Wer kennt die Gegend Maraú bis Itacaré ???

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Beitragvon Trem Mineiro » Di 22. Feb 2005, 14:56

Hallo Micki, Hallo Lemi

Bitte mal die Frage an Micki, wann warst du zum letzten mal dort ? Mein letzter von 3 Besuchen war im Dezember 2003. Ich war überrascht, um wie vieles schlechter die Straßen auf Marau geworden waren. Wegen des hohen Andrangs hatte man wohl auch das Fahren am Strand verboten, zumindest für die Touristen-Touren. Dafür gab’s eine neue Fähre, aber keinen neuen Anleger auf der Halbinsel.
Passend ist auch deine Zeitvorgabe, wir sind den Rio das Contas hochgefahren um den Weg in den Norden zur BR101 abzukürzen, für weniger als 50 km haben wir 3 ½ Stunden gebraucht. Schöne Tour aber grottenschlechte Piste. Leider ist das Land zwischen Festland und der Insel Mangrovenküste, auf der Seite gibt es kaum Anlandemöglichkeiten.

Das wird ein echter Abenteuerurlaub.

Gruß

Manfred
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Beitragvon Micki » Di 22. Feb 2005, 15:07

Hallo Manfred,

letzten September war ich mit dem Mietwagen auf dieser BR030 unterwegs und nehme an, daß sich seitdem nicht allzuviel verändert hat. Notfalls kann man ja auch mal den aktuellen Strassenzustand bei den Pousadas hinterfragen.

Gruß Micki
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Bahia 2005

Beitragvon Lemi » Di 2. Aug 2005, 10:16

Eigentlich sollte man nicht so in den Urlaub fahren ............ ich meine so unvorbereitet !

Ich hatte mir gerade mal einen Ort ausgesucht, der für mich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte Brasiliens war: die Gegend zwischen Itacaré und Maraú südlich von Salvador. Das war’s dann aber auch schon. Bei der Abfahrt am Samstagmorgen erinnerte ich mich, dass ich mir noch nicht mal den Weg dahin auf der Landkarte angeschaut habe, aber als Alt-Baiano würde ich den Weg schon finden .......dachte ich mir so.

Mein kleiner Fiat, der ein kleines Problem an einem Knochen seiner Vordergliedmassen hatte, wurde noch vorbeugend ins Lazarett geschafft, um das angeschlagene und mittlerweile auch stark klappernde Teil auszuwechseln. Dabei bekam er auch gleich noch 3 Liter synthetisches Frischblut, um auf den folgenden 3000 km auch immer cool zu bleiben. Zu allem Unglück rief mich am Vorabend unserer Reise auch noch ein Kumpel an und lud uns zu ein paar Bierchen ein. Ich hatte keinen Bock die Einladung abzuschlagen, da ich eigentlich gerade in richtige Urlaubsstimmung gekommen war (nach 3 ziemlich stressigen Arbeitswochen) und so trafen wir uns gegen 9 in einer Kneipe.

So gegen 1 Uhr, nach dem 6. Bier, sagte ich „es reicht“. Sra. Lemi hatte auch schon 3 Caipirinhas geschlürft, was sich am nächsten Tag als nicht besonders vorteilhaft herausstellen sollte. Eigentlich waren wir nämlich froh, dass sich unsere große Tochter das Kotzen im Auto abgewöhnt hatte ......

Nun ....... meine Frau ersetzte sie auf dieser Reise perfekt. Gegen 7 Uhr morgens saßen wir allesamt in unserem voll gestopften kleinen Fiat und schaukelten die BR 262 in Richtung João Monlevade herunter. Verkehrsreich wie immer, hatten wir diesmal mit noch einem anderen Übel Vorlieb zu nehmen: Man konnte fast annehmen, dass der gesamte Staatshaushalt Lulas zweigeteilt wurde: 50% für den Mensalão der Abgeordneten und 50% für die Reparatur der BR 262 ! Aller paar Kilometer trafen wir auf eine Grossbaustelle mit nur einspuriger Fahrbahn und kilometerlangen Staus .......... Und wir waren erst am Anfang unserer Reise. :? Lemi behielt aber ruhig Blut und seine Sra. nutzte jeden Stau, um sich über die Oberste aller Optionen zu entleeren.

