Für den Brasilianer ist der berufliche Aufstieg sehr wichtig und er tut alles um erfolgreich zu sein. Sollte es tatsächlich so sein, dass Du auf andere angewiesen bist, wird sehr schnell Neid gegenüber dir aufkommen. Da heisst es dann hinter vorgehaltenem Mund: "Jetzt schicken die da einen Deutschen nach Brasilien, weil sie meinen wir können nichts und letztendlich müssen wir alles für ihn arrangieren, erledigen, usw.... und dabei verdient er 5mal so viel wie wir...."
Und wenn der Brasilianer irgendwann wirklich die Schnauze voll hat, dann blockiert er total.

Viel Glück



Bis dann
Bagi


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BeitragVerfasst: 23 Okt 2005 23:31 
Bagi hat geschrieben:
"Jetzt schicken die da einen Deutschen nach Brasilien, weil sie meinen wir können nichts und letztendlich müssen wir alles für ihn arrangieren, erledigen, usw.... und dabei verdient er 5mal so viel wie wir...."


Mmh, ich gehe davon aus, das Maike ein weiblicher Vorname ist (korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege), und das macht das von Bagi oben zitierte dann meist noch um einiges schwieriger....

Aber nur Mut!

Liebe Grüsse, Dietmar


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 Betreff des Beitrags: Steuerrechtliche Anmerkung
BeitragVerfasst: 24 Okt 2005 10:58 
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Beiträge: 96
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Ein deutsches Bankkonto oder Überweisungen auf ein deutsches Bankkonto oder Abhebungen in DM spielen für die Frage der deutschen Steuerpflicht keine Rolle. Unerheblich ist auch, ob der Arbeitgeber in Deutschland sitzt oder es sich um eine brasilianische Niederlassung handelt. Steuerlich irrelevant ist die polizeiliche Anmeldung sowie sozialversicherungsrechtliche Aspekte (Stichwort Entsendung).

Nur ein deutscher Wohnsitz führt zur unbeschränkten Steuerpflicht. Ein Wohnsitz liegt vor, wenn eine Person Räumlichkeiten innehat, die zum Wohnen geeignet sind. Die Wohnung muß dem Betroffenen jederzeit als Bleibe dienen können, dies kann auch ein möbliertes Zimmer sein. Auf die rechtliche Eigentümerstellung oder einen ausdrücklichen Mietvertrag kommt es nicht an. Ausreichend ist z.B. auch die Nutzungsmöglichkeit des "Jugendzimmers" bei den Eltern. Unerheblich ist die polizeiliche Anmeldung oder der Umstand, daß der Mittelpunkt der Lebensinteressen im Ausland liegt. Unerheblich ist auch, in welchem zeitlichen Umfang die Wohnung tatsächlich genutzt wird. Hier gilt keine 183-Tage-Regelung, ausreichend sind - wenn überhaupt - der Aufenthalt einige wenige Tage im Jahr, um einen unbegrenzte Steuerpflicht in Deutschland zu begründen.

Falls der Betroffene nach brasilianischem Steuerrecht (auch) in Brasilien steuerpflichtig ist, kann dies zur Doppelbesteuerung in Deutschland sowie in Brasilien führen, d.h. die Einkünfte sind zweifach zu versteuern. Hierbei findet dann das Doppelbesteuerungsabkommen ("DBA") Deutschland - Brasilien Anwendung. Doppelbesteuerungsabkommen verhindern die doppelte Besteuerung von Einkünften durch zwei Länder. Dies erfolgt dadurch, daß das Besteuerungsrecht nur einem der beiden Staaten zugewiesen wird und der andere Staat seinen nach nationalen Regelungen bestehenden Besteuerungsanspruch nicht oder nur beschränkt ausübt. Einkünfte werden hierdurch - je nach der Regelung des Doppelbesteuerungsabkommens - entweder von der Besteuerung in einem Land freigestellt oder die in einem Land zu zahlende Steuerlast wird beim anderen Land angerechnet.