Als wir Ipatinga in Richtung Norden passiert hatten, wurde alles besser. Die Strassen wurden leerer und waren auch in einem Top-Zustand (oder was man hier so darunter versteht). Mein Fiat lächelte, denn er wusste, dass er jetzt von mir kräftig getreten wird. Allerdings bäumten sich in meinen Gedanken schon sehr schwarze Wolken vor mir auf. Ich erinnerte mich noch sehr gut aus dem Vorjahr an die bisher übelste BR, die ich je in meinem Leben benutzten musste: die BR 101 im Bundesstaat Bahia. Und sie lag nun nach ca. 650 km quer durch Minas direkt vor uns. Zudem begann es auch langsam zu dämmern. Als die Sicht aufgrund fehlender Straßenmarkierungen so ziemlich gegen Null ging und ich vor jedem Überholmanöver meinen Testaments-Notar anrief, um Bescheid zu sagen, dass es jeden Moment so weit sein kann, entschieden wir uns einen Bleibe für die Nacht zu suchen. Immerhin zeigt der Kilometerstand nun schon 800 km an ......... wir waren in Bahia. Der mir vorher völlig unbekannte Ort hieß Itamarajú. Am Ortseingang stand auch glücklicherweise ein Hinweisschild auf das Hotel „Minas“ ........... Na, wenn das mal kein gutes Omen für uns sein sollte.

Nachdem wir ein paar Runden durch die doch erstaunlich große Kleinstadt auf der Suche nach unserem Hotel gedreht hatten ......... der Asphalt sich in eine Erdstrasse verwandelte und die Häuser immer mehr Favela-Charakter annahmen ........... fragten wir dann doch lieber einen ortskundigen Fußgänger nach dem Weg. So fanden wir dann auch schnell den Weg.

Das Hotel machte von außen keinen allzu komfortablen Eindruck, aber wir wollten ja auch einfach nur ein Bett. Ok, eine Dusche wäre auch ganz angebracht gewesen.

Wie immer in solchen Angelegenheiten, habe ich Sra. Lemi auf Vorhut geschickt, um nicht gleich wieder irgendwelche exorbitalen Gringopreise von der Dame an der Rezeption zu hören. Ich blieb also im Auto sitzen und wartete............... als meine Sra. lächelnd zurückkam, war das für mich das Zeichen für Erfolg. Und tatsächlich: das relativ geräumige Zimmer, inklusive Dusche und Frühstück, sollte nur 20 R$ kosten ............. als die Rezeptionsdame dann unsere „Kinderschar“ sah, erhöhte sie zwar auf 30 R$, was uns aber nicht davon abhielt, Quartier zu beziehen. Ich atmete jetzt tief durch .............. ich hatte Urlaub, ich war bereits in Bahia und hatte ein Dach über dem Kopf. Was konnte da noch schief gehen ?

Und da erinnerte ich mich wieder: das schlimmste Stück der BR 101 mit den kraterförmigen Schlaglöchern lag nun direkt vor uns. Ich ertrank diese Gedanken in ein paar Flaschen Skol und ging mit einer Pizza im Bauch in mein Bett. Es dürfte keine 30 Sekunden gedauert haben, dann waren meine Lichter ausgeschaltet ..............

Fortsetzung folgt.
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Re: Bahia 2005

Beitragvon Careca » Di 2. Aug 2005, 18:47

Lemi hat geschrieben:die Gegend zwischen Itacaré und Maraú südlich von Salvador
B:H - Itacaré einmal hin und zurück :?: :!: :?: ... 2400 km ...
Na, da bin ich mal gespannt, ob der FIAT ruhmesreich heimkehrte ... :wink:


A BR-030 de Ubaitaba a Brara Grande está muito esburacada e no periodo de chuva (mai/out) fica intrasivel. A opcao é ir de barco a partir de Camamu.
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Re: Bahia 2005

Beitragvon tinto » Di 2. Aug 2005, 19:33

Lemi hat geschrieben: Und wir waren erst am Anfang unserer Reise. :? Lemi behielt aber ruhig Blut und seine Sra. nutzte jeden Stau, um sich über die Oberste aller Optionen zu entleeren.


Die Ohren oder die Nase....
Au weia..... :urps: :urps: :urps: :vomit:
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Beitragvon Lemi » Mi 3. Aug 2005, 11:08

Das Wunder Brasilien funktionierte wieder einmal ......................

Als ich früh völlig desillusioniert in meinen kleinen Fiat stieg und mich seelisch und moralisch auf ein hartes Stück Arbeit vorbereitete, sah ich sie plötzlich vor mir:

Die frisch asphaltierte BR 101 !

Es war einfach nicht zu glauben. Wo ich im Vorjahr noch im Schritttempo noch die Schlaglöcher umfahren musste, konnte ich jetzt mit Tempo 120 volle Kanne durchrauschen. Die gesamten 100 km von Itamarajú bis Eunapolis hatten eine neue Asphaltdecke bekommen. Das anschliessende Stück bis Itabuna ist zwar noch in Arbeit, aber die Verhältnisse waren für bahianische Umstände akzeptabel, so das ich flott vorankam. Die verbleibenden 400 km habe ich (besser gesagt: der Fiat) in 5 Stunden runterspulen können.

Als wir in Itacaré ankamen, suchten wir uns erstmal eine Pousada. Dies war relativ einfach, da sich alles am Strand „Praia da Concha“ konzentrierte. Wir mussten feststellen, dass in Itacaré trotz Winter und Regenzeit Hochsaisonpreise galten. Man erklärte uns, dass ja gerade Schulferien sind (das wussten wir bereits) und das im Monat Juli die besten Wellen anzutreffen sind und das Dorf deshalb voller Surfer ist. Auch das haben wir später feststellen können, zumindest haben sie ein gesundes Gegengewicht zu den zahlreichen Hippies und Rastamännern gebildet.

Die Hippies sind so ziemlich das Nervigste, was man sich bei einem Strandurlaub vorstellen kann. Im 5-Minuten-Takt kommen sie mit ihren selber gebastelten Ketten aus irgendwelchen Kernen, Samen und Kokosnussresten und fragen, ob wir uns nicht für ihre Kunst interessieren würden. Das ganze wäre nicht so leidlich, wenn nicht jeder Hippie haargenau dieselbe Produktpalette hätte .............. :roll:

Zurück zur Pousada. Wir fanden die Pousada Bambú, die sich im Besitz eines recht schüchternen Engländers samt einer weniger schüchternen Baiana befindet. Die Pousada sah sehr neu aus und war ordentlich und sehr gemütlich eingerichtet und kostete 95 R$ Ü/F. Das war für uns ein akzeptabler Preis, zumal wir vorher schon Preise um die 150 – 200 R$ zu hören bekamen.

Alternativ gibt es im Stadtzentrum eine Jugendherberge für 15 R$ pro Person und ein paar einfache Pousadas, die sich aber allesamt in der nähe lauter Kneipen, Tanzsäle oder Bars befinden ......... also nicht unbedingt geeignet für Familien mit Kindern.

Nochmal zur Bambú- (nicht zu verwechseln mit Bamboo !) Besitzern ............. Mal ganz davon abgesehen, dass sie ein ziemlich attraktives Geschöpf war, bestand ihre Morgengarderobe aus relativ wenig Stoff. Da Lemi ja ein krankhafter Frühaufsteher ist, begegnete ich ihr ab und zu gegen 6 Uhr morgens an der Rezeption, wo sie einfach nur ein knallenges, kurzes Short und einen ziemlich knappen Spitzen-BH trug. Über dem Spitzen-BH stülpte sie dann noch eine Art Netzhemd, was sie sich aber auch hätte sparen können. Aufsehenserregend war jedoch ihr BH, denn aus dem guckte die Hälfte ihre Brustwarzen heraus und mir schien so als wäre das kein Unfall, sondern bewusst gesteuert. Gut. Ich wiess sie natürlich nicht darauf hin, sondern wunderte mich über mich selber, dass ich bei den ausführlichen Morgengesprächen mit ihr nur höchst seltenst in ihr doch recht hübsches Gesicht schaute. Lemi hatte sich wieder mal als Busenfetischist geoutet ............ :oops:

Zurück zu Itacaré und seinen Stränden, auf die ich wohl erst etwas später etwas ausführlicher eingehen werden. Wie schon gesagt, lag unsere Pousada direkt am „Praia da Concha“, der sich als gar nicht so schlecht erwies. Es gab ein paar Barracas und eine geschützte, ziemlich wellenfreie Bucht. Wiederum vorteilhaft für Eltern mit Nicht-Schwimmerkindern, zumal es relativ flach ins Wasser ging.