Die deutsche Bundesregierung hat am 7. April 2005 das Doppelbesteuerungsabkommen mit Brasilien gekündigt. Die Kündigung wird zum 1. Januar 2006 wirksam. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Brasilien stammte noch aus dem Jahr 1975 und damit aus einer Zeit, in der Brasilien als Entwicklungsland im deutschen wirtschafts- und steuerpolitischen Sinne galt. Es enthielt zahlreiche einseitig wirkende Regelungen, die nach Auffassung der Bundesregierung mittlerweile nicht mehr der deutschen DBA-Politik und der DBA-Praxis – auch nicht gegenüber Entwicklungsländern - entsprachen. Nachdem sich eine deutsche Delegation im Februar 2005 in Verhandlungen mit einer brasilianischen Delegation vergeblich um eine Revision des Abkommens bemüht hatte, sei die Kündigung unabwendbar geworden.

(Nur) ein völliger Wegzug aus Deutschland ohne Zurücklassung jeder bewohnbaren Räumlichkeit läßt die unbeschränkte deutsche Steuerpflicht sofort mit Ausreise entfallen. Die Konditionen der Visumerteilung sind hierfür unerheblich. Im Einzelfall ist es sinnvoll, entsprechende Beweisvorsorge zu treffen, um auf eine spätere Auseinandersetzung mit der deutschen Finanzverwaltung vorbereitet zu sein.



http://copacabanalinks.googlepages.com


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BeitragVerfasst: 24 Okt 2005 12:56 
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:!: :o


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BeitragVerfasst: 09 Jan 2006 16:55 
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Wie läuft's denn so Maike???



Bis dann
Bagi


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 Betreff des Beitrags: Wo ist Maike
BeitragVerfasst: 09 Jan 2006 19:11 
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Registriert: 21 Okt 2005 17:00
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...ich denke, Maike ist jetzt in Santos, läuft verzweifelt herum und spricht die Leute an.... nur keiner versteht sie - weil sie spricht ja kein Portugês! :lol:

Nee spass bei Seite -

Ich war die letzten 2 Wochen in Santos Praia Grande.. und da hab ich Fotos gemacht.....

MAIKE !!!!!! :!: :!: :?: :?: :?: :?

(hoffentlich nimmt mir das keiner übel)


Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump


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BeitragVerfasst: 10 Jan 2006 13:05 
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Beiträge: 38
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hallo bagi,

also ich bin nun seit einem monat hier in santos udn bis jetzt laeuft es echt super.
habe ja noch vor meiner abreise einen dreiwoechigen crashkurs in brasilianischem portugiesisch absolviert und komme mit der sprache hier gut klar, telefonieren ist noch etwas schwierig da ich noch zum teil meine haende und fuesse zum sprechen brauche ;-)
die ersten drei wochen habe ich ein einem hotel gewohnt und nun bin ich in ein flete umgezogen, wo es dann doch schon ein wenig heimeliger ist...
heute beantrage ich meine cpf, muss leider noch auf mein visa warten, da die firma noch nicht registriert ist.
aber immerhin kann ich dann schonmal ein konto eroeffnen udn mir ein auto kaufen.
bin echt faziniert von dem land, zumal ich ja vorher gar keine ahnung hatte was mich erwartet, und die erfahrungsberichte aus den foren sind ja doch alle ziemlich unterschiedlich...ich denke es kommt immer darauf an, wo man genau in brasilien landet.
und ich muss sagen, hier in snatos fuehle ich mich als gringa schons ehr sicher...fahre alleine mit dem bus (obwohl mir da allevon abgeraten haben), es gibt so gut wie keine favelas und das leben ist hier echt guenstig.
ich finde es allerdings verdammt schwer freundschaften hier zu schliessen und vermisse natuerlich auch meine freunde in dtl.
aber ich brauch was das anbelangt einfach mehr geduld und dann wird das schon was werden, denn ich bin eigentlich ein ziemlich aufgeschlossener typ.
da unsere firma noch in der registrierung ist, kann ich was das anbelangt auch noch nicht sehr aktiv sein....aber immerhin hatte ich schon ein paar meetings mit den reedereien, und die waren alle sehr nett und haben mich mit offenen armen empfangen.
ich bin aufjedenfalls ehr gespannt wie sich hier alles weiter entwickelt und es ist natuelich ein traum, seine wochenenden mit sonnen am strand un baden im meer verbringen zu duerfen...
....bis dahin erstmal
viele greusse,
maike