Auf unserem Stadtrundgang habe ich wieder mal feststellen müssen, was ich schon in vielen anderen plötzlich vom Touristen-Boom überwälzten Fischerdörfern Bahias gesehen hatte:

Es wurde rasch eine Art Touristen-Boulevard hingeschustert :? :? :? , welches hauptsächlich aus favela-ähnlichen Häusern bestand, die an ihrer Vorderfront unfachmännisch verputzt und bunt angemalt wurden. Auf den ersten Blick erscheint das recht hübsch, wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, sieht man, dass keine Kanalisation existiert, sich überall der Schimmel breit macht ............ was dem Dorf dann in den heissen Mittagsstunden auch den entsprechenden „Duft“ gibt. Alles ist nach dem Motto hergerichtet wurden: „Mit wenig Aufwand möglichst schnell viel Geld verdienen“. Dementsprechend hoch sind auch die Kneipenpreise, die nicht immer kompatibel zur angebotenen Qualität sind. Ich brauche sicher nicht zu erzählen, dass wir einige Reinfälle auf dem „Pracht-Boulevard“ Itacarés erlebt haben. Glücklicherweise hat sich aber in einer recht hübschen aus kleinen Kolonialhäussern bestehenden Seitenstrasse des Zentrums Itacarés ein Art Kneipenviertel entwickelt. Dort trifft man neben gutem traditionellen Essen, wie z.B. Moqueca, Bobó de Camarão oder Acarajé auch ein angenehmeres Ambiente und desöfteren auch mal Live-Musik am Abend. Die Preise halten sich dort gerade noch so in Grenzen (trotzdem sollte man vorher einen Blick in die Speisekarte werfen) , sind aber auf jeden Fall kompatibel zur Qualität der angebotenen Speisen.

Wer wirklich billig essen will, sucht einfach nur nach den Spuren der Surfer. Es gibt so eine Handvoll Kneipen, die anscheinend direkt auf das Loch in der Surfer-Brieftasche zugeschnitten sind. Wir waren z.B. mal in einer solcher Kneipen und bekamen einen P.F. (prato feito) mit Reis, Bohnen, Farofa, Pommes und einem Fleischspiess nach Wahl für 3,50 R$. Satt wird man allemal davon, da die Teller ziemlich voll geknallt werden.

Interessant fand ich auch, dass Itacaré eindeutig in 2 Klassen gegliedert ist. Da sind die meist zugezogenen Restaurant- und Pousadabesitzer (häufig auch Gringos) und deren Angestellte, die wohl allesamt nicht mehr als den Mindestlohn beziehen. Weitab vom Dorfzentrum gibt es deshalb auch eine favela-ähnliche Arbeitereinfachsiedlung, währenddessen sich es die Donos der Wirtschaften in den oberen Stockwerken ihrer Etablissements gemütlich machen.

Fortsetzung folgt.
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Beitragvon tinto » Sa 6. Aug 2005, 06:50

Schöner Bericht. Lese ich gern. Bin gespannt wie es weiter geht. Fortsetzung heute noch?
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Beitragvon Lemi » Sa 6. Aug 2005, 11:33

Besonders zu den Stränden Itacarés sollte man ein paar Worte verlieren, da die ja der Hauptanziehungspunkt für so ziemlich alle Touristen sein dürfte. Und da findet man so ziemlich alle vor, was das Herz begehrt:

Der Surfer findet tolle Wellen an den Stränden Tiririca und do Ribeira.
Der Strandwanderer geht zum kilometerlangen Itacarézinho.
Das Liebespaar geht nach Havaizinho.
Die Familie bleibt am besten am Praia da Concha.
Richtigen dichten Mata Atlantico durchstreift man auf dem Weg zu Prainha.

Die meisten Strände Itacarés haben keinen direkten Zugang, sondern sind über Wanderwege erreichbar, die teilweise durch den noch vorhandenen Mata Atlantica führen. Im Prinzip alle keine Hürde, wenn da nicht so ein paar freche Baianos wären, die sich mitten auf den Weg stellen – dort eine laienhaft montierte Pforte installiert haben – und einfach 5 R$ Eintrittsgebühr verlangen. Den Hinweis, dass man sich auf öffentlichen Wegen befindet, ignorieren sie völlig arrogant und behaupten, dass der Weg zu einer Fazenda gehöre und der Fazendeiro eine Wegegebühr erhebt ........ was natürlich völlig absurd ist. Ich hatte mich natürlich – nachdem dies zum 1. Mal passiert ist – vorher bei den ortskundigen Eingeborenen informiert, um nicht noch mal in die Falle zu tappen. Das Spielchen ist aber ziemlich abgekartet. Sobald ein Touri an der Pforte erscheint, steht dort ein Posten und will abkassieren. Sobald aber ein Beamter der Prefeitura oder Polizei dort hinkommt, ist die Pforte offen und der Baiano ist weg .......... :idea:

Ich fand das ganze Theater ziemlich nervig und meines Erachtens auch schädigend für den Tourismus, denn so schön waren die Strände auch wieder nicht, dass ich hätte Eintritt dafür zahlen müssen. Es ist aber die typische Nordestino- Mentalität: möglichst ohne Arbeit Geld verdienen! :twisted:

Wenn ich Besitzer einer Fazenda wäre, würde ich wohl versuchen, mein Geld mit Ackerbau, Viehzucht oder Obstplantagen zu verdienen, aber nicht doch mit einer Wegegebühr auf die Benutzung eines Weges, der mir gar nicht gehört.

Der einzige Vorteil de gebührenpflichtigen Strände ist, dass dort die Hippies mit ihren aus Kernen, Samen und Schnur selber gebastelten Ketten nicht hinkommen. Ihre Chancen, dort noch Gewinn abzuschöpfen, dürften so ziemlich gegen Null tendieren. Um so lästiger sind sie aber an den stadtnahen Stränden – obwohl ich ja prinzipiell nichts gegen sie habe – aber erstens werde ich nicht gerne aus meinem Strandschlaf geweckt und zweitens auch noch dazu, um eine Produkt zu sehen, was mir innerhalb der letzten 30 Minuten schon 6-8 mal angeboten wurde. Unter Ideenreichtum leiden die Hippies nicht gerade. Da freut man sich ja schon regelrecht, wenn mal ein Cajú-Nuss-Verkäufer mit seinem 10kg schweren Sack auf dem Kopf vorbeikommt oder ein Milho-verde-Händler seinen mit einer Propangasflasche beheizten Kochkessel auf Rädern durch den tiefen Sand schiebt.

Resumierend würde ich den Strand Itacarézinho als den schönsten bezeichnen. Er befindet sich ca. 14 km ausserhalb von Itacaré. Besonders schön, aber auch mühsam ist der Zugang über Havaizinho (klein, wild und leer) über ein paar Felsen, etwas Busch und einen steilen Abstieg, von deren Top man einen herrichen Blick auf den kilometerlangen Itacarezinho-Strand hat.

Wenn man das noch toppen will, muss man nach Maraú, die Halbinsel im Norden von Itacaré, wo sich paradiesische Schönheit mit schon teilweise beängstigender Einsamkeit paaren. Die Reise dorthin ist ein Abenteuer für sich und verdient ein Extra-Kapitel.

Fortsetzung folgt.
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Beitragvon tinto » Sa 6. Aug 2005, 15:22

Hast Du denn auch ein paar Fotos geschossen?
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Beitragvon thomas » So 7. Aug 2005, 15:55

Hehe.. ich wusste doch, Du würdest Dich für den Strandwanderer-Strand entscheiden :)
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