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BeitragVerfasst: 10 Jan 2006 15:40 
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Toll, dass es gut läuft. :D Halte uns auf dem Laufendem!



Bis dann
Bagi


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BeitragVerfasst: 10 Jan 2006 15:54 
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Beiträge: 38
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hey Vinhedense,

nein, keine Panik, ich nehm Dir das nicht uebel ;-)
einwenig spass muss sein ;-)
ich bin aber immer am praia gonzaga, also kann ich das auf dem bild nicht sein...habe mir sagen lassen, das praia grande ziemlich spackig sein soll .... also ich bevorzuge da doch eher guarujá
und behaupte du nochmal ich spreche kein wort portugiesisch.....ist doch ganz einfach, aehnlich wie mit franzoesich *grins*


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BeitragVerfasst: 10 Jan 2006 17:43 
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Beiträge: 2022
Hi Maike,

nur 1 bis 2 Anmerkungen zu deinem Vorortbericht:

Laut Statistik ist Santos die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten in Brasilien. Da ich öfters dort auf Dienstreise bin - übrigens mit Hotel in Gonzaga - kann ich die Statistik bestätigen.

Die hohen Kosten hängen hauptsächlich damit zusammen, dass Santos Wochenend-Ausflugsziel Nr. 1 der Paulistas ist und viele reiche SP-Rentner dort ihren Lebensabend verbringen.

In Richtung Centro, was übrigens sehr schön ist, sind die Preise etwas besser ........... im Hafenviertel relativiert sich alles vorher gesagte. Dort solltest du aber trinkfest sein und eine Schlägervisage haben ........... als flanierendes Mädel wirst du dort beruflich wahrscheinlich völlig falsch eingeordnet. Trotzdem sollte man es mal gesehen haben.

Favelas gibts auch in Santos reichlich. Ein Bekannter von einer Bekannten ist dort ständig vor Ort und verkauft kleine weisse Steinchen. Der Handel blüht dort und ist anscheinend so lukrativ, dass er 2 Super-Negócios, die er vorher hatte, einfach so hinschmiss, um sich zu 100% seiner "Handelsgesellschaft" zu widmen.

Wenn du in Santos reinkommst, gleich hinter dem Peixe / rechte Seite, siehst du ein paar Beispiele für Favelas. Das Hafenviertel ist m.E. eine einzige Favela. Überhaupt sieht man Morro-aufwärts (ähnlich wie in Rio) sehr viele Favelas in Santos. SG hatte sogar, wie schon berichtet, dort eine Liebschaft und einen Baile-Funk erlebt.

All das soll dich natürlich nicht abschrecken. Für Brasilien ist das normal. Und eine Stadt wie Santos, mit dem grössten und wichtigsten Hafen Brasiliens, kennt sowohl die Licht- als auch die Schattenseiten einer blühenden Wirtschaft. Sehr gut nachvollziehbar ist dies übrigens in der "Bolsa do Café" ........ im Stadtzentrum.

Ansonsten: vielleicht sieht man sich ja mal in Gonzaga. :wink: Ich gehe abends meistens ins "Chopp Santista" (fast täglich Livemusik, guter Chopp und sehr gute Picanha!) oder eben ins Hafenviertel. Mittlerweile respektieren mich dort die Malayen und Ukrainer ........ wahrscheinlich wegen meiner Boxernase !?!?!?!??



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